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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#563052
Hallo.

Meine gestrigen Startversuche waren nicht erfolgreich. Dieselleitung mittels Handpumpe entlüftet usw. Motorregulierhebel mal so, mal so gestellt (war mir nicht sicher, wie der stehen soll - siehe anderer Thread). Da muss ich noch weiter forschen...

Aber vorallem dreht der Anlasser den Motor nur sehr mühsam. Batterie neu, dann habe ich noch den Land Rover mit laufendem Motor als "Starthilfe" daneben gestellt (etwa 14V), aber es wurde nur etwas besser. Die Masseklemme Batterie-Rahmen habe ich gereinigt und neu angeschraubt (keine Besserung), sonst noch nicht weiter vorgedrungen. Habe mich dann gestern aufgemacht, den Anlasser auszubauen, um ihn mal zu inspizieren, aber dazu muss ich beim Tremo den Auspuffkrümer demontieren, inkl. der Stehbolzen im Motorblock (sonst kann ich wg. Platzmangel den Krümer nicht entfernen). Ich wurde gestern Abend noch nicht fertig damit.

Die Kabel von der Batterie zum Anlasser sind kurz und sehen eigentlich gut aus. Die Plus-Verschraubung am Anlasser könnte auch noch einen Übergangswiderstand darstellen, gestern kam ich da noch nicht heran, um diese zu reinigen (siehe Ausbau Anlasser/Krümer).

Der Motor lief vor ein paar Wochen beim Teststart, beim Abholen des Fahrzeugs. Allerdings hat der Verkäufer da eine mächtige Batterie angeschlossen (aus einem Radlader?). Vielleicht war die sogar 24V? Da habe ich nicht darauf geachtet. Jedenfalls sprang dort der Motor relativ zügig an.

Ich habe nun eine neue 100Ah-Batterie eingebaut und, wie schon erwähnt, zwischendurch auch ein zweites Auto mit laufendem Motor spannungstechnisch über eher dünne Kabel (andere hatte ich nicht zur Hand) mit angeschlossen.

Der Anlasser wurde bei den Startversuchen etwas mehr als handwarm. Die Kabel und die Kabel-Übergänge wurden nicht sonderlich warm (ausser das Starthilfekabel an den Klemmen, wie üblich).

Die Vorglüh-Anzeige wurde jeweils innerhalb von ein paar Sekunden hell. Auch geht die restliche Elektrik, wie Licht und Blinker normal, soweit ich das jetzt beurteilen kann.

Spannung an der Batterie während des Starts bzw. Startstrom mittels Strommesszange (weiß jetzt nicht, ob meine die paar hundert Ampere kann?) habe ich noch nicht gemessen. Werde ich als nächstes tun.

Habt Ihr Hinweise für mich, was es für Ursachen geben könnte, dass der Anlasser den Motor nur mühsam bewegt bekommt? Kann es sein, dass der Anlasser selber verschlissen ist bzw. wg. der langen Standzeit des Fahrzeugs vergammelt ist?

"Mühsam bewegen" heisst, dass der Motor eine langsame Umdrehung macht, dann kurz stehen bleibt und dann wieder eine Umdrehung macht. So in etwa. Man könnte es auch "astmathisch" nennen :wink: . Mit den 14V ging es etwas besser, aber mitnichten so, wie ich es von PKWs her kenne.

Danke und Gruß - Claudius
#563054
Hallo,


ich hatte vor zwei Monaten ähnliche Probleme mit einem IHC383.
Batterie war voll geladen und getestet, alles okay, Klemmen sauber, Masseband neu. Der Starter war auch vor einiger Zeit offen, aber er hat immer nur ganz langsam bis garnicht gedreht.
Also Mal den Batterietester direkt vorne an den Starter angeschlossen und auch da konnte der auf die volle Leistung der Batterie zurück greifen.
Überbrücken hat auch nichts gebracht.
Am Ende haben wir dann den Starter aufgemacht. Die Kohlen an sich waren noch okay, aber ein Kabel zur Kohle selbst wurde wahrscheinlich falsch gedreht beim einbauen und hat sich zerlegt. Aufgrund des nicht gut funktionierenden Pols/Kontakt im Starter selbst hat der Starter Mal funktioniert das andere Mal nur sehr langsam und manchmal gar nicht. Jenachdem wie er stand.
Kohlen tauschen hat es dann gelöst.

Ein Kandidat könnte sich der Magnetschalter im Starter sein. Den kannst du eventuell auch Mal überbrücken. Wenn er dann läuft weißt du bescheid.


Gruß
Sebastian
#563055
Hi Sebastian.

Soetwas vermute ich auch bei meinem Anlasser - zu hoher Innenwiderstand durch "interne "Kontaktprobleme. Ich bau' den jetzt mal aus und dann auseinander...

Hast du eventuell Messwerte bzw. Sollwerte zur Hand für die zu erwartenden Widerstände im/am Anlasser?

Wo hast du die Ersatzkohlen gekauft (bin noch auf der Suche nach einer guten Quelle für Mogteile)?

Danke und Gruß - Claudius
#563057
Hallo,

konkrete Messwerte kann ich dir nicht sagen. Wenn ein Ausreißer nach oben oder unten ist, weißt du ja bescheid.
Aber an die Kohlen kommt man einfach indem man den hinteren Deckel abnimmt.

Falls die Kohlen verschlissen sind würde ich damit zum Landmaschinenhändler/Werkstatt deines Vertrauens gehen.
Der kann so standardteile besorgen, bzw er hat sie eh da liegen - wenn's ein guter ist.


Gruß
Sebast
#563088
...mir kam bei der (noch nicht abgeschlossenen) Demontage des Anlassers noch die Idee, dass die elektrische Verbindung Rahmen-Motor vielleicht auch nicht so gut ist. Ich sehe da z.B. kein Masseband. Der Motor ist ja elektrisch "irgendwie" mit dem Rahmen verbunden, aber wenn diese Verbindungsstellen korrodiert bzw. auf Gummi gelagert sind, dann kann es ja auch sein, dass der Strom da auf hohe Übergangswiderstände stößt und dann am Anlasser nicht die vollen 12V anliegen. Gemessen habe ich das leider nicht, weil ich erst den Anlasser im Verdacht hatte... Könnte die Übergangswiderstände jetzt noch "kalt" nachmessen, aber vermutlich wird das nicht so erhellend sein, da die Werte trotz fehlendem Masseband sehr klein sein dürften.

Da gehört doch bestimmt ein Masseband hin, zwischen Rahmen (Batterie) und Motorblock, oder?

Danke und Gruß - Claudius
#563089
Hallo,


ich kann natürlich nur wieder von meinem 421 reden.
Da gab's kein Masseband zum Motor, zumindest habe ich beim Auseinandernehmen keins weggemacht.

Mein Tipp wäre, dass die Masse da zwar nicht wirklich übers fordere Lager geht, aber dennoch über die hinten Lager am Getriebe. Ich kann mich da gerade an keine Gummibuchsen erinnern.



Gruß

Sebastian
#563094
Hallo Claudius,
es liegen immer die vollen 12V am Anlasser an, es sei denn das Plus Kabel von der Batterie zum Anlasser ist defekt oder nicht richtig Montiert.
Das Problem bei einem fehlenden Masseband ist dass die Übergangswiederstände vom Anlasser zum Minuspol der Batterie zu hoch sind und deshlab zu wenig Strom durch den Anlasser fliest. Wenn zu wenig Strom durch den Anlasser fliest hat er keine Leistung.
Mach einfach ein Masseband zwischen Minuspol der Batterie und befestigungsschraube des Anlassers, dann wirst Du schnell sehen ob hier das Problem liegt. So eine VErbindung kann ja profesorisch sein.
Gruß Robert
#563153
Hallo.
kleinesMonster hat geschrieben: 08.07.2022, 20:17 Hallo Claudius,
es liegen immer die vollen 12V am Anlasser an, es sei denn das Plus Kabel von der Batterie zum Anlasser ist defekt oder nicht richtig Montiert.
Jein, aber vermutlich meinen wir das Gleiche?
Wenn der Übergangswiderstand des Kabels/der Kontakte (auch Minuspol bzw. Masse/Rahmen/Gehäuse) relativ zu dem Innenwiderstand des (arbeitenden) Anlassers hoch ist, dann fällt an diesem Übergangswiderstand relevant Spannung ab und es kommen am Anlasser dann tatsächlich keine 12V an. Oder anders formuliert - würden am Anlasser auch unter Last immer "sauber" 12V anliegen, dann muss er (wenn er intakt ist) circa seinen Nominalstrom ziehen und circa seine Nominalleistung abgeben, also ordentlich drehen (ca. 190A bei 2,3kW und 12V) .

Ich habe mich aktuell auf den etwas schwierigen Ausbau des Anlassers konzentriert, da ich ihn wg. des Verdachtes auf verschlissene Schleifkohlen öffnen wollte. Insofern hatte ich keine Spannungs- oder Strommessungen am arbeitenden Anlasser vorgenommen (das war vielleicht blöd, aber so läuft es ja manchmal...).

Nun habe ich den Anlasser ausgebaut (die Köpfe der Befestigungsschrauben an der Kupplungsglocke herausgebohrt bzw. abgefräst). Anlasser geöffnet und eine Sichtprüfung gemacht - Schleifkohlen sehen noch gut aus, haben ordentlich "Körper", sind beweglich, Kabel sehen auch gut aus. Einzig das Gleitlager der Achse an dem Ende, wo der Eingriff an die Schwungscheibe statt findet, ist ausgeleiert. Ist das kritisch in dem Sinne, dass der Anlasser dann deutlich mehr Mühe hat zu drehen?

Habe den Anlasser gestern noch grob innen gereinigt (ausgeblasen) und durchgeschmiert, wo ich ohne Totaldemontage herankam.

Die Tage werde ich dann den Anlasser "kalt" vermessen, die Übergangswiderstände prüfen usw. und ihn dann ggf. wieder einbauen. Eventuell ziehe ich auch die Masse von der Batterie direkt zum Anlasser, statt zum Rahmen (ggf. wie empfohlen zunächst provisorisch, z.B. mit einem Starthilfekabel). Dann sehe ich, wie er dreht. Sollte der Anlasser nicht mehr nutzbar sein, dann kommt halt ein neuer rein. Aber im Moment sehe ich nicht, warum er nicht funzen sollte (ausser Gleitlager vorne?). Aktueller Verdacht ist also, dass die Spannungszuführung nicht optimal war, speziell die Masse - es gibt ja starken Rost überall an dieser Karre.

Habt ihr sonstige Ideen oder Hinweise dazu?

Gruß - Claudius
#563161
Hallo Claudius,

klemm den Anlasser mal an eine Batterie an und prüfe die Funktion, bevor du ihn wieder einbaust.
Wenn der Anlasser dann wieder drin ist, kannst du beim Starten den Spannungsabfall beider Leitungen messen. Also von Bat. + zum Anlasser + und dasselbe bei Minus. Damit kannst du dich dann an die fehlerhafte Klemmstelle rantasten.

Viel Erfolg
Alex
#563169
Guuden,

ich hatte lange Probs mit meinem Anlasser, mal ging er mal nicht, meistens
nach einigen Minuten wieder. Wenn er ging dann ziemlich richtig, wenn nicht
dann nicht. Anlasser ausgebaut, zerlegt....., alles offensichtlich OK.
Stromversorgung geprüft, auch OK.
Ende vom Lied nach Jahren des Gesangs: Eine korrodierte Masseverbindung.
Sauber gemacht, mit Korrosionsschutz eingesprüht, seit Jahren alles fein.
(Man hätte auch einfach mal die Spannung am Anlasser beim Starten messen können,
aber so einfach denkt man manchmal nicht!)
OK, damals hatte ich wg. des Alters meines Mogs sowieso Probs mit der Versorgung der Batterien
und anderer Zickigkeiten.

Gutes Anlassen! Justus.
#563171
Hallo.
Claudius hat geschrieben: 13.07.2022, 10:21 Einzig das Gleitlager der Achse an dem Ende, wo der Eingriff an die Schwungscheibe statt findet, ist ausgeleiert. Ist das kritisch in dem Sinne, dass der Anlasser dann deutlich mehr Mühe hat zu drehen?
Was bedeutet ausgeleiert?
Der Anker kann aus dem idealen megnetischen Feld wandern, das bedeutet Leistungsverlust. Der Anker kann am Polschuch anlaufen und sich abbremsen.
Das Lager selbst kann klemmen
In allen drei Fällen können die Werte der elektrische Überprüfen durchaus passen, das Teil arbeitet trotzdem nicht richtig.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig

Et es wie et es
Et kütt wie et kütt
Nix bliev wie et wor
Wat wellste maache
Wat soll dä Quatsch
#563229
Hallo.

"Ausgeleiert" meint, dass das Gleitlager reichlich Spiel hat und sichtlich "elliptisch" ist. Das wäre also mal fällig, allerdings dreht der Anlasser nun freudig.

Habe den Anlasser, wie beschrieben, grob gereinigt und alle Kabel-Anschlüsse ordentlich gereinigt, geschliffen und mit Kontaktspray behandelt. Aber vor allem habe ich das Massekabel von der Batterie quasi direkt zum Anlasser, statt zum Rahmen gelegt. In der Kupplungsglocke ist neben dem Anlasser noch eine weitere Bohrung. Ich dachte zunächst, das ist optional für einen anderen Typ Anlasser, aber als ich dann nach einer Befestigungsmöglichkeit für das Massekabel suchte, da sprang mir diese Bohrung förmlich ins Auge. Ich denke, er drehte vorallem wg. der mangelhaften Masseverbindung schlecht, da die Kontkatflächen korrodiert waren und die Verbindung Rahmen/Motor aktuell elektrisch unklar ist.

Ich werde noch ein kurzes Masseband von dieser massiven Kontaktstelle am Anlasser zum Rahmen ziehen, damit auch der Rahmen klar mit dem Minuspol der Batterie verbunden ist (da hängt ja Licht dran usw.).

Das Ende vom Lied - der Tremo sprang nach ein paar Mal orgeln an! Motor läuft gut, Getriebe schaltet gut, soweit ich das bei der "Testfahrt" ohne Auspuff 8) im Garten überprüfen konnte. Leckagen an der Hydraulik.

Nun geht es mit dem Reparieren und Entrosten weiter. Werde wohl als nächstes die Öle erneuern, den Auspuff machen, um leiser rangieren zu können, dann die Kabine abnehmen...

Danke für eure Unterstützung - Claudius

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