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Kegelspalter über Zapfwelle probiert - was mache ich falsch?

Verfasst: 28.06.2009, 01:56
von Bernd-Thomes
Hallo,
nachdem ich diese Woche Montag meinen hydraulichen Spalter neu gebaut habe, wollte eigentlich knappe 2.000,- ¤ sparen, musste ich feststellen dass die "dicken" Meterbrocken mit dem vorhandenen 100er Durchmesser-Zylinder irgendwo Grenzen gesetzt sind. Zumindest wenn der mit nur 150 bar betrieben wird. Und hochdrehen wollte ich die Unimoghydraulik nicht unbedingt.
Da ich ja noch den Kegel für den vor einem Jahr geplanten Kegelspalter am Kran liegen hatte, der ja den Hydraulikmotor an sein Limit brachte, habe ich diesen heute mal für Zapfwellenantrieb umgebaut.
Das Ergebnis:
Ein 421 reicht mit seinen 52 PS nicht aus einige Holzstämme zu durchbohren. Es würgt den Mog einfach ab. Von den vielleicht 10 Holzstücken, fast nur Birke mit ca. 70 cm Durchmesser, auf ein Meter Länge geschnitten, blieben drei sitzen. Der Unimog bekam den Kegel nicht dadurch.
Anfangs hatte ich fast mittig im Holzstück angesetzt. Später auf ca. 80 cm Höhe des Spaltguts. Ging zwar schon etwas besser, trotzdem steht dieser Spalter nun mit einer Birke in meiner Garage.
So,
jetzt wundert es mich nicht mehr dass der Hydraulikmoter zwar die zwischengeflanschte Kupplung zersprengte und der Kegel im Holzstück steckte, ich bewundere nun doch die Kraft des Hydraulikmotors. Aber:
Wieso schafft nicht einmal die Zapfwelle den Kegel durch das Holz.
Außerdem:
Auch wenn der Spaltkegel das Holz geschafft hat so ist es nicht gesagt dass das Holzstück auch in zwei Hälften zerteilt vor mir liegt. Dies gelang bei fast allen Scheiten nur mit Hilfe der Motorsäge.

Fragen:
Liegt es an das Holz welches ich im Winter geerntet hatte?
Liegt es am Spaltkegel? - Ist schon ein mächtiges Teil, evtl. zu groß?
Liegt es am Ansetzen des Holzstückes?

In vielen berichten die ich gelesen habe können andere mit 15 oder 20 PS Schlepper im erhöhten Standgas spalten. Der Unimog geht aber selbst bei Vollgas nicht durch das Teil, lieber geht er mit mächtig viel Krach aus dem Antriebsstrang/Spalter aus.

JA ICH WEISS:
Kegelspalter sind in herkömmlicher Bauart verboten. Meine weiteren Pläne sind auch die, den Spalter wieder mit Hydraulikmotor anzutrieben. Aber wie und wo behebe ich den Fehler? Wenn die benötigte Kraft geringer sein würde könnte es mit dem Kran doch noch funktionieren. Die Maße des Kegels habe ich jetzt nicht hier, schätze aber einen Durchmesser von 150mm bei einer Gewindeänge von gut 300mm.
Gruß
Bernd Thomes

Verfasst: 28.06.2009, 12:19
von pflanzerl
Hallo Bernd,

ich habe inzwischen ca 100 Meter Brennholz mit meinem Kegelspalter an meinem Unimog 404 gespalten. In meinem Fahrzeug ist ein OM617 verbaut, sprich ein Zylinder mehr als bei dir. Allerdings habe ich die PKW-Einspritzpumpe verbaut und ich muss die Drehzahl von Hand regeln. Bei diesem Durchmesser ist mir aber die Gefahr zu groß dass das Getriebe schaden nehmen könnte. Der von die gespaltene Durchmesser überfordert auch meinen Spalter.
Inzwischen mache ich nur noch Buche, da es sich am besten Spalten lässt. Bis 50cm lässt sich gut spalten und etwa doppelt so schnell wie mit dem Hydraulikspalter. Allerdings muss man dazu sagen das ich fast alles alleine spalte.
Nun kurz zu meinen Erfahrungen mit den verschwiedenen Holzsorten.
Eiche geht bis ca. 40cm, allerdings muss ich hier häufig mit der Axt nachhelfen das es nicht komplett reisst und Fasern verbunden bleiben
Buche geht bis 50 cm, wenn es keine Hainbuche ist wirklich super. Hainbuche, auch Weissbuche genannt, ist sehr fasrig und reisst selten ganz durch.
Esche geht etwa wie Eiche
Fichte ist bei 35cm Schluss das es meist sehr astig ist
Birke ist sehr fasrig und geht so schlecht wie Hainbuche, also nicht gerade zu empfehlen
Da ich Durchmesser über 40cm alleine nur schwer auf die Pritsche laden kann spalte ich diese von Hand vor, was bei Buche auch gut funktioniert.
Ich hatte testweise meinen Spalter mal an einem U406 und da war der einzige Vorteil das der Motor nicht so schnell abgewürgt wird. Leider ist aber das Ergebnis dasselbe da das Holz genausowenig reisst und man mit der Axt nachhelfen muss. Anbei noch ein paar Bilder.

Gruß,
Steffen

Verfasst: 28.06.2009, 21:22
von thomas-406
Hallo Steffen,

etwas OT (sorry Bernd :wink: ), aber weil's gerade angesprochen wurde (Quelle: Wikipedia):

Die Hainbuche (Carpinus betulus), auch Weißbuche oder Hagebuche genannt, gehört zur Gattung der Hainbuchen aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). [...] Sie ist nicht näher mit der Rotbuche aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae) verwandt.

Daher also auch der völlig unterschiedliche Charakter des Holzes beim Spalten. Wenn Du die Hainbuche (in der Tat spalttechnisch ein Sauzeug :roll: ) aber einmal bewältigt hast, liefert sie Dir ein absolutes Spitzen-Brennholz, von der Energiedichte sogar noch etwas höher als Rotbuche oder Eiche :D

Jetzt aber wieder zurück zum Thema :wink:

Verfasst: 29.06.2009, 20:32
von Herbylix
Hallo Bernd Thomes!

Das glaube ich Dir gerne, daß Du beim Spalten von Birke mit 70cm Probleme hast. Ich habe heuer über 40Rm gespalten und kann ein Lied davon singen von Fasrigkeit der ersten Meter bis zum seitlichen Ausbrechen bei den anderen Scheiten. Ich weiss nicht wie Dein hy-Spalter aussieht aber mit 150bar/ 11,7t bist Du etwas über dem Limit.
Ich habe einen Zylinder mit 80mm/200bar und somit 10t und hab schon Birke mit 60cm ( der 1. Meter gehtja besonders schwer) gespalten, allerdings mit dem Trick den 30cm langen Keil nur 5cm ins Holz schauen zu lassen.

Und mit dem Kegelspalter und solchen Kalibern hättes Du auch mit einen 40Ps Schlepper Probleme, obwohl die Traktormotoren mehr Hubraum und Schwungmasse haben. Mein Schwager meinte einmal ganz richtig, was ein Mann zum Kegelspalter hinbringt und auch aufstellen kann, packt er. Denn wenn Du einen 70 Ps Schlepper nimmst dreht es Dir dann die Welle ab.

Ich an Deiner Stelle würde den Hydraulikdruck auf mindestens 180bar erhöhen und (wenn Du nicht so gebaut hast) am Keil eine dünnere Vorschneide machen.

Wahrscheinlich sind ja solche Riesen die Ausnahme, aber wenn Du immer solche hast brauchst Du auf alle Fälle schwereres Gerät.

Der Hydraulikkegelspalter ist nicht umsonst so teuer ( bis zu 3 Ölmotoren, Druckgesteuert....), da wirst Du mit dem Eigenbau kaum Erfolg haben, besonders wenn solche Brocken Dein Hauptziel sind :wink:

Verfasst: 30.06.2009, 11:05
von Bernd-Thomes
Hallo,
hm, so wie ihr alle geschrieben habt liegt es wohl doch am Holz. Tja, und mit mehr Power könnte ich mir auch vorstellen dass irgendwo etwas knallt. Könnte mir noch einen 80er oder 90er Trecker besorgen aber dies auf eine alte 35er Welle ... .
Und der andere Spalter hat wie gesagt auch schon wieder die Halterung für den Keil weggedrückt. Als Schneide habe ich schon eine geschliffene Anlage vom Pflug. Daran sieht man noch nichts obwohl in den letzten Jahren schon viele Bäume mit Stacheldraht ... dadurch gegangen sind.
So ist es nun mal wenn man aus vorhandenen Alteisen etwas bastelt. Ein kräftiger Träger wäre als Grundlage doch schon angebracht.
Ich habe auch noch einen Baggerzylinder, vermutlich auch um 70 cm Hub. Dieser würde mit aber wohl alles vorhandene auseinanderreißen.

Ja, ich habe noch einiges an Stämmen ab 50cm. Es sind ausschließlich Bäume die an Wällen (Feldränder) gestanden haben und oft auch nur gesägt wurden weil diese Tot waren. Dies sind Eiche Erle und Birke. Dann muß ich mich eben irgendwie weiter mit dem Zeug herumärgern.
Wie sieht´s mit Sprengen aus, KAS und Aluminiumpulver :roll: .
Gruß
Bernd Thomes

Verfasst: 30.06.2009, 11:26
von Moggälä
Hi Bernd Thomes,

geh das ganze doch mal völlig logisch an.
Was soll der ganze Irrsinn mit noch mörderischerem Kegelspalter, noch stärkerem Spalter, dabei gesprengten Kardanwellen und - und - und.
Was Du brauchst -
-
-
- is ein größerer Ofen! :mrgreen: :rofl: :party: :trink1:

duckundwech

mfG
Axel