Ärger mit den Radbremszylindern

Spezial-Forum zur Unimog-Baureihe U 404 S.

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 04.11.2018, 16:31

Hallo Ralf,

ein höherer Reibwert bewirkt bessere Bremsleistung, die Lebensdauer wird dadurch aber eher verkürzt.

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 04.11.2018, 17:47

Hallo Günter,

wenn es sich bei dem von Dir gemessenen Zylinder um den gleichen handelt, wie den, welchen Du mir gesandt hattest: Bei 9 mm Eintauchtiefe des Kolbens in den Zylinder liegt die Dichtkante der Manschette ziemlich genau in der Mitte der Anschlussbohrung. Dann MUSS der Zylinder undicht werden.

Die Zylinderlänge ist wie bei Jürgen 86 oder 85,5 mm. Durchmesser 41 mm ist entsprechend 1 5/8". Auch die übrigen Maße stimmen mit denen von Jürgen überein.

Dann sind möglicherweise die falschen Kugelbolzen im Einsatz oder etwas anderes stimmt nicht. Jedenfalls dürfen die Kolben - wie gesagt - höchstens 4 mm im Zylinder verschwinden um dicht zu bleiben und möglichst nicht mehr als 4 mm herausgucken, damit die Kappe nicht abgeworfen wird.

Übrigens: Wenn Du Bremsflüssigkeit abwaschen willst, nimm Wasser, Bremsenreiniger löst nur Öle und Fette.
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 04.11.2018, 18:00, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 04.11.2018, 17:59

Hallo Christoph,

aus dem großen Unterschied bei der Eintauchtiefe werde ich nicht schlau, die Kugelbolzen habe ich inzwischen mit anderen verglichen, konnte da aber auch keinen Längenunterschied feststellen. Am Montag geht ein weiteres Paket zu Dir auf die Reise, vielleicht findest du damit die Ursache für den Unterschied heraus.


OPTI-MOG hat geschrieben:Übrigens: Wenn Du Bremsflüssigkeit abwaschen willst, nimm Wasser, Bremsenreiniger löst nur Öle und Fette.


Danke für den Tip! Nur Wasser oder gibt es noch hilfreiche Reinigungszusätze?

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 04.11.2018, 18:14

Hallo Günter,

die Dichtkante darf nicht auf die Öffnung treffen! Siehe Skizze

Vielleicht stimmt was mit den Bremsbacken nicht?

Geschirrspülmittel oder Wäschewaschmittel im Wasser kann nicht schaden.
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Bremszylinder_Hub.jpg
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon Holzwurm56 » 04.11.2018, 20:00

Hallo Jochen,
wenn dieser Dichtkolben/Dichtmanschette ein zölliges Normteil ist, hättest Du da eine Idee wo man da welche aus aktueller Fertigung von z. B. FAG o. ä. kaufen kann? Es gibt ja die NOS Reparatursätze, aber wenn Gummiteile 30 - 40 Jahre alt sind, könnte das Alter ja negative
Auswirkungen auf das Material haben.
MfG
Hans
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 04.11.2018, 20:32

Hallo Hans,

FTE Automotive, Nachfolger von FAG Schäfer, produziert solche Dichtungen wohl noch. Auch komplette Bremszylinder, z. B. https://www.autoteileprofi.de/fte-7590084.

Einzelne Manschetten oder Dichtsätze habe ich zwar bei Händlern gefunden, doch die haben momentan keinen Lagerbestand.

Den Hersteller von Günters Zylinder fts oder fls habe ich trotz weiterer Recherchen leider nicht gefunden.
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P1230480_zu.jpg
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon YoEddy2 » 05.11.2018, 15:28

günter.404 hat geschrieben:Hallo Ralf,

ein höherer Reibwert bewirkt bessere Bremsleistung, die Lebensdauer wird dadurch aber eher verkürzt.

Grüße
Günter


Hallo Günter,

Das ist schonmal Positiv und in meinem Sinne, wo bekomme ich solche Beläge den nun her für meinen Mog !?

Danke Ralf
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 05.11.2018, 17:41

YoEddy2 hat geschrieben:Das ist schonmal Positiv und in meinem Sinne, wo bekomme ich solche Beläge den nun her für meinen Mog !?


Hallo Ralf,

dort:
https://www.itb-brandt.de/

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 06.11.2018, 13:51

Hallo Günter,

Zylinder #1 (den ich schon in der Mangel hatte) habe ich nun mit den Ate-Topfmanschetten ausgerüstet. Die sind natürlich schon ziemlich alt, erscheinen mir aber noch brauchbar. Du kannst sie ja gegen die von MogParts austauschen. Doch auch die sind, dem Erscheinungsbild nach zu urteilen, schon länger gelagert.

Zylinder #2 ließ sich schwer demontieren. Die Kolben gingen nur mit Hammerschlägen raus. Entsprechend sahen die Oberflächen von Kolben und Zylinder aus. Den Zylinder habe ich ein paar Minuten nachgehont. Doch die Narben sind zu tief. Man sieht, dass mindestens eine Dichtlippe über die Anschlussbohrung gefahren, der Kolben also zu weit in den Zylinder eingefahren ist. Eine Dichtung ist leicht beschädigt. Ergebnis: Schrott
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P1230487_klein.jpg
P1230488_klein.jpg
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 06.11.2018, 13:53

...

Zylinder #3 habe ich nur kurz aufgemacht um zu erkennen, dass er ist wie #2, also auch Schrott. Beide Zylinder sind hauptsächlich durch Sand und Wasser von außen geschädigt worden. Rost und Sand haben sich dann zwischen Manschette und Zylinder gezwängt. Ob der Kolben zu weit einfahren war, habe ich hier nicht geprüft.

(Die 3 Fotos hier sind von Zylinder #2. Oben nur abgewischt, unten der gröbste Rost längs abgeschmirgelt um die Honsteine zu schonen, Mitte: Die Anhaftungen an der Manschette sitzen fest und lassen sich kaum entfernen. Sie verformen die Manschette und tragen ebenfalls zur Undichtheit bei.)
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P1230490_klein.jpg
P1230491_klein.jpg
P1230492_klein.jpg
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 06.11.2018, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 06.11.2018, 13:56

...

Zylinder #4 hatte leichte Rostnarben im Zylinder, die rausgehont werden konnten. Die fts-Manschetten habe ich durch die von MogParts ersetzt.

Zylinder #5 und #6 (nicht gekennzeichnet) sind auch Schrott, ähnlich wie #2 und #3. Bei einem von beiden sieht man ganz deutlich, dass mindestens eine Dichtlippe über die Anschlussbohrung gefahren, der Kolben also zu weit in den Zylinder eingefahren ist. Und das ist wohl das Hauptproblem bei Deinem Mog.

Die Topfmanschette von Mogparts (das sehr kleine Markenzeichen kann ich nicht identifizieren) ist aus einem anderen Werkstoff als die von fts. In der Form der Dichtkante und vom Werkstoff her entspricht sie denen von Ate und FAG. Damit ist die Dichtheit bei geringen Drücken bei den Manschetten von MogParts tendenziell besser als bei denen von fts.

Neue oder nachgehonte Bremszylinder von fts würde ich deshalb vorsorglich mit Manschetten von MogParts ausrüsten.
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 06.11.2018, 14:17

Hallo Günter,

dies ist also ein wesentlicher Fehler an Deinem Mog, der Kolben taucht 5 mm zu tief ein:
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34242792ko.jpg
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 06.11.2018, 15:56

Hallo Günter,

hier nochmal das Tragbild, wo man die unzulässige Position der einen Dichtkante sehen kann. Auch die andere Dichtkante liegt knapp vor der Bohrung. Die Distanz zwischen den Kugelbolzen müsste etwa 10 mm länger sein. Und die Bremsbacken sind auch nicht zentrisch zum Zylinder.
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P1230495_zu.jpg
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 06.11.2018, 16:28

Hallo Christoph,

erstmal vielen Dank für die ganze Info und Arbeit :danke

Die betreffende Achse stammt von Daimler:

Bild

Die wurde 1996 noch von einer Unimog-Werkstatt in das Fahrgestell eingebaut und vom damaligen Besitzer anschliessend ca. 20000km gefahren. Für eine kurze Zeit danach gibt es keine Dokumentation bis dieses Fahrzeug dann bei mir geldandet ist. Ich habe vermutet daß es sich bei den Bremsenteilen aufgrund der relativ geringen Fahrleistung noch um die originale Bestückung von Daimler handelt, es ist aber nicht sicher auszuschließen daß daran später noch gebastelt wurde. Die neu aufgelegten Bremsbeläge kamen erst nach dem Ausbau des alten RBZ in den Mog, d.h. der Fehler muß schon vorher da gewesen sein.

Ich werde der Sache nachgehen und weiter berichten.

Grüße

Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 09.11.2018, 13:13

Hallo Leute,

jetzt habe ich mir die Sache nochmal genauer angeschaut, und zum Vergleich noch eine weitere, vorrätige Achse geöffnet: diese weitere Achse wurde bei der Bundeswehr überholt und danach nur noch wenige km gefahren.In dieser Achse ist der original RBZ verbaut.

Bild

Bei zurück gedrehtem Excenter geht der Kolben hier ca. 6mm in das Zylindergehäuse.

Dann habe ich die Kolben von den Nachbau-RBZ und die Kolben von ATE verglichen:

Bild
Man kann bereits mit Augenmaß erkennen, daß am rechten ATE-Kolben der Übertragungsstift tiefer sitzt.

Bild

Bild

Der Unterschied beträgt ca 2mm. Das würde den Unterschied von 6mm bei der Überholten Achse gegenüber 9mm bei meiner Daimler-Achse fast punktgenau erklären.

Die von Christoph ermittelten 4mm als Grenzwert wären in beiden Fällen überschritten, und wie der Unterschied von 6mm zu 1mm bei Jürgens Bremse zustande kommt ist weiterhin fraglich.
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