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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#554476
Hallo Community,

Ich habe einen U1200 427 Baujahr 1991 erworben. Der Mog geht mit dem Schlüssel aus. An der Einspritzpumpe schält ein Zylinder die Pumpe auf Nullförderung. Dieser war ab Werk mit einer Motorbremse ausgerüstet, welche aber dann demontiert wurde. Das Ventil ist noch vorhanden. Ich habe nun eine gebrauchte Motorbremse / Drossel eingebaut. Diese funktioniert bei betätigen des Fußventils. Anschlüsse waren noch vorhanden.
Meine Frage: Wie schält die EP nun auf Nullförderung? Funktioniert dies elektrisch indem man das Ventil ansteuert, welches auch durch die Zündung angesteuert wird und den Zylinder an der EP betätigt?
Oder über ein T-Stück Druckluft beim Betätigen des FußVentils direkt an die EP bzw. Den Zylinder?

Über eure Hilfe wäre ich sehr dankbar, da ich leider bei der Recherche im Forum und dem ganzen Internetz nicht wirklich schlau geworden bin.

Vielen Dank und Grüße
Marius
#554478
Hallo Marius
durch seine Bau- und Arbeitsweise stellt ein RSV- bzw RQV-Regler im Schiebebetrieb immer auf Nullförderung, erst wenn die Leerlaufdrehzahl erreicht wird, stellt der Regler wieder auf Leerlaufmenge. Da aber in dem Bereich unter 1200 U/min kaum noch Bremswirkung mit der Motorbremse erreicht wird, ist das nicht wirklich tragisch, dadurch kann aber nicht versehentlich der Motor abgewürgt werden.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig

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Wat soll dä Quatsch
#554493
Helmut-Schmitz hat geschrieben:Hallo Marius
durch seine Bau- und Arbeitsweise stellt ein RSV- bzw RQV-Regler im Schiebebetrieb immer auf Nullförderung, erst wenn die Leerlaufdrehzahl erreicht wird, stellt der Regler wieder auf Leerlaufmenge. Da aber in dem Bereich unter 1200 U/min kaum noch Bremswirkung mit der Motorbremse erreicht wird, ist das nicht wirklich tragisch, dadurch kann aber nicht versehentlich der Motor abgewürgt werden.
Hallo Helmut,

da mich die Frage auch interessierte und ich es mangels meines zwischenzeitlich verkauften U1400 nicht mehr nachprüfen kann, habe ich gestern mal in die Werkstattunterlagen gesehen. Offenbar gibt es neben dem Magnetventil Y1 für die Abstellung noch ein zweites (im Schaltbild Y2 genannt) offenbar im Zusammenhang mit der Motorbremse. Das soll allerdings über S20 im Armaturenbrett ansteuerbar sein. An solch einen Schalter kann ich mich von meinem U1400 allerdings gar nicht erinnern.
Viele Grüße, Wolfgang
U416.114 (U1100), 1976, Cabrio, 2 x 4 Gang, 110 PS
#554494
Hallo Wolfgang

je nach Schaltung ist die Motorbremse mit der Fahrzeugbremse gekoppelt. In Ortschaften ist die Benutzung der Motorbremse allerdings nicht gestattet, über einen Schalter lässt sich die automatische Zuschaltung der Motorbremse zuschalten bzw deaktivieren.
Ich habe das im Unimog allerdings noch nicht verifiziert.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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#558431
Hallo Wolfgang, hallo Helmut,

nachdem ich nun diesen Sommer nochmals ohne die Nullförderung unterwegs war und die Motorbremse so kaum Wirkung zeigt, möchte ich diesen Winter das Thema nochmals angehen.

Was mit vorliegt: Technisches Handbuch, Einführungsschrift Kundendienst Neutypen (427-437) (1) sowie die dazugehörigen Neuerungen ab 1991 (2) und zuguterletzt die Werkstatt Informationen digital (3).
Leider bin ich deshalb nicht schlauer.

Erkenntnisse aus (1):
- Bei den Modellen ohne Schlüsselabstellung wird gleichzeitig durch Betätigen des 3/2 Wegeventils (das in diesem Fall beide Zylinder steuert - Motorbremse und EInspritzpumpe) und ein elektrischer Schalter betätigt, der einen Kontakt zum Anschluß 54g (x) in der Anhängersteckdose weitergibt.
- DIes ist auch so im Funktionsschema der Nebenverbraucher ersichtlich
- Es gibt einen Schalter (S10) SA für die 3. Bremse der auch auf 54g geht

Erkenntnisse aus (2):
Zu Schlüsselabstellung:
- Relais K7 fällt ab, Spannung wird über die Kontakte 30 -87a zu einem 3/2 Wegeventil durchgeschalten.
- Druckluft des Nebenverbraucherkreises belüftet Federspeicherzylinder an der ESP --> geht in Stopp Stellung.
- Am Zentralstecker gibt es h4 Dauerbremse mit entsprechender Kontrollleuchte (dort steht sw/rtws)
- Sicherung F6 unter anderem für 3. Bremse, F18 Relais Motorabstellung
- Im Stromlaufplan gibt es bei Motorabstellung X46 Steckverbindung Magnetventil Dauerbremse (Stromweg 264) und Y1 Magnetventil Motorabstellung (unter Fahrerhaus rechts)
- X46 ist beschriftet mit 1 sw/rt ws LI/2
- S20 ist in diesem Fall Schlater für Kipppritsche

--> leider steht zu dieser Steckverbindung Magnetventil Dauerbremse sonst überhaupt nichts mehr drin...Im Stromlaufplan drin, allerdings frage ich mich wo hin, da kein Ventil oder ähnliches dort ersichtlich (kenne mich leider mit Stromlaufplänen nicht sonderlich aus)

Erkenntnisse aus (3):
-In einer Service-Information kann ich lesen, dass es einen Nachtrag zu (2) gibt, mit elektrischen Schaltplänen zu SA. DIese beinhaltet einen Schaltplan für Motorbremse abschaltbar. Leider ist genau dieser aber nicht inbegriffen !!!
- h4 ist nun Öldruck Motor
- h20 Kopplung Motorbremse (dort steht nun das sw/rtws)
- S20 Schalter Motorbremse Stromweg 228 (Instrumententafel)
- Y1 Magnetventil Motorabstellung (unter Fahrerhaus) Stromweg 207
- Y2 Magnetventil Motorbremse (kein Einbauort) Stromweg 229
--> Kann es sein, dass der Schalter S20 welches Y2 schält (entgegen den Angaben) durch Betätigen des 3/2 Wegeventils im Fußraum betätigt wird? Auf einem Bild bei der Baureihe 408 mein ich das gesehen zu haben (siehe Bild anbei)

Könnt ihr mir mit diesen Infos nochmals weiterhelfen?

Wenn ich mit dem Fuß auf das Ventil trete, macht die Motorbremse zu, das funktioniert. Nach meinem Verständnis müsste ein elektrischer Schalter gleichzeitig angesteuert werden und das Magnetventil Y1 ansteuern, sodass der Zylinder an der EPS auf Nullförderung geht?
Aber wieso gibt es jetzt noch ein Y2 und was hat es mit X46 auf sich? (Y2 und Schlater S20 tauchen erst im Werkstatthandbuch auf)

Danke und Gruß Marius
#558587
Hallo Marius
blackbeard hat geschrieben:nachdem ich nun diesen Sommer nochmals ohne die Nullförderung unterwegs war und die Motorbremse so kaum Wirkung zeigt, möchte ich diesen Winter das Thema nochmals angehen.
Nullförderung hat nicht mit einer Motorbremse oder Schlüsselabschaltung zu tun. Im Schiebebetrieb geht die Einspritzpumpen immer auf Nullförderung, das macht der Regler.
Sollange die Motordrehzahl höher ist als die (mit dem Fahrpedal oder Handgas eingestellte Solldrehzahl , geht der Regler auif Nullförderung. Steht das Handgas auf Leerlauf, wird beiu erreichen der Leerlaufdrehzahl langsam wieder auf Fördern gestellt.Die Motorbremswirkung ist nur bei höherer Drehzahl überhaupt bemerkbar, untenherum ist die Wirkung so gut wie nicht spürbar.
Der Stellzylinder an der Einspritzpumpe ist für die Abstellung und macht nichts anderes wie das Zurückstellen desHandgas auf Null.
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Helmut

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#558611
Helmut-Schmitz hat geschrieben: 07.12.2021, 11:33 Hallo Marius
blackbeard hat geschrieben:nachdem ich nun diesen Sommer nochmals ohne die Nullförderung unterwegs war und die Motorbremse so kaum Wirkung zeigt, möchte ich diesen Winter das Thema nochmals angehen.
Nullförderung hat nicht mit einer Motorbremse oder Schlüsselabschaltung zu tun. Im Schiebebetrieb geht die Einspritzpumpen immer auf Nullförderung, das macht der Regler.
Sollange die Motordrehzahl höher ist als die (mit dem Fahrpedal oder Handgas eingestellte Solldrehzahl , geht der Regler auif Nullförderung. Steht das Handgas auf Leerlauf, wird beiu erreichen der Leerlaufdrehzahl langsam wieder auf Fördern gestellt.Die Motorbremswirkung ist nur bei höherer Drehzahl überhaupt bemerkbar, untenherum ist die Wirkung so gut wie nicht spürbar.
Der Stellzylinder an der Einspritzpumpe ist für die Abstellung und macht nichts anderes wie das Zurückstellen desHandgas auf Null.
Guten Morgen Helmut,

Das verstehe ich schon - mit Schubabschaltung etc.
Ich denke, du möchtest mir sagen, dass die Motorbremse nicht mit dem Absteller gekoppelt ist bzw. Aus deiner Sicht nicht mit diesem gekoppelt werden muss.

Mein Kumpel hat einen 427/U1200 allerdings BJ 1988 und daher noch ohne Absteller.
Er hat die Motorbremse ebenfalls verbaut. Sobald er auf die Motorbremse steht, schließt ein Zylinder die Drosselklappe und ein weiterer Zylinder der am Gasgestänge rechts vom Motorblock sitzt, fährt die ESP auf 0. Verbunden durch ein T-Stück.
Somit kann er den Mog entweder mit der Motorbremse auch ausmachen oder klassischer Weg Über Handgashebel.

Grüße Marius
#558614
Hallo
blackbeard hat geschrieben: Aus deiner Sicht nicht mit diesem gekoppelt werden muss.
das ist nicht meine Sicht, das ist technisch so bedingt und z.B. am 406/416/417 so verbaut. Meiner hat ebenfalls den OM366 verbaut, nur mit Abgasdrosselklappe. Systembedingt besteht nur die Gefahr, dass ein Deppp auf die Motorbremse tritt und mit dem anderen Fuß aufs Gas. Deshalb ist bei den Baureihen der Fußschalter so angeordnet, dass man mit dem rechten Fuß nur eines betätigen kann.
Es gibt noch ein paar andere Punkte, aber die Motorbremse funktioniert, sofern die Abgasklappe geschlossen wird und man vom Gas geht. Das alles hatte ich aber schon früher erklärt.Frage
blackbeard hat geschrieben:Dieser war ab Werk mit einer Motorbremse ausgerüstet, welche aber dann demontiert wurde. Das Ventil ist noch vorhanden.
Wurde die Klappe denn nun nachgerüstet, du brauchst den Klappenzylinder nur an das Ventil anschließen.

Insgesamt ist die Bremswirkung eher homöopathisch, vielleicht erwartest du von der Motorbremse einfach zuviel.
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Helmut

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Wat soll dä Quatsch
#558615
Hallo,

nur als Ergänzung:
Helmut-Schmitz hat geschrieben: In Ortschaften ist die Benutzung der Motorbremse allerdings nicht gestattet
Das war soweit mir bekannt ist früher mal so. Zumindest ist seit vielen Jahren in den gültigen Vorschriften dieser Passus nicht mehr zu finden. Die Motorbremse darf sowohl inner- wie außerorts verwendet werden.
Die Kopplung mit der Betriebsbremse ist aus anderen Gründen abschaltbar. Bei Straßenglätte kann es bei einer automatischen Kopplung je nach Fahrzeug zu einer Überbremsung und Blockieren der Hinterräder kommen. Daher macht es in dem Fall Sinn, die automatische Kopplung vorher zu deaktivieren.

Gruß,
Michael
Meine Mogs und Anhänger:
406.121, 403.123, 435.115, KDU6000
Ehemalige Mogs:
404.115(TLF8)*, 404.114(LF8-TS)*, 416.141, 403.121, 424.126, 406.121

*) bei der Feuerwehr

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