Juni 2015

Monthly Archives

  • 70 Jahre Unimog-Idee – Juni 1945

    Wichtige Orte für die Entwicklung des späteren Unimog 1945

    Wichtige Orte für die Entwicklung des späteren Unimog 1945 – Auszug aus der Verkehrskarte Württemberg – Baden, Staatsarchiv Ludwigsburg IL 554 – Karte zum Vergrößern anklicken

    Ende Mai 1945 hatte der Diplom-Landwirt Erich Grass den früheren Leiter der Flugmotorenentwicklung von Daimler-Benz, Albert Friedrich, bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd getroffen, der Ideen für „etwas Motorgetriebenes für die Landwirtschaft“ entwickelt hatte.

    Grass schreibt dazu: „Daraufhin trafen wir beide uns häufig in meiner Wohnung in Schwäbisch Gmünd. Wir wussten noch nicht so richtig, wie das landwirtschaftliche Gerät aussehen könnte. Ich plädierte immer eher für landwirtschaftliche Kleingeräte. Friedrich schwebte ein vielseitig einsetzbares Gerät vor. Und wir diskutierten dann, welchen Anforderungen dieses genügen müsste.

    Es war wohl im Juni 1945, als Friedrich seine erste grobe Skizze mitbrachte. Das Fahrzeug hatte noch unterschiedlich große Vorder- und Hinterräder. Aufgrund meiner Erfahrung als Kraftfahroffizier in Russland schlug ich vor, diese gleich groß und allradgetrieben zu machen. Am Ende sagten wir: „Ja, so könnte es gehen!“

    70 Jahre Unimog_Idee

    Albert Friedrich war offensichtlich auch bei der Rekrutierung möglicher Mitarbeiter inzwischen erfolgreich, denn sein früherer Mitarbeiter Erwin Sturm, den es auf einen Bauernhof in Kirchheim/Teck verschlagen hatte, erinnerte sich: „Ich arbeitete als Knecht bei einem Bauern und versuchte, mich auch diese Weise nützlich zu machen. Doch wir hatten damals eine große Begeisterung für alles Technische, und auf Dauer als Bauernknecht zu arbeiten, wäre nicht das Richtige für mich gewesen.

    Daher freute ich mich, als Herr Friedrich mich im Juni 1945 aufsuchte und sagte: ‚Wir machen wir wieder etwas zusammen. Ich habe alle ehemaligen Gruppenleiter der Flugmotorenentwicklung in die Lederhosenfabrik Attinger nach Faurndau eingeladen. Kommen Sie auch?’ – Natürlich wollte ich zu gerne zu der Gruppe stoßen, aber da gab es ein Problem: Ich lebte in Weilheim, also in der französischen Besatzungszone, und in Faurndau bei Göppingen saßen die Amerikaner.

    Doch ich ließ mich nicht entmutigen, ging aufs Rathaus und erbat einen Ausweis. Nach längerem Hin und Her erhielt ich ein Papier als „Farmers Worker“, und mit blauem Schurz und Feldhacke radelte ich nach Faurndau. Die anderen haben brüllend gelacht, als sie mich so ankommen sahen.

    Friedrich entwickelte seine Idee. Er wollte wieder etwas entwickeln, etwas ganz Neues. Dazu hatte er mit einem Diplom-Landwirt namens Grass intensive Vorgespräche geführt. Was wollte er konstruieren? Das war die alles entscheidende Frage. Scherzhaft stand damals die Alternative „eine Ackermaschine oder eine Spätzlemaschine“ im Raum … Nun, wofür wir uns entschieden haben, ist ja heute allseits bekannt.“

    rwin Sturm 1997 anlässlich seines 90. Geburtstages mit Michael Wessel in dessen Unimog 2010 - Foto: Slobodan Mandic

    Erwin Sturm 1997 anlässlich seines 90. Geburtstages mit Michael Wessel in dessen Unimog 2010 – Foto: Slobodan Mandic

     

     

    Walter Benseler, von dem die ersten Skizzen und Zeichnungen des „Motorgeräts für die Landwirtschaft“ stammen, erinnerte sich, dass von Juni bis Oktober 1945 in Stuttgart-Untertürkheim in einem Gebäude der Schokoladenfabrik ESZET eine kleine „Crew“ unter der Leitung von Albert Friedrich die Arbeit aufnahm.

    Quellen: Eva Klingler, Michael Wessel: „Geschichten rund um den Unimog“, Ettlingen 1992 und Werner Schmeing, Hans-Jürgen Wischhof „Traktoren der Daimler AG“ Band 1, Frankfurt 2009

    Zu beziehen über www.buchundbild.de

  • Off Road Award: Unimog ist Geländewagen des Jahres 2015

    Unimog Horstwalde

    Unimog Horstwalde

    Bereits zum elften Mal in Folge ist der Mercedes-Benz Unimog von den Lesern der Fachzeitschrift „Off Road“ zum besten Gelände­wagen des Jahres in der Kategorie „Sonderfahrzeuge“ gekürt worden. Die Wahl „Geländewagen des Jahres“ erfolgte aus zwölf Kategorien. Über 36 000 Stimmen wurden abgegeben, 123 Fahrzeuge standen zur Wahl. Der Unimog belegt bei den Sonderfahrzeugen mit überragenden 51,4 Prozent der Leserstimmen den ersten Platz.

    Unimog-Baureihen 2015

    Off Road Awards 2015

    Off Road Awards 2015

    Ob in der staubtrockenen Wüste Gobi, ob in Tundra und Taiga Sibiriens oder auf der heißen Vulkankraterstraße am Vesuv – kaum eine Herausforderung auf der ganzen Welt, der der Mercedes-Benz Unimog nicht gewachsen wäre.

    Die Gene für derart extreme Einsätze liegen ihm im Blut. Dank neuer Mittel­motorlage beim hochgeländegängigen Unimog Euro VI liegt die Rahmen­kröpfung nun weiter hinten, insgesamt ist damit ein niedriger Fahrzeug­schwerpunkt bei gleichzeitig hoher Bodenfreiheit erreicht, was die Fahr­eigenschaften im Offroadeinsatz weiter optimiert. Achsverschränkungen von bis zu 30 Grad macht die Schubrohrtechnik in Verbindung mit den Schrauben­federn möglich. Portalachsen und eine Steigfähigkeit von 45 Grad machen den hochgeländegängigen Unimog – Typenbezeichnung U 4023/U 5023 – komplett. Dazu kommen die Watfähigkeit von maximal 1,20 m und ein seitlicher Nei­gungswinkel von bis zu 38 Grad. Die Fahrt in Extremsituationen mit zuge­schaltetem Allradantrieb wird unterstützt von den zuschaltbaren Differenzial­sperren und der Reifendruckregelanlage „Tirecontrol Plus“. Diese kann einfach mit Tasten am Lenkrad für den jeweiligen Einsatz über die Programme „Straße“, „Sand“ und „Schlechtweg“ eingestellt werden.

    Die Kraft kommt vom drehmomentstarken BlueTec 6 Common-Rail-Motor OM 934 LA, einem Vierzylinder mit 5,1 l Hubraum, 170 kW (230 PS) und 900 Nm Drehmoment. Acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge stehen zur Verfügung, optional auch eine Geländegruppe für Offroadeinsätze im Geschwindigkeitsbereich zwischen 2,5 – 35 km/h.

    Neben diesem hochgeländegängigen Unimog wird die Geräteträger-Baureihe vom U 216 bis zum U 530 angeboten, die man häufig in kommunalen Einsätzen sieht. Sie verfügt ebenso über moderne Euro-VI-Motoren mit Leistungen bis 220 kW (299 PS).

    Geht es um Wartung, Diagnose oder Reparatur, ist beim Unimog ebenfalls für alles gesorgt. Denn in über 650 Service-Stützpunkten in mehr als 130 Ländern nehmen sich kompetente Unimog-Partner des Fahrzeugs an, spezielle Service-Angebote und Finanzdienstleistungen runden das Gesamtpaket ab.

    Die Zeitschrift „Off Road“ veranstaltet die Leserwahl zum Geländewagen des Jahres seit 1982.

  • Unimog Huber, der Gebraucht-Unimog-Spezialist, ist mit neuer Website gestartet.

    unimog-huberFrisch, modern, übersichtlich im Netz

    Unimog Huber hat online einen neuen Anstrich bekommen: Die Homepage ist frischer, moderner und übersichtlicher geworden. Mit neuem Auftritt im weltweiten Netz präsentiert sich die Unimog Huber GbR seit Kurzem noch farbiger und aktueller als zuvor. Darüber hinaus ist die neue Website anwenderfreundlicher geworden und bietet Usern einen schnellen, flexiblen Umgang sowie eine optimale thematische Gliederung. Zu den Neuerungen zählen eine zeitgemäße Website-Suche, die Anpassung der Seiten an das aktuelle Unternehmens-Erscheinungsbild und die optimale Benutzerführung zu den Angebotsinseraten. Aktuelle Unimog Angebote und inszenierte Unimog Bilder sowie Bilder des Firmengeländes werden bereits auf der Startseite hervorgehoben und fallen dem User sofort ins Auge.

    Hinter dem aktuellen Auftritt im Web steckt nicht nur eine neue Struktur und die neue Optik, sondern auch Funktionalität und Technik wurden den Bedürfnissen der Kunden und Interessenten angepasst. Der Besucher kann einfach durch Inserate navigieren und sich die gewünschten Informationen zu den jeweiligen Unimog Typen oder Arbeitsgeräten noch leichter, zügiger und umfassender verschaffen. Ziel ist es, eine riesige Vielfalt an Unimog Fahrzeugen und Unimog spezifischen Anbaugeräten auf einer Plattform zu bündeln sowie die Bedienerfreundlichkeit, Benutzerführung und den Zugriff noch weiter zu verbessern. (mehr …)

  • Schilfernte in Rumänien mit Unimog

    Das Moor hat seine Tücken!

    Das Moor hat seine Tücken!

    Willi Seitz zählt zu den Unimog-Pionieren. Als Vorführer war er in 26 Ländern der Erde und so resümiert er heute mit 91 Jahren: „Das ich ein langweiliges Leben hatte, könnte ich nicht sagen!“. Viele Einsätze führten ihn und den Unimog bis an die Belastungsgrenzen aber sein Motto war stets: „Es gibt nichts, was nicht geht!“

    Einmal musste er am Ende von vielen Versuchen jedoch feststellen, dass der Unimog für die Schilfernte in Rumänien leider doch zu schwach motorisiert war. Im Band 1 der „Geschichten rund um den Unimog“ schreibt Willi Seitz nach einem Bericht über einen Test in Nordafrika:

    „Unser Abenteuer in Marokko sollte natürlich nicht das einzige bleiben. In die Reihe der Probeeinsätze für den Unimog unter ungewöhnlichen, ja extremen Bedingungen passt auch unser Aufenthalt im rumänischen Schilf.

     

    Das Schilf wuchs bis zu sechs Meter hoch

    Das Schilf in Rumänien wuchs bis zu sechs Meter hoch

    Ein Professor hatte herausgefunden, das Schilf einen wesentlich höheren Zellulosegehalt hat als Holz. Und Schilf gab es genug – besonders im Donaudelta, wo die Donau in das Schwarze Meer mündet. In diesem Gebiet wird das Schilf bis zu sechs Meter hoch, und zwar vor allem in einem der drei Kanäle, in die sich die Donau teilt, nachdem sie bei Braila zunächst einen Knick macht: nämlich dem Sulina-Kanal, der als einziger schiffbar war. Der St. Georgs-Kanal war für Motorfahrzeuge verboten, da dort Störe für Kaviar gezüchtet wurden. Der Kilija-Kanal verläuft bis zur russischen Grenze, an der heute die Republik Moldavia liegt. In diesem Areal also wuchsen 300.000 Hektar Schilf, ein Drittel davon galt als erntbar. Und dafür wollte man nun den Unimog ausprobieren.

    Wir hatten zuvor bereits die Schilfernte mit dem Unimog am Neusiedler See getestet, wo es ebenfalls Schilf und mooriges Gelände gab. Otto Pfeifer (Anmerkung: Otto Pfeifer war ein Kollege) hat sich damals damit beschäftigt. Diese Arbeit war nicht ganz ungefährlich, denn am Neusiedler See gab es noch Bombentrichter aus dem 2. Weltkrieg, und gleich zu Beginn seiner dortigen Versuchsreihe fuhr er in ein solches Loch. Da der Unimog kein U-Boot und das Wasser im Donaudelta noch tiefer ist, war für Otto Pfeifer das Thema Schilfernte erledigt.

    Also musste für diese Aufgabe ein anderer gefunden werden, und bald bereitete ich mich auf den Einsatz in diesem östlichen Land vor.

    Im Vorfeld wurde der Unimog schon mal für diesen Spezialauftrag etwas umgerüstet: Er erhielt breitere Reifen mit Gitterrädern, durch die er eine bessere Auflage am Boden haben sollte und dadurch wendiger Druck ausübte. Diese Räder hat man auch gerne zum Drillen (Säen) verwendet.

    " Hab' mei' Wage voll gelade!"

    “ Hab‘ mei‘ Wage voll gelade!“

    Die Unimog wurden uns vorausgeschickt, Rudolf Bernd (Anmerkung: Werksdelegierter für den Ostblock) und ich folgten mit dem Zug. Ziemlich durchgeschüttelt kamen wir nach 48 Stunden in Rumänien an. Besonders der letzte Teil der Reise auf dem Balkan war recht abenteuerlich, denn außer den menschlichen Passagieren reisten auch allerlei Tiere mit uns im Zug mit.

    In Bukarest wurden wir von dem sogenannten Schilfminister und einem deutschen Ingenieur, der in Rumänien lebte, begrüßt. Von Bukarest aus führte die Reise weiter nach Tulcea, diesmal mit einer sehr betagten Propellermaschine, in der wir auf Kisten hockten und hofften, heil unser Ziel zu erreichen.

    Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern. Zum Weiterlesen hier (mehr …) anklicken:

     

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