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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#549666
Hallo,

ich beschäftige mich schon seit längerem mit dem Bremskraftverstärker im Unimog 411.
Zur Zeit fahre ich ein System mit Wabco BKV 470 004 xxx 0. Dieser wurde im 404 und in frühen 406 und MB Tracs genutzt. Angesteuert wird der BKV durch den HBZ des 411ers. Mir sind weitere Fahrzeuge mit diesem Einbau bekannt. Dieses System ist zwar eine Möglichkeit im 411er einen BKV zu nutzen, aber nicht die originale Konstruktion des Unimog 411.

Für den Unimog 411 gab es eine SA 35 379, die die originale BKV Lösung darstellt. Der verwendete BKV ist baugleich mit den Systemen im 421 und 406. Der verwendete HBZ entspricht dem vom U40/45.

Ich möchte diese SA nachbauen. Daher meine Frage, ob hier jemand so ein originales System an seinem Unimog 411 verbaut hat oder zu den verwendeten komponenten Auskunft geben kann :?:

Bei Interesse an diesem Projekt können wir gerne weitere Details diskutieren.

Gruß
Markus
Zuletzt geändert von mhame am 18.08.2021, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Markus
#549685
Hallo,

dieses Projekt ist im Wesentlichen davon abhängig, ob ein Fahrzeug mit dieser SA aufgetrieben werden kann. Lange habe ich geglaubt, dass diese SA nur auf dem Papier existiert hat. Aber die Fahrzeugkarten sagen da anderes. Es gab solche Fahrzeuge.

Daher noch mal meinen Aufruf: Fährt hier jemand einen Unimog 411 mit originalem pneumatischem Überdrück-Bremskraftverstärker :?:

Wer sich nicht sicher ist, der darf sich gerne bei mir melden, dann klären wir das.

Es handelt sich um SA35 379 mit Code 710 in der Datenkarte. Die Unterlagen beziehen sich zwar auf den 411.119 (/3) und das Fahrzeug für Minen in Kanada und USA (/6), passt aber auch beim 118. und 120.

Also, eure Mitarbeit ist gewünscht. Auch mit Blick auf eine Nachfertigung :!:

Ziel ist es, die benötigten Teile der SA zu rekonstruieren.

Die Normteile habe ich dazu schon alle bestimmt. Auch die Teile, die von anderen Unimog dazu genutzt wurden sind identifiziert. Ich habe nach vielen Jahren fast alle für mich verfügbaren Informationen zusammnegetragen und hoffe, dass wir gemeinsam das Prokejekt beenden können.

Gruß
Markus
Gruß
Markus
#549754
Hallo Rudolf,

schön, dass du dich bei diesem Projekt einbringen willst. Der Erfolg ist von den Informationen abhängig, die wir zu dem Thema sammeln können. Vielen Dank! :danke

Mir ist zwar nicht bekannt, dass der BKV für den Unimog 411.112 angeboten wurde, aber beim Unimog ist ja alles möglich. Zur Klärung, ob du das System der SA 35 379 verbaut hast, müssen wir ein paar Dinge prüfen:

- Wirkt dein Bremspedal direkt auf den pneumatischen BKV mit einer Koppelstange,
oder wird der BKV hydraulisch durch den HBZ angesteuert?

- Befindet sich der BKV unter dem Fahrerhaus im Bereich des Sonderabtriebs für die Zapfwellen,
oder weiter hinten im Rahmen?

- Ist der BKV von Wabco (pneumatischer Teil) 462 007 042 0 (ggf. auch ein Vorgänger Modell (462 007 xxx 0)) und der HBZ von ATE (Alfred Teves) oder FAG (Kugelfischer)?

Gruß
Markus
Zuletzt geändert von mhame am 26.01.2021, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Markus
#549755
Für alle Interessieten,

der Umbau scheint auch für die Unimog 411.110, 112 und 117 möglich zu sein, auch wenn die SA 35 379 nur den 411.119 einbezieht. Es gibt eine weitere SA zum BKV, die auch den 411.118 und 411.120 einbezieht. Dazu kommen wir später.

Alle Modifikationen befinden sich im vorderen Fahrzeugteil, so dass der Radstand keine Rolle spielt.

Bei den Modellen 2010 und 401 sind andere Pedale verbaut. Daher scheint der Aufwand deutlich größer, müsste man sich aber im Detail anschauen.

Gruß
Markus
Gruß
Markus
#549760
Hallo Rudolf,

das ist vermutlich die Lösung mit dem Wabco 470 004 xxx 0 BKV oder der Alternative von Graubremse etc.. Diese fahre ich auch zur Zeit. Durch die zwei Zylinder (HBZ und BKV) wird viel Bremsflüssigkeit bewegt. Und auch die drei zusätzlichen Entlüftungsstellen am BKV sind nicht optimal. Der HBZ vom 411 hat wenig Schluckvolumen. Ohne hydraulisches Anhängersteuerventil ist es zwar besser, aber nicht optimal.

Die Suche geht weiter.

Gruß
Markus
Zuletzt geändert von mhame am 15.04.2021, 11:22, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Markus
#549768
Kommen wir zum Herzstück der Sonderausstattung, dem BKV. Dieser ist baugleich mit dem des U421 und U406, allerdings mit HBZ in der Ein-Kreis-Ausführung. Ich habe einen beschafft und auf Stand gebracht.

Es handelt sich bei dem Luftteil um einen WABCO 462 007 042 0. Das ist die neuere Ausführung mit dem Drahtbügelverschluss.Die Vorgängerversion hatte noch am Umfang verteilt Schrauben sitzen (462 007 022 0). In der Stückliste ist 000 431 7414 (ersetzt 000 431 46 14) aufgelistet, was dem Wabco 462 007 42 0 entspricht.

Bei dem Hauptzylinder fiel die Wahl auf den ATE 03.3131-2801.3 (011045) des der MB Nummer 001 430 85 01 entspricht. Dieser hat einen Kolben von 31,75mm und 36mm Hub. Alternativ gibt es den Hauptzylinder von FAG (Kugelfischer) 002 430 53 01. Dieser hat zwar auch 31,75mm aber nur 30mm Hub.

Jetzt wisst ihr schon mal, wie der BKV aussieht.

Gruß
Markus
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Gruß
Markus
#549769
Da ich nicht vorhabe ungeprüfte Komponenten zu verbauen, habe ich den BKV zerlegt und überholt.

Hier ein paar Impressionen. Nach dem alle Teile mit der Zeichnung verglichen waren, konnte der Zusammenbau beginnen.

Leider wurden die Ventile zum Umgebungsausgleich überlackiert und das Gummi hat die Farbe nicht vertragen. Da es sich um einfache Gummimembrane handelt, habe ich sie ersetzt.

Gruß
Markus
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Gruß
Markus
#549770
Da es sich bei dem pneumatischen Teil um die Version mit dem eingezogenen Drahtbügel zur Sicherung des Deckels handelt, habe ich ein Hilfswerkzeug gefertigt. Wichtig ist, dass es eine Aussparung für den Zapfen des Pneumatikkolbens besitzt.

Auch der Hauptzylinder musste gereinigt und konserviert werden. Dieser ist einstufig und recht einfach aufgebaut. Zur Montage des Sicherungsclips muss man sich einen kleinen Holzstab zum Zurückdrücken des Kolbens zurechtlegen. Für die Teile im Hauptzylinder nur ATE Bremsenpaste als Schmiermittel verwenden.

Für den Luftteil habe ich spezielles Fett für Pneumatikanwendungen verwendet. Hier gibt es auch passende Produkte von Wabco.

Gruß
Markus
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Gruß
Markus
#549771
Am Pneumatikteil sind drei Luftanschlüsse vorhanden. Die Belegung kann dem WHB 411/421 entnommen werden.

Der eine dient der Versorgung mit Druckluft aus dem Vorrat. Es kommt Rohrleitung der Größe 15L zum Einsatz. Ich werde keine reinen Schneidringverbindungen nutzen, sondern die flachdichtenden Verbindungen mit Fiberring und Druckstück, wie bei Bremsen aus dieser Zeit üblich. Auf der Seite des BKV wird ein Ringlötstutzen auf die Leitung aufgelötet.

Hier wird auch mit einer kleinen Hohlschraube M10x1 mit Ringlötstutzen und 6L Leitung der Vorrat des Doppeldruckmanometers angeschlossen.

Der mittlere Anschluss ist beim 421 zur Ansteuerung eines pneumatisch angesteuerten Anhängersteuerventils. Ist kein Anhängersteuerventil verbaut, wird dieser Anschluss mit der zweiten Kammer (dritter Anschluss) des BKV verbunden. So leistet der BKV die volle Unterstützung. Beim der SA 35 379 war kein (pneumatisches) Anhängersteuerventil vorgesehen.

Am Mittleren wird der Betriebsdruck des BKV über eine Hohlschraube M10x1 und eine 6L Leitung mit Ringlötstutzen abgenommen und an das Doppeldruckmanometer weitergeleitet.

Gruß
Markus
Gruß
Markus
#549799
Kommen wir jetzt zur Anbindung an die Bremsanlage.

Der 5-fach Verteiler mit Bremslichtschalter M10x1,0 entfällt. Er wird durch einen 3-fach Verteiler ersetzt. Die Drei Anschlüssen sind wie folgt:

+ Verbindung zum HBZ
+ Verbindung zur VA
+ Verbindung zur HA

- Anschluss des Bremslichtschaters entfällt
- Anschluss der Verbindung zum Anhängersteuerventil (hydraulisch) entfällt

Die Verbindung vom Hauptzylinder zum 3-fach Verteiler ist 6mm Doppelbördel E mit 550mm Länge.

Der Bremslichtschlater wird am Hauptzylinder montiert und mit den selben elektrischen Leitungen angeschlossen, die schon im Fahrzeug vorhanden sind. GGF. müssen diese Verlängert werden.

Der Anschluss zum hydraulischen Anhängersteuerventil entfällt, da weder ein hydraulisches Ein-Leiter- noch Zwei-Leiter_Anhängersteuerventil vorgesehen ist. Wird eine Anhängerbremsanlage benötigt, sollte auf ein pneumatisch-angesteuertes Anhängersteuerventil ausgewichen werden. Dieses kann vom BKV angesteuert werden. Durch eine Umschaltung kann bei Fahrten mit Anhänger die Unterstütung durch den BKV abgemindert werden (vergl. WHB 421).

Ein funktionierender Bremslichtschalter M10x1,0 kann übernommen werden und muss nicht neu beschafft werden.

Gruß
Markus
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Gruß
Markus
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