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Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 21.02.2016, 19:05
von mymog
Hallo,
Was denkt ihr ab welcher Größe kann eine Delle im Endrohr ( also nach dem Endschalldämpfer) zu einem Leistungsverluste führen.
Ich habe eine Delle drin und würde behaupten dass ein Drittel des Rohrs praktisch fehlen.
Übrigens Unimog 406
Danke für eure Meinungen
Gruß
Rainer
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 21.02.2016, 19:25
von joagoe
Hallo Rainer,
meiner Meinung nach könnte es zu Leistungseinbußen kommen, wenn der Querschnitt im Schalldämpfer an dieser eingedrückten Stelle kleiner als im Bereich davor (Krümmer) oder dahinter (Endstück) wird. So denke ich darüber...
Viele Grüße
Joachim
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 22.02.2016, 18:21
von krabbler
moin,
bei vielen Motoren wird mit dem Abgasstrom noch ein Turbolader angetrieben. Dort ist der Gegendruck viel größer. Leistungseinbußen hast du bei einer begrenzten Verengung um 1/3 noch nicht zu erwarten.
Generell sollte es jedoch nicht allzu dünn werden, bei zu viel Gegendruck im hinteren Bereich des Auspuffs fliegt irgendwann die Verbindung am Schalldämpfer auseinander.
mfG
Fabian
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 22.02.2016, 18:59
von Lothar Ziegler
Hallo,
ich glaube das Teil kostet irgend etwas zwischen 60 bis 80 Euro.
Gruß Lothar
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 22.02.2016, 19:08
von Moggälä
Hallo Rainer,
bereits ab Werk sind manche Auspuffrohre teilweise abgeflacht. Dann ist das allerdings aus Platzgründen begründet und vorab beim generellen Querschnitt berücksichtigt.
Wenn die Querschnittsveränderung nicht abrupt stattfindet und ggf sogar noch mit scharfen Kanten verbunden ist, dann kann man das ganze zumindest ne Zeitlang hinnehmen. Dazu kommt noch, mit welcher Drehzahl dein 406 läuft - mit den originalen 2550 1/min - oder schon etwas "aufgebessert". Vielleicht kann hier jemand die Unterschiede vom Abgasstrang zwischen 406 und 416 erklären - ob da überhaupt Unterschiede in den Rohren vorhanden sind. Wenn nein, kannst Du davon ausgehen, das durchaus noch Reserven gegeben sind. Bei der nächsten Gelegenheit eben dann das Endrohr ersetzen.
Und wegen des Gegendruck's durch den Turbolader. Ja, ein Turbolader bringt erst mal Gegendruck - im unteren Drehzahlbereich, wo er noch nichts "vorne reindrückt". Der hat aber den Vorteil, das er mit steigender Drehzahl dem Motor gewissermaßen Beine macht und diesen "Nachteil" (je nach Abstimmung und Konzept) mehr als Wett macht!
Mit dem Turbolader nutzt man grad beim Diesel im Abgas enthaltene Energie und führt sie dem Motor vorn wieder zu. Dadurch steigt der Wirkungsgrad - zumindest beim nackten Diesel. Beim Benziner gilt das zwar auch, da spielen aber noch ein paar andere Dinge mit rein, die den Benziner dadurch gern mal zum Säufer machen.
Als Vergleich der Motorbetriebene Kompressor (siehe u.a. Daimler's Kompressormotoren). Die steigern die Leistung - und den Verbrauch. Bei dem muss nämlich der Motor die Energie für die Verdichtungsarbeit aufbringen - da wird nicht die Energie im Abgas genutzt. Auch hier wieder - mittels entsprechender Abstimmung kann man da in der einen als auch anderen Richtung einiges verbessern als auch verschlechtern...
mfG
Axel
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 10:54
von 421michimog
Hallo Rainer,
diese Frage ist mit Deinen Angaben überhaupt nicht zu beantworten. Jedes Rohr hat einen Strömungswiderstand und jede Wandung aufgrund der Rauhigkeit ebenfalls. Jede Krümmung im Rohr hat wieder einen eigenen Widerstand und natürlich jede Engstelle ebenfalls usw.
Der Widerstand äußert sich in einem Druckverlust über die betrreffende Stelle der wiederum abhängt u.a. von der genauen Geometrie.
Es kommt also auf eine Vielzahl von geometrischen Parametern an und bei kompressiblen Strömungen, wie hier, auch auf thermodynamische Größen, wie z.B. Temperatur, Dichte, dynamische Viskosität usw.
Hieraus ergeben sich Kennzahlen, wie z.B. die Reynoldszahl oder Rohrwiderstandsbeiwerte, anhand derer Vergleiche mit physikalisch vergleichbaren Sachverhalten hergestellt werden können um daraus qualitative Aussagen zu Druckverlusten herleiten zu können.
Die Reynoldszahl sagt z.B. aus, ob es sich um eine laminare Strömung oder eine turbulente Strömung handelt und zur Berechnung werden neben der Dichte, die Strömungsgeschwindigkeit , die characteristische Länge und die dynamische Viskosität benötigt.
Dafür braucht es aber mehr input. Nur mit einer Delle ohne geometrische Daten läßt sich das nicht andeutungsweise abschätzen.
Rechnerisch läßt sich Deine Frage auch lösen indem man die sogenannten Navier-Stokes-Gleichungen, das sind die Gleichungen für den Erhalt von Masse, Impuls und Energie, iterativ löst, d.h. numerisch integriert, bis die Lösung sich von einem Rechenschritt zum nächsten Rechenschritt nicht mehr als z.B. 0,00000000001 ändert.
Das steht übrigens alles hier drin:
http://www.berndglueck.de/druckverluste.php
Sorry aber das kann ich Dir nicht ersparen und jetzt viel Spaß beim Rechnen oder besser Rechnen lassen.
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 10:57
von 421michimog
Lothar Ziegler hat geschrieben:Hallo,
ich glaube das Teil kostet irgend etwas zwischen 60 bis 80 Euro.
Gruß Lothar
ich glaube, das hier ist die einfachere Lösung.
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 14:02
von krabbler
moin,
natürlich ist das die Art, wie man Rohrströmungen berechnet.
Aber:
Temperatur !=c
Dichte !=c
und wenn du schon mit solchen Geschützen anfängst: Wie war das noch mit einem offenen Ausfluss/Rohrende? Richtig: p=0
Da es um das Auspuffrohr geht, sogar noch hinter dem Endschalldämpfer, ist die fragliche Stelle äußerst nahe am offenen Rohrende.
Und Zeta[Delle]* für eine derartige Delle zu interpolieren dürfte ebenso übertrieben sein, wie dabei überhaupt an eine Berechnung von laminaren oder turbulenten Strömungen zu denken...
!=c bedeutet: nicht konstant.
* Zeta[Delle]= Widerstandsbeiwert oder Druckverlustbeiwert
mfG
Fabian
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 16:35
von Jürgen-Fahlbusch
Hallo Rainer,
nach soviel wissenschaftlicher Theorie, kannst du vielleicht mal ein Bild des betroffenen Rohres einstellen.
War die Delle schon immer in dem Rohr seit dem Du den Mog betreibst?
Oder hast Du eine subjektiven Vergleich?
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 16:45
von OPTI-MOG
Liebe Unimog-Freunde,
wie wär's, wenn mal jemand seinen Auspuff am Ende zu 1/3 verstopft und dann Vergleichsfahrten offen/verstopft macht? Alles andere scheint uns hier nicht weiter zu bringen.
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 17:19
von 421michimog
krabbler hat geschrieben:moin,
Temperatur !=c
Dichte !=c
und wenn du schon mit solchen Geschützen anfängst: Wie war das noch mit einem offenen Ausfluss/Rohrende? Richtig: p=0
Fabian
wieso? p ist alles andere als 0
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 17:38
von ret
...nach soviel wissenschaftlicher Theorie,..
apropos,
mich würde interessieren, ob sich durch die erhöhte Reibung (aufgrund der Verengung) auch die Temperatur der Gase oder des Auspuffrohres erhöht.

Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 18:29
von scatman
Hallo mymog Reiner, wenn dein Motor gut laufen soll müßen alle Rohre frei sein.

Wie auch immer die Delle aussieht ,hol sie doch wieder raus!

! Das muß doch bestimmt gehen.

Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 24.02.2016, 19:19
von rammseier
Ist zwar auf Englisch. komplett unwissenschaftlich und behandelt Benzinmotoren, aber es wird schön gezeigt, wie harmlos solche Dellen sind.
Youtube.com
Gruß Pascal
Re: Leistungsverluste durch Delle im Auspuff
Verfasst: 25.02.2016, 08:50
von 421michimog
ret hat geschrieben:...nach soviel wissenschaftlicher Theorie,..
apropos,
mich würde interessieren, ob sich durch die erhöhte Reibung (aufgrund der Verengung) auch die Temperatur der Gase oder des Auspuffrohres erhöht. 
Hallo Reiner,
in akademischen Größenordnungen ja. Allerdings ist es praktisch unmöglich, Temperaturen mit einer Genauigkeit von weniger als 1/10 Grad K zu messen.