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Hydraulischen Druckspeicher entsorgen

Verfasst: 01.11.2011, 13:02
von Ralf73
Hallo,

da ich dem alten Druckspeicher nicht mehr traute, habe ich diesen ersetzt.
Lt. Werkstatthandbuch steht die Stickstofffüllung unter einem Druck von ca. 120 bar.
Deshalb wollte ich den Druckspeicher entschärfen, da dieser in der Schrottpresse, dem Schmelzofen oder der Müllverbrennungsanlage noch einmal laut aufstoßen würde.
In anderen Foren wurde empfohlen, diesen an der Oberseite, in der Nähe des Gasfüllanschlusses aufzubohren.

Ich bohrte den Drückspeicher also dort mit einem 2,5 mm Bohrer in der Tischbohrmaschine auf. Das Gas zischte über eine Minute lang.

Nun kann ich den Druckspeicher bedenkenlos verschrotten.

Hatte sonst schon mal jemand Erfahrungen mit der Entsorgung von Druckspeichern. Gibt es noch Sicherheitsbedenken gegen das Aufbohren ?
Wenn an einer Schwachstelle gebohrt wird, kann sich ein Riß bilden und das Gehäuse kann platzen. Wenn von der Ölseite angebohrt wird und der Bohrer dann die Membran anbohrt, kann diese Platzen und der Druck sehr schnell durch den Ölanschluß entweichen.
Sind schon einmal Druckspeicher geplatzt ?




bis dann............Ralf

Verfasst: 01.11.2011, 13:29
von OPTI-MOG
Hallo Ralf,

hydraulische Druckspeicher unterliegen der Druckgeräterichtlinie. Druckspeicher mit einem Produkt aus Druck in bar und Volumen in Litern von größer als 200 unterliegen einer Pflicht zur wiederholten Prüfung.
Arbeiten an Druckbehältern dürfen nur von befähigten Personen durchgeführt werden, usw., siehe auch hier: http://www.hydrobar.de/cms/195/1/1/cat/ ... icher.html

Die Befähigten lassen den Druck einfach über die Füllöffnung (hatte Deiner so eine nicht?) ab.

Ging es um einen Blasen- oder Membranspeicher?

Verfasst: 01.11.2011, 14:30
von Ruedi406
Hallo Ralf,

in der Betriebsanleitung meines 406 steht, daß es an der Oberseite des Druckspeichers eine verlötete Schraube gibt, die man aufdrehen kann, damit das Gas entweicht.

Gruss,
Rüdiger

Verfasst: 01.11.2011, 21:28
von Ralf73
Hallo,

der Druckspeicher ist der Membranspeicher für die Heckhydraulik mit einem Vollumen von max. 1 Liter ( aufgrund der Abmessungen).
Der Speicher liegt daher unter dem Faktor 200.

Dieser Speicher unterliegt keiner Wartung oder regelmäßiger Prüfung.

Der Füllanschluß ist entweder versiegelt oder zugegammelt.
Ich bohrte den Speicher nah am Füllanschluß in der Verschraubung an.

Neue Membranspeicher bis 0,75l werden von Hydraulikhändlern mit dem gewünschten Druck geliefert..

Wechseln kann man den Druckspeicher also selbst. Ich hatte Ihn nach dem Anschluß noch einige Zeit überkopf hängen lassen und dabei das Öl im entspr. Kreis zirkulieren lassen, um zu entlüften.

Ich wollte eigentlich die Gefahr ansprechen, die von einem verrostetem oder achtlos weggeworfenem Druckspeicher ausgeht.
Ich hatte eigentlich erwartet, daß bei einem 30 Jahre altem Membranspeicher die Membran spröde sei und der Stickstoff entwichen ist.

bis dann............Ralf

Verfasst: 01.11.2011, 21:40
von OPTI-MOG
Hallo Ralf,

sowohl Stickstoff als auch Öl fördern die innere Korrosion eher nicht. Deshalb sind selbst uralte Druckspeicher innen meist in tadellosem Zustand. Die äußere Korrosion kann man leicht erkennen. Wenn da keine tiefen Rostnarben vorhanden sind, ist auch alles in Ordnung.