Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Spezial-Forum zur Unimog-Baureihe U 404 S.

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Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon Radkappe » 08.02.2018, 22:33

Liebe Unimog Gemeinde,

seit rund einem Jahr nenne ich einen 404.013 mein Eigen. Der Mog ist mit einem OM617 (88 PS) versehen. Diesen Motor habe ich komplett überholen lassen (Zylinderkopf + Ventilsitze neu einschleifen, Steuerkette + Keilriehmen neu, Ventilspiel eingestellt, Einspritzpumpe incl. Düsendruck und Spritzbild überprüfen lassen, neue Dieselförderpume eingebaut, neue Glühanlage (Relais + Glühkerzen + Verkabelung )eingebaut. Um nur einige Dinge zu nennen. Nun schnurrt der Motor wie eine Katze, lässt sich problemlos starten und läuft entsprechend ruhig. Alle Öle sind neu.

Allerdings komme ich nur auf eine überschaubare Endgeschwindigkeit von max. 60 km/h. Wenn ich Vollgas fahre und den Motor entsprechend hochdrehe komme ich an guten Tagen kurzfristig auf 65km/h, jedoch nicht mehr, gemessen mit GPS. Ich habe MPT Reifen der Größe 10.5 X 20 montiert und mit 3.7 bar befüllt.
Die Bremsen werden beim Fahren nicht warm/heiss, so dass diese nicht für einen erhöhten Reibungswiderstand sorgen. Der Mog lässt sich auch von Hand anschieben, wenn der Gang herausgenommen wird. Das einzige, was mir auffällt ist, dass wenn ich vom Gas gehe und den Mog bei eingelegtem Gang z.B. vor einer Ampel auslaufen lassen möchte , dann verringert er seine Geschwindigkeit verglichen mit einem PKW deutlich schneller.

Meine Frage an die Unimog-Gemeinde: Was kann die Ursache für die verminderte Geschwindigkeit sein? Wo kann ich meine Fehlersuche ansetzen?

Vielen Dank jetzt schon für die Antworten.
Beste Grüße aus Oberbayern,
Hubert
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon OPTI-MOG » 08.02.2018, 23:06

Hallo Hubert,

das hört sich so an als sei die Abregeldrehzahl zu gering eingestellt.

Bei 4400 U/min - was der OM617 mit 88 PS können sollte - im 6. Gang läuft die Karre knapp 100 km/h.
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon günter.404 » 09.02.2018, 09:33

Hallo Hubert,

wie Christoph schon schreibt, könnte die Abregeldrehzahl falsch eingestellt sein. Eine andere Möglichkeit wäre noch, daß der Motor zu wenig Sprit bekommt.

Vermutlich hast du keinen Drehzahlmesser, sonst wäre die Abregeldrehzahl leicht zu kontrollieren. Du kannst folgendes machen: beschleunige den Mog mit Vollgas in einem der unteren Gänge (so daß "Beschleunigung" noch spürbar/beurteilbar ist). Wenn der Motor gleichmäßig und kräftig beschleunigt und dann recht apprupt bei gleichbleibender Drehzahl nicht mehr höher dreht spricht das für den Drehzahlbegrenzer. Wenn der Motor mit zunehmender Drehzahl eher unwillig und stotternd Leistung verliert, dann spricht das eher für mangelnde Spritversorgung. Da kannst du weiter eingrenzen:

- wie sieht dein Tank von innen aus (Verunreinigungen, Schmodder)?
- wie sieht der Tanksieb aus (nicht der an der Einfüllöffnung, sondern unten an der Kraftstoffleitung)?
- ist die Kraftstoffleitung vom Tank zum Motor vom Durchmesser zu eng, geknickt, porös oder zieht irgendwo Luft?
- Vorfilter und Hauptfilter sind erneuert?
- "Dieselpest"

Eine weitere Ursache wäre, daß dein Gasgestänge vom Gaspedal zur Einspritzpumpe falsch eingestellt ist und die Einspritzpumpe gar nicht auf Vollgas-Anschlag geht. Dann zieht der Motor gleichmäßig und ohne Aussetzer bis zur Abregeldrehzahl, aber insgesamt eben zu schwach.

Wie Christoph schon geschrieben hat muß der Mog mit dem OM617 deutlich schneller laufen, wenn du nicht einen sehr großen und schweren Aufbau hast muß der mit den kleinen Rädern im 6. Gang locker bis zur Abregeldrehzahl fahren. Mein 404 mit dem OM617 und 12,5er Rädern zieht selbst die gängigen Autobahnsteigungen zügig im 6. Gang hoch (TLF-Aufbau und 3,3 t Leergewicht).

Grüße
Günter
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon Radkappe » 09.02.2018, 10:09

Hallo Günter,

vielen Dank für die Hinweise.

Die Dieselleitung vom Tank wurde überprüft ob diese Luft zieht, in dem ein transparentes Verbindungsstück in die Leitung eingebaut und geschaut wurde, ob der Kraftstoff nach dem Abstellen des Motors zurückläuft bzw. Luftblasen in der Leitung sind.

Den Krafstofffilter habe ich bereits ausgetauscht. Beim Tank handelt es sich um einen Edelstahltank. Müsste ihn mal ganz leer fahren, um auf den Grund sehen zu können. Bislang ist mir jedoch kein Schodder aufgefallen.

Da ich leider keinen Drehzahlmesser habe, kann ich die Abregelung des Motors nicht ohne weiters prüfen. Allerdings vom Klang her kommt es mir so vor, dass dieser schon im oberen Bereich dreht.

In der Tat könnte das Gasgestänge vom Gaspedal zur Einspritzpumpe falsch eingestell sein. Wenn ich jedoch im Stand bei ausgeschalteten Motor das Gaspedal durchtrete, sehe ich, dass bei der Einspriztpumpe der Anschlag erreicht wird. Wie gesagt, vom Motorklang kommt es mir so vor, dass dieser schon in den höchsten Tönen dreht. Ich werde die Treibstoffleitung nochmals überprüfen aufKnicke etc, ebenso den Vor- und Hauptfilter. Ferner werde ich in den nächsten Tage wenn es halbweg trocken ist nochmals die von Dir vorgeschlagenen Beschleunigungversuche machen.

Kannst Du mir das mit der Dieselpest noch etwas erklären? Was ist damit gemeint, wie kann ich es feststellen?

:danke, Beste Grüße,
Hubert
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon geosjoggen » 09.02.2018, 13:26

Hallo Hubert,

sollten Deine Spritleitung vom Tank kommend an den Filtern (vorallem am Vorfilter) mit Hohlschrauben in 90Grad befestigt sein, so mache diese auf und prüfe ob sich dort nicht Dreck, Schmodder, etc. angesammelt hat. Der kann gewaltig die notwendige Kraftstoffmenge behindern, so daß kein Vollgas mehr möglich ist, selbst bei voll durchgetretenem Gaspedal. Zurückblasen mit Druckluft hilft nur kurzzeitig, da der Dreck wieder angesaugt wird. Habe ihn bei mir mit einer Pinzette aus der Schraube/Hohlschraube gezogen. Fährst Du Winterdiesel? Bei Sommerdiesel wäre noch Leistungsverlust durch versulzen im Kraftstoffilter denkbar, sofern nicht beheizt. Ansonsten wurde ja schon recht viel zu Lösungsmöglichkeiten gesagt. Wegen Dieselpest suche mal im Technik Forum der übrigen Unimogs. Dort wurde dieses Thema schon häufig angeschnitten.

Mit Mog Grüßen
Roland
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon geosjoggen » 09.02.2018, 13:32

Hallo Hubert,
bins nochmal. Dein Mog hat kein Untersetzungsgetriebe und Du fährst eventuell mit Untersetzung?

Gruß
Roland
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon günter.404 » 09.02.2018, 14:38

Hallo Hubert,

wenn du "Dieselpest" mal bei google eingibst findest du eine Menge Info und Bilder dazu.

Ich kenne deinen Mog und seine Vorgeschichte ja nicht. Ist er vor der Motorrevision auch schon schlecht gelaufen oder war es da noch besser? Und wie äußert sich der Leistungsmangel? Wenn er z.B. im 5. Gang bis 60 fährt und im 6. Gang nicht schneller, dann liegt es nicht am Drehzahlbegrenzer. In den Tanks kann sich im Laufe der Jahre schon eine Menge Gammel ansammeln. Wie und welche Leitung wurde vom Tank zum Motor verlegt? Sind evtl. Bauteile dazwischen, die zusätzliche Fehlerquellen sein können (z.B. Umschalthahn). Welchen Durchmesser hat die Leitung? Die Rücklaufleitung geht hoffentlich zum Tank zurück und nicht einfach über ein T-Stück in die Vorlaufleitung?

Kurz gesagt: es sollte sicher gestellt sein, daß der Sprit ungehindert und ohne Engstellen oder Undichtigkeiten vom Tank zum Motor kann. Wie Roland schon geschrieben hat kannst du diese Leitung auch mal rückwärts mit Druckluft durchblasen (anschliessend entlüften nicht vergessen!). Wenn er daraufhin besser läuft hast du den Fehler auch schon eingegrenzt, auch wenn das nicht lange hält, aber zur Fehlersuche kann es hilfreich sein. Eine andere Möglichkeit wäre, daß du den Motor mal probehalber direkt aus einem Kanister mit Diesel versorgst.

Wenn du im Stand bei ausgeschalteten Motor das Gaspedal durchgetreten hast und die Einspritzpumpe auf Anschlag geht ist das in Ordnung.

Grüße
Günter
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon OPTI-MOG » 09.02.2018, 21:29

Hallo Hubert,

wenn der Mog im 5. Gang bis 63 km/h läuft, liegt es nicht an der zu geringen Abregeldrehzahl und er erreicht 4400 U/min.
Liebe Grüße

Christoph

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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon marek1895 » 09.02.2018, 21:56

Hallo Hubert,
meine erste Kontrolle währe ob das Gaspedal bei Vollgas auch die Einspritzpumpe bis zum Volllastanschlag bringt!
MFG:
Hans-Ulrich
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon günter.404 » 10.02.2018, 09:11

Hallo Hans-Ulrich,

schau genau:

günter.404 hat geschrieben:Eine weitere Ursache wäre, daß dein Gasgestänge vom Gaspedal zur Einspritzpumpe falsch eingestellt ist und die Einspritzpumpe gar nicht auf Vollgas-Anschlag geht.



Radkappe hat geschrieben:Wenn ich jedoch im Stand bei ausgeschalteten Motor das Gaspedal durchtrete, sehe ich, dass bei der Einspriztpumpe der Anschlag erreicht wird.


:roll: :wink:
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon Helmut-Schmitz » 10.02.2018, 11:50

Hallo Hubert
Eine grudsätzliche Frage, wurde das Fahrzeug jetzt umgerüstet oder wurde lediglich der Motor überarbeitet?
Radkappe hat geschrieben:Einspritzpumpe incl. Düsendruck und Spritzbild überprüfen lassen, neue Dieselförderpume eingebaut,

Der OM617 hat üblicherweise bei 88PS (Fahrzeugausführung) eine Einspritzpumpe mit RSF-Regler. Hierbau handelt es sich um einen Leerlauf-Enddrehzahlregler, bei dem keine Zwischendrehzahl am Fahrpedal gewählt werden kann, es kann nur die Kraftstoffzumessung beeinflusst werden. Die Vollastmenge und Abregeldrehzahl sind im Regler fest eingestellt, der aber wie angegeben überprüft wurde. Dazu gehört auch die Einstellung der äußeren Anschlagschraube für das Gasgestänge, Ist der wirklich korrekt eingestellt?
Offen ist die Frage zum Föderbeginn, wurde der wieder richtig eingestellt. Die Steuerkettenlänge beeinflusst die Steuerzeiten.
Wurden und die Leitungen zur Einspritzpumpe und Rücklauf sowie das Vordruckventil richtig eingebaut, da kann ansonsten der Kraftstoff an der Einspritzpumpe locker vorbeifließen.
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon Radkappe » 11.02.2018, 20:57

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten + Tipps. Hier nochmals ein paar Hintergrundinfos zu meinem Problem.

Das Fahrzeug hatte ich vor rund einem Jahr gekauft. Es handelt sich um ein umgebautes Feuerwehrfahrzeug. Der Vor-Vor-Besitzer hatte den Umbau und den Einbau des OM617 vorgenommen und mit einem Edelstahltank versehen. Der letzte Besitzer ist nur rund 200 km damit gefahren. Beim Kauf lief der Unimog nicht schneller als die beschriebenen 60 km/h, eher langsamer. Deshalb hatte ich die umfangreichen Motorrevisionsarbeiten zuerst in einer kleinen Werkstatt in Auftrag gegeben (Zylinderkopf war undicht, deshalb diesen schleifen incl. Ventilsitze, Steuerkette und Keilriehmen neu, Ventile eingestellt, Förderbeginn der Einspritzpumpe einstellen lassen, in die Tankleitung Rückschlagventile einbauen lassen und zu guter Letzt auch noch eine neue Kraftstoff-Förderpumpe einbauen lasssen. Bei den Arbeiten habe ich mich auf die Werkstatt verlassen. Der Motor lief danach runder, jedoch kaum schneller oder mit mehr Kraft/Drehmoment. Sobald ich an eine kleine Steigung komme, muss ich vom 6 Gang zurückschalten. Im 5. Gang erreiche ich eine max.Geschwindigkeit von 35-40 km/h.

Bei einer großen markenunabhängigen Motorenwerkstatt/Boschservice für LKWs, Unimogs, Busse etc. in meiner unmittelbaren Nähe wurde bei der Einspritzpumpe das Spritzbild, die Düsenplättchen und der Einspritzdruck überprüft. Der Einspritzdruck war mit 90 bar rund 30% zu gering und wurde danach auf 120 bar eingestellt. Auch die Kompression des Motors wurde gemessen: Resultat 21 bar, somit also im akzeptablen Bereich wie es in dem Buch von H.R. Etzold "Mercedes 200D/220D/240D 300D, So wird´s gemacht" beschrieben ist.

Jetzt habe ich Dank eurer Tipps ein besseres Bild von möglichen Feherquellen und werde diese Schritt für Schritt in den nächsten Tagen durchgehen. Winterdiesel habe ich getankt. Als erstes werde ich nochmals das Gasgestänge und die Tankleitung überprüfen. Sollte ich nicht weiterkommen, werde ich wohl oder übel nochmals die in Werkstatt gehen und die Einspritzpumpe überholen und neu einstellen lassen (wurde mir beim letzen Mal auch empfohlen....) Ich werde in der nächsten Zeit hoffentlich über mögliche Fortschritte kurz berichten. Ansonsten verbuche ich die Angelegenheit unter "Erfahrung sammeln"

Also nochmals vielen Dank für Euer Engagement und die tollen Hinweise.

Mit besten Grüßen,
Hubert
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon georgm60 » 13.02.2018, 19:02

Hallo Hubert,

wenn ein Mog noch den originalen Ölbadluftfilter hat würde ich den mal abklemmen und ohne Filter fahren.
Denn der originale hat für den Motor zu wenig Durchsatz.Bei meinem Mog war der Umbau auf Papierfilter mit einem deutlich spürbaren
Leistungszuwachs verbunden.

Gruß Georg
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon 404oldie » 16.02.2018, 12:13

Hallo Hubert!
So wie beschrieben liefert Dein scheinbar mechanisch gesunder OM 617 nur etwas mehr als die halbe Soll-Leistung (für 60 km/h sind knapp 50 PS notwendig, siehe Literatur zu Umbau auf OM 615/616). Da hat es was Gröberes.
Ich nehme an, die Einspritzpumpe hat keine ALDA (automatische Ladedruckanpassung)-Dose, ihr Förderbeginn ist bei 24 Grad vor OT, ihr Fliehkraftversteller hakt nicht, die Nockenwelle ist nicht grob verschlissen (zu wenig Ventilhub), die Steuerzeiten stimmen (NW-Nut stirnradseitig fluchtet bei KW OT), die Mulde im Kolbenboden ist 5-Finger förmig (und nicht oval wie für 80PS), die Vorkammern sind brennraumseitig abgerundet (und nicht plan wie für 80PS) und die Kraftstoffzufuhr (Vorförderpumpe, Dieselfilter) bis zur Einspritzpumpe ist OK. Die berichteten nur 90 bar Düsenabspritzdruck zeugen von nicht allzu großem Fachwissen der vorausgegangenen Motorinstandsetzer.
Dein Motor "verhungert" typischerweise. Da kommen 3 grundsätzliche Fehlerquellen in Frage a) Kraftstoffmangel, b) Luftmangel und c) Abgasstau.
Bei einer am Prüfstand (max.Fördermenge) eingestellten Einspritzpumpe müsste bei Fehlerquelle b und/oder c bei Vollgas eine gewaltige Rußschwade aus dem Auspuff kommen, was Du nicht berichtest. Wurde dagegen die Rauchgrenze (Vollgasmenge) im eingebautem Zustand am Fahrzeug eingestellt, dann rußt der Mog bei allen, auch mechanischen Fehlerquellen nicht, weil eben nur so wenig Diesel eingespritzt werden kann, wie Frischluft/Abgas durch das System gelangt. Wenig Diesel im Brennraum rußt nicht, bewirkt eben wenig Leistung.
Neben dem zu kleinen Ölbadluftfilter kann auch ein zu dünnwandiger Ansaugschlauch (wird zusammengedrückt) zwischen Luftfilter und Ansaugkrümmer mit Ursache des Leistungsmangels sein und/oder auch ein maroder Auspuff, wo ein loser/verbogener Blechteil den Abgasdurchsatz massiv behindert.
Also Ansaugschlauch beim Ansaugkrümmer ab und Auspuff vom Auspuffkrümmer ab und die Vollastanschlagschraube (hinten am Einspritzpumpenreglergehäuse) aufdrehen bis bei Vollgas vom Leerlauf weg gerade kein Auspuffruß zu sehen ist. Wenn es schon bei einer 1/4 Drehung rußt, dann ist die Fehlerquelle bei den Ventilsteuerzeiten (Nockenwelle, Kette) bzw. Einspritzung zu suchen. Wenn mehr gegangen ist, dann Ansaugschlauch anschließen. Wenn es dann bei Vollgas rußt, bekommt der Motor zu wenig Luft (Ansaugleitung, Luftfilter). Wenn nicht, dann Ansaugschlauch wieder weg und Auspuff dran. Wenn es dann bei Vollgas rußt, ist der Auspuffstrang zu eng/verlegt.
Wenn das Herausdrehen der Vollastanschlagschraube nichts bewirkt, ist was im Reglergehäuse defekt.
Ist als Hilfe zur Fehlereingrenzung gedacht.
Doc
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Re: Mangelnde Endgeschwindigkeit beim 404.013 mit OM617

Beitragvon Radkappe » 21.02.2018, 23:04

Liebe Unimog-Gemeinde,

Ich habe in den letzten Tagen einige der Tipps umsetzen bzw. überprüfen können. Nach dem Nachjustieren des Gasgestänges habe ich wie vorgeschlagen den Ölbadluftfilter abgehängt und die Schläche zum Ansaugkrümmer bzw. zum Kompressor mit einem Nylonstrumpf versehen, so dass keine grobe Partikel angesaugt werden.

Ergebnis: nun läuft der Mog 70 km/h, also rund 10 bis 15% schneller und beschleunigt auch etwas kräftiger. Ich habe gleich einen Umbausatz von Ölbadfilter zu Papierfilter bestellt, der heute angekommen ist. Mal sehen, ob nach Einbau des Papierfilters in den ursprünglichen Ölbadfiltertopf der Geschwindigkeitszuwachs erhalten bleibt.

Ich habe nun den Eindruck, dass der Motor eher verhungert, d.h. nicht genügend Diesel bekommt und somit nicht die volle Leistung erreicht. Die nächsten Überprüfungen meinerseits (Nachstellen der Vollastanschlagschraube, Kraftstoffleitungen/Filter etc.) erfolgen demnächst. Ich hoffe nur, dass ich um einen Ausbau der Einspritzpume und deren Nachstellen/Überprüfen auf dem Prüfstand herumkomme....Mein nächstes Ziel ist, den Mog auf 80 km/h oder etwas mehr zu bringen incl. kräftigen Durchzug beim Beschleunigen oder am Berg (ok, ist Wunschgedanke)....

Undnochmals :danke für die wertvollen Hinweise und bis bald zum nächsten Update,

Viele Grüße, Hubert
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