Achsantrieb überholen

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 05.12.2018, 00:49

Moin liebe Leute.

Kurz zur Vorgeschichte:
Vor gut einem Jahr, ohne viel Erfahrung U411.110 Bj 59 gekauft. Erfolgreich die Strecke Hamburg - Wolfgarten gemeistert. Zurück in HH dann Getriebe Totalschaden.
Die bevorstehende Reparatur war für mich der Startschuss, die Komplett-Restauration in Angriff zu nehmen.
Inzwischen sind Rahmen und Kleinteile gestrahlt und lackiert. Überholtes Getriebe steht bereit.

Gerade hakt es bei den Achsen. Nach der Sichtung von Teller- und Kegelrad zeigte sich, dass der Mog wohl ordentlich ein paar km auf dem Buckel haben muss. Die Zahnflanken haben ordentlich Material verloren, so dass es scharfe Kanten gibt und das Zahnflankenspiel entsprechend gross ist.

Die Optionen:
Teller- Kegelradsatz gegen neuen tauschen. (Bis jetzt keinen Lieferanten gefunden)
Gebrauchten Achsantrieb kaufen. (In der Regel heißt das, ganze Achse kaufen)
Wieder den gammeligen Bestand einbauen und warten, bis sich einmal günstige Gelegenheiten für Ersatzteile bieten und dann noch mal alles raus zum Umbau.
Vielleicht gibt es ja jetzt schon eine günstige Gelegenheit? Dann gern melden.

Hannes sagt nun, keinesfalls wieder rein mit den alten Radsätzen, womit er wahrscheinlich auch recht hat. Jetzt gibt es bei VK Cars den Kegel-Teller Radsatz für den 404 mit 33/11 Zähnen. Hat da jemand Erfahrung mit der dann schnelleren Achse?
Ich bin schon fast so weit, aber eben doch nicht ganz sicher, was mich erwartet.

Viele Grüsse, Paul
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Paul Bolzmann
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Jochen.Schäfer » 05.12.2018, 09:26

Hallo Paul,
schau dir mal meine Restaurations- Geschichte zum Unimog 411114 an.
Findest du unten als Link.
Dort habe ich beschrieben, wie man es machen könnte und welche (neuen)Teile passen.
Und auch einen guten Helfer findest Du in Hamburg.

Gruß
Jochen
Alles im Leben hat seinen Preis, auch Dinge, von denen man glaubt, man bekommt sie geschenkt.
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Blaues Osterei
Geschichte 411114
Restauration 411114
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 05.12.2018, 21:41

Moin Jochen,

hatte eben Zeit, mal die komplette Story vom olive grünen Osterei zu sichten. Im Schnelldurchgang wird einem da ja ganz schwindelig, was Du da alles auf die Beine gestellt hast. Hut ab. Das Ergebnis spricht für sich.
Meine Frage war ja speziell auf den Achsantrieb und hier den Kegel- Tellerradsatz gemünzt. Da konnte ich in deinem Blog nichts finden.
Dein sehr sympathisch aussehender Freund Thomas hat ja ordentlich an deinen Achsen mit geholfen. Den würde ich ja gerne mal kontaktieren. Wo er auch noch aus Hamburg kommt. Hab im Mitgliederverzeichnis eine T. Kleefeld gefunden. Ist er das?
Aber auch noch mal an alle anderen die Frage, ob jemand mal einen neuen Radsatz (womöglich einen mit Übersetzung 33/11) beschafft und verbaut, bzw. Erfahrung damit hat.

Beste Grüße
Paul
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon kinzigsegler » 05.12.2018, 22:06

Hallo Paul,

beim 404 gibt es eine Paarung 39/11 nicht aber 33/11. Diese Paarung hat im Laufe der Bauzeit die ursprüngliche Paarung von 25/7 ersetzt. Zu dem Thema wurde ebenfalls auf Grund eines Schadens in meinem Tagebuch viel diskutiert.

Ab hier:
https://www.unimog-community.de/phpBB3/404-ein-interaktives-tagebuch-t60421-1035.html#p509224

Der Unterschied zwischen den Paarungen ist kleiner 1%
Bis dene
Gruss
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 05.12.2018, 22:58

Moin Jürgen, danke für den Hinweis. Das heißt, ich kann mir den Radsatz, der bei VK Cars auch ungefähr wie 11 zu 39 Zähne aussieht kaufen und in meine alten Achsen einbauen? Fachkundige Hilfe oder angelesenes Wissen dabei beherzigt, vorausgesetzt.
Sehr informativ die Diskussion zum Thema in deinem Blog. Schöne Bettlektüre auch, was sonst darin so zu finden ist. Den Trialmog muss ich mir unbedingt mal im Einsatzt anschauen.

Viele Grüße,
Paul
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 06.12.2018, 22:51

Nachtrag: Radsatz habe ich bestellt. Heute schon mal vorsichtig mit dem Ausbau der Achsantriebswelle begonnen. Beide Nutmuttern ab, grosse Nutmutter mit dem Wellendichtring entfernt.
Laut WHB kommt nun das Sonderwerkzeug 401 589 01 31 00 zum Auspressen der Antriebswelle zum Einsatz. Braucht man das unbedingt? Kann man nicht auch das Achsantriebsgehäuse stabil aufstellen und oben auf des Wellenende pressen?
Ich würde es mir sonst auch bauen, habe aber keine Zeichnung gefunden. Ist das vielleicht nur ein Flansch mit angeschweißtem Rohr und Ausdrückspindel?

Bin sehr dankbar über alle Hinweise. Bin gerade so im Flow und hoffe, daß bleibt erst mal so.
Grüsse, Paul
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon norbi99 » 06.12.2018, 23:49

Hallo Paul

Die Lager wirst du sowieso erneuern - dann kannst du die Welle auch herausschlagen. Ich habe ähnliches hinter mir:

Achsantrieb/Differenzial 2010 Spiel/Zustand
https://bit.ly/2UnZg9b


Nimm dir vorgängig die Zeit und quäle die Suche im Forum, dann findest du einige sehr hilfreiche Beiträge und Ideen.
Gib auch einmal Sonderwerkzeuge in die Suche ein, da findest du einiges.

Gruss und frohes Schaffen
Norbert
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 09.12.2018, 01:06

Danke Norbert für die Hinweise.
Die Lager will ich, soweit sie in Ordnung sind, weiter fahren. Die laufen sehr sauber und sehen so erst mal gut aus. Das wird noch mal genauer geprüft. Ich esse immer alles auf. So halte ich es auch mit der Nutzungsdauer der Unimogteile. (Hinkt etwas der Vergleich, weiß ich)
Das Austreiben der Welle ging mit Bordmitteln unter sanftem Druck von 1 to. recht gut.
Ich bekomme leider die Bilder meiner Galerie nicht hier direkt angezeigt. Nur durch diesen Link, wo man schon mal etwas vom Innenleben des Differenzials sieht.

Bild
Zuletzt geändert von Paul Bolzmann am 10.12.2018, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 09.12.2018, 01:36

Die Lager sollen, wie gesagt weiter verwendet werden. Deshalb muss auch noch der Aussenring des zweiten Kegelrollenlagers raus.
Bild

Um das hinzubekommen, baute ich Folgendes zum heraus treiben:
Bild

Bild

Bild

Bild

Der Innenring vom Zylinderrollenlager musste auch noch runter:

Bild

Jetzt warte ich auf das Eintreffen der Kegel-Tellerradsätze hoffe, alles wirklich begriffen zu haben, was im WHB zum korrekten Einbau beschrieben ist. Original Einstellwerkzeug hab ich nicht, dafür aber vergleichbare Ersatzmesszeuge. Mit ein bisschen Nachdenken sollte das klappen.

Schönen 2ten Advent an alle.
Paul
Zuletzt geändert von Paul Bolzmann am 10.12.2018, 00:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon kinzigsegler » 09.12.2018, 21:39

Hallo Paul,

wenn Du die komplette Adresse Deiner Bilder kopierst und in Deinen Artikel einfügst, umgeben von (Img) satatt (url), dann kann man die Bilder auch gleich sehen:

Code: Alles auswählen
[img]https://www.unimog-community.de/phpBB3/gallery/image.php?album_id=1&image_id=5892[/img]

Bild
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon norbi99 » 09.12.2018, 21:50

Hallo Paul

Bei dem grossen Aufwand würde ich persönlich nicht an den Lagern sparen. Vor allem ist es eigenartig, dass die Zähne schlecht sind und die Lager noch gut - meist ist es ja umgekehrt.
Aber wenn ich deine Einrichtung im Hintergrund ansehe, wirst du auch die Lager noch genauestens prüfen können vor dem Wiedereinbau...
Vor gar nicht langer Zeit war ein kompletter neuer! Achskörper mit Diff-Einsatz von einem 404 zu günstigen Konditionen auf Ebay. Aber wie es so ist, wenn man etwas sucht findet sich nichts.
Mach weiterhin viele Bilder von deiner Arbeit, damit wir teilhaben können.

Gruss Norbert
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 22.04.2019, 23:22

Moin Leute, nach fast 5 Monaten melde ich mich hier zurück, um die Geschichte mit der Instandsetzung des Differenzials zu Ende zu erzählen. Inzwischen sind beide, von Vorder- und Hinterachse fertig.
Verschiedene Dinge, wie Winterschlaf, 5 Wochen Sibirienurlaub, Frühjahrsmüdigkeit und Warten auf Teile haben das Ganze so lange dauern lassen.
So ging es also weiter:
Die Kegel- und Tellerradpaare kamen an. Eines war ein perfektes Paar; die eingravierten Zahlen auf den Zahnrädern stimmten überein. Beim zweiten (für die Vorderachse) war das nicht so. Unkompliziert wurde mir aber sofort ein Ersatz geliefert, noch bevor ich das falsche zurück schicken konnte.

6047

Zum Hintergrund dieser Zahlen ist zu sagen, dass so ein Tellerrad und das Kegelrad in einem Zug gefertigt werden. Etwaige Toleranzen der Maschine, der Werkzeuge und der Aufspannung können so minimiert werden. Auch ist bereits bei der Fertigung fest gelegt, wie speziell das Kegelrad in Bezug zur Achse des Tellerades zu stehen hat. Eben dieses Maß wird unter anderem auf die beiden Einzelteile geschrieben.

Die Teile hatten erhebliche Lagerspuren. Zum Glück nur an den Aussenflächen. Die Zähne selbst haben wohl wegen ihres höheren Vergütungsgrades die Zeit gut überstanden. Ich habe zum Entlacken, Entfetten und Entrosten einen großen Eimer konzentrierte Natronlauge angesetzt. Viele Teile , ob lackiert oder verrostet, kommen da wie "Fabrikneu" wieder raus. Aber Achtung mit Haut und Augen! Sehr stark ätzend.
Hier ein Foto des gereinigten und bereits montierten Tellerrades.

6048

Grüße, Paul
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 22.04.2019, 23:28

Das Tellerrad ist aber noch nicht an der Reihe. Zuerst muss das antreibende Kegelrad montiert und auf die richtige Einbaulage hin geprüft werden. Hier bin ich übrigens in der Vorgehensweise vom WHB abgewichen, da mir das dort beschriebene Einstellwerkzeug nicht zur Verfügung stand. Zur Ermittlung der richtigen Einbaulage ist ein Maß auf jedem Zahnradpaar eingraviert. Im eingebauten Zustand muss sich die Stirnfläche des Kegelrades (erster Messpunkt) genau um dieses Maß von der Achse des Tellerrades (zweiter Messpunkt) entfernt befinden. Wie ich diese Messung durchgeführt habe, sieht man im folgenden Foto.

6046

Am tiefsten Punkt der Lagersitze des Tellerrades liegt ein blank gezogener Rundstahl. Da die Kegelrollenlager einen Durchmesser von 120 mm haben, liegt dieser Punkt 60 mm näher an der Stirnfläche des Kegelrades (dem ersten Messpunkt). Mit einem Endmaßsatz konnte ich nun sehr genau die Entfernung des Kegelrades bezogen auf die Achse des Tellerrades ermitteln. Alternativ könnte man dies auch mit einem Tiefenmessschieber tun.

Fortsetzung folgt
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 24.04.2019, 20:52

Verantwortlich für das gefundene Maß bzw. einstellen kann man die Entfernung mit einem Distanzring, der sich zwischen Gehäuse und dem Aussenring des inneren Kegelrollenlagers befindet. Ich habe also das neue Kegelrad mit dem vorhandenen alten Distanzring komplett montiert und dann Maß genommen. Dabei kam das Maß 83,62 mm heraus, wie man an den benötigten Endmaßen sehen kann.

6052

84,10 mm hätte es aber laut Aufdruck auf der Kegelradstirn sein sollen. Die Soll-Ist Differenz betrug somit ca. 0,5 mm. Ich bestellte mir also einen um 0,5 mm dickeren Distanzring als ich einen schon hatte. Den schnell eingebaut und schon stimmte das Maß.
Ob das Differenzial jetzt wirklich richtig ausdistanziert ist, sieht man aber erst nach weiteren Prüfmaßnahmen.
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Re: Achsantrieb überholen

Beitragvon Paul Bolzmann » 24.04.2019, 22:34

Auch das Tellerad muss korrekt ausdistanziert werden, zum einen um ein möglichst kleines Axialspiel zu bekommen; es soll sich nicht viel seitlich hin und her bewegen können und zum anderen muss es den richtigen Abstand zum Kegelrad haben, damit das Zahnflankenspiel zwischen den sich gegenüber liegenden Zähnen im vorgeschriebenen Bereich ist.
Zum Einstellen gibt es auch hier unterschiedlich dicke Distanzringe, die in Nuten der Lagersitze, jeweils neben den Aussenringen der großen Kegelrollenlager des Tellerrades bzw. des Ausgleichsgehäuses befinden.

6053

Behelfsmäßig habe ich erst mal die vorhandenen Distanzringe benutzt. Den dickeren habe ich sicherheitshalber auf der Seite der Differenzialsperre eingebaut, damit nicht die Zähne wegen zu geringen Spiels womöglich aufeinander knirschen. Um dann wirklich zuverlässige Werte für das Zahnflankenspiel und die darauf folgende Überprüfung des Tragbildes zu bekommen, ist es sinnvoll, das Differenzial auf die Seite zu legen, so dass alles schön im unten liegenden Lager auf der Seite der Differenzialsperre liegt. So arbeitet man mit dem kleinst möglichen Zahnflankenspiel.
Für die, die sich wundern: Die kleinen 0,5 mm dicken Blechlaschen im Bild passten tatsächlich auch noch in die Nut des Distanzrings. Der Typ, der da vorher schon mal am Differenzial sich zu schaffen gemacht hat, hat definitiv nicht auf das Axialspiel geachtet. Der ganze Klum aus Tellerrad und Ausgleichgehäuse eierte also lange Zeit zwischen den losen Kegelrollenlagern herum. Wohl einer der Gründe für den übermäßigen Verschleiß der Zahnräder.
Fakt ist, man prüft mit Messuhr, Fühlerlehre und Gefühl das Zahnflankenspiel und das Axialspiel, bestellt sich ggfs. andere Distanzringpaarungen, wartet und prüft erneut.

Und das ist noch nicht alles. Fortsetzung folgt.
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