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Schaumbildung in der Hydraulikanlage
Verfasst: 10.04.2005, 08:44
von T.Goldstrass
Hallo Kollegen,
es wurde schon viel über das Thema geschrieben, aber ich habe eine Verständnisfrage zu folgender Situation.
Also Modell ist ein 421.123, die Pumpe für die Arbeitshydraulik ist am Luftpresser, die Pumpe für die Hilfslenkung (Zylinderversion) ist extra. Beide Systeme zusammen nutzen einen Hydrauliktank, der mit Motoröl gefüllt ist.
Problem ist folgendes, nach ca. 1-2 min starke Schaumbildung, Öl-/Luftgemicht wird über die Entlüftung ins Freie gedrückt, es entsteht eine riesige Sauerei.
Nun habe ich versucht das Problem einzugrenzen, wie Helmut beschrieben hat (die einzelnen Pumpe wurden deaktiviert).
Resultat, wenn ich den Mog nur mit der Arbeitshydraulik laufen lasse, hält sich die Schaumbildung in Grenzen, lasse ich den Mog mit der Servopumpe ohne Arbeitshydraulik laufen, Schaumbildung in kurzer Zeit.
Nun die Frage, kann die Anlage über den Lenkungshilfzylinder im Stand Luft ziehen? Kann die Anlage auch bei nicht betätigen der Steuerventile auch Luft ziehen?
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Gruß
Torsten
Verfasst: 10.04.2005, 11:41
von Dampfmog
Hallo,
ich würde mal sagen das bei kaltem Öl eine geringe Schaumbildung auftreten darf. Wenn das Öl dann langsam Betriebstemperatur hat dann muß die Schaumbildung merklich zurück gehen bzw. ganz verschwinden.
Soweit das Grundsätzliche.
Warum vermutest du das über den Zylinder Luft eingesaugt wird? Das glaube ich nicht. Ich würde darauf tippen das der Simmerring an der Lenkpumpe kaputt ist bzw. die Welle zu arg eingelaufen das der Simmering nicht mehr dicht hält. Ich weiß jetzt nicht auswendig was da für eine Pumpe drin ist aber ich weiß das diese Art von Verschleis zumindest bei Boschpumpen mit einem gewissen Alter leider normal ist.
Deine Schläuche und die Vebindungen wirst du ja schon kontroliert haben nehme ich an. Ein loser Schlauch kann auch Probleme machen.
Verfasst: 10.04.2005, 11:55
von Helmut Schmitz
Über den Lenkzylinder kann die Anlage in keinem Fall Luft ziehen, da dieser mit Druck beaufschlagt wird.
Die Schaumbildung entsteht nur, wenn auf der Saugseite bis einschließlich Pumpe ( die hat ja auch eine Saugseite ) Luft ins Öl gelangt. Im Saugleitungssystem sind Engstellen, wie Verschraubungen oder Schlauchanschlüsse die Problemstellen, da hier durch die punktuellen Querschnittsverengungen eine Erhöhung der Strömunggeschwindigkeit eintritt. Durch den Venturieffekt wird dann Luft angesaugt. Die weitaus häufigste Ursache ist jedoch die Pumpe selbst. Schwachpunkt ist hier der Wellendurchgang. Hier hilft ein neuer Dichtsatz. Hat die Pumpe jedoch Riefenbildung an der Brille, so ist sie leider so gut wie tot. Der Weiterbetrieb mit Ölschaum ist auch für die heile Pumpe tödlich, da dann Kavitation in der Pumpe auftritt.
Verfasst: 10.04.2005, 13:44
von T.Goldstrass
Hallo Helmut und Dampfmog,
danke für die Infos, dann werde ich erst einmal die Pumpe für die Lenkung abdichten.
Noch eine Frage, besteht die Möglichkeit, das Luft nun über die Lenkungspumpe doch noch gezogen wird, obwohl diese deaktiviert ist?
Gruß
Torsten
Verfasst: 10.04.2005, 15:08
von Helmut Schmitz
Das Öl strömt normalerweise nur vom Ölbehälter zur Pumpe, es sei denn, es ist irgendwo ein Verschluß oder Enstelle, so dass sich im ganzen Saugsystem ein Unterdruck bildet. Dann wird auch Luft durch alle Ritzen gezogen, wo es nur geht. Also bitte vorher auch überprüfen, ob nicht ein Saugschlauch geknickt ist oder sonstwas zu einer Verstopfung führen kann. Es ist mir schon mal vorgekommen, dass jemand die Saugleitung aus Kühlerschlauch ( nivcht Ölresistent) gebaut hat, dieser war vom Öl aber derart aufgequollen, dass fast kein Durchfluss mehr möglich war.
Verfasst: 10.04.2005, 17:04
von T.Goldstrass
Hallo Helmut,
dann müßte die Pumpe für die Arbeitshydraulik ja auch kurz vor dem Absterben sein, da ich dort auch Schaumbildung feststellen kann. Dieses dauert jedoch schon länger bis sich Schaum bildet. Oder auf der Druckseite ist doch eine Undichtigkeit in Form von Verschraubung oder Steuerblock und durch das Venturiprinzip wird dort Luft "mitgerissen". Oder ist das ausgeschlossen?
Gruß
Torsten
Verfasst: 10.04.2005, 17:12
von MagMog
@ torsten,
die luft kann nur saugseitig zutreten, bei dem hydrodruck im verhältnis zum luftdruck und der fließgeschwindigkeit macht der herr venturi nixmehr. mit gruß vom main, justus.
Verfasst: 10.04.2005, 22:10
von Gundo
Hallo Torsten !
Hast du schon in Betracht gezogen, dass
1. überalterte Öle
2. Öle die bereits zuviel Feuchtigkeit (Wasser) aufgenommen haben
3. Öle die mit unverträglichen Sorten gemischt wurden (mineralisches Öl gemischt mit Hydrauliköl auf Basis von Raps oder sonstigen synthetisch hergestellten umweltfreundlichen Hydraulikölen)
zu starker Schaumbildung neigen können ?
Mit anderen Worten: Vielleicht liegt es am Öl ?
Gruß, Gundo
Verfasst: 11.04.2005, 06:52
von T.Goldstrass
Hallo Gundo,
Öl ist erst ca. 1 Jahr alt, keine Mischung von Motoröl mit Hydrauliköl, ich verwende nur immer die gleiche Sorte nach einem Wechsel, egal ob es Motoröl, Hydrauliköl oder Getriebeöl ist.
Gruß
TGorsten
Verfasst: 17.04.2005, 12:24
von T.Goldstrass
Kleine Rückmeldung, ich weiß nicht wer der Übeltäter nun war, aber folgendes habe ich durchgeführt:
1. Hydraulikpumpe neu abgedichtet (Simmerring und Dichtring erneuert).
2. Zwei Hydraulikschläuche erneuert.
3. Öl komplett gewechselt.
Wenn man schon einmal dran ist, macht man am besten alles direkt von Grund auf.
Die Schaumbildung hält sich nun in Grenzen, ich denke das ist aber normal, wenn man Motoröl verwendet.
Viele Grüße
Torsten
Verfasst: 17.04.2005, 12:43
von MagMog
ei guude,
kann mal jemand eine literaturempfehlung zur arbeitshydraulik, wie wir sie einsetzen, geben?
mit dank vorab, justus.