Einspritzbeginn bei OM 636
Verfasst: 17.01.2007, 23:51
von schmierlappe
Hallo , ich wüsste gerne den Einspritzbeginn bei den OM 636 ( 180 er Diesel ).
Es gibt verschiedene Ausführungen von dem Motor, etwa PKW mit Spritzverstellung, Industriemotor ohne Kügelchen in der Vorkammer und Unimog.
Mein Handbuch sagt für Unimog 411.119 32 Grad vor OT.
Wie ist das bei den anderen Motore ? Habe an meinem Motor gebastelt und bin nicht zufrieden damit.
Hoffe auf Antwort. Gruss Marco
Verfasst: 19.01.2007, 14:26
von holgi63
Hallo, Schmierlappe, hallo, Marco,
da es den OM636 in so vielen Bauformen und für so viele Einsatzzwecke und so viele EP-Typen gab, kann ich Dir nicht sagen, wie bei genau Deinem der Förderbeginn (FB) eingestellt werden muss. Außerdem müsste man wissen, ob Dein Motor aus einem PKW stammt, oder ursprünglich ein Industrie- oder eben ein Unimog-Motor war.
Aber bevor gar keiner antwortet, versuche ichs mal mit einem allgemeingültigen Rezept:
Man kann sich auch akustisch dem optimalen FB nähern.:
Wenn Du die Schrauben in den Langlöchern der EP lockerst und bei laufendem Motor in Richtung früh drehst, beginnt der Motor bei zu frühem FB metallischer zu klingen. Das sollte bei NICHT betriebswarmem Motor passieren, da man einen warmen Motor noch ein Stück früher spritzen lassen kann, der Kaltstart dann aber extrem nagelt.
Der optimale FB ist so früh, wie möglich, ohne, dass er im Kaltlauf über das normale hinaus nagelt und auch im oberen Drehzahlbereich noch zieht. Wenn der Motor im mittleren Bereich so richtig gut zieht, dann aber unter Last nicht weiter beschleunigt, ist der FB etwas zu früh.
Früher Förderbeginn bedeutet höheres Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich auf Kosten der Leistung im oberen Drehzahlbereich - und umgekehrt.
Einem Motor, der bereits einen mittleren Verschleiß hat und auch blauraucht, kann durch eine Einstellung 2 bis 4 Grad vor Werkseinstellung das blaurauchen sogar etwas abgewöhnt werden.
Es erfordert aber Gefühl und auch etwas Erfahrung! Wer so was noch nie gemacht hat, sollte die Finger davon lassen.
Wichtig! Die Schrauben der EP nicht bei laufendem Motor lösen, sondern vorher. Es kann nämlich sein, dass die Einspritzleitungen unter Spannung stehen und die EP in den Langlöchern "einen Satz macht". Geht der in Richtung zu früh, kann es Schaden geben.
Vor dem Lösen Pumpe und Flansch dauerhaft auf die alte Einstellung markieren, damit man sie jederzeit wieder dorthin zurückdrehen kann!!!
Vielleicht postest Du ja noch mal, welchen Motor Du genau einstellen willst und dann antworten Dir auch die Leute, die zu Deinem Motor Fachliteratur haben. Du solltest auch spezifizieren, was genau Dir am Verhalten Deines Motors nicht gefällt, wie "zieht nicht", "hat im mittleren Drehzahlbereich keine Leistung", oder "raucht schwarz". usw.
Grüße
Holger
Verfasst: 19.01.2007, 14:49
von JürgenPB
Hallo,
ich empfehle den FB nicht bei laufendem Motor einzustellen.
Zum einen ist es ungenau, zum anden sind die Leitungen an der Pumpe festgezogen so daß eine Verstellung durch drehen der Pumpe eh unmöglich wird. Und ob man den richtigen FB nur durch Geräusche bestimmen kann

?????????
Das Beste wäre Ventildeckel runter, Ventile des vierter Zylinder auf Schnitt stellen (dadurch ist der erste Zyl. auf OT) 32° FB einstellen, Leitungen demontieren, Überlaufröhrchen an erstem Einspritzelement aufschrauben. Handpumpe beträtigen, und die EP so lange in den Langlöchern drehen bis der Kraftstoff vom Fließen ins Tropfen übergeht. Pumpe Festziehen Ventildeckel montieren. Fertig. Motor sollte dann optimal laufen.

:
Die Beschreibung ist zwar etwas knapp, aber im WHB steht es ausführlicher beschrieben.
Gruß JürgenPB
Verfasst: 19.01.2007, 17:57
von rm411
Hallo Marco,
das wurde schon öfter disskutiert. Im Mog Handbuch ist das nicht optimal dargestellt. In einem alten Motorenbuch steht das viel besser drin. Ich würde das nicht mit der "laufenden Motoren Lösung" machen sondern mit dem Abtropfröhrchen. Das geht absolut problemlos. (eigene Erfahrung)
Grüße
Ralf