Ärger mit den Radbremszylindern

Spezial-Forum zur Unimog-Baureihe U 404 S.

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Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 26.10.2018, 13:33

Hallo Leute,

da an meinem Mog die vorderen Radbremszylinder etwas undicht waren habe ich vorne einen Satz neue eingebaut. Die neuen RBZ waren noch in meinem Fundus, nicht original, Hersteller unbekannt, machten aber einen ordentlichen Eindruck. Nach dem Einbau haben die neuen RBZ bereits bei dem geringen Druck von 1 bar beim Enttlüften reichlich aus aus der Manschette gepieselt. Also habe ich die Dinger mal geöffnet: innen sahen die einwandfrei aus, glatte Oberfläche, keine Anrostung und die Gummidichtungen waren auch scheinbar schön weich und elastisch. Trotzdem habe ich dann die Teile von einem original und neuen ATE-Rep-Satz eingebaut. Anschließend wieder entlüftet und....wieder gepieselt.

Dann habe ich bei VK-Cars einen Satz RBZ bestellt und auch diese sind bereits beim Entlüften reichlich undicht :mauer Optisch sehen die sogar identisch aus wie die, die ich zuvor eingebaut habe. Vielleicht ist es derselbe Hersteller.

Bei Daimler sind die RBZ nicht mehr lieferbar, nur noch Rep-Sätze.

Es ist schon recht mühsam, jedes mal die Bremsen auseinander bauen nur um zu testen ob der nächste RBZ-Versuch dann dicht ist. Ich bin schon am überlegen ob ich mir da einen Prüfstand bauen soll. Das kann scheinbar auch zu einem Hobby werden, seine ganze Freizeit mit Radbremszylindern zu verbringen. Ich hätte aber noch andere Sachen am Mog zu erledigen und würde auch gerne wieder damit fahren können.

Nun ist also die Frage: wie oder wo komme ich an RBZ, die auch dicht sind und funktionieren?

Viele Grüße

Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon MagMog » 27.10.2018, 07:31

Guuden,

wie hast Du entlüftet?
Mit Unterdruck sind meine auch undicht, im Überdruckverfahren ist alles OK.
Warum? k.A.!

Gut 404! Justus.
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 27.10.2018, 10:17

Hallo Justus,

ich habe mit Überdruck entlüftet, 1 bar. Und selbst danach tropfen die RBZ sogar drucklos noch weiterhin leicht vor sich hin. Was passieren würde wenn ich mit dem Bremspedal richtig Druck drauf gebe will ich gar nicht erst ausprobieren. Es scheint daß die RBZ, die VK-Cars als Nachbau verkauft, totaler Schrott sind. Dieselben Teile (zumindest optisch) finden sich im Netz auch noch bei anderen Händlern. Es gibt scheinbar noch eine weitere Nachbau-Variante mit schwarzem Gehäuse, wird derzeit angeboten bei Panzermüller und von einem Händler im großen Auktionshaus. Diese RBZ ist von NB Parts, wird teilweise sogar für 50 Euro angeboten. Ich habe bewusst die teurere Version bei VK-Cars gekauft, in der Hoffnung da die bessere Qualität zu haben. Bleibt mir wohl nur noch, die NB-Version zu kaufen und hoffen daß die Teile besser sind. Und falls nicht dann kommen da "tolle" Zeiten auf uns zu, wenn es praktisch keinen brauchbaren Ersatz mehr für RBZ gibt :!:

Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon ruadria » 27.10.2018, 16:20

Hallo Günter
Was für ein Unimog ist es
Grüße Rudolf
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 27.10.2018, 17:36

Hallo Günter,

Undichtheit kann ja nur auftreten, wenn
1. die Zylinderoberfläche mangelhaft ist (Deiner Aussage nach nicht der Fall)
2. die Vorspannung (der Durchmesser) der Dichtung nicht ausreichend ist
Wenn Du mir einen undichten Zylinder sendest, untersuche ich ihn gerne kostenlos. Das interessiert mich nämlich.
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 27.10.2018, 18:28

OPTI-MOG hat geschrieben:Wenn Du mir einen undichten Zylinder sendest, untersuche ich ihn gerne kostenlos. Das interessiert mich nämlich.


Mach ich sehr gerne :spitze , schick mir doch bitte deine Adresse per PN


ruadria hat geschrieben:Hallo Günter
Was für ein Unimog ist es
Grüße Rudolf


Ist ein 404


Grüße
Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon MagMog » 27.10.2018, 19:14

Guuden,

beruhige Dich, eine Zeitlang gab es gar keine für Vorne mehr.
Dass die Nachfertigungen mit einer stark schwankenden Qualität geliefert werden ist bekannt.
Bei VK denke ich, dass eine Rücknahme kein Prob ist.

Ganz toll finde ich, dass sich Optimog Hydraulikus Maximus Christoph der Sache annehmen will. Dann denke ich, dass das Prob eine Lösung findet.

Gut 404! Justus.

PS.: @ Rudolf: Im allgemeinen wird sich im 404 Forum über den 404 ausgetauscht!
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon der.odenwälder » 28.10.2018, 16:59

MagMog hat geschrieben:Guuden,

beruhige Dich, eine Zeitlang gab es gar keine für Vorne mehr.
Dass die Nachfertigungen mit einer stark schwankenden Qualität geliefert werden ist bekannt.
Bei VK denke ich, dass eine Rücknahme kein Prob ist.

Ganz toll finde ich, dass sich Optimog Hydraulikus Maximus Christoph der Sache annehmen will. Dann denke ich, dass das Prob eine Lösung findet.

Gut 404! Justus.

PS.: @ Rudolf: Im allgemeinen wird sich im 404 Forum über den 404 ausgetauscht!




....na da binn ich mal richtig gespannt was die Untersuchung ergibt. Ich hatte mir auch mal zwei von den
Nachbau Zylindern geholt, für hinten. Die Originalmanchetten hab ich gleich weg geschmissen weil sie hauch dünn
waren und so richtig labberig. Mit einem Original Rep-Satz sin die aber bis heute Dicht!

Gruß
Stefan
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon Örkel » 28.10.2018, 17:46

Moin,
Ich habe schon einmal bei einem 411er mit alter Achse Nachbauzylinder aus dem Programm von G****t Parts verbaut - Die wollten im ersten Anlauf auch nicht. Erst nachdem ich sie Zerlegt hatte und mit ATE Bremszylinderpaste gefettet habe sind die dicht geworden und halten auch bis jetzt.
Ich habe den Verdacht das die Dinger vom Hersteller fast trocken zusammengestrickt wurden. Eventuell rührte da die Undichtigkeit her.

Gruß
Alex
Wenn alle Stricke reißen kann man immer nochmal Schweißen.
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 29.10.2018, 12:40

Örkel hat geschrieben:Erst nachdem ich sie Zerlegt hatte und mit ATE Bremszylinderpaste gefettet habe sind die dicht geworden und halten auch bis jetzt.


Über die Sache mit der Bremszylinderpaste habe ich auch schon nachgedacht. In meinem Fall war in den Zylindern kaum Paste. Ich habe aber überhaupt keine Ahnung wieviel Paste da ran sollte und ob die eher als Montagehilfe dient und sich später im Betrieb dann wieder abnutzt/abarbeitet oder ob die wirklich auch dauerhaft eine Dichtfunktion hat :?:
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 30.10.2018, 17:49

Liebe Unimog-Freunde,

Günters Radbremszylinder ist untersucht. Dabei habe ich mich ganz vorsichtig an die Sache herangetastet.

Zunächst wollte ich feststellen, ob der Zylinder undicht sei. Es war ja berichtet worden, dass Bremsflüssigkeit teilweise drucklos herauslief. Doch mit Druckluft 0,1 bis 0,5 bar war er dicht.

Beim Zerlegen fanden sich Ablagerungen an den Kolben, Dichtungen und an der Wandung des Zylinders, dort sogar leicht beginnende Korrosion. Jedoch nicht die geringste Spur von Bremsenpaste, die ich unbedingt erwartet hätte bei einem neuen oder kürzlich inspizierten Zylinder.

Nach dem reinigen der Teile zeigten sich Kratzspuren auf einer der beiden Topfmanschetten, die zu leichter Undichtheit führen können - besonders in Verbindung mit der Sache im nächsten Absatz. Vermutlich stammen sie vom Drüberschieben der Manschette über die radiale Anschlussbohrung (ohne Bremsenpaste?).

Nun kommt's: Die Vorspannung der 43,5 mm im Durchmesser messenden Manschette auf Zylinderdurchmesser 41,2 mm verformt die Dichtung gerade eben so, dass nicht mehr die Dichtkante, sondern der Rücken der Manschette im Zylinder läuft (siehe übertriebene Skizze links im Foto). Die Geometrie der Manschette ist also grenzwertig und dadurch ist sie eben nicht sicher dicht.

Ich sehe darin einen Konstruktionsfehler bei der Manschette.

Bei MogParts gibt es Topfmanschetten eines anderen Herstellers. Die könnte man vergleichsweise mal probieren.
Dateianhänge
P1230480_klein.jpg
P1230482_klein.jpg
P1230483_klein.jpg
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon Fabian1987 » 30.10.2018, 23:18

ATE Manschetten gibt es ja noch einige. Könnten die helfen?
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Grüße Fabian
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon günter.404 » 31.10.2018, 08:35

Hallo Christoph,

vielen Dank erstmal, das ist sehr interessant :danke

Dazu noch ein paar Infos von mir: Dieser RBZ ist nicht aus der Lieferung von VK-Cars, das war einer der RBZ die ich wie oben beschrieben noch im Fundus hatte und als erstes eingebaut hatte (die sehen aber baugleich aus wie die Version von VK-Cars).

Der RBZ von CK-Cars war dann im zweiten Versuch aber genauso undicht und in diesen habe ich auch versuchsweise neue Topfmanschetten von einem original ATE-Rep-Satz eingebaut - was an der Undichtigkeit nichts geändert hat. Auch in diesem RBZ ist übrigens kein Fett erkennbar.

Nun ist die Frage wie es weiter geht. Soll ich mal die Topfmanschetten bei MogParts bestellen und darf ich die Dir wieder zuschicken?

Und was mache ich mit den RBZ von VK-Cars? Behalten oder zurück schicken? VK-Cars hat sich dazu noch nicht geäußert, auf meine Email an VK-Cars vom Freitag habe ich bis jetzt noch keine Antwort erhalten.

Viele Grüße

Günter
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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 31.10.2018, 12:36

Liebe Unimog-Freunde,

die Dichtheitsprüfung hatte ich nur in einer Position der beiden Manschetten und statisch gemacht. Da war der Zylinder möglicherweise "zufällig" dicht. Das angehängte Foto von der Zylinderwandung zeigt, dass die Oberflächenqualität über den Hub unterschiedlich ist. Also könnte dieselbe Dichtung an anderer Position und Bewegung auch undicht sein.

So wie es aussieht kommen die leichten Rostnarben von mangelndem Korrosionsschutz während der Lagerung.

Ate sagt: Die Bremszylinderpaste dient als Korrosionsschutz für
verschiedene metallische Bauteile in hydraulischen
Bremsaggregaten. Darüber hinaus erleichtert sie durch
ihre Schmierwirkung die Montage insbesondere von
Gummiteilen auf Metalloberflächen.

Wenn bei neu gekauften Bremszylindern keine Bremszylinderpaste feststellbar ist und Korrosionsschäden da sind, liegt demnach ein weiterer Mangel vor.
Dateianhänge
20181031_klein.jpg
Liebe Grüße

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Re: Ärger mit den Radbremszylindern

Beitragvon OPTI-MOG » 01.11.2018, 10:48

Liebe Unimog-Freunde,

ein ganz banaler Fehler, der aber am ehesten massiven Bremsflüssigkeitsverlust im drucklosen Zustand erklären würde, ist, dass mindestens einer der beiden Kolben um mehr als 4 mm in den Zylinder eintaucht. Das kann man sehen, wenn man die Gummikappe vom Zylinder abhebt.

Beim Eintauchen von mehr als 4 mm kommt nämlich die Dichtkante in den Bereich der Anschluss- und Entlüftungsbohrung, was eine direkte Verbindung nach außen schafft.

Falls dem so sein sollte, kann man natürlich die Kolben auf der inneren Stirnseite um das entsprechende Maß plan abdrehen oder besser den Bolzen kürzen.
Liebe Grüße

Christoph

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