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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#565999
Hallo,

mein U411.119 hat Startprobleme. Diese sind eindeutig wegen zu geringer Anlassdrehzahl.

Vorgeschichte: Im letzten Herbst hatte ich ähnliche Probleme. Habe daraufhin die Kompression gemessen. Alle Zylinder liegen zwischen 20 und 21 bar. Dann habe ich meinen Anlasser überholen lassen. Dieser war stark verschlissen und hat einen neuen Magnetschalter und einen 9 V Anker bekommen. Dieses zog sich alles bis zum Frühjahr hin. Der MOG sprang dann eigentlich gut an. Die Anlasserdrehzahl war deutlich erhöht. Nur zu Anfang des Startvorganges brauchte der Anlasser etwas , bis das erste Losbrechmoment überwunden war. Dies habe ich auf die etwas ältere Batterie zurückgeführt.

Jetzt wo die Temp. sich dem Gefrierpunkt näherten, sprang der 411 nicht mehr an. Habe daraufhin in eine neue Batterie (Varta 120 Ah) investiert. Aber es gibt keine Verbesserung. Der Anlasser schafft es nicht, den OM 636 auf eine vernünftige Drehzahl zu bringen.

Allmählich weiß ich nicht mehr weiter. Was kann ich noch prüfen, um den Fehler zu finden. Kann ich durch elektrische Messungen am Anlasser ggf. den Fehler finden? (habe aber nur eletr. Basiswissen und nur ein einfaches Multimeter).

Oder kann es sein, dass der Motor zu schwer dreht? Wenn ich am Lüfterrrad drehe, kann man deutlich ein erhöhtes Moment im OT fühlen. Aber ob das mehr als normal ist, ist schwer festzustellen.

Bin für weitere Ratschläge dankbar.

Gruß
Eckhard
#566065
Hallo
wie ist denn die Verkabelung, sind alle Anschlüsse und Kabelschuhe i.o.? Sauberer Anschluss am Rahmen (Masse).
Als nächstes der Glüh-Anlassschalter, eventuell die Kontakte verbrannt oder verschmutzt.
Wieviel Spannung kommt am Anlasser beim Starten noch an, wie hoch ist die Batteriespannung vor und während dem Starten. Sind die Batteriepole innen blank?
Das sind alles grundlegende Fragen, die vorher geklärt und abgearbeitet werden müssen.
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Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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#566078
Hallo Eckhard,

ergänzend zu Helmuts Ausführungen kannst Du auch auf die Schnelle die Verkabelung vom Mog mit einem guten StarthilfeKabel umgehen.
Die schwarze Leitung möglichst direkt am Anlassergehäuse anklemmen und am Batterie Minuspol.
Die rote Leitung am Anlassermagnetschalter anklemmen und am Batterie Pluspol.
Nachdem ich Deiner Ausführung entnommen habe, dass der Anlasser ja dreht scheint die Steuerung des Anlassers über den Glühanlassschalter ja zu funktionieren, ansonsten läßt sich auch das direkt am Anlasser mit einem kurzen losen Draht von der roten Klemme zum kleinen Kontakt am Anlasser brücken.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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#566116
Moin,

vielen Dank für die Hinweise. Werde mir die von Euch genannten Punkte prüfen und abarbeiten.

Bei dem Punkt mit dem Glüh-Anlasschalter habe ich ein Verständnisproblem: Warum müssen hier die Kontakte überprüft werden. Der volle Anlasserstrom geht doch nicht über den G.A.-Schalter sondern nur über den Magnetschalter.

Melde mich, wenn ich die Punkte überprüft habe. Mein Überbrückungskabel ist für die von Jürgen beschriebene Aktion, glaube ich, nicht geeignet.

Gruß
Eckhard
#566118
Hallo Eckard
richtig, der Anlasser wird über den Magnetschalter betätigt. Während des Startvorgang muss der Glühanlassschalter aber den Glühüberwacher überbrücken.
Vielleicht solltest du mal in den Schaltplan schauen, dann wird so manches klarer.
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Helmut

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#566127
Hallo,

ja, der Glüh-Startschalter ist nicht zu vernachlässigen. Er muss bei Anlasserfunktion den Magnetschalter auch permanent und richtig anziehen lassen, sonst kommt der Anlasser auch nicht auf Touren und die Kupferkontakte am Anlasser schmelzen weg. Wäre nicht das erste geschmolzenen Magnetschalter-Gehäuse, welches ich sehe.
Gruß
Markus
#566130
Hallo,
vielleicht mal beim Starten den Magnetschalter direkt an den Anschlüssen überbrücken.(dicker Schraubenzieher)
Dann weiß man zumindestens ob es am Magnetschalter liegt.
Den Tipp von Jürgen mit den Starthilfekabel würde ich nicht an den nichtvorhandenen Kabel scheitern lassen.
Ohne gute Masseverbindung geht nichts.
VG
Rudi
Viele Grüße aus Nordhessen
Rudi
#566166
Hallo Zusammen,

habe jetzt die ersten Messungen durchgeführt.

Beim Starten kamen bei einer Batteriespannung von 12,6 V noch 7,2 V am Anlasser an.

Habe daraufhin beide Polklemmen erneuert und alle Massepunkte am Rahmen und an der Getriebeglocke gesäubert. Jetzt ergeben sich folgende Spannungswerte:

Batterie: 12,6V im Stillstand, 11,8V beim Glühen (Schnellglühkerzen) , 9,2 V beim Anlassen - Nach ca. 1 min habe dann wieder 12,6 V an der Batterie

Anlasser: 12,6 V im Stillstand, 11,7V beim Glühen, 8,5 V beim Anlassen

Jetzt sind ausreichende Anlasserdrehzhalen vorhanden und der MOG springt an. Im Moment haben wir hier in Schleswig-Holstein aber auch wieder ca. 8°C. Da ist er vorher auch immer angesprungen. Wie es sich bei 0°C und darunter verhält, bleibt abzuwarten

Als Motoröl fahre ich 15W40 und das wurde zuletzt im Sommer gewechselt.
Zusätzlich habe ich noch den Keilriemen von der Hydraulikpumpe gelöst und dann nochmals gestartet. Vom Gefühl her hat das nichts gebracht, würde diesen Versuch aber bei tieferen Temperaturen nochmals wiederholen.

Ich kann die gemessenen Spannungswerte nicht einordnen. Sind 8,5 V am Anlasser i.O.bei 12,6 V Batteriespannung? Reicht diese Spannung auch tiefen Temperaturen für einen 9V Anlasser?

Was ich bisher nicht prüfen konnte, war der Zustand des Anlassschalters. Ich weiß nicht so recht wie.

Gruß
Eckhard
#566177
Hallo Eckhard,
die gemessenen Spannungen geben zunächst für sich genommen noch zu wenig Auskunft. Interessant wären jetzt noch die zugehörigen Ströme. Für mich sieht es zunächst mal so aus, dass die Batterie beim Anlassen stark, vielleicht zu stark einbricht. Dies kann an einer schwachen Batterie aber auch an einem zu stark belastetem Anlasser gemeinsam mit der immer noch bestromten Vorglühanlage liegen.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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#566187
Hallo
Batterie: 12,6V im Stillstand, 11,8V beim Glühen (Schnellglühkerzen) , 9,2 V beim Anlassen - Nach ca. 1 min habe dann wieder 12,6 V an der Batterie
Anlasser: 12,6 V im Stillstand, 11,7V beim Glühen, 8,5 V beim Anlassen
im Kabel ist schon ein hoher Spannungsabfall, 11,8V nur beim Glühen ist auch nicht so doll. Wenn du schon beim Glühen bis zum Anlasser 0,9V Spannungsabfall hast, ist das einfach schon zu viel.
Wie sehen die Kabel und Massebänder aus, nicht nur die Anschlüsse, sind die überhaupt groß genug?
120Ah sagt bei der Batterie nicht viel, wichtig ist der Kaltstartstrom., der zeichnet eine gute Batterie gegenüber Billigprodukten aus.
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Helmut

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#566198
Servus,
eine Standardprüfung wäre der Spannungsabfall in der Starterhauptleitung. Das heißt, du müsstest von Batterie+ auf den Plusanschluss am Starter messen. Dabei dürfen maximal 0,5V abfallen. Masseseitig sollte es ähnlich aussehen, wobei mangels eines Masseanschlusses am Starter, die Messpunkte nicht mehr so eindeutig sind. Das die Batteriespannung beim Starten deutlich einbricht, ist normal.
Grüße
Thomas
#566223
Moin,

kann ich den Spannungsabfall in der Starterhauptleitung nicht aus meinen gemessenen Werten rechnen:

Batterie: 12,6V im Stillstand, 11,8V beim Glühen (Schnellglühkerzen) , 9,2 V beim Anlassen - Nach ca. 1 min habe dann wieder 12,6 V an der Batterie

Anlasser: 12,6 V im Stillstand, 11,7V beim Glühen, 8,5 V beim Anlassen

Hieraus ergibt sich ein Spannungsabfall von 0,7 V in der Starterhauptleitung beim Anlassen.

Kabel sehen äußerlich noch gut aus. Wie gesagt habe die Kabelenden abschnitten und die Batterieklemmen erneuert. Die Anschlüsse auf der anderen Seite sahen noch sehr gut aus. Alle Massepunkte mit der Drahtbürste gesäubert. Kann die Kabeldurchmesser nochmal messen. Sehen aber nicht ungewöhnlich dünn aus.

Ich habe extra eine 120 Ah Batterie von Varta gekauft und kein Billigprodukt. Kaltstartstrom müsste ich auf der Batterie nachschauen, ist dort wohl irgendwo vermerkt.

Im Moment liegt der Fokus der Diskussion auf dem Spannungsabfall. Vom Gefühl her denke ich immer noch, dass beim Anlassen des Motors etwas schwer dreht/ schwergängig ist.

Gruß
Eckhard
#566226
Hallo Eckhard,

der von Dir gemessene Spannungsabfall in der "Zuleitung" ist die Summe aus dem Spannungsabfall an dem Pluskabel und dem Spannungsabfall im Massepfad. Der Spannungsabfall im Kabel ist also vermutlich sogar noch etwas geringer als der rechnerisch gemessene Wert. Dieser Wert sieht garnicht so fürchterlich schlecht aus. Mir macht tatsächlich mehr Sorgen die doch geringe Batteriespannung beim Anlassen. Bei meinem 411 damals hatte ich beim Anlassen (drehen des Anlassers) Spannungen von um die 10 V gemessen und das mit einer deutlich kleineren nicht neuen Batterie.
Eine Stromzange, die den Anlassstrom in der Zuleitung messen kann hast Du vermutlich nicht?
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Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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