Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründersohn

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Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründersohn

Beitragvon OPTI-MOG » 15.11.2018, 21:08

Liebe Unimog-Freunde,

soeben wurde bekannt, dass morgen ein Treffen mit Alfred Schmidt stattfindet, dem 96jährigen Gründer der Firma, die für den Unimog zahlreiche Anbaugeräte entwickelt und gebaut hat.

Heute heißt das Unternehmen ASH Groupe
.thumb_900_900_GogoStBlasien_black_forest_tradition_web[6648]_klein.jpg
AEBI SCHMIDT.

Welche Fragen wären interessant ihm zu stellen? Was wollt Ihr von ihm wissen?
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 17.11.2018, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße

Christoph

Bild

Mit zwei Unimog 411 im Schlagraum https://youtu.be/OnCnQ_sFmOU


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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon forestloe » 15.11.2018, 21:48

....... wir (Regionalgruppe Hochrhein-Südschwarzwald) freuen uns auch schon sehr darauf, ich empfinde es als eine Ehre solch einen Pionier treffen zu dürfen :danke

https://www.aebi-schmidt.com/de/geschichte

Gruss
Uwe
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon Strudi » 15.11.2018, 22:45

Hallo,
ich habe einen Schneepflug E1 der Firma Schmidt, leider ohne Typhenschild.
Er ist 2,50m breit, zweigeteilt und die Anbauplatte ist von 100 auf 120 mm erweitert worden.
Deswegen nehme ich an, dass der Pflug vor 1960 gebaut wurde.
Nun bin ich auf der Suche nach einer Ersatzteilliste, Bedienungsanleitung und Anbauanleitung an einen Unimog 411 Bj. 1958.
Bei einer Anfrage an die Firma Schmidt wurde mir mitgeteilt, dass es keine Unterlagen mehr gibt.
Vielleicht können Sie mir auf diesem Weg weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Strieder
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon Bredan » 15.11.2018, 23:18

Gibt es ein Firmenarchiv...?




Ich habe einen U65 (406 , Bj 1964) mit 4000h Seilwinde

Dieser wurde mit Räumschild und Sonderbeladung der Pritsche ausgerüstet (Stockwinden , Schweißgeräte usw)


Dann ging er an die Bremer Straßenbahn als Berge und Servicewagen

Bis auf einige Reste auf der Pritsche sieht man nichts mehr von der Sonderausrüstung.

Weder die Bremer Straßenbahn, noch der Freundeskreis konnten mit Bildern oder Unterlagen helfen.


...original war er grau lackiert:
vorstellung-aus-der-region-hannover-t88942.html
Gruß Olli :technik

Unimog 406 (U65) Bj.1964 OM312
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon U1700Panorama » 16.11.2018, 08:52

Hallo,

es wäre generell interessant zu wissen ob es einen Kontaktmann für uns und unsere alten Schätzchen im Hause Schmidt gibt. Über die normalen Kontaktadressen im Internet ist es in der Tat nicht ganz einfach jemand zu kriegen...
Ölige Grüße,
Adrian.


Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "öffentliche Hand" schon vorher drin war... (unbek. Verfasser)
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon mhame » 16.11.2018, 09:17

Hallo,

ich hätte da noch ...

Ich glaube nicht, dass man die Zeit damit vergeuden sollte und nach einzelnen Fahrzeugen, Ausstattungen zu fragen, an die er sich im einzelnen vieleicht nicht erinnern kann oder mit denen er gar nichts zu tun hatte. Er hat schließlich ein Unternehmen geführt.

Hier sind Schilderungen über Meilensteine, besondere Entwicklungen im Zuasmmenhang mit Unimog sicher interessannter für die Allgemeinheit. Lasst den Mann doch einfach schildern, was in seinem Leben ihn mit Bezug auf Unbimog so bewegt hat.

Ich wünsche euch ein schönes Treffen mit vielen persönlichen Eindrücken eines der wenigen verbliebenen Zeitzeugen der Unimoggeschichte.

Gruß
Markus
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon mogli406 » 16.11.2018, 12:02

Ich fände die Frage was ihn damals am Unimog so gereizt hat so viel Zeit und sicherlich auch Geld in ein völlig neues Feld zu investieren? Traktoren und LKW waren ja schon verbreitet und es gab sicherlich schon die eine oder andere Erfindung dafür....
Wieso hat er sich gerade für den "gemeinsamen" Weg mit dem Unimog entschieden?

Ausserdem wünscht ihm auch weiterhin viel Gesundheit und ein langes, zufriedenes Leben!

Gruß Michael
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon Jochen.Schäfer » 16.11.2018, 14:21

Es gibt aus den 1950er Jahren von Schmidt Unterlagen zu Anbaugeräten für Traktoren und ebenso für LKW.
Also hat sich die Firma nicht speziell auf den Unimog fokussiert.
Aber die Nähe zu Gaggenau und das große Interesse der Mercedes Benz Unimog Vertriebler an einem vielseitigen Geräteprogramm für das teure Basisfahrzeug werden einiges dazu begetragen haben, daß Schmidt diese Vielfalt von Geräten bereitgestellt oder angepasst hat.
Ein Archiv gibt es bei Schmidt zu den Altgeräten nicht mehr, hier können nur noch die Prospektsammler helfen.
In diesen alten Unterlagen ist auf jedenfall sehr viel von der Leidenschaft Alfred Schmidt zu Entwicklung und Problemlösungen mit Ingeneurswissen zu finden.

Gruß
Jochen
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon mogli406 » 16.11.2018, 15:48

Hallo Jochen

Sei mir nicht Böse aber es wurde gefragr was man gerne vom Senior-Chef wissen möchte....
Deine Antwort in allen Ehren aber wenn die allgemeinen Fragen hier schon mit Konjunktiven beantwortet werden dann brauchen wir solche Fragen ja nicht mehr stellen...

Mich würde es trotzdem von ihm aus heutiger Sicht interessieren....

Nicht böse sein Jochen! Dafür trinken wir in Aufenau ein Bier zusammen!

Grüßle Michael
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründer

Beitragvon Jochen.Schäfer » 16.11.2018, 19:38

ich bin nicht böse;-))
Wollte damit nur erklären, das es keinen Zweck hat, nach speziellen Fahrzeugdaten bzw. Ersatzteillisten zu fragen.

An dem Bier kommst Du sowieso nicht vorbei : trink2

Gruß
Jochen
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Re: Fragen an Alfred Schmidt, den 96jährigen Gründersohn

Beitragvon OPTI-MOG » 18.11.2018, 03:24

Liebe Unimog-Freunde,

einem wahren Gentleman mit hellwachem Verstand und ehrlichem Interesse an seinem Gegenüber sind wir begegnet. Der drahtigen Statur und ihrem wachem Blick sieht man die sportliche Betätigung bis ins hohe Alter an. Zuletzt hatte er vier mal das Stilfser Joch mit dem Rennrad bezwungen.

Alfred Schmidt strahlt noch heute eine enorme Energie und Leistungsfähigkeit aus. Seine Stimme ist zwar nicht mehr sehr tragfähig. Doch einige interessante Berichte und Anekdoten konnten wir deutlich vernehmen.

Der Unimog mit seinen vier Anbauräumen hatte es ihm angetan. Und wegen der geringen Leistung des kleinen OM636 Dieselmotors mussten zunächst die Schneepflüge, die es traditionell im Lieferprogramm des 1920 gegründeten Unternehmens schon gab, verkleinert und speziell angepasst werden.

Für den Unimog 411 wurden die bestens bekannten Schneefräsen und -schleudern entwickelt, die jedoch wegen ihres hohen Leistungsbedarfes von Aufbaumotoren auf der Pritsche angetrieben werden mussten. Zunächst mit der Antriebswelle durch das Fahrerhaus, später unterflur.

Alfred Schmidt kümmerte sich stets selbst und im Detail um die Tauglichkeit der Produkte. So gab es einmal Schwierigkeiten bei Vorführungen der Schneefräsen im Französischen Zentralmassiv vor interessierten Kunden. Daraufhin reiste er umgehend dort hin und stellte fest, dass der Vorführer im ersten Gang und mit schleifender Kupplung fuhr. Denn der im Unimog eingebaute Kriechgang war trotz ordnungsgemäßer Betätigung nicht wirksam. Das Ergebnis seiner Analyse: Aus Kostengründen hatte Mercedes die Verbindung des Betätigungshebels zum Kriechganggetriebe von formschlüssig auf kraftschlüssig umgestellt. Und jemand hatte wohl zu stark am Hebel gezogen, der sich daraufhin verstellte. Nach Neueinstellung war das Problem behoben und die Vorführung konnte die potentiellen Kunden letztlich überzeugen.

Die sogenannte Schmidt-Hydraulik löste die von Mercedes zunächst eingeführte Pneumatik ab. Sie war zwar nur eine Übergangslösung. Doch wurde sie einige Tausend mal verkauft bis Mercedes zunächst mit Westinghouse-Produkten auch zur Hydraulik überging.

Neben zahlreichen anderen Anbaugeräten wie Streuern, Frontladern, Erdschiebern, Bankettfräsen, Böschungsmähern und so weiter wurde die Kehrtechnik bereits in den 1950er Jahren in den Fokus genommen. Kehrmaschinen sind heute übrigens der wesentliche Produktschwerpunkt am Standort St. Blasien.

Mit steigender Leistungsfähigkeit des Unimog ab dem U406 und seinen leistungsfähigen Zapfwellen wuchsen auch die Möglichkeiten und Ideen für weitere Produkte aus dem Hause Schmidt, die insgesamt zum Erfolg des Unimog wesentlich beigetragen haben.

Seit etwa 1990 ist Alfred Schmidt nicht mehr am Unternehmen beteiligt. Nach einigen sehr schwierigen Jahren ist das Unternehmen ASH seit 2007 wieder in ruhigem Fahrwasser und hat vielversprechende Zukunftsaussichten. Größtes Problem derzeit: Beschaffung von Zulieferteilen angesichts der konjunkturbedingen langen Lieferzeiten von bis zu einem Jahr.

Jedenfalls können wir dankbar sein, einem für die Deutsche Technikgeschichte bedeutenden Menschen so nah begegnet zu sein. Und wir wünschen ihm für die Zukunft noch beste Gesundheit und alles erdenklich Gute.
Liebe Grüße

Christoph

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