Geschichten aus unserem Benzwerk

0der: Wie kommt das Unimog-Werk in den Nordschwarzwald?

Wie kommt das Gaggenauer Unimog-Werk in den Nordschwarzwald, in das Murgtal? Diese Frage haben sich sicher schon Viele gestellt. Die bekannten Standort-Faktoren greifen beim ersten Hinsehen nicht.

Als Personalmann sah sich auch Michael Wessel häufig mit Fragen zur Werksgeschichte konfrontiert. Er recherchierte. Dies zunächst, um Bewerbern und neuen Mitarbeitern Rede und Antwort stehen zu können. 1981 erschien sein erster Aufsatz darüber im Heimatbuch des Landkreises Rastatt.

Mit dem Hamburger Automobil-Historiker und heutigen Leiter der Deutschen Automobilhistorischen Gesellschaft, Hans-Otto Neubauer veröffentlichte Wessel 1986 das Buch Die Automobile der Benzstadt Gaggenau. Erstmals wurde darin dokumentiert, welche besondere Bedeutung dem Gaggenauer Mercedes-Werk zukommt und welch breite Fahrzeugpalette im Murgtal in den letzten 100 Jahren gefertigt wurde. Auch die zweite Auflage ist leider vergriffen.
Weitere fünf Jahre später, 1991, erschienen dann die von Wessel gesammelten Geschichten aus unserem Benzwerk. Pioniere des Automobilbaus berichten darin über ihre Erlebnisse in den Anfangsjahren des Automobilbaus in Gaggenau. Einer berichtet zunächst auch über die ersten Jahre bei Benz in Mannheim, denn Franz Lipfert ging zunächst bei Papa Benz in die Lehre. Er war mit den Benz-Söhnen zuvor schon befreundet und gehörte praktisch zur Familie.

Um die Jahrhundertwende wechselte Lipfert nach Gaggenau und wurde Leiter des Fahrversuchs. Hierzu gehörte es auch, die Automobilrennen vorzubereiten oder auch selbst zu fahren. Eine spannende Geschichte.

Die Gaggenauer hatten das große Glück, dass der Baden-Badener Joseph Vollmer, der zu den zehn bedeutendsten Konstrukteuren der frühen Automobilgeschichte gezählt wird, seine ersten Ideen in seinem Heimatort zu Papier brachte und im 12 km entferten Gaggenau in Stahl und Eisen realisieren durfte.
Mit Meine Lehr- und Fahrerjahre ist der Bericht von Emil Traub überschrieben. Im zweiten Lehrjahr – mit 16 – erhielt er nicht nur ohne Prüfung seinen Führerschein sondern nahm auch gleich an der Zuverlässigkeitsfahrt für Tourenwagen, der Herkomer-Fahrt teil. Sehr anschaulich beschreibt Traub seine Erlebnisse.
Seinem Sohn Dr. Wilhelm J. Wiß verdanken wir eine Biographie des Leiters der Süddeutschen Automobilfabrik, Georg Wiß, die erstmals in Geschichten aus unserem Benzwerk veröffentlicht wurde.

Andere Autoren schildern über eine Zuverlässigkeitsfahrt in Rußland, über Fahrzeugüberführungen in Persien unter schwierigsten Bedingungen oder eifach nur über einen Wochenend-Ausflug mit einem Omnibus-Chassis: Probefahrt und Sonntagsvergnügen zugleich.
Abgerundet werden die Geschichten durch die Arbeitsordnung der Süddeutschen Automobilfabrik aus dem Jahr 1906 und eine Beschreibung der Lehrlingsausbildung in den Benzwerken 1920.

Geschichten aus unserem Benzwerk ist der erste Band einer Reihe, in der auch Band 1 und 2 der Geschichten rund um den Unimog erschienen sind.
Nicht im allgemeinen Buchhandel, nur über Buch&Bild erhältlich.
120 Seiten, Leineneinband

Kategorien

About the Author:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.