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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#567810
Hallo zusammen,

Mal eine ganz profane Frage zum Kaltstart im Allgemeinen: mein Dicker steht naturgemäß eine ganze Weile bis er zumindest eine Bewegungsfahrt machen kann. So was ist ja immer Gift für den Motor, da durch die Standzeit der Ölfilm problematisch ist.
Aktuell starte ich ihn immer normal, d. h. je nachdem, wie der Mond steht geht er entweder super an, oder er braucht einige Runden, da der Dieselfilter Luft gezogen hat (manchmal muss ich ihn dann auch noch entlüften).
Ich kann aber sehen, dass der Öldruck relativ schnell ansteigt. Damit erfolgt ja eine Versorgung der Schmierstellen mit Öl.
Jetzt hatte ich mal kürzlich ein Gespräch mit einem benachbarten Schrauber. Er meinte, er lässt bei seinem Oldtimer den Motor ohne Zündung erst ein paar Runden durchorgeln, damit die Schmierung vor dem eigentlichen Motorlauf besser ist.
Wie handhabt ihr das?

Vielen Dank und viele Grüße

Jörg
#567819
Hallo Jörg,

was bedeutet denn "ohne Zündung"? Totmacher gezogen?

Wenn der Motor nur gestanden hat, würde ich ganz normal starten.
Nach dem Ölwechsel mache ich bei Benzinern mit Gleitlager-Kurbelwellen bisweilen die Zündkerzen raus.
Dann starten bis Öldrucklampe aus ist, Kerzen rein und starten.

Das Durchdrehen des Motors nur mit dem Anlasser macht für mich nur Sinn, wenn auch keine Kompression da ist.
Ansonsten könnte es sogar kontraproduktiv sein, da die Anlasserdrehzahl geringer als die Leerlaufdrehzahl ist uns es
somit länger dauert, bis Öl in den Lagerstellen ankommt. So lange läuft der Motor quasi trocken gegen die Kompression.

Also müssten bei jedem Start nach längerer Standzeit die Glühkerzen oder Einspritzdüsen raus damit es etwas bringt.
Wer will das tun?

Den ganzen Spaß kannst Du Dir aber schenken, wenn Du öfter fährst - ist ja laut der Gesetzeslage ein KraftFAHRzeug
und kein KraftSTEHzeug :wink:

Grüße aus der Südheide, Ulli
#567822
Hi,

Danke für die schnelle Antwort - wenn es nach mir ginge, würde ich den ganzen Tag mit dem Dicken fahren ;-)

Es geht mir darum, möglichst schonend den Kaltstart zu machen - da ich Winde und entsprechend den Standgas-Handhebel habe, ist das Orgeln ohne Sprit problemlos möglich. Der Hinweis mit der Kompression ist sehr gut, ich denke, damit dürfte ein zügiges Starten besser sein!

Viele Grüße aus Linkenheim
Jörg
#567825
Hallo Jörg,


ich kenne es auch so, dass man die Motoren nach langer Standzeit Mal mit gezogenen Ausschalter oder Standgas auf 0 durchdreht bis etwas Öldruck kommt.
Ob das jetzt was bringt oder nicht, vielleicht kontraproduktiv ist, muss ich sagen keine Ahnung.

Was much da jetzt eher zum Schmunzeln brachte, nach deinen Profilbild gehe ich davon aus, ex Feuerwehrauto?
Also hat das Auto diese meiste Zeit seines leben auch noch wochenlanges stehen und dann direkt Vollgas gekannt. Am besten ohne überhaupt jemals warm zu werden.
Klar, schonender geht immer und was mehr Lebenzeit rausholen ja. Aber im Grunde sind die Motoren da ja doch für einiges ausgelegt und zu der Zeit wusste man ja schon einiges übers Motorennahen und auslegen. ob man den jetzt so im Hobby verschlissen bekommt, wenn man den nur alle paar Wochen Mal startet, ist da nämlich wohl nochmal ne ganz andere Frage.
Mein Bauchgefühl würde jetzt mal auf eher weniger tippen. Allerdings bin ich kein Motorexperte, also sind's eher Gedanken als Wahrheiten.



Gruß
Sebastian
#567837
Hallo
das Thema ist nicht ganz neu. Eine Lösung wäre der Einbau einer Ölpumpe, so wie schon eimige Kollegen das erfolgreich durchgeführt haben.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig

Et es wie et es
Et kütt wie et kütt
Nix bliev wie et wor
Wat wellste maache
Wat soll dä Quatsch
#567844
Sepjö hat geschrieben: 23.01.2023, 13:55

Was much da jetzt eher zum Schmunzeln brachte, nach deinen Profilbild gehe ich davon aus, ex Feuerwehrauto?
Also hat das Auto diese meiste Zeit seines leben auch noch wochenlanges stehen und dann direkt Vollgas gekannt. Am besten ohne überhaupt jemals warm zu werden.

Mein Bauchgefühl würde jetzt mal auf eher weniger tippen. Allerdings bin ich kein Motorexperte, also sind's eher Gedanken als Wahrheiten.
Stichwort Feuerwehr - ich konnte vor ein paar Jahren, na gut Jahrzehnten, einen VW-Industrie-Motor aus einer FW-Tragkraftspritze mit etwas weniger als 100 Stunden bekommen.
Beim Zerlegen war Honig gelbes Öl drin, die KW- und NW-Lagerstellen waren wie neu. Leider waren alle 4 Kolben und Zylinder Schrott, die Lagerschalen hin.
Der Motor hat so lange gestanden, bis auch wirklich das letzte Ölmolekül in der Ölwanne war und wenn es dann mal brannte oder Übung war,
wurde das Triebwerk angeworfen (so ein alter 30PSser spring ja schon an, wenn er die Kurbel nur sieht)
und sowie die ersten regelmäßigen Zündungen einsetzten wurde Vollgas gegeben.
Typische Kaltstartreiber und Mangelschmierung haben das Triebwerk innerhalb weniger Betriebsstunden zerstört.
Da die Betriebsstunden aber auf 30 Jahre verteilt waren, hat es niemanden gestört....
Frevel ist es trotzdem!
#567855
Hallo Ulli,
Frevel bei Deinem Beispiel ist höchstens, dass der Motor nicht während seiner Dienstzeit regelmässig angelassen wurde.
Nicht Frevelhaft ist aber das Verhalten der Feuerwehr im Einsatz Kaltstart und sofort Vollast. Das muss der Motor abkönnen. Es ist ganz schlecht den Betroffenen zu erklären: "Wir kommen gleich und helfen wenn alle Motoren warm sind" :D
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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Termine
#567858
Hallo Jürgen,
Jürgen-Fahlbusch hat geschrieben:Es ist ganz schlecht den Betroffenen zu erklären: "Wir kommen gleich und helfen wenn alle Motoren warm sind
Also wir haben es auch schon geschafft zu Fuß zum Einsatz gehen zu müssen. Irgendwer hatte im vorbeigehen den Stecker von der Batterieerhaltung leicht aus der Steckdose gezogen. Kein zweites 24V Fahrzeug/Stromerzeuger da, kein Kompressor und natürlich kein Druck aufm Fahrzeug Kessel. So war's auch nichts mit dem Anschieben und wir sind zu Fuß den Verkhersunfall absichern - ein Glück, dass es nur das war.
Das war wohl der fahrzeugschonenste Einsatz, den ich bis Dato mitgemacht habe. Auch wenn ich sagen muss, dass das keinen externen Kompressor haben ja eigentlich gut für's Fahrzeug war, genauso wie beim 4m Funk das Auto erst aus der Halle Fahren zu müssen. Da bekommen die wenigstens einen kurzen Moment.
Ne andere Feuerwehr hat auch gerne mal ihre Tragkraftspritze in der Halle gelassen, wenn keiner da war, der wusste, wie man die ankurbelt. Das sind Dinge, die kann man sich auch nicht ausdenken. ("Ja Hallo, wir sind jetzt auch mal da. Die Pumpe haben wir nicht mitgebracht, braucht die doch eh nicht.")
sovmoto hat geschrieben:Der Motor hat so lange gestanden, bis auch wirklich das letzte Ölmolekül in der Ölwanne war und wenn es dann mal brannte oder Übung war
Das war dann aber wahrscheinlich auch mal so ein extrema wie die oben erwähnte Feuerwehr, wo die Motoren auch gerne mal ein halbes Jahr oder so stehen. Was den TS ja auch nicht hilft, ist das auf dem Anhänger gefahren werden. Bei den Vibrationen ohne Umdrehung, bzw Ölförderung kommen in den Lagern ja noch schneller trockene Stellen - auch wenn man davon ausgehen kann, dass so eine Pumpe dann auch nie viel gefahren wurde.

Aber um nach den Tangenten den Bogen zurück zu schlagen zu Jörgs Unimog: Wahrscheinlich wird der ja aber nicht so lange stehen, bis komplette Trockenheit herrscht - und weil er ja dann Druck auf dem Kessel braucht auch nicht direkt auf Vollgas bzw Last kommen. Also bleibt dem hoffentlich dieses Schicksaal dann erspart.
Aber das was Helmut da erwähnt hat mit der Vorpumpe ist aber trotzdem cool.


Gruß
Sebastian
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