Herzlich willkommen in der Unimog-Community

  • Orient-Express: Ältestes Gaggenauer Automobil kommt ins Unimog-Museum

    Das Badische Tagblatt schreibt am 20. März 2018:

    Nach über 120 Jahren bald wieder „daheim“

    Gaggenau (red) – Das älteste bekannte Fahrzeug aus Gaggenauer Automobilproduktion soll in wenigen Wochen zurück an seinen „Geburtsort“ geholt werden. Es hat den klangvollen Namen Orient-Express und wurde 1897, also vor mehr als 120 Jahren, in Bergmanns Industriewerken nach Plänen und in Regie des Baden-Badener Ingenieurs Joseph Vollmer gebaut.

    Der Oldtimer hat noch die ursprüngliche Kutschenform und einen Einzylinder-Motor mit 5,5 PS. Sein Besitzer, der aktuell noch in England lebende Australier Ron Mellowship, hat ihn schweren Herzens dem Unimog-Museum angeboten, da er beabsichtigt, seinen Lebensabend in seiner Heimat zu verbringen. Für Stefan Schwaab, Vorsitzender des Vereins Unimog-Museum, ist diese Gelegenheit mit einem Sechser im Lotto vergleichbar. Er ist begeistert von der Vorstellung, dass der Orient-Express im erweiterten Unimog-Museum den Beginn der Automobilindustrie im Murgtal eindrucksvoll vor Augen führt: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir diese Chance erhalten. Wir müssen daher jetzt alles daran setzen, dieses einzigartige Kulturgut an seinen Geburtsort zurückzuholen.“ Der Kaufvertrag sei bereits unterschrieben, berichtet er dem BT. Den Kaufpreis will er nicht nennen. In Expertenkreisen werden Fahrzeuge wie diese aber mit sechsstelligen Euro-Beträgen gehandelt.

    Bei seinen Recherchen nach den ältesten noch existierenden Autos aus Gaggenau war Hobby-Heimatforscher Michael Wessel bereits 1986 darauf aufmerksam geworden, dass es in England noch zwei Orient-Express-Fahrzeuge gebe. Und als er hörte, dass eines davon regelmäßig an der legendären jährlichen Rallye „London to Brighton Veteran Car Run“ teilnehme, wuchs bei ihm der Wunsch, dies vor Ort mitzuerleben. 2009 setzte er dieses Vorhaben mit seiner Tochter Tina um. Dann die Überraschung: Der zweite existierende, bis zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht fahrbereite, Orient-Express von Ron Mellowship aus Kent wurde für die Rallye nachgemeldet. Wenige Tage zuvor war er das erste Mal gelaufen.

    Wessel erinnert sich: „Im Londoner Hyde Park herrschte am 9. November 2009 gegen 6 Uhr – also noch bei Dunkelheit – eine gespenstische Atmosphäre, denn überall wurden Oldtimer abgeladen und zum Laufen gebracht, oder sie tuckerten auf eigener Achse an. Es gelang mir, das Wachpersonal zu überzeugen, dass ich unbedingt noch kurz vor dem Start zu ,meinem? Orient-Express-Fahrzeug müsse. Ron Mellowship war von meinem Besuch überrascht, kannte er doch meinen Namen aufgrund von Veröffentlichungen über den Orient-Express..“

    Es war mutig von Ron Mellowship, sich bereits 2009 für die Teilnahme an der Rallye von London bis zur Küstenstadt Brighton mit einer Gesamtlänge von 60 Meilen (rund 100 Kilometer) nachzumelden, denn er hatte zuvor keine vergleichbare Strecke mit dem Fahrzeug hinter sich gebracht. Und doch: Er erreichte das Ziel. Im darauffolgenden Jahr lud er Wessel zur Mitfahrt ein. Aber nach etwa einem Drittel der Route streikte das Fahrzeug, weil eine Schmierung nicht funktionierte. In den Folgejahren hat Mellowship an allen weiteren Rallyes von London nach Brighton teilgenommen und kam immer ins Ziel. 2017 hatte sein Orient-Express die Startnummer 10 – nur neun Fahrzeuge waren somit älter. Teilnehmen dürfen nur Autos, die vor 1905 gebaut wurden.

    Mehr unter www. josephvollmer.de

    Die Stiftung Unimog-Museum bittet um Spenden für den Kauf des Oldtimers: Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, IBAN: DE276625003000 50055557.

  • Auf gute Zusammenarbeit – Unimog-Clubs treffen sich zum Erfahrungsaustausch

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    Thomas Kugel, Daniel Brinkmann, Rainer Hildebrandt, Jochen Schäfer, Stefan Schwaab, Stefan Kugel und Michael Wessel (v. l.), Foto: Sylvia Steinhoff

    Am Vorabend der Jahreshauptversammlung des Unimog Veteranen Club am 11. März in Coesfeld-Goxel trafen sich der im Vorjahre neu gewählte Vorstand des Unimog Veteranen Club mit dem ebenfalls neu gewählten ersten Vorsitzenden des Unimog-Club Gaggenau, Rainer Hildebrandt, und dem Ehrenvorsitzenden Michael Wessel sowie dem Vorsitzenden des Unimog-Museum e. V., Stefan Schwaab. In angenehmer Atmosphäre wurden Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit diskutiert. Ein Wiedersehen gibt es auf jeden Fall beim Jubiläumsfest „25 Jahre Unimog-Club Gaggenau“. Wie bereits zum Jubiläumstreffen des UVC im Jahr 1995 werden einige Clubmitglieder auf eigener Achse „aus dem hohen Norden“ nach Gaggenau fahren. Getreu dem Motto: „Der Weg ist das Ziel!“

  • Alttypenberatung im Unimog-Museum


    Paul Schneider, einer der Experten im Team der Alttypen-Beratung

     Die Typen, die sich für alte Unimog interessieren oder sogar welche besitzen, sind eher in den oberen Altersregionen zu finden. Trotzdem verbirgt sich hinter dem Begriff „Unimog-Alttypenberatung“ etwas ganz anderes.

    2014 kam die Idee auf, dass der Unimog-Kundendienst zukünftig primär für das aktuelle Programm zuständig ist und sich andererseits Experten im Unimog-Museum um Fragen rund um die Oldtimer aus Gaggenauer Produktion – also bis Baujahr 2001 – kümmern sollten. Und so hat es das Unimog-Museum ab 2015 übernommen, als Dienstleister des Unimog-Bereichs die Fragen und Anliegen der Besitzer der Unimog-Oldtimer zu beantworten. Dies entwickelte sich als weitere kleine Erfolgsstory des Unimog-Museums.

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  • Etwas zum Schmunzeln, Teil III

    Christoph Lehmann, Hans-Rüdiger Endres und Gerhard Hinrichs (v. l.)

    Gerhard Hinrichs, der langjährige Werkstattleiter der früheren Unimog-Generalvertretung Hans-Henning Endres, Berlin, hat mit dem Unimog viel erlebt. Gerne wird er auch „Mister Unimog Berlin“ genannt. Christoph Lehmann hatte 2013 die Idee, sich von Gerhard Hinrichs (Jahrgang 1929 – er war mittlerweile 84 Jahre alt) Unimog-Geschichten aus alten Zeiten erzählen zu lassen und diese niederzuschreiben. Mit dabei war auch sein früherer Chef Hans-Rüdiger Endres, der danach den Cartoonisten Dirk Meissner beauftragte, diese Geschichten zu illustrieren. Wir freuen uns, dass Hans-Rüdiger Endres uns diese Reihe für eine monatliche Veröffentlichung im Newsletter zur Verfügung gestellt hat.


    Der Unimog – dem einen zu laut, dem anderen zu leise

    Dass Unimog, Lastkraftwagen und Arbeitsmaschinen allgemein nicht zu den Leisesten zählen, gehört zum Allgemeinwissen. Dass aber heute die Lärmbelästigung pro Fahrzeug viel geringer ist als früher, wird schnell vergessen, da die schiere Masse an Fahrzeugen die Fortschritte in der Geräuschbekämpfung für den Laien nicht erkennbar macht. In den 1950er-Jahren war ein Kraftfahrer eben noch ein echter Kraft-Fahrer. Er brauchte zum Lenken, Bremsen und Kuppeln wirklich noch Kraft, vom Be- und Entladen ganz zu schweigen. Man musste also hart im Nehmen sein, wenn man täglich hinter dem Lenkrad saß, und besonders dicke Trommelfelle haben.

    Die Weisheit, der Beruf des Fernfahrers sei der schönste der Welt, weil man den ganzen Tag vorm Bett sitzt und aus dem Fenster guckt, stimmte damals wie heute nicht. Es gab bestimmt noch Einiges zu verbessern. Das dachte sich auch ein Fahrer der Spedition Hamacher. Er kam eines Tages auf Gerhard Hinrichs zu und fragte, ob denn der Unimog nicht irgendwie ein bisschen leiser sein könnte, denn der Motor sei so laut, dass einem da ja die Ohren abfallen würden.

    Hinrichs ging darauf ein und verringerte auf dem kleinen Dienstweg den Einspritzdüsen-Öffnungsdruck. Damit wurde der Diesel etwas früher über einen längeren Zeitpunkt eingespritzt und die Verbrennung erfolgte somit nicht mehr so schlagartig, der Klang wurde weniger hart. Eine Rechnung durfte nicht gestellt werden, sonst hätte ja der Fuhrparkchef, ein Herr Nagel, Wind von der Sache bekommen. Gesagt, getan: Der Unimog war nun etwas leiser und der Fahrer war zufrieden.

    Allerdings bemerkte nun der Fuhrparkchef, wenn der Unimog an seine Loge vorbei vom Hof fuhr, dass dieser irgendwie seinen „charakteristischen Klang“ verloren hatte. Da aber für Herrn Nagel dieser typische Sound zum Unimog gehörte, machte er sich Sorgen um den Motor und sprach Hinrichs an, was denn da wohl los sein könnte. Dieser beruhigte ihn, dass das ganz normal sei, denn im Laufe der Zeit würde sich das Motorgeräusch ändern. Vom heimlichen Geräusch-Tuning war natürlich keine Rede.

    „Egal wie, es soll so klingen wie früher!“, verlangte Herr Nagel, und beauftragte die Werkstatt, den Motor entsprechend einzustellen. Der Vorteil war, dass jetzt beide Arbeiten in Rechnung gestellt werden konnten. Ob dem Fahrer dann tatsächlich die Ohren abfielen oder er die Lust am Unimog-Fahren verlor, ist nicht überliefert.

    Copyright Hans-Rüdiger Endres

  • Unimog-Prospekt des Monats März 2018

    Titel des dritten Boehringer-Prospekts von 1950

    „Klein, aber oho!“ kann man den dritten Prospekt der Maschinenfabrik Gebr. Boehringer zum Unimog bezeichnen. Zusammengefaltet ist er nur 10 mal 15 Zentimeter groß. Viermal aufgefaltet bringt er es auf das Format DIN A2. In sehr kompakter Form wird darin der Unimog mit all seinen Vorzügen und Einsatzbereichen vorgestellt.

     

    Mit dem Hinweis „Der rechte Weg … ACKERBAUMASCHINE – SCHLEPPER – TRANPORTER in Einem“ wird beim Betrachter Neugierde geweckt. Und beim mehrfachen Aufblättern dieses Faltprospektes im Westentaschenformat heißt es dann weiter: „Der langsamste, schnellste und stärkste Schlepper seiner Klasse – das ist der UNIMOG.“

    Innenteil aufgefaltet

    Im nächsten Schritt wird „das Geheimnis seiner überragenden Leistungen“ gelüftet:

    1. Eine durchdachte und robuste Fahrwerk-Konstruktion.
    2. Weiche Federung mit Stoßdämpfern wie bei einem guten Lastwagen.
    3. Vorne und hinten gleich große Räder mit Spezialreifen für Acker und Straße.
    4. Allklauen-Getriebe für sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge für Geschwindigkeiten von 1 bis 50 Stundenkilometer.
    5. Differentialsperre hinten und vorn.
    6. Vierradantrieb mit einem während der Fahrt ohne Betätigung der Kupplung zu- und abschaltbarem Vorderradantrieb.
    7. Öldruck-Vierradbremse mit großen Bremstrommeln.
    8. Hohe Bodenfreiheit (380 bis 450 Millimeter).

    Stolz wird aufgezählt, dass der Unimog durch seinen 25-PS-Mercedes-Benz-Vierzylinder-Dieselmotor „Vorzüge hat, die nicht jeder Diesel bietet“.

     

    Außenteil aufgefaltet

    Die 15 Einsatzfotos und reizvollen Zeichnungen sind bereits aus dem aufwendigen ersten Gesamtprospekt – ebenfalls aus 1950 – bekannt (siehe UCOM Newsletter Februar 2018).