Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#563591
Hallo zusammen,

Bin grad am durchsehen der kompletten Bremsanlage. Wenn man beim durchtreten auf die Fußbremse wieder runtergeht vom Pedal, kommt der Fußbremshebel immer direkt zurück und der Bremszylinder aber erst etwas versetz, so 1-2 Sekunden später... Ist das so normal oder müsste er direkt zeitgleich mit dem Fußbremshebel zurück kommen?

Hab auch mal ein Video davon gemacht

https://youtube.com/shorts/Knl8zGMixk0
Viele Grüße Hermann
Dateianhänge:
IMG_20220808_170456.jpg
IMG_20220808_170456.jpg (1.97 MiB) 1005 mal betrachtet
Zuletzt geändert von HermannK am 10.08.2022, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
#563608
Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Natürlich soll die Bremswirkung sofort nachlassen, wenn die Fußkraft nicht mehr vorhanden ist. Wie sollte sonst ein dosiertes Bremsen möglich sein, wenn es immer eine Verzögerung gäbe?

Im BKV ist eine Feder. Und bekanntlich verfügen Federn nur über eine Federkonstante, nicht aber über eine Komponente, die zeitversetztes Reagieren möglich machen würde. Vermutlich ist die Reibung im BKV so hoch, dass es die Feder gerade noch die Rückstellung schafft. Es ist wahrscheinlich, dass die BKV irgendwann ganz hängen bleibt.

Wenn es eine Verzögerung gabe, müsste man diese auch einstellen können und sie wäre sicher im WHB beschrieben.
Gruß
Markus
#563609
Hallo Hermann,

ich würde mal davon ausgehen, dass dein BKV innen genauso aussieht wie meiner, denn ich gestern zerlegt habe.
WhatsApp Image 2022-08-09 at 14.38.19.jpeg
WhatsApp Image 2022-08-09 at 14.38.19.jpeg (165.25 KiB) 890 mal betrachtet
Der Lack, der als Gleitfläche für die Kolbendichtung dient, löst sich mit der Zeit auf und die Überreste davon verpicken die Dichtungen und lassen Ihn schwergängiger werden. Zerlegen, Lauffläche lackieren/pulverbeschichten, neuen Dichtsatz verbauen und mit dem mitgelieferten Fett von WABCO schmieren und zusammenbauen.

Lg
Joe
Unimog 406 BJ.66 - Umbautagebuch
Eicher EM200S BJ.66
O&K RH6 BJ. ~70
#563611
Hallo Hermann,

das Video kann ich zwar nicht ansehen - aber die einfachste Frage als erstes (sehr oft sind die kleinen Dinge das große Übe):
Wie alt sind deine Bremsschläuche?

mfG
Axel
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)
#563629
Moggälä hat geschrieben: 09.08.2022, 16:33 Hallo Hermann,

das Video kann ich zwar nicht ansehen - aber die einfachste Frage als erstes (sehr oft sind die kleinen Dinge das große Übe):
Wie alt sind deine Bremsschläuche?

mfG
Axel
Hallo Axel,

Das weiß ich nicht, der Unimog ging schon durch ein paar Hände bis er bei mir gelandet ist. Die Bremschläuche sehen jedenfalls nicht alt und porös aus, auch die Beschriftung ist noch zu lesen, denke das sie mal gewechselt wurden und nicht von 1974 sind.

Gibt's ne Möglichkeit zu prüfen ob's von den Schläuchen oder dem BKV kommt? Könnte es auch von HBZ kommen?

Glaub ich werd nicht drum herum kommen den BKV und HBZ mal auszubauen und zu zerlegen.
Danke schon mal für euere Hilfen

Gruß Hermann
#563632
Hallo Hermann,
Axels Frage/Anmerkung geht in Richtung zuquellender Bremsschläuche. Dies ist von außen durch eine Sichtprüfung absolut nicht feststellbar.

Anbei ein Link zu einem Außen guten aber Innen zugequollenen aufgeschnittem Bremschlauch.

http://team-fahlbusch.de/Alben.php?P=Mo ... e&n=1&O=18

Bei dem verbliebenen Freiquerschnitt funktionierte das Bremsen noch passabel, weil hoher Druck. Das Freiwerden der Bremse aber nicht mehr so gut, weil die Bremsflüssigkeit nur mit geringer Federkraft zurück gedrückt wird.

Bremsschläuche kosten nicht die Feld und sollten zum regelmäßigen Wechselprogramm gehören.

Ich würde das als nächstes überprüfen/machen
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

Bild

Truck-Trial und mehr auf unserer TeamPage
Team-FaMoS
Termine
#563639
Hallo,
dasselbe Phänomen hatte ich auch (beim 421) mit Einleiterbremsanlage. Diese hat hinten auf dem Rahmenschlußquerträger einen Umschalthahn für das Fahren mit Anhänger oder solo. Bei solo muß der Hahn in Fahrtrichtung stehen, mit Anhänger quer. Bei solo quergestellt hatte ich genau das Phänomen. Nur als Tipp, bevor Du was kaufst oder auf Verdacht schraubst. Habe einige Versuche gehabt, bis ich das bemerkt habe und in der BA steht nichts erklärendes dazu. ABER in einem alten Heft zur Führerscheinklasse II habe ich etwas gefunden.....
Christoph
#563641
Hallo Christoph,

der grüne Hahn, später das 3/2 Wegeventil schaltet einen Teil der Kammer weg, damit der Anhänger stärker bremst als die Zugmaschine. Ich habe diese Anlage des 421 als SA35379 im 411er. Da er mit der "vollen" Kammer zu ruppig bremst, fahre ich immer mit der reduzierten, sprich im Hänger-Betrieb. Und in beiden Zuständen reagiert der BKV unmittelbar auf die Fußkraft.

Ein dosiertes Bremsen ist nur möglich, wenn die Bremskraft auch sofort vermindert, wenn die Fußkraft reduziert wird.
Gruß
Markus
#563646
Hallo,

1. Bremsschläuche: Wenn die Bremse insgesamt verzögert aufmacht, das Wechseldatum der Bremsschläuche nicht bekannt ist und man auf den Schläuchen kein Herstelldatum lesen kann, würde ich die auf jeden Fall mal wechseln. Das beschriebene zuquellen gibt es recht häufig bei älteren Schläuchen, teils sind sie von außen dabei völlig unauffällig. Dabei unbedingt alle wechseln, auch die hinter dem Kühlergrill tauschen, auch wenn man da schlecht rankommt. Mit hochstellen der Hütte geht es recht passabel.

2. Umschalthahn: Egal wie der Umschalthahn steht, das darf keinen Einfluß auf das zurückkommen des Pedals haben. Wie der Umschalthahn stehen muss, ist übrigens je nach Ausführung der Bremsanlage unterschiedlich, es kommt darauf an, ob die kleineren (bis etwa Mitte 1970) oder größeren (später) Radbremszylinder eingebaut sind.

3. Bremskraftverstärker: Wenn der Austausch der Bremsschläuche nicht hilft, dort weitersuchen wie oben beschrieben.

4. Hauptbremszylinder: Auch wenn der getauscht wurde, stellt sich die Frage, was verbaut wurde. Teile aus dem freien Handel, evtl. No-Name-Nachbauten? Falls ja, würde ich den nicht außer Acht lassen. Da wird auch teils minderwertige Qualität verkauft.

Gruß,
Michael
Meine Mogs und Anhänger:
406.121, 403.123, 435.115, KDU6000
Ehemalige Mogs:
404.115(TLF8)*, 404.114(LF8-TS)*, 416.141, 403.121, 424.126, 406.121

*) bei der Feuerwehr
#563655
Hallo zusammen,

Zu 2. So einUmschalthahn ist bei mir keiner verbaut, ich konnte keinen finden.

Zu 3. Der BKV ist raus, er sieht auf den ersten Blick innen ganz gut aus und nicht annähernd so wie der von Joes Bilder im Beitrag. Er bewegt sich beim drücken ohne zu klemmen oder hängen in beide Richtungen, die große Feder drückt ihn schnell, kraftvoll und ohne erkennbare Probleme zurück in die Ausgangsposition.

Wenn ich allerdings die mittlere Bohrung Nr. 4 mit dem Finger zuhalte kann ich mein Problem reproduzieren. Dann bleibt er stehen bzw. fährt erst ganz und zurück wenn ich den Finger weg nehme siehe Video.


Bekommt er da die Luft nicht schnell genug weg im eingebauten Zustand? Könnte da was defekt sein?

Zu 4. Der HBZ hängt auch nicht, auch er drückt kräftig durch die Feder zurück allerdings er ist hinten etwas undicht.


Viele Grüße Hermann
Dateianhänge:
IMG_20220811_170217.jpg
IMG_20220811_170217.jpg (2.23 MiB) 464 mal betrachtet
Ich bin der Neue

Danke für die Info! Die Betriebsanleitung ga[…]

Entschuldigung für die späte Rückme[…]

Liebe Unimog-Freunde, neue Fragestellung und Bean[…]

Das Einfügen des Fotos klappt nicht so aber d[…]