Probleme auf Island (Unimog 416)

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 23.07.2020, 20:28

Hallo zusammen,
wir sind gerade mit unserem 416er Feuerwehrunimog auf Island unterwegs. Leider kündigt sich ein Problem an. Wenn das Fahrzeug unter Last bewegt wird, fährt er sich ganz normal, wenn ich jedoch den Berg runterfahre und das Drehmoment durch die Bremswirkung des Motors umgekehrt wird, wird ein raues Geräusch hörbar. Ich vermute mal, dass sich ein Lager irgendwo im Antriebsstrang verabschiedet. Mich wundert jedoch, dass das Geräusch unter Last nicht zu hören ist. Die Öle in Rad- und Schaltgetriebe habe ich geprüft. Vielleicht kann mir einer von euch Spezialisten einen Typ geben, wo das Problem genauer liegen könnte. Wir versuchen jetzt zumindest die ca. 200 km zur Fähre zu schaffen. Wie es auf dem europäischen Festland dann aussiehst, werden wir dann sehen. Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
Gruß Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon MauMog » 24.07.2020, 08:10

Hallo Karl-Heinz,

das könnte auch ein Kreuzgelenk sein welches Spiel hat. Unter last ist das Spiel ja in Antriebsrichtung weg, läuft die Welle frei ohne Vorspannung durch last klappert es.

Gruß Oliver.
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon geosjoggen » 24.07.2020, 10:12

Hallo Karl-Heinz,
hatte vor Jahren auf einer längeren Afrika-Tour ein ähnliches Problem: Immer wenn der Mog warmgefahren war gab es im Schubbetrieb aus dem Anstriebsstrang hinten ein deutliches Knarren. Dachte zuerst eine Feder wäre gebrochen. Schluß endlich war die hintere Schubkugel am Getriebe nicht richtig geschmiert. Kann auch sein, dass das Spiel zu groß geworden war durch Abnutzung und dadurch das Fett nicht an die richtigen Stellen gekommen ist. Mit viel Fett war das Thema dann für lange Zeit beendet. Habe später dann die Schubkugelschale erneuert und das Spiel wieder richtig eingestellt. Seit dem keine Geräusche mehr.
Weiter viel Spaß auf Island (war da mal mit Mog 1986) und
mit Mog Grüßen
Roland
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 24.07.2020, 11:50

Hallo Oliver, hallo Roland,
Danke schon mal für eure schnellen Antworten. Ich werde jetzt mal die Schubkugel kräftig nachschmieren und mal testen, ob sich eine Verbesserung ergibt. Wobei das Geräusch eigentlich kein Knarren ist. Es hört sich eher an wie ein Lager das schon etwas Pitting hat. Seltsam ist auch, wenn ich die Kupplung bergab die Kupplung trete, ist das Geräusch weg. Hoffentlich hält der Mog noch ne Weile durch.
Grüße aus dem hohen Norden
Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 25.07.2020, 16:34

Hallo zusammen,
kurzer Lagebericht: Die hintere Schubkugel habe ich 2 mal kräftig abgeschmiert, leider hat es nichts gebracht, das Geräusch im Schubbetrieb ist immer noch vorhanden. Ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass unser Problem durch zu viel Spiel in der Schubkugel kommt. Wenn ich das Fahrzeug die ganze Zeit unter Last (Vortrieb) halte ist wirklich nichts zu hören. Es ist dann kein Spiel in der Schubkugel. Wenn jetzt jedoch der Motor anfängt an der Hinterachse zu bremsen entsteht Spiel in der Schubkugel und das raue Abrollen der Antriebsräder (Michelin XZL mit ganz leichtem Sägezahn) könnte zu einem Schlagen in der Schubkugel führen und somit zu einem rauen brummenden Geräusch führen. Wir sind hier viel Wellblechpiste gefahren, dies könnte auch zu dem großen Spiel in der Schubkugel beigetragen haben. Liege ich da mit meiner Theorie richtig? Und kann durch das Spiel bzw. Schlagen in der Schubkugel ein größerer Schaden entstehen? Mir ist natürlich klar, dass ich nach dem Urlaub die Kunststoffhalbschalen tauschen, und das Spiel in Schubkugel einstellen muss. Eure Meinung würde mich sehr interessieren. Vielen Dank schon mal.
Liebe Unimoggrüße
Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon Helmut-Schmitz » 25.07.2020, 22:01

Hallo Karl-Heinz
das Schubkugelspiel erzeugt keine Geräusche, außer einem klacken beim Wechsel von Schub/Bremsbetrieb. Eine zu stramme Schubkugel kanarrt schon mal, besonders wenn sie trocken läuft.
Wie Oliver oben schon geschrieben hat, solltest du das Kardalgelenk in der Schubkugel inspizieren. Das Teil ist für die Wartung so gut wie unzugänglich und macht erst bei fortgeschrittenem Verschleiß auf sich aufmerksam. Die Schubkugel wird dabei auch auffällig warn/heiß.
Der Schaden und die Symptomes sind hier schon häufiger bei allen Baureihen beschrieben.
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Helmut

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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 25.07.2020, 23:40

Hallo Helmut,
vielen Dank für deine Meinung. Ich werde bei der nächsten Fährt mal auf die Temperatur der Schubkugel achten. Ansonsten bin ich schon mal glücklich wenn ich ohne Totalausfall zur Fähre komme und das europäische Festland erreiche. Danach sehe ich weiter. Am liebsten würde ich die Reparatur halt erst Zuhause angehen, das ist aber halt schon noch ne Ecke zu fahren :(
Gruß Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon norbi99 » 26.07.2020, 10:24

Hallo Karl-Heinz

Grundsätzlich würde ich auch auf das Kreuzgelenk in der Schubkugel tippen. Aber dein Unimog kommt doch von einer Feuerwehr und hat vermutlich sehr wenig gelaufen. Deshalb kann ich mir da einen Schaden fast nicht vorstellen....

Gruss Norbert
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon geosjoggen » 26.07.2020, 11:28

Hallo Karl-Heinz,
wenn Du versuchst, starke und ruckartige Lastwechsel zu vermeiden, solltest Du ohne Probleme aufs Festland kommen. Die Temperatur am Schubkugelgehäuse zu kontrollieren ist eine gute Idee. Es gibt da sicherlich auch auf Island diese Infrarot-Meßgeräte für wenig Geld, so daß Du nicht unbedingt immer unter den Mog kriechen mußt. Nutze selbst so ein Geräte um meine Getriebeöltemperatur gegen zu checken. Sind wirklich sehr genau die Dinger.
Viel Glück und mit Mog Grüßen
Roland
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 26.07.2020, 12:18

Hallo Norbert,
irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen warum das Kreuzgelenk jetzt beschädigt ist. Ich hab den Mog mit 39000km von der Feuerwehr gekauft, und die haben angeblich kurz vorher das Getriebe überholen lassen. Die haben doch bestimmt beim Überholen auch auf das Kreuzgelenk geschaut. Ich bin seither ca. 24000km gefahren, und das ohne große Belastung.

Hallo Roland,
danke, etwas Glück können wir gut gebrauchen.

Gruß Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon norbi99 » 26.07.2020, 13:48

Hallo Karl-Heinz

Wenn das Getriebe draussen war, würde ich den Fehler irgendwo in diesem Bereich vermuten. Je nach dem wer das Getriebe gemacht hat kann da einiges schief gehen, denn ein Unimog-Getriebe ist halt einfach kein ganz normales Getriebe...
Bei den kleinen Mogs scheren die Schrauben der Kreuzgelenkbefestigung noch oft ab. Aber beim 406 ist ja da ein Mitnehmer und die Schrauben müssen die Kraft nicht übertragen. Vielleicht aber Schrauben nicht richtig gesichert und jetzt lose? Ein Kreuzgelenkschaden mit dieser Laufleistung ist sehr unwahrscheinlich, da hat die Maschine meistens über 6000h gelaufen.
Wenn du den Allrad einschaltest wird die Kraft verteilt und der Hinterachsabtrieb entlastet. Aendert sich dann das Geräusch?

Gruss Norbert
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon Carl1969 » 27.07.2020, 08:21

Hallo Karl-Heinz,

ändert es etwas an der Sachlage, ob Allrad ein-oder ausgeschaltet ist ?

Grüße Norman
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon christophlehmann » 27.07.2020, 17:54

Hallo Karl-Heinz,
tritt dasselbe auch bei Rückwärtsfahrt auf ? Wird das Geräusch durch zusätzliches Bremsen unterbrochen ? Damit wäre dann die Theorie der "Lastrichtung" bestätigt.
Tritt das in jedem Gang auf ?
Kommt das Geräusch sicher von hinten ? Bei Zweifeln, neuer Ansatz: beim Bremsen per Motorschleppmoment neigt sich der Motor in die andere Richtung wie beim Beschleunigen oder ziehen. Schleift dadurch etwas, z.B. Lüfterrad an Lüfterzarge, falls letztere vorhanden? Hatte ich mal beim /8 - PKW. Oder liegt etwas anderes (nachgerüstetes Bauteil) im Motorrad irgendwo an ? Fahr doch mal ohne innere Motorhaube. Du mußt das Geräusch durch Ausschlußmethode eingrenzen.
Grüße
Christoph
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon knuddl » 27.07.2020, 22:15

Hallo zusammen,
das Geräusch wird durch bremsen nicht unterbrochen und es tritt in jedem Gang auf, auch mit Allrad habe ich es gehört (das müsste ich aber nochmals genauer untersuchen ob das in allen Gängen so ist ... aber vermutlich ja). Rückwärtsfahren habe ich noch nicht probiert. Wir stehen jetzt in der Nähe vom Hafen und wollen am Donnerstag mit der Fähre nach Dänemark rüber. Vorher möchte ich nichts mehr ausprobieren. Auf dem Festland bin ich dann etwas entspannter und werde noch das eine oder andere ausprobieren. Ich werde dann berichten.
Gruß Karl-Heinz
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Re: Probleme auf Island (Unimog 416)

Beitragvon uwesundermann » 30.07.2020, 10:00

Hallo Karl-Heinz,

das gleiche Problem hat mein U406 auch. Berg runter, wenn der "Berg" schiebt, dann ist ein raues Geräusch zu hören. Das ist bei meinem Mog nicht schlagartig aufgetreten und wird nur ganz langsam mehr. Ein Bekannter war der Ansicht, dass ein Lager (Kurbelwelle) spiel hat, also recht weit verschlissen ist. Ich fahre da schon seit einigen Jahren mit rum, aber immer nur um die eigne Haustüre im Wald mit max. 1000 km im Jahr. Wenn es das gleiche Problem ist, dann sollte der Mog durchhalten. Schreibe bitte gerne, was dann die wirkliche Ursache war. Dann weiß ich auch , was ggf., auf mich zukommt.

Viele Grüße und gute Fahrt
Uwe Sundermann
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