Ein Hotel beim Unimog-Museum?

Blick auf das Unimog-Museum. Neben dem Außenparcours links wäre ein denkbarer Standort für ein Hotel – Foto: Martin Walter

Thomas Senger schreibt am 8. Juni im Badischen Tagblatt:

Vom Unimog direkt ins Hotel

Im Museum an der B462 hofft man auf einen Neubau für Übernachtungsgäste

In den 13 Jahren seines Bestehens hat sich das Unimog-Museum an der B462 als feste Größe etabliert. Gründer und Spiritus Rector Stefan Schwaab denkt bereits weiter: Nicht nur über eine Erweiterung, nicht nur über den Bau eines Konferenzzentrums, sondern – als logische Konsequenz daraus – über den Bau eines Hotels.
Schwaab wurde bei der Kommunalwahl für die SPD erneut in den Gaggenauer Gemeinderat gewählt. Im BT-Gespräch bestätigt er Überlegungen, betont aber, dass man sich noch in einem frühen Stadium befinde. „Für den Fall, dass der Unimog-Museumsverein ein Konferenzzentrum im Rahmen der Erweiterungsplanung des Museums bauen würde, gibt es Gespräche hypothetischer Natur.“
Bei diesen Kontakten „mit potenziellen Investoren für ein Hotel im Raum Gaggenau“ gehe es bislang darum, „Interesse auszuloten“. Dies scheint erfolgversprechend zu sein, denn, so Schwaab: „Ich stoße bei diesen Gesprächen auf durchaus positive Resonanz.“ Wie und nicht zuletzt wo das Hotel realisiert werden könnte, dies sei derzeit „völlig offen“. Es könnte, aber müsste nicht zwingend auf Kuppenheimer oder Bischweierer Gemarkung sein, sagt Schwaab mit Blick auf die Gemarkungsgrenzen auf und beim Museum. Ein Teil des Museums liegt auf Gemarkung der Gaggenauer Nachbarstadt Kuppenheim. Auch ein Standort in Gaggenau sei nicht ausgeschlossen, gibt Schwaab zu bedenken, denn ein Transport von Tagungsgästen über kurze Distanzen werde bald kein großes Thema mehr sein: „In wenigen Jahren sind Shuttledienste ohne Fahrer denkbar.“ „Man muss nicht, man kann“, sei die Devise für einen Standort unmittelbar neben dem Museum.
Bei der Stadt Gaggenau, dort wartet man seit Jahren, was aus dem leer stehenden Parkhotel – an exponierter Lage in der Innenstadt – werden wird, weiß man laut offizieller Darstellung nichts Konkretes: „Wir können zu einer Sache, die uns noch nicht genau bekannt ist, leider keine Stellungnahme abgeben“, hieß es Ende Mai aus der städtischen Pressestelle: „Die Idee, am Unimog-Museum zusätzlich ein Hotel zu errichten, hat Herr Schwaab lediglich in einem formlosen Gespräch mit OB Florus angedeutet.“
Kuppenheim zeigt Interesse
Er habe aber für Mitte Juni um einen Termin beim OB gebeten. Ein solches Gespräch wird in Kuppenheim im Juni stattfinden, bestätigt Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler. In der Knöpflestadt ist man schon länger auf der Suche nach einem Hotel-Standort, erläutert Mußler im BT-Gespräch. Der Bedarf sei vorhanden. Ein Hotel beim Museum wäre „einer von drei möglichen Standorten.“ Gleichwohl, so gibt Mußler zu bedenken, sei ein Neubau beim Unimog-Museum derzeit nicht zulässig. Der Kuppenheimer Gemeinderat müsste zunächst ein Bebaungsplanverfahren auf den Weg und dann zum Abschluss bringen.

Zum Thema

Gaggenau soll sich beteiligen
Hans-Peter Hegmann und BT-Redaktion:
Größer und attraktiver – und teuer könnte es werden. Knapp zehn Millionen Euro werden derzeit für einen Entwurf kalkuliert, mit dem das Unimog-Museum erweitert werden soll. Die Stadt soll sich stärker in der Unimog-Museum Betriebs GmbH engagieren. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung Anfang Mai stellte Stefan Schwaab die Pläne vor. Er ist Vorsitzender des Museumsvereins.
Wie berichtet, möchte sich das Museum vergrößern, um seine Zukunft wirtschaftlich zu sichern. Dazu gehört nach Schwaabs Vorstellungen zunächst eine Vergrößerung und Optimierung der Ausstellungsfläche, um die Gästezahlen konstant über dem derzeitigen Niveau von 40000 Besuchern pro Jahr zu halten. Als zweites Standbein sollen die Erlösquellen der Betriebs-GmbH ausgedehnt werden.
Neben einer kleinen Erweiterungslösung gibt es eine Variante mit geschätzten Kosten von 9,9 Millionen Euro. Sie sieht vor, eine Empore mit 1000 bis 1200 Quadratmetern Fläche einzubauen. Auf dieser könnte die Stadt Gaggenau die bereits länger existierende Idee eines Industriemuseums umsetzen. Dazu werden konkrete Gespräche mit der Stadt über die finanzielle Beteiligung sowohl bei den Investitions- als auch den Folgekosten vorbereitet.
Weiter ist geplant, auf einem zweiten Stockwerk eine Konferenzfläche einzurichten. Laut Schwaab müssen immer wieder Anfragen mangels Kapazität abgesagt werden. Hier sei besonders Daimler mit seinem wirtschaftlichen Umfeld ein angepeilter Dauerkunde. Eine Erweiterung der Nutzungsfläche inklusive Konferenzzentrum würde die wirtschaftliche Absicherung der Folgekosten für den gesamten Museumsbetrieb verstärken. „Wir wollen in einem fairen Dialog eine klassische Win-win-Situation mit der Stadt schaffen, damit besonders die Folgekosten langfristig gesichert werden können“, betonte Schwaab Anfang Mai.
Zur nächsten Mitgliederversammlung sollen eine Kapitalerhöhung und eine Satzungsänderung vorbereitet werden: Schwaab hofft, dass die Stadt ihren Anteil an der Betriebs-GmbH von fünf auf 20,9 Prozent erhöht. Sie erhielte damit die Möglichkeit, einen weiteren stellvertretenden Vorsitzenden zu etablieren. Auf Wunsch könnte auch jede Gemeinderatsfraktion einen Vertreter ins Museumskuratorium entsenden. Darüber hinaus sollen Spenden aus Industrie und Verbänden sowie Fördermittel aus Stuttgart die Finanzierung der Pläne sichern.
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