Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

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Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon geosjoggen » 16.03.2019, 19:25

Hallo zusammen.

Mein Mog hat zwischenzeitlich ca 180.000km (überwiegend Langstrecke, aber auch viele Pistenkilometer) runter und die Vorderachse ölt an allen Raduntersetzungen(innen) und aus den Antriebswellen des Achskörpers. Es wäre also eine komplette Überholung erforderlich, die sicherlich nicht billig sein würde. Die Bremsen (Bremsbacken, Radbrenszylinder) müßten sicherlich auch überholt werden, dto. der Lenkungsdämpfer ausgetauscht. Weiß auch nicht wie lange die Kreuzgelenke noch halten und die Gelenke der Querlenker sowie die Achsschenkelbolzen. Habe daher über einen Austausch der kompletten Vorderachse durch eine überholte aus BW-Beständen nachgedacht. Hat jemand damit Erfahrung was die Qualität betrifft, ins- besondere wegen der zwischenzeitlich doch etwas langen Lagerzeiten?

Mit Mog Grüßen
Roland
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon tomtom411 » 16.03.2019, 20:53

Hallo Roland,

ich hatte mal zwei Radvorgelege mit Doppelgelenkwelle -aus BW-Depotbeständen in originaler Kiste- zerlegt, um die Gelenkwellen zu "erbeuten". Die Vorgelege waren kpl. mit erneuerten Bremsenteilen. Fast alles war soweit gut erhalten, lediglich die Radbremszylinder waren vollkommen korrodiert und die Wedis fühlten sich nicht gerade weich an.
Bei einer kpl. MES4 Vorderachse würde ich aus reiner Voraussicht alle Wellendichtringe erneuern, evtl. würde ich auch das Diff ausbauen und auf Korrosion kontrollieren. Insofern wäre der Aufwand etwas geringer als die vorhandene Achse zu revidieren.
Gruß aus Hamburg
Thomas
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon norbi99 » 17.03.2019, 16:35

Hallo Roland

Bei diesen Kilometerleistungen tust du gut daran, eine Achse auf Reserve zu kaufen. Darauf achten, dass sie noch in der originalen Vakuumverpackung drin ist. Wie auch Thomas schreibt, musst du sicher die Dichtringe alle tauschen vor dem Einbau. Aber es sollten neue Lager drin sein und auch die Doppelgelenkwellen sollten revidiert sein. Also mechanisch perfekt und das einzige Problem ist die Alterung der Dichtungen und allenfalls Korrosionsschäden. Gehäuseteile und Zahnräder hast du dann auch und die Achsschenkel sind auch spielfrei.

Also alles in allem sicher eine günstige Lösung....
Irgendwo waren vor einiger Zeit auch nagelneue Achsen ausgeschrieben, keine Instandgestellten. Leider weiss ich nicht mehr von wem und finde auch das Angebot nicht mehr. :(

Kompliment für die Vielen Reisekilometer

Gruss Norbert
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon atloff » 21.03.2019, 20:45

Hallo Roland,

ich hatte vor ca. 4 Jahren dasselbe Problem (auch wenn ich nur 80.000km draufgefahren habe...) Ich habe mich für eine BW Tauschachse entschieden. Sie war in der Holzkiste komplett eingeschweißt und mit einem verschlossenen Feuchtekontrollsichtfenster versehen. Gekauft bei P...Müller. Vorort besichtigt und selbst abgeholt. Die Achse samt Bremszylinder war astrein und wesentlich günstiger als eine Reparatur, es sei denn man kann alles selbst machen.
Würde das wieder so machen!

Gruß Tobias
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon geosjoggen » 21.03.2019, 21:43

Hallo Tobias,
vielen Dank für Deinen Kommentar und die positive Antwort.
Habe natürlich zwischenzeitich an den Raduntersetzungen einiges erneuert, wie eine komplette Radnabe und die Dichtungen auf beiden Seiten außen. Es ist aber noch die Originalachse und zwischenzeitlich eben auch 53 jahre alt, wie das gesamte Fahrgestell. Da sage noch einer der U 404 sei nicht fernreisetauglich. So lange hält kein WoMo neueren Zuschnitts, erst recht nicht wenn doch so einige Tausend Pistenkilometer auf dem Tacho stehen. Ich bin zwar langsamer unterwegs, würde aber nie mit einem dieser Johurtbecher tauschen wollen. Nicht zuletzt auch weil man mit sehr vielen Interessierten unterwegs in Kontakt kommt. Darf man wissen, was Du damals bezahlt hast - gerne auch per Mail mit meiner PIN.
Mit Mog Grüßen
Roland
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon atloff » 22.03.2019, 23:16

Hallo Roland,
das sehe ich genauso! Ich bastle gerade an einem Tauschfahrgestell um noch weitere 30 Jahre 404 fahren zu können...Ich bin ja noch vor dem Ruhestand!
Wir haben seinerzeit knapp über 1000,-€ gezahlt. Derzeit scheint es aber keine Achsen aus derselben Quelle zu geben. Könnte also sein, dass die Erfahrungen nicht übertragbar sind.
Gruß Tobias
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Re: Erfahrung mit überholten Vorderachsen aus BW-Beständen

Beitragvon geosjoggen » 23.03.2019, 10:17

Hallo Tobias
läßt Du uns an Deinen Fortschritten beim "Basteln" teilnehmen? Ich bin immer daran interessiert was andere so aus dem 404 machen, insbeondere wenn er als Reisefahrzeug genutzt werden soll.
Hier eine kleine Episode aus meiner letzten Tour um zu zeigen, welche Aufmerksamkeit man(n) mit einem Unimog unter all den Joghurtbechern erzeugen kann: Normalerweise stelle ich mich nicht in diesen Reihen auf, aber in Culliera(südlich von Valencia) gab es persönliche Gründe hierfür. Dort existiert ein riesiger Stellplatz direkt am Strand, völlig kostenlos. Da stehen, oft monatelang 100derte von WoMo's. Es gibt auf diesem Areal, da im Monat August als Gelände für ein Musikfestival genutzt, ebene Betonplatten, die natürlich alle belegt sind - bis auf eine, die war etwa 50cm hoch. Was glaubst Du, da war der halbe Platz versammelt, als ich den Mog mit Leerlaufdrehzahl im 1. Gang auf diese Plattform gefahren habe. Denke, dass so mancher von diesen älteren Herrschaften nun gleichfalls von einem ähnlichen Fahrzeug träumen wird. Einer wollte sich sogar reinsetzen um an seine BW-Zeiten erinnert zu werden.
Mit Mog Grüßen
Roland
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