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Verfasst: 24.10.2005, 13:47
von hueroth
Hallo Christian,
auch wenns weh tut, Reiner hat Recht. Die Kosten laufen Dir weg, wenn Du wenig selbst machen willst oder kannst. Und dann noch ein Typ 2010 - würde ich mich nicht dran geben. Hab das bei Bekannten miterlebt, die günstig einen Alten Unimog gekauft haben, viel Geld rein gesteckt haben, TÜV nicht durchkamen wegen weiter Investitionen und dann resigniert verkauft haben. Schade um das viele Geld.
Nun mein Vorschlag zum Rost in Deinem Falle:
- gründlich reinigen mit Hochdruckreiniger
- in Halle mit Heizlüfter stellen und richtig trocknen lassen
- "Rost-off" von Würth oder etwas ähnliches draufsprühen - brauchst Du gut 2-3 Liter.
- 1-2 Tage in der Halle wirken lassen
- nochmals gründlich mit dem Hochdruckreiniger drüber
- nochmals richtig trocknen lassen
- Sprühoel drauf oder so einen bereits von Moglern empfohlenen Konservierer.
Nach jedem Salzkontakt im Winter wiederholen.
Viel Spass
hueroth
Verfasst: 24.10.2005, 18:34
von Menk
Also wenn ich mir das Bild der Hinterachse anschaue, sieht das meiner Ansicht nach alles andere als dramatisch aus. Den hier beschriebenen Typ 2 berücksichtigt ("Spaß am Fahren"), würde ich das grob mit Hochdruckreiniger und Drahtbürste reinigen, überstreichen und es erst einmal dabei bewenden lassen. (Wie hier nun schon mehrfach genannt.)
Wenn man den Rost wirklich loswerden will, hilft meiner Ansicht nach nur Sandstrahlen. Aber dazu haben natürlich die wenigsten die Möglichkeit.
Gruß, Markus
Verfasst: 24.10.2005, 19:08
von MichaMeitz
Hallo Markus,
Auch nicht schlecht!!
Den ganzen Mog strahlen. Ich würde mir aber intensive Gedanken darüber machen, ob nicht doch irgenwo zu viel "Sand im Getriebe" ist.
Hast du Deinen Mog schon wieder zusammen? Was kam denn nach den Strahlarbeiten aus diversen Bauteilen heraus. Und wie haben die Dichtungen reagiert? Welche Maßnahmen hast du ergriffen um eventuellen "Restsand" zu beseitigen?
Das ist nicht ironisch gemeint. Schreib doch ein wenig mehr dazu.
Gruß aus dem Sauerland
Micha
Verfasst: 25.10.2005, 09:31
von Menk
@Micha
Ja, der Unimog ist inzwischen (seit 4 Wochen etwa) wieder zusammengebaut und läuft (hoffentlich noch lange). Ich habe auch noch keine Undichtigkeiten festgestellt, die auf das Strahlen zurückzuführen wären.
Ich habe auch andere Teile gestrahlt und meiner Ansicht nach wird das Risiko meist überschätzt. Natürlich besteht aufgrund des hohen Drucks die Gefahr, daß das Strahlgut unkontrolliert herumfliegt. Jedoch lassen sich alle Öffnungen an Motor oder Getriebe wie auch Kreuzgelenke gut schützen. Die Teile, die unkontrolliert herumfliegen haben aber meist eine deutlich geringere Energie. Zum anderen kann man den Strahl gut kontrollieren und damit vermeiden, direkt (oder zu lange) auf möglicherweise kritische Stellen zu blasen.
Nach dem ich fertig war habe ich mit Druckluft (auch mit dem großen Schlauch) alles richtig abgeblasen. Die Bremsen habe ich später sowieso aufgemacht. Aber auch dort fand sich mehr alter Dreck als Strahlsand.
Gruß, Markus
Verfasst: 26.10.2005, 13:07
von Wole
Hallo Unimog-Freunde!
Ich erinnere mich, in meinem Heimatort war früher eine kleine Spedition mit ca. 20-30 LKW. Alle Jahre im Sommer wenn es trocken war, wurden an mehrere LKW die Fahrgestelle mit Achsen und was da alles so dran ist, im Freien sandgestrahlt und anschließend nach dem Abblasen neu grundiert und lackiert. War zwar ne Riesensauerei für die Nachbarn, der Mitarbeiter im Strahlanzug war auch nicht zu beneiden, aber es ging und wurde jahrelang so praktiziert.
Mein Freund Poldi, ist seit ca. 3 Jahren an seinem Mog 406 dran. Inzwischen sind eigentlich alle strahlbaren Teile gestrahlt. Allerdings wurde der Mog bis zur vorletzten Schraube zerlegt. Mancher Strahlbetrieb bietet auch gleichzeitig noch Grundierarbeiten an, was je nach Wetterlage auch Sinn macht, damit erst gar kein Rostansatz mehr stattfinden kann.
Wole U-406
Verfasst: 26.10.2005, 14:45
von Xamhoo
Muss auchmal meinen Senf dazugeben:
Ich würde an seiner stelle gar nicht soviel dran machen. Der Unimog ist so verschachtelt dass sich nach einigen Jahren fahrt in jeder (wirklich jeder!) lücke (Rahmen, Achse etc.) öliger Dreck ansammelt. Wenn du das alles entfernst (Hochdruckreiniger, Fettlöser usw) geht die Rosterei erst richtig los!
Ich würde mich einen Samstag unter den Bock legen und die Stellen die vom Spritzwasser direkt betroffen und leicht zugänglich sind neu lackieren!
Ansonsten nach einem trockenen Unterstand umsehen, in dem mein Mog nach einer Regenfahrt trocknen kann!
Grüße Max
(Große Spritzlappen tragen wahnsinnig dazu bei gerade den Batteriekasten zu erhalten, der ja bekanntlich das erste wahre "Rostopfer" wird

)
Verfasst: 26.10.2005, 21:37
von rolo
Hallo Christian!
zum Thema Rost:
Wo es geht eine gezopften Drahtbüerste an ner kleinen Flex verwenden, sonst Dremel o.ä. oder Schleifpapier. Dann unbedingt erst grundieren und erst dann lackieren. Die Pritsche würd ich dafür trotzdem mal runternehmen, ist mit 2 Mann nicht der allergrößte Aufwand, man kommt aber wesentlich besser an den Rahmen ran.
zum Thema Mogtypen:
Es gibt wohl alle Schattierungen von Fahrern und Schraubern.
Da es ja kaum noch Werkstätten gibt, die von einem 2010er Ahnung haben, kommt man über kurz oder lang um das selber Schrauben nicht drum herum.
Wichtig ist, daß die alten Ur-MOGS erhalten bleiben, egal ob mit Zustand 1 oder 3 und daß man Spaß an der Sache hat egal ob am Schrauben oder am Fahren.
Roland

Verfasst: 27.10.2005, 12:56
von Michel421
Hi,
ich kann mich nur mog417 anschliessen, Hammerit ist wirklich nicht das idealste als Rostschutz. Lässt sich zwar recht leicht verarbeiten, aber der Effekt ist nicht so toll. Auch bei mir ist der Rost am 421 wieder durch gekommen. Wir hatten alles mit Zopfkranzbürste auf der kleinen Flex alles entrostet (unser Mog war auch im Winterdienst)und dann zweimal dick mit Hammerit bearbeitet. Lass es, das Zeug taugt nicht wirklich gut.
Wir haben aber auch alles im Rahmeninnere und was sonst noch so ohne weiteres geht rausgebaut gehabt. Kraftheberzylinder, Kipperzylinder, Spiralfedern und und und. Es ist zwar jetzt mal was drauf und das ist sicherlich besser als es zu lassen wie es war, aber zur "Endlösung" muss was besseres her. Noch ein paar Tips, wenn Du hinten am Mog zu Gange bist, auf alles Fälle Pritsche runter, das gibt Platz zum hantieren. Dann immer nur kleinere Ecken vornehmen. Vorletztes Jahr war hinten dran. Letztes Jahr haben wir vorne gemacht und dieses Jahr haben wir dann angefangen von silber auf DB6277 um zu lackieren. Was auch dem Ganzen zuträglich ist, möglichst wenig im Nassen fahren. Hilft ungemein den Rost im Zaum zu halten. Irgendwann werden wir den Mog mal komplett zerlegen und alles was unterhalb der Pritsche/Kabine ist sandstrahlen. Danach zum verzinken geben oder, noch besser, Pulverbeschichten. Danach ist wirklich Ruhe mit Rost.
Viel Spass beim Schrauben
Michael
Verfasst: 27.10.2005, 19:49
von Haudron
Soweit schon mal Dankeschön für Eure Antworten. Um einen Neuaufbau zu verzögern werde ich deb Mog gründlich abkärchern und anschließend mit "Fluid Film" besprühen. An hinteren Querlenker werde ich testweise "Perma Film" vom selben anbieter aufbringen. Da es eine schwarze Farbe hat, sollte es gut aussehen.
Allerdings vermute ich, daß sich durch die Wachsbehandlung von Fluid Film schnell eine dicke Staub- und Schmutzschicht am Fahrwerk bilden wird. Ich hoffe das macht dem Mog dann nichts aus.
Am Samstag lege ich mit dem Winterfest machen los. Ist neben Batterieausbauen, Volltanken, Reifendruckerhöhen, Kühlwassertesten, Scheibenwischerabbauen, Handbremselösen noch was zu beachten?
Viele Grüße
Christian