Ärger mit den Radbremszylindern

Spezial-Forum zur Unimog-Baureihe U 404 S.

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 01.11.2018, 13:34

Hallo Christoph,

ich vermute mal du meinst die 4mm gemessen am äußeren Ende des Kolbens und dann nach innen versetzt vom Ende des Zylinders? Also so, daß der Kolben nicht mehr aus dem Zylinder "heraus schaut", sondern erst nach 4mm im Zylinder innen anfängt?

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 01.11.2018, 14:05

Hallo Günter,

genau, der äußere Rand des Kolbens darf niemals - ausgehend von bündig - mehr als 4 mm tief im Zylinder stecken.

Vom Kolben könnte man bedenkenlos bis zu 5 mm innen abdrehen.
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon kinzigsegler » 01.11.2018, 14:35

Hallo Christoph,

Vom Kolben könnte man bedenkenlos bis zu 5 mm innen abdrehen.


Diese Idee halte ich schon alleine aus rechtlichen Gründen für mehr als nur bedenklich.
Da die Bohrung in der Mitte des Zylinders ist, bedeutet dies, dass die Dichtmanschette ja über diese Mitte hinweg inden Raum des zweiten anderen Kolbens geht. Im normalen Gebrauch des Bremszylinders ist dieses nicht möglich, es könnte nur bei der nicht ordnungsgemäßen Handhabung bei Montage oder Demontage passieren.
Bis dene
Gruss
Jürgen von der hessischen Kinzig

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 01.11.2018, 15:54

Hallo Jürgen,

rechtliche Bedenken sind bei Sicherheitsteilen wie Bremsen natürlich sehr angebracht. Und Komponenten der Bremsanlage müssen zueinander und zum Fahrzeug passen. Sollten dann aber auch dicht sein. :wink:

Mögliche Ergebnisse meiner Untersuchung können sein:
1. Radbremszylinder passt nicht zum Fahrzeug
2. Qualität des Radbremszylinders ist nicht ausreichend

Es geht zunächst nur um technische Dinge, damit eine Ursache für das Problem gefunden werden kann.

Der Hersteller des Bremszylinders ist nach wie vor unbekannt. Die Bezeichnung auf der Manschette ?fts? mag ein Indiz sein. Eine konkrete Spur habe ich aber nicht gefunden. Die Verwendung dieses Bremszylinders an sich könnte also schon rechtliche Probleme mit sich bringen.

Deine technische Argumentation verstehe ich nicht. Vielleicht kannst Du sie noch mal anhand der angehängten Skizze (Feder nicht dargestellt) verdeutlichen.
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 01.11.2018, 16:53

Liebe Unimog-Freunde,

aus dem Zylinder habe ich inzwischen fünf Hundertstel im Durchmesser rausgehont, so dass nun keine Narben mehr vorhanden sind.
Der ganze Zylinder innen und die Manschetten wurden zur Montage mit Bremszylinderpaste eingeschmiert.
Damit waren die besten Voraussetzungen für Dichtheit geschaffen und der Zylinder war auch zunächst dicht über den ganzen Hubbereich.

Dann habe ich einen Kolben mit Manschette mehrere hundert mal drucklos um 4 mm hineingedrückt. Auf der Manschette ergab sich entsprechend ein Tragbild (siehe angehängte Skizze), das zwei Mängel zeigt:
1. Die Manschette ist nicht exakt rotationssymmetrisch
2. Ihr Profil ist nicht so gestaltet, dass drucklos die Dichtkante sicher wirksam ist

Ein Vergleich mit Manschetten aus anderer Herstellung wäre nun wirklich interessant.

Wie bei fast allen Dichtungen gilt übrigens auch hier, dass sie nie ohne Schmierung montiert und in Betrieb genommen werden sollten.
Eine Ausnahme sind z. B. Papierdichtungen.
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Bremszylinder Tragbild Manschette.jpg
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Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 01.11.2018, 17:58

Hallo Christoph,

ob der Kolben in eingebauten Zustand tiefer als 4mm in den Zylinder kann, werde ich demnächst nachschauen.

Zwei weitere Manschetten (ATE und MogParts) werden wir demnächst auch haben.

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon kinzigsegler » 01.11.2018, 18:43

Hallo Christoph,

leider habe ich jetzt gerade keinen ausgebauten Radbremszylinder vom 404 vorliegen um ihn genauso wie du zu vermessen.
Aber das Prinzip der Bremse ist so, dass beide Kolben mit Druck gegen die Bremsbacken ausfahren können müssen und durch die Federkraft der Rückstellfeder von den Bremsbacken im Druck losen Fall wieder zusammengeschonben werden. (Ich weis natürlich, dass Dir dieses absolut bekannt ist :D) Der Rückweg der Bremsbacken ist jedoch durch die Excenter begrenzt und selbst wenn diese komplett zurück gedreht sind fährt keiner der Kolben soweit zurück, dass die Manchette hinter diese Bohrung im Zylinder rutscht. Selbst nachdem bei mir einmal am 404 ein Excenter gebrochen war und infolgedessen die entsprechende Bremsbacke weiter zurückgefahren ist als vorgesehen ist dies nicht passiert, die Bremsbacke wird durch den Bremszylinder selbst am zuweiten zurückfahren gehindert.
Daher besteht meiner Ansicht nach nur während der Montage die Gefahr, dass der Kolben zuweit manuell zurück gedrückt wird und dies sollte durch Sachverstand vermieden werden.
Andersherum muss der Kolben aber auch weit genug ausfahren können um gerade auch bei runtergefahrenen Bremsbelägen die Backe noch an die Trommel zu drücken. Hierzu muss er aber auch noch weit genug im Zylinder stecken damit er nicht in die Gefahr einer Verkantung kommt. Dies kann durch das erwähnte Abdrehen aber verschlechtert werden.
Bis dene
Gruss
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 02.11.2018, 14:41

Hallo Jürgen,

gut, habe verstanden.

Dann können wir möglicherweise theoretisch klären, ob der fragliche Radbremszylinder zur Vorderachse vom 404.1 passt.

Ausgehend von mit dem Zylinder bündigen Kolben ist ein Hub je Kolben von +/- 4 mm vorgesehen, also insgesamt +/- 8 mm für den Zylinder. Das Distanzmaß zwischen den Kugelbolzen ist entsprechend minimal 57 mm und maximal 73 mm.

Das Einbaumaß bei neuen Bremsbelägen sollte dann bei gut 60 mm zwischen den Kugelbolzen liegen.
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon Holzwurm56 » 02.11.2018, 19:20

Hallo,
ich bin nicht der große Bremszylinderexperte. Aber trotzdem eine Anregung:
Wenn die Dichschalen nicht passen und es keine Originale mehr gibt könnte man dochmal
nachforschen ob es andere Radbremszylinder gibt die den gleichen Innendurchmesser
haben und man diese Manschetten benutzen könnte?
MfG
Hans
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon kinzigsegler » 02.11.2018, 20:37

Hallo Christoph,

wo kommt diese Angabe her:

Ausgehend von mit dem Zylinder bündigen Kolben ist ein Hub je Kolben von +/- 4 mm vorgesehen
Bis dene
Gruss
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 02.11.2018, 23:50

Hallo Jürgen,

die - 4 mm ergeben sich aus dem etwa 1 mm langen Sicherheitsabstand bis zur Anschlussbohrung und die + 4 mm aus der Flexibilität der Abdeckkappe.

Welche Bremszylinder hast Du eigentlich in Deinem Mog?
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon Jochen.Schäfer » 03.11.2018, 00:21

Hallo Freunde,
Hallo Hans, um auf deine Frage zu antworten:
Die Dichtmanschetten in den Bremszylindern folgen einem System mit zölligen Abmessungen
und sind durchgehend als Normteil zu bekommen.
Man braucht nicht andere Zylinder zerlegen um die Verschleissteile/Manschetten zu bekommen.

Die Gehäuse Bauformen sind jedoch meist Fahrzeug spezifisch
Gruß
Jochen
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 03.11.2018, 13:50

Hallo miteinander,

heute habe ich den zweiten, bis dahin noch eingebauten RBZ ausgebaut, und zuvor noch etwas genauer angeschaut:

Bei zurück gedrehtem Excenter geht der Kolben ca. 9mm in das Zylindergehäuse :!:

Bild
(Den Meterstab habe ich zum ausmessen bei 70cm abgeschnitten)

Bild

Auch gut zu erkennen ist, daß meine nagelneuen und extra mit höherem Reibwert angefertigten Bremsbeläge inzwischen mit Bremsflüssigkeit "schön" geölt sind :mauer

Bild

Bild

@Christoph
Heute wurden auch die Topfmanschetten von MogParts geliefert, die schicke ich zusammen mit der ATE Topfmanschette und einem Satz originaler (aber gebrauchter) RBZ zu dir los :wink:

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon kinzigsegler » 03.11.2018, 15:26

Hallo Günter,
hallo Christoph,

mir läßt das auch keine Ruhe, daher habe ich meine bereits zerlegte Bremse wieder etwas zusammen gebaut und folgende Bilder gemacht:

Excenter komplett zurückgedreht, Kolben ca 1mm eingeschoben
Bild

Excenter maximal ausgedreht, Kolben ca 5mm ausgefahren
Bild

Bei dem gezeigten Radbremszylinder ist die Dichtmanchette von FAG Größe 1 5/8"
Bild

Staubmanchette vermutlich auch von FAG
Bild

alle Einzelteile
Bild

Der komplette Radbremszylinder links hinten hat eine Innenleben von ATE, leider habe ich hier die Einzelteile nicht fotographiert.

Bei den Zylindern steht nur eine "41" außen drauf. Mehr konnte ich nicht finden .

Bei dem ATE Bremszylinder hatte ich das Innenleben, also beide Kolben, beide Dichtmanchetten, Feder mit Presstellern soweit zusammen gedrückt bis die Feder auf Block ging. Das ergab eine minimale Gesamtlänge von 74mm. Den Zylinder habe ich mit 86mm gemessen
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon YoEddy2 » 04.11.2018, 15:26

Hallo Günter,

Magst mir etwas mehr Infos geben zu Deinen Angefertigten Bremsbelägen ?

Klingt Interessant für mich, da meine Standart Beläge gemessen an meinen Fahrleistungen schnell verschleissen, gerade vorn ....

Gruss und Dank Ralf
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