Zwei besondere Unimog-Bücher: Militär- und Polizeifahrzeuge 1950 – 2016

Im Verlag Klaus Rabe sind mit dem Titel „UNIMOG – Militär- und Polizeifahrzeuge“ bereits im Vorjahr zwei besonders beachtenswerte Bücher von Ralf Maile erschienen, die sich einer erfreulich großen Nachfrage erfreuen. Auf insgesamt 650 Seiten wird die gesamte Bandbreite des Unimog und auch des MB-trac im militärischen Bereich, inclusive den militärischen Feuerwehren und Sanitätsdiensten, sowie bei Polizeibehörden weltweit vorgestellt. Dies mit über 1400 teilweise erstveröffentlichten Fotos. Dass es sich dabei nicht um einfache „Bilderbücher“ handelt, wird an den besonders ausführlichen Bildbeschreibungen sowie den Tabellen zu den einzelnen Baureihen deutlich. Der Leser merkt sofort, dass Maile sowohl auf ein umfangreiches Bildarchiv zurückgreifen kann als auch auf profunde Fachkenntnisse zurückgreifen kann. Damit gelingt es ihm einmal mehr, den Unimog in seinem weltweiten Einsatz – diesmal reduziert auf ganz spezielle Kundengruppen – vorzustellen.

Nach der Schilderung „der Entstehung einer Legende“ folgt eine interessant zu lesende „Zeitschiene“ von 1945 bis 2015“ bevor am Beispiel der Baureihe 437.4 Euro 6 (UHE) der Unimog im Gelände ausführlich vorgestellt wird.

Der Gliederungspunkt 3 „Der Unimog im weltweiten Einsatz“ ist dann nach Baureihen gegliedert und reicht bis in den Band 2. Dabei werden sich die MB-trac-Freunde freuen, dass auch ihrem Liebling einige Seiten vorbehalten wurden.

Abgerundet wird das zweibändige Werk durch eine Auswahl spezieller Prospekte aus dem Bereich Militär- und Polizeifahrzeuge und der Vorstellung der Mercedes-Produktionswerke Gaggenau, Aksaray und Wörth sowie einen „Stammbaum“ der Unimog- und MB-trac-Baureihen. Natürlich darf auch ein Hinweis auf das Unimog-Museum in Gaggenau nicht fehlen.

Gesamturteil: sehr empfehlenswert

Unimog – Militär- und Polizeifahrzeuge 1950 – 2016, Band 1

Autor: Ralf Maile, A4, 320 Seiten, 723 Fotos, fester Einband

Unimog – Militär- und Polizeifahrzeuge 1950 – 2016, Band 2

Autor: Ralf Maile, A4, 336 Seiten, 718 Fotos, fester Einband

jeweils 30 Euro

Erhältlich sind die Bücher – neben vielen anderen-  beispielsweise direkt im Unimog-Museum oder über www.buchundbild.de

Der Autor

Bereits 2014 habe ich hier in der Unimog-Community ein Kurzportrait zu Ralf Maile veröffentlicht, das ich jetzt nur etwas aktualisiert habe:

Zu seiner Aufgabe, 1988 das Auto-Album „40 Jahre Unimog“ zu schreiben, kam Ralf Maile nach eigenen Angaben „wie die Jungfrau zum Kind“. Oder konkreter: Die Modellauto-Zeitung hatte 1985 einen Aufruf nach Dokumenten und Fotos zum Unimog veröffentlicht. Von der Fülle des Materials war man überrascht und so wurde beschlossen, statt eines Berichts ein Sonderheft herauszugeben. Diese Aufgabe war Ralf Maile auf den Leib geschnitten, denn er war nicht nur engagierter Modellbauer sondern hatte ab 1979 eine Kraftfahrzeugmechaniker-Lehre bei der traditionsreichen Unimog-Generalvertretung Felix Kloz in Fellbach absolviert. 1986 wechselte er zur Branddirektion Stuttgart. Als Kfz-Meister ist er heute Leiter des Technischen Prüfdienstes.

Das Auto-Album „40 Jahre Unimog“ fand reißenden Absatz, war es doch das erste systematisch aufgebaute Nachschlagewerk zur Unimog-Geschichte und vor allen Dingen zu den einzelnen Baumustern der ersten 40 Unimog-Jahre. So war die erste Auflage rasch vergriffen. Zwei jeweils überarbeitete Auflagen folgten, und das Werk erschien auch in Buchform.

Daraufhin entwickelte Ralf seine Leidenschaft, die Fähigkeiten und die fast unendlichen Einsatzmöglichen des Unimog und des MB-trac zu dokumentieren und zu publizieren. Heute kann er für seine Veröffentlichungen auf sein Archiv mit über 180.000 Bildern und etwa 8.000 Dokumenten und Prospekten zurückgreifen. Und dies auch dank eines Kontaktnetzes zu Gleichgesinnten in aller Welt. Auch für den Produktbereich Sonderfahrzeuge und das Archiv der Daimler AG ist er ein gefragter Experte.

19 Publikationen (Bücher und Paperbacks) zum Unimog und MB-trac hat Maile bisher veröffentlicht, weitere sind in Arbeit oder geplant. Er bezeichnet sie selbst als „ambitionierte Bilderbücher mit handfesten Informationen“. Er will zeigen, was die Fahrzeuge können und wofür sie eingesetzt werden. Obwohl sich Maile sehr um Präzision bemüht, kann dies bei der Fülle der Informationen nicht immer ganz fehlerfrei sein, da sich oftmals auch Originalunterlagen der Hersteller widersprechen und vieles aus der Anfangszeit des Unimog nicht dokumentiert wurde.

Der Modellbau hat Ralf Maile nicht losgelassen. So ist er inzwischen auch dort ein anerkannter Experte. Für alle namhaften Modellhersteller hat er Handmuster gefertigt, und er ist der geistige Urheber vieler Unimog- und MB-trac-Modelle.

Trotz dieser ausgeprägten Begeisterung für den Unimog hat er selbst keinen im Maßstab 1 : 1. Dagegen würden „Zeit, Geld, Platz“ aber auch „Frau, Hund und Beruf“ sprechen.

Michael Wessel

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