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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#554315
Guten Morgen zusammen,

ich bin stolzer Besitzer von zwei Werner F56 Seilwinden. Im Detail:

F56 M1 HW 08 12
Baujahr 1978
Zugkraft 4240daN
Betriebsdruck 5,4 bar

sowie

F56 M1 HW 12 13
Baujahr 1983
Zugkraft 5200daN
Betriebsdruck 7,2 bar

Die Daten stammen jeweils von dem Typenschild auf den Winden. Beide Winden arbeiten so wie sie sollen!
Jedoch habe ich die Winde mir der geringeren Zugkraft schon ans eine Grenzen gebracht.

Nun meine Frage. Sind die beiden Winden baugleich und nur durch den unterschiedlichen Betriebsdruck gedrosselt, oder gibt es hier tatsächlich einen größeren Unterschied? Kann ich mit Anheben des Betriebsdrucks auch die Zugkraft erhöhen?

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit den Werner Winden.

VG

Carsten
#554317
Hallo Carsten,

was glaubst du, wozu die Luft bei deiner Seilwinde benötigt wird?

Kleiner Tipp:
F = Frontanbau
56 = Hubkraft (*100=kp)
M = machanisch (das ist der Antrieb!)
1 = Eintrommel
H = Heben
W = Wickelvorrichtung
00 = Baumuster (gibt normalerweise die Größe der Zapfwelle an)
00 = Drahtseil

Scheinbar ist das Drahtseil schon mal unterschiedlich.
Ich gehe davon aus, dass unterschiedlich viele Lagen auf der Seilwinde gibt. Die Seillagen sind abhängig von der Seillänge. Aber das ist gundsätzliches Seilwindenwissen.

Standard sind 75m x 12mm Seil auf der Winde. Damit ergeben sich je Lage unterschiedliche Zugkräfte und Seilgeschwindigkeiten. Die Seilgeschwindigkeiten beim Heben und Senken sind auch unterschiedlich.
z.B. 540 U/min,
untere Seillage H 19m/min S 12m/min 5600kp
mittlere Seillage H 24m/min S 15m/min 4200kp
obere Seillage H 30m/min S 19m/min 3500kp

Unterlagen zu Winde helfen immer weiter.
Gruß
Markus
Zuletzt geändert von mhame am 27.05.2021, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
#554323
Hallo Markus,

danke für deine schnelle Antwort.

Derzeit sind auf beiden Winden die identischen Seile montiert.

Aber du hast recht, auf der einen war ursprünglich ein 12mm mal 75 Meter Seil und auf der anderen ein 13mm mal 55 Meter Seil verbaut.

Es dürfte sich aber bei beiden Winden nicht mehr um die Originalseile handeln.

Die Unterlagen zu den Winden habe ich, haben mir aber nicht geholfen.

VG

Carsten
#554324
Da mit den Seildurchmessern passt zur Bezeichnung. Wenn man ein dickeres Seil aufwickelt, denn ändern sich auch logischer Weise die Wirkdurchmesser. Auch bekommt man nicht so viele Wicklungen nebeneinander und übereinader.

Wenn ich mir die Drücke anschaue, dann vermute ich mal, dass die eine von einem Fahrzeug mit Ein-Leiter-Anhängerbremsanlage stammt (5,3bar Systemdruck) und die andere von einem Fahrzeug mit Zwei-Leiter-Anhängerbremsanlage (7,3bar Systemdruck)

Gruß
Markus
#554325
Um die Frage abschließend zu beantworten:

77m Seil ergibt wohl 3 Lagen
55m Seil ergibt wohl 2 Lagen

Das Antriebsmoment ist immer gleich. Kraft x Hebelarm = Moment
Wir der Hebelarm größer, wird die Kraft kleiner bei gleichem Moment.
Daher die Werte für die Zugkraft.

Der Luftdruck für die Steuerung der Bremse ist separt zu sehen. Siehe obigen Hinweis

Gruß
Markus
#554326
Hallo Markus,

vielen Dank für deine Ausführungen!

Ich habe natürlich keine Ahnung, am welchen Fahrzeug die Winden ursprünglich mal verbaut waren. Beide laufen bei mir an einem 417er.

Deinen Ausführungen entnehme ich, dass der Luftdruck nichts mit der Zugkraft zu tun hat.

Lässt sich denn die Zugkraft der Winde generell begrenzen?

VG
#554327
Zu der Winde habe ich keine Unterlagen, nur eine Preisliste.

Grundsätzlich sind alle modernen Winden mit einer Überlastsicherung versehen (EN 14492).
Einige Werner Winden haben Ruschkupplungen. Wäre es eine pneumatische Winde, könnte man über die Druckdifferenz (Eingangs zu Ausgangsdruck) die Zugkraft begrenzen. Ist es aber nicht.

Grundsätzlich kann man das Moment begrenzen, was bei unterschiedlichen Lagen zu unterschiedlichen maximalen Zugkäften führt. Ob das bei dieser Winde möglich ist, weiß ich nicht.

Bei kleineren Unimog (411) begrenzt die Motorleistung die Zugkraft der Winde, indem er abgewürgt wird, das klappt beim 417 sicher nicht. Hier müsste eine Überlastsicherung eigentlich vorhanden sein.

Gruß
Markus
#554347
Hallo Carsten,

nach dem Studium der Unterlagen ist es so wie geschrieben:

Antrieb mechanisch über die Zapfwelle
Unterschiedliche Werte wegen Seildurchmesser, Länge und Wickellagen

Der Druck wird nur für die elektrisch-pneumtische Steuerung benötigt und ist vom Bordnetz des Uniog abhängig. 7,3bar oder 5,3bar

Gruß
Markus
#554373
Hallo, die Kraft die eine Reibkupplung übertragen kann ist abhängig vom Durchmesser und vom Druck mit dem diese zusammen gepresst wird. Wenn man die alte 4t Glogger Doppelwinde mit 7,5 statt 5,3 betreibt macht diese aus Standard 12mm Seil Kleinholz. Seil Durchmesser sind der Zugleistung angepasst. Das Seil muß mindestens das doppelte der Zugkraft als Bruchlast haben. Bei Standard Seilen liegen 12mm Seile bei ca 12 T. Nehme ich ein HV Seil hat man bei 11mm ca 14 t Bruchlast. Es lohnt sich ein qualitativ hochwertiges Seil zu nehmen, und das kann ruhig den gleichen Durchmesser haben wie das original. Etwas mehr Sicherheit schadet nicht.
Gruß Herbert
#554374
mhame hat geschrieben: Der Druck wird nur für die elektrisch-pneumtische Steuerung benötigt und ist vom Bordnetz des Uniog abhängig. 7,3bar oder 5,3bar

Gruß
Markus
Wenn ich mich nicht irre ist der Betriebsdruck beim Unimog 7,5 bar oder höher. Allerdings, auch ich mache Fehler. Sollte ich mich irren sollte man mich darauf hinweisen.
Gruß Herbert
#554376
Dann liegt dort auf dem Bremskreis der Anhänger Bremse ein Druck von 5,3bar auf Anlage an, nicht auf der ganzen Anlage. Wenn dann die Bremse betätigt wird wird die Leitung entlüftet und ggfs komplett drucklos gemacht. Dadurch ist aber während dem Bremsvorgang ein befüllen des Luftkessel im Anhänger nicht möglich. Durch diesen Umstand gab es früher öfter Unfälle und die Einkreis Brems Anlage ist heute nur noch in der Land und Forstwirtschaft bis 25Km/h zulässig.
Gruß Herbert
#554377
Was glaubst du, wie beim 411 oder 401 das wohl gelöst ist? Der hat 5,3 bar und für den pneumatischen HKH konnte der Druck auf 8 bar angehoben werden. Und der fährt ohne Anhänger 53km/h, mit 5,3bar im Kessel.

Gruß
Markus
#554378
Wurzelzieher hat geschrieben:
mhame hat geschrieben: Der Druck wird nur für die elektrisch-pneumtische Steuerung benötigt und ist vom Bordnetz des Uniog abhängig. 7,3bar oder 5,3bar

Gruß
Markus
Wenn ich mich nicht irre ist der Betriebsdruck beim Unimog 7,5 bar oder höher. Allerdings, auch ich mache Fehler. Sollte ich mich irren sollte man mich darauf hinweisen.
Gruß Herbert
Ich glaube ich hatte es erwähnt, auch ich kann mich irren. Dann scheint der Druck der auf der Winde angegeben ist sich auf den im System vom Unimog zu beziehen. Ich lerne jeden Tag dazu. Gruß Herbert

IMG-20210615-WA0018.jpg Erwischt!

AUT ist auch schon da, prima! :wink: Hallo Ing[…]

Abend! Hallo Marius (ist doch richtig oder ?) […]

Ah, entschuldigung. Das ist natürlich irref&u[…]