Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon UFH » 27.07.2020, 18:09

Hallo miteinander,

ich bin leider aufgrund einer Blinddarm-OP ans Haus gefesselt und habe besonders viel Langeweile :mrgreen: .

Neulich habe ich schon mal eine Satz 17:30 Zahnräder für die Vorgelege der alten Achse gesehen, in geradverzahnte, das weckte sofort Interesse beim mir.
Doch geradverzahnt wollte ich nicht. Jetzt habe ich über Umwege durch die Trial Szene erfahren, das es jemanden gibt, der eben solche Radsätze 17:30 in schrägverzahnt für rechts und links herstellen würde. Als Material soll 18CrNi8 dienen. Jetzt stellte sich mir aber viel mehr die Frage, ist die Übersetzung nicht vielleicht doch zu lang für den 411(im 404 wahrscheinlich weniger ein Problem), wie sieht das mit der Überdeckung vom 5. in den 6. Gang aus?

Dazu habe ich mal ein paar Zahlen in einer Tabelle zusammengetragenund ein Diagramm erstellt(das Diagramm wäre wesentlich anschaulicher mit der Drehzahl auf der Y-Achse und Km/h auf der X-Achse)
Hierzu habe ich Geschwindigkeit des Unimogs (in dem Fall mit meinen abgefahrenen 7,50x18 (860mm Durchmesser)berechnet mit den Vorgelegen 15/32 , 16/31 und 17/30 in den Gängen 5 und 6 im Drehzahlbereich von 1500-3800 min-1
TabelleÜbersetzungen.png

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Viele liebe Grüße Hannes
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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon UFH » 29.07.2020, 17:13

Hallo miteinander,
das Interesse scheint sich wohl im Rahmen zu halten, auch aufgrund der ungeklärten Frage ob diese lange Übersetzung Sinn ergibt.
Falls es doch jemanden gibt der da Interesse hat. Ein Radsatz kostet 400 Euro(einmal kleines Ritzel oben und großes unten). Da man umweigerlich alle 4 Vorgelege umbauen muss, sind das dann 1600 Euro plus Versand auschließlich für die Radsätze an einem Unimog.

Bei viel Nachfrage würde der Preis nach unten gehen.
Viele liebe Grüße Hannes
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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon OPTI-MOG » 29.07.2020, 20:46

Hallo Hannes,

bei Verlängerung der Übersetzung in den Vorgelegen verlängerst Du alle Gänge einschließlich des 6. (direkten) im gleichen Verhältnis. Oder worauf zielt Deine Frage nach der "Überdeckung" zwischen 5. und 6. Gang ab?

Eine längere Übersetzung bei gleichbleibender Fahrzeugmasse und gleichen gewünschten Fahrleistungen erfordert ein höheres Drehmoment vom Motor. Und aus dem OM636 kommen nicht mehr als 100 Nm.

Deshalb verstehe ich Dein Projekt (noch) nicht. Vielleicht hat deshalb auch sonst noch niemand geantwortet?
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon norbi99 » 29.07.2020, 21:06

Hallo Hannes

Bevor du die Uebersetzung änderst, müsste mehr Leistung vorhanden sein. Denn auf der Ebene rennt der warme Mog gut - jedoch braucht er die hohe Drehzahl, um genug Leistung zu haben.
Ein schnellere Uebersetzung macht meiner Meinung nach keinen Sinn...

Gruss Norbert
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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon UFH » 30.07.2020, 18:15

Hallo Christoph,

die Frage der "Überdeckung" stellt sich mir dahin gehend, das ich im 5. Gang höher drehen muss um im 6. Gang bei einer brauchbaren Drehzahl anschließen kann(bei weitaus höherer Geschwindigkeit was wiederum mehr Kraft benötigt, deswegen ist ja mein Gedanke, wieviel Luft der 636 da noch hat, denn immer an der Leistungsgrenze rum zu eiern macht auf Dauer keinen Spaß. Durch die Spreizung der einzelnen Übersetzungen wird das natürlich nicht besser.

Das der 636 nicht mehr als 100nm gestemmt bekommt ist mir bewusst. Aber bist du schon mal 401 gefahren (16:31 in den Vorgelegen), fühlt sich das für dich so an als würde da irgendwas total ausgeschöpft? für mich nicht, eher als wenn auch da noch "Luft" ist, sprich der Motor dreht für meinen Geschmack viel höher als die Drehzahl die er für die Leistung plus etwas Reserve bräuchte. Genau deshalb wäre ja ein Drehmoment oder sogar Leistungsdiagramm eines 636 mal interessant.

Selbst hier im Forum gab es mal einen 401, der mit 10,5x20 und 3900 Umdrehungen annähernd 100 gefahren ist. Mein Projekt zielt zwar nicht auf die höhere Engeschwindigkeit sondern auf Drehzahlreduktion bei langen Strecken und Geschwindigkeiten von 60-70.

Hallo Norbert,

deinen Eindruck kann ich nicht so ganz teilen, das der Unimog diese Drehzahlen braucht, wenn ich hier manchmal von gut genutzten 3600 Umdrehungen im 411 lese. Aber vielleicht ist auch die Übersetzung 16:31 wirklich das letzte sinnvolle? Das ist ja genau die Fragestellung die ich hier habe.
Viele liebe Grüße Hannes
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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon Jochen.Schäfer » 30.07.2020, 18:52

Hallo Hannes,
€1600.- ist schon eine Hausnummer.
Dann ist doch das experimentieren mit anderen Reifengrößen einfacher/preiswerter ?
Zum langen Reisen probieren das schon einige Unimog-Fahrer.

Im 404 haben wir die gleichen Vorrausetzungen in Achse und Getriebe. Dort dreht der Benzinmotor etwas höher bis 5000 U/min und Bereifung 10.5-20.

Gruß
Jochen
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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon OPTI-MOG » 30.07.2020, 21:24

Hallo Hannes,

höhere Motordrehzahlen ermöglichen besseren "Anschluss" beim Hochschalten, besonders wirkungsvoll an Steigungen, weil das Drehmoment mit dem Hochschalten sogar etwas zunimmt, siehe zweites Diagramm.

Längere Übersetzungen bewirken das Gegenteil.

Beispiel 411c mit 2750 U/min (Serie, 53 km/h) und 3250 U/min (max. mit fliehkraftgeregelter Einspritzpumpe, 63 km/h)
Dateianhänge
Schaltdiagramm 2750.jpg
Schaltdiagramm 3250.jpg
Liebe Grüße

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Re: Längere Übersetzung Vorgelege alte Achse - sinnvoll?

Beitragvon Carl1969 » 31.07.2020, 12:01

Hallo Leute, von 16:31 auf 17:30 in den Vorgelegen ist schon ein ordentlicher Sprung. Ich habe Zweifel, ob das damit Fahrbare von den erwähnten Reserven bedient werden kann. Müßte man mal von Kurbelwelle bis Rad durchrechnen. Grüße Norman
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