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Tod eines OM636
Verfasst: 06.08.2025, 17:13
von woppa
Liebe Mogler Grüße aus dem Burgenland!
Angeblich hat mein 411 nur knapp 50K gelaufen....die stehen halt auf der Uhr.
Tatsächlich hat er noch die Originalmaße an Kurbelwelle und Kolben. Ist doch schon was, oder.
Die Pleuel und Hauptlager(!) sind angegriffen, Kurbel geht zum Schleifen.
Kolben sehen gut aus, aber neue Ringe auf jeden Fall.
Sollte man noch die Nockenwelle prüfen??
Was würdet ihr noch machen, wenn der Motor e auf der Werkbank liegt??
Wobei ich immer dem alten Rat folge: repariere nichts, was nicht kaputt ist.
Ich freue mich von euch zu hören.
Wolfgang
Re: Tod eines OM636
Verfasst: 07.08.2025, 23:03
von Mogler123
Hallo Wolfgang,
der Titel des Beitrags ist etwas merkwürdig. Weshalb Tod? Fehlt ein Teil der Geschichte?
Weshalb wurde der Motor geöffnet? Gab es Leistungsverlust oder andere Beanstandungen? Davon hängt ja auch der Umfang ab.
Wie viele Betriebsstunden stehen auf dem Zähler oder hat der Motor keinen verbaut? Hast du das Werkstatthandbuch für die Messwerte?
Man kann vieles machen, ist eine Frage des Budgets und der Fähigkeiten sowie vorhandenen Messmittel:
Wichtig ist den aktuellen Zustand zu ermitteln um weitere Schritte zu definieren.
Folgende Punkte:
- Zylinderkopf prüfen, ggf. überholen (Ventilführungen, Ventilsitz, Planfläche, Kipphebelwellenlagerung etc.)
- Zylinderwand prüfen auf Laufspuren, Riefen, Honschliff (wird vermutlich weg sein), Zylinder ggf. vermessen um Kolbenspiel zu ermitteln
- Bei neuen Ringen Honschliff erneuern lassen (Motoreninstandsetzer)
- Nockenwellenlager ausbauen, NW und Lager auf Maßhaltigkeit prüfen, ggf. O-Ring am 3.Lager erneuern falls vorhanden
- Ölpumpe ausbauen, zerlegen, auf Verschleiß prüfen
- Burgmannring erneuen und alle anderen Dichtungen beim Zusammenbau
- Ölrückfördergewinde am Steuerdeckel vorne (es gibt einen Umbau auf WDR)
- Froststopfen falls Undichtigkeiten sichtbar sind
- Einspritzanlage bei Bedarf
Grüße
Tobias
Re: Tod eines OM636
Verfasst: 08.08.2025, 17:40
von woppa
Lieber Thomas,
das war hilfreich, und genau das, was ich mir gewünscht habe. Danke!
Zu deiner kritischen Anmerkung zu meinem Titel:
Der in der Oldie-Szene hinlänglich bekannte Thomas Geis (selber 411) hatte in einem Telefonat gemeint: ehe ein OM636 tot ist, muss viel passieren. Daher meine Anlehnung an die Aussage.....
Die Ursache selbst ist unbekannt. In einem früheren Beitrag in diesem Forum, hatte ich nach dem Mindesöldruck gefragt, weil irgendwann ständig die Ölkontrolllampe im Leerlauf anging. Eine Messung ergab: 0,5 bar im betriebswarmen Zustand. Eine Umstellung auf 20W40 ergab auch keine neue Lage.
Motor raus, Ölwanne runter und Lager angesehen. Nun ja, war eindeutig.
Mich hat erstaunt, dass selbst die Hauptlager angegriffen waren.
OK, die Welle ist nach Maribor zum Vermessen und (ggf) Schleifen - was wohl sicher kein Problem ist, da die Welle Erstmaße hat.
Nochmals herzlichen Dank für deinen Kommentar!!
Wolfgang
Re: Tod eines OM636
Verfasst: 08.08.2025, 19:48
von Jochen.Schaefer
Hallo Wolfgang,
Wenn der Motor auf der Werkbank liegt sollte die Kühlwasserkanäle auch direkt gesäubert werden.
"Froststopfen" Kernlochstopfen entfernen und die Kühlwassertaschen um die Zylinder vom Rostschlamm befreien.
Kühlung Om 636 von vorne 06042020.jpg (339.87 KiB) 2024 mal betrachtet
Gruß
Jochen
Re: Tod eines OM636
Verfasst: 09.08.2025, 08:39
von woppa
Danke Jochen, werde ich machen. Schon notiert!!
Was macht denn Dein "Fallobst-411" aus der Oldtimer-Traktor??
Wolfgang
Re: Tod eines OM636
Verfasst: 09.08.2025, 18:20
von u411wtalronsd