Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#559732
Hallo zusammen,

momentan beschäftige ich mich mit der Bremse an meinem 403 mit Trommelbremse (1 Kreis + Einleitungs-Anhängerbremse).
Nun ist es so, dass Luft entweicht, wenn ich den Umschalthahn an der Hecktraverese öffne - also waagerecht stelle. Wenn mir kurz einer erklären kann, was passiert wenn der Umschalthahn geöffnet oder geschlossen ist wäre ich dankbar.
Nun zurück zum Problem. Die Luft entweicht aus der dünneren Druckluftleitung, die Bremskraftverstärker und den Umschalthahn verbindet. So wie ich es sehe ist neben der kleinen Loch evtl. auch ein kleiner Riß (siehe Bild).
Hat jemand eine Idee, wie man das Problem lösen kann ohne die komplette Leitung zu tauschen?

Weiter möchte ich den Bremsschlauch tauschen, der hinter dem Kühlergrill "beginnt" und das Kippen des Fahrerhauses ermöglicht. Hat dem schon mal jemand getauscht und kann mir einen Tipp geben? Man kommt ja nicht wirklich dran (siehe Bild).

Vielen Dank und schöne Grüße
Bastian
Dateianhänge:
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Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#559735
Hallo Bastian,
so wie die Druckluftleitung aussieht würde ich an deiner Stelle die komplette Leitung wechseln.

Es gibt Verbinder mit denen du nur die defekte Stelle reparieren kannst.
So was zum Beispiel: https://www.hydrauliktechnik24.de/Gerad ... chneidring
Da musst du den Außendurchmesser des Rohres wissen, die Verbinder gibt es in allen gängigen Größen.

Allerdings bezweifle ich bei dem Zustand des Rohres das das dicht wird.
Ein neues Rohr kannst du als Meterware günstig kaufen.
Dazu die passenden Verschraubungen für den Start und Endpunkt des Rohres.
Dürfte in Summe keine 30€ kosten.
Um das Rohr zu biegen benötigst du eine Rohrbiegevorrichtung.
Ich habe da so eine Handbiegevorrichtung (nicht genau diese aber so in der Art):

Das funktioniert ganz gut. Bei youtube gibt es einige tutorials, da findest du heraus was du beim biegen und bei den Schneidringverschraubungen beachten musst.

Mein Vorschlag: Material und Werkzeug kaufen und selber machen.
Nachdem du das Rohr getauscht hast solltest du mit einem Lecksuchspray überprüfen ob die Verschraubungen dicht sind.

Falls du dir das nicht zutraust lass die Leitung komplett tauschen, ich denke alles andere macht keinen Sinn.

Evtl. ist ja auch jemand aus dem Forum der das Werkzeug und das Know how in deiner Nähe,
da kannst du dir das evtl. auch zeigen lassen.

Grüße
Thomas
#559736
Hallo,
bei der Beschreibung kann man wieder nur raten. Ich tippe, dass es ein früher 403 ist, der an der Hecktraverse noch einen grünen Umschalthahn hat. Dieser schaltet den einen Teil der Kammer des Einkammer BKV bei Anhängerbetrieb weg, damit der Zug beim Bremsen gestreckt bleibt. (Anhänger bremst stärker als Zugfahrzeug). Dabei wird die weggeschaltete Kammer mit der Umgebung verbunden (am Umschalthahn) damit kein eingeschossenes Volumen entsteht und die Kammer "atmen" kann .

Leider kann man nur raten, wo die Leckage in der Bremsanlage sich befindet. Bei dem Lochfraß ist sicher noch mehr an der Anlage zu machen. Gut gewartet sieht anders aus.

An der Bremsanlage (Luftteil) sind beim Unimog 6L, 10L 12L und 15L Hyfraulikleitungen verbaut. Später auch Kunststoffleitungen. Die 15L sind in der Regel flachdichtend, die 6L, 10L und 12l mit Schneidring. 6L kann man gut mit der Hand biegen, für die anderen braucht es ein Biegegerät.

Mein Tipp, bevor man an der Bremsanlage rumschraubt, sollte man sich mit der genauen Funktion auseinander setzen.

Zum Bremsschlauch: bei drei Schläuchen (Kupplung und zwei Bremskreise) ist das Gefummel noch enger. Mit dem richtigen Werkzeug und Geduld geht es. Anschließend muss die Anlage wieder entlüftet werden.

Gruß
Markus
Zuletzt geändert von mhame am 25.01.2022, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Markus
#559740
Hallo Bastian,

ich weiß ja nicht wie gut Du Dich mit Bremsen usw. auskennst und wie oft Du die Hütte zukünftig kippen willst, ich habe das bei mir mit dem Bremsschlauch anders gelöst. Ich habe das komplette Stück Bremsleitung vom BKV zum Bremsschlauch neu gemacht und dabei die starre Leitung länger gelassen und den Schlauch weiter unten eingebaut sodass ich diesen beim Austausch durch das Radhaus vorne lösen und auswechseln kann.
Damit habe ich zwar die Möglichkeit des Kippens vom Führerhaus verloren ohne die Bremsleitung zu öffnen, aber so oft kippe ich nicht, da macht es auch nicht mehr Arbeit den Schlauch auf der Seite des Rahmens zu trennen und die Öffnungen zu verschließen und nach dem Kippen die Leitung neu zu füllen und zu entlüften, zumal ich ein Entlüftungsgerät habe. Ich habe den Schlauch einmal gewechselt wie er in seiner ursprünglichen Einbaulage war und habe mir gedacht, nie wieder, so ist das in 5 Minuten erledigt. Man hätte auch die Leitung vielleicht starr verlegen können, aber ich dachte mir es ist für die Verwindung zwischen Führerhaus und Rahmen besser da was flexibles zu haben.

Grüße

Elmar
Und Gott sprach zu den Steinen "Wollt ihr MOG-Fahrer werden" und die Steine sagten "Nein, dafür sind wir nicht hart genug"
#559741
Hallo zusammen,

schon einmal vielen Dank für die Antworten.
Ja, richtig das Fahrzeug ist von 1969. Ich dachte Trommelbremse, 1-Kreis und Einleiter würde auf ein frühes Baujahr hinweisen - werde es als Anregung mitnehmen.

Danke auch für die Erklärung des Umschalthahns. Hier war ich etwas verunsichert, da die Bedienungsanleitung besagt, dass in Solo- und Anhängerbetrieb der Hahn auf "zu" stehen soll und nur bei beladenem Fahrzeug "offen" sein soll. Mir fehlt die Vorstellung und persönliche Erfahrung, dass ein Fahrzeug mit Trommelbremse und "kleinen" RBZ (34,92mm) bei 100% Druckluftverstärkung so stark verzögert, dass die Hinterachse zu sehr entlastet wird und man statdessen nur 70% Druckluftverstärkung wählen soll. Die ALB-Regler waren m.e. nur bei Scheibenbremsen-Modell notwendig . Ich gehe mal davon aus, das die Anleitung für spätere Baujahre mit Trommelbremse besser passt.

Nun zur Druckleitung. Die Undichtigkeit ist im Bereich der Vorderachse. Das ein Verbinder mit Schneidringen 100% dicht wird glaube ich auch nicht. Der Zustand der Leitung wird im weiteren Verlauf besser. Daher tendiere ich dazu erst einmal nicht die vollständige Leitung zu tauschen. So wie ich es auf die schnell gesehen habe, ist die jetzige Leitung mehrteilig.
Spricht etwas dagegen (Tüv o.ä.), den defekten Teil durch eine Kunststoffleitung zu ersetzen? Die Kunststoffleitung stelle ich mir vom Handling einfacher vor und vor allem kann sie nicht wieder durchrosten.

Danke auch für die Antwort zum Bremsschlauch. So etwas habe ich mir schon gedacht. Also einen offenen Ringschlüssel mit 90° Winkel, viel Geduld und kleine Finger mitbringen.

Beste Grüße
Basti
Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#559755
Hallo Basti
einfach das Fahrerhaus hinten lösen und etwas ankippen, das schafft Patz hinter dem Grill.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig

Et es wie et es
Et kütt wie et kütt
Nix bliev wie et wor
Wat wellste maache
Wat soll dä Quatsch
#559788
Hallo zusammen,

Elmar danke für den Tipp. An so eine Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht.
mog421 hat geschrieben:Hallo Bastian,

ich weiß ja nicht wie gut Du Dich mit Bremsen usw. auskennst und wie oft Du die Hütte zukünftig kippen willst, ich habe das bei mir mit dem Bremsschlauch anders gelöst. Ich habe das komplette Stück Bremsleitung vom BKV zum Bremsschlauch neu gemacht und dabei die starre Leitung länger gelassen und den Schlauch weiter unten eingebaut sodass ich diesen beim Austausch durch das Radhaus vorne lösen und auswechseln kann.

Grüße

Elmar
Danke auch an Helmut Schmitz.

Bezüglich der Druckluftleitung schwanke ich noch hin und her ob ich die Leitung aus Stahl oder Kunststoff wählen soll.
Dazu habe ich heute mit dem Tüv/Dekra telefoniert um zu fragen, ob das zulässig ist. Eine klare Aussage dazu konnte man mir nicht geben.
Kunststoffleitungen sind heute Standard - damals allerdings nicht. Daher tendenz zu nein.
Für ja spricht, dass im Werkstatthandbuch der Einbau von Kunststoffleitungen z.B. bei der Nachrüstung eines Lufttrockners beschrieben ist.
Was denkt ihr?

Beste Grüße
Basti
Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#559862
Hallöchen,

ich war gestern einkaufen und habe mir einen offenen Steckschlüssel für die vordere Bremsleitung gekauft.
Eng bleibt es natürlich trotzdem. Vielleicht nehme ich statt dem 1/2" Verlängerung die dünnere 3/8".
Ich lasse mich überraschen. :)

Grüße
Basti
Dateianhänge:
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Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#559869
Hallo Basti
damit kannst du die eventuel lösen und abschrauben. Die neue brauchst du dann "nur ansetzen" :roll: :evil: :twisted:
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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#559915
Hallo,
balloener hat geschrieben:Danke auch für die Erklärung des Umschalthahns. Hier war ich etwas verunsichert, da die Bedienungsanleitung besagt, dass in Solo- und Anhängerbetrieb der Hahn auf "zu" stehen soll und nur bei beladenem Fahrzeug "offen" sein soll. Mir fehlt die Vorstellung und persönliche Erfahrung, dass ein Fahrzeug mit Trommelbremse und "kleinen" RBZ (34,92mm) bei 100% Druckluftverstärkung so stark verzögert, dass die Hinterachse zu sehr entlastet wird und man statdessen nur 70% Druckluftverstärkung wählen soll. Die ALB-Regler waren m.e. nur bei Scheibenbremsen-Modell notwendig . Ich gehe mal davon aus, das die Anleitung für spätere Baujahre mit Trommelbremse besser passt.
Du liegst mit deiner Vermutung richtig. Ich gehe davon aus, dass du die Nachdruck-Bedienungsanleitung von Buch & Bild hast. Die ist in der Tat für neuere Trommelbremser mit größeren Radbremszylindern. Wie ich anhand von Original-Aufklebern in Fahrzeugen und Original-Betriebsanleitungen zweifelsfrei nachvollziehen konnte, gilt folgendes für den Umschalthahn:

Unimog mit kleinen Radbremszylindern (bis Mitte 1970, genaue Endnummern müsste ich raussuchen):
- Unimog solo: Hahn auf
- Unimog mit luftgebremstem Anhänger: Hahn zu

Unimog mit großen Radbremszylindern (ab Mitte 1970)
- Unimog solo leer: Hahn zu
- Unimog solo beladen: Hahn auf
- Unimog mit luftgebremstem Anhänger: Hahn zu

Gruß,
Michael
Meine Mogs und Anhänger:
406.121, 403.123, 435.115, KDU6000
Ehemalige Mogs:
404.115(TLF8)*, 404.114(LF8-TS)*, 416.141, 403.121, 424.126, 406.121

*) bei der Feuerwehr
#560039
Hallo zusammen, hallo Michael,

Michael_Weyrich hat geschrieben:Hallo,

Du liegst mit deiner Vermutung richtig. Ich gehe davon aus, dass du die Nachdruck-Bedienungsanleitung von Buch & Bild hast. Die ist in der Tat für neuere Trommelbremser mit größeren Radbremszylindern. Wie ich anhand von Original-Aufklebern in Fahrzeugen und Original-Betriebsanleitungen zweifelsfrei nachvollziehen konnte, gilt folgendes für den Umschalthahn:
danke für die Bestätigung. Die Anleitung ist tatsächlich ein Nachdruck von Buch & Bild.

Ich habe mich nun entschieden, den vorderen Teil der Luftdruckleitung durch eine Kunststoffleitung zu ersetzen. Bei 1,44€ pro Meter ein überschaubares Kostenrisiko.

VG
Basti
Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#560397
Hallo zusammen,

die defekte Druckluftleitung und die Bremsschläuche sind getauscht.

Mit dem "besonderen" Werkzeug sind wir gut zurecht gekommen. Wir bedeutet, dass es aus meiner Sicht eine Arbeit für 2 Personen ist.

Die Druckluftleitung wurde wie schon erwähnt mit einer Kunststoffleitung ersetzt. Die Schneidringverbinder waren auf Anhieb dicht. Dafür war dann der Absperrhahn noch undicht, der seit langem mal wieder mit Luftbeaufschlagt war.
Der Ersatz mit einer Stahlleitung so glaube ich, ist nur etwas im Rahmen einer Restauration. Die alte Leitung ließ sich nur entfernen, als sie in 3 Teile gesägt war.

Wenn man einmal dabei ist, kann man auch eben alles machen. So hat der Mog auch noch neue RBZ hinten bekommen. Hierbei wurde festgestellt, die alten unterschiedlich groß waren. Nun sind sie gleich groß und was soll ich sagen, der Mog bremst richtig gut. Ich schaffe jetzt auch schwarze Streifen auf dem Asphalt zu hinterlassen. :D

Vielen dank für die Unterstüzung.

VG
Basti
Bleibt positiv gestimmt und negativ getestet.
#560420
Hallo,
balloener hat geschrieben:So hat der Mog auch noch neue RBZ hinten bekommen. Hierbei wurde festgestellt, die alten unterschiedlich groß waren. Nun sind sie gleich groß und was soll ich sagen, der Mog bremst richtig gut. Ich schaffe jetzt auch schwarze Streifen auf dem Asphalt zu hinterlassen
Du solltest dabei aber auf die richtige Größe achten. Die Radbremszylinder vorn und hinten sind auch auf das Volumen des Hauptbremszylinders abgestimmt. Bis etwa Mitte 1970 (wie oben schon für die Umschaltung der Bremsverstärkung erklärt) gab es kleinere Haupt- und Radbremszylinder, danach größere. Maße könnte ich bei Bedarf raussuchen. Verbaut man nun die größeren Radbremszylinder mit dem kleinen Hauptbremszylinder, könnte das zu Problemen führen. Ebenso könnte es zu einer Überbremsung der Hinterachse führen, wenn vorne die kleineren und hinten die größeren der möglichen RBZ verbaut sind. Wenn man auf die größere Variante umrüstet (was durchaus Sinn macht), muss man die RBZ vorn, hinten sowie den HBZ gegen die größeren Varianten tauschen.

Gruß,
Michael
Meine Mogs und Anhänger:
406.121, 403.123, 435.115, KDU6000
Ehemalige Mogs:
404.115(TLF8)*, 404.114(LF8-TS)*, 416.141, 403.121, 424.126, 406.121

*) bei der Feuerwehr
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