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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#563810
Hallo!

Nun wollen der hier und ich gute Freunde werden:

Bild

Da die Kabine kaum Rost hat, muss ich sie ja nicht komplett restaurieren. Technisch gesehen wird Korrosionsschutz an den relevanten Stellen mit Fluidfilm oder Oxyblock reichen bzw. dies muss sowieso gemacht werden, auch nach einer eventuellen Lackierung.

Er war wohl mal gelb bei der Auslieferung. Innen ist dieses Gelb noch gut erhalten, aber im unteren Bereich/Fussraum mit Schwarz überstrichen, warum auch immer - vielleicht war es zerkratzt und man wollte das Blech schützen? Egal...

Was mache ich nun mit dieser bunten Lackierung ?

1. So lassen und drüber stehen. Vorerst zumindest. Wachsen und polieren - macht das Matte weg und schützt den Lack.

2. Kabine demontieren, innen und außen lackieren in Wunschfarbe. Pritsche ebenfalls (muss zuerst repariert werden).
2.1 Eigenleistung mit einem 3/4-Ergebnis (kann einigermaßen lackieren, aber sicher nicht wie die Profis).
2.2 Profis das Lackieren der Kabine machen lassen (mehrere k€ ?), Pritsche evtl. selber lackieren, je nach den Kosten.

3. Kabine folieren von aussen in Wunschfarbe. Innen so lassen?

Eine wichtige Randbedingung ist, dass der Wert des Fahrzeugs nicht durch "dumme Arbeiten" sinken soll.
Eine eventuelle Betrachtung ist, ein H-Kennzeichen anzustreben (ich weiß noch nicht, ob es sich das wirklich lohnt, muss die Jahresprämien/Steuern erfragen...) . Dieses wäre mit der bunten Lackierung vermutlich nicht zu erreichen, oder ist dem nicht so?

Eure Meinungen und Erfahrungen dazu?

Gruß - Claudius
Zuletzt geändert von Claudius am 17.08.2022, 13:05, insgesamt 1-mal geändert.
barry1 liked this
#563813
Guuden,

je nach Prüfer kann es auch so mit dem H klappen. Den vorher Fragen.
Strenggenommen dürfen keine Metalliclacke auf Fahrzeugen aus der Vormetalliczeit sein,
und Schriftzüge müssen Zeitgenössisch sein. Bei einem wunderschön restaurierten Fahrzeug
mit klassischen Schriften wurde das H verweigert weil eine WWW Adresse dabei stand.

Wenn das mit dem Metallic klar gehen sollte würde ich nur die Motorhaube in dem Silberton neu lackieren.
Im Netz gibt es reichlich Hinweise wie das auch mit der Rolle gut hinzubekommen ist.
Mir könnte sogar das Überlacken des hässlichen rosafarbenen Keils auf der Haube reichen,
von dem abgesehen sieht der Mog doch recht schön aus!

Gut Mog! Justus.
#563815
Hi Justus.

... du meinst, mit Rolle drüberlackieren wäre auch eine Lösung? Hmmm.... Dann aber vielleicht gleich die ganze Kabine von aussen in Wunschfarbe "Forstgrün" rollen oder spritzen? Sozusagen "noch eine Schicht" draufpfuschen? Vorher ordentlich anschleifen, versteht sich. Das würde den Erhaltungszustand (Wert) dieses Mogs nicht verschlechtern, aber auch nicht verbessern, oder? Ich meine, so eine Art Lackierung sieht meist "unschön" aus, aber das Farbdurcheinanader wäre weg. Aufwand deutlich geringer (Scheiben nicht ausbauen...) und vom weiten betrachtet, so als Tarnfarbe im Wald, auch ok :wink: . Innen im Fussraum könnte ich dann wieder das Schwarz mit Gelb überstreichen...

(Hab' auch schon locker überlegt, Natooliv drüber zu sprühen, da dieser Lack sehr viel kaschiert. Aber das würde mir nicht gefallen an meinem Mog.)

P.S. Die aktuelle Lackierung sei mal als Schnapsidee "im Suff" entstanden, wie mir der Vorbesitzer erklärte. Die haben vielleicht einen Humor :trink .

Gruß - Claudius
#563865
Moin Claudius,

normalerweise bin ich ja dafür, dass man einem Fahrzeug seine Geschichte ruhig ansehen kann - aber in dem Fall... puuuh... :roll:

Wenn Du Dir eine passable Lackierung zutraust, dann würde ich das nicht in fremde Hände geben. Zum einen wären hier wesentliche Kosten vermeidbar, zum anderen ist (gerade, wenn man mit dem Lackierer zwecks Kostensenkung bespricht, dass er das Projekt als eine Art Lückenfüller behandeln kann) hier immer wieder Ärger hinsichtlich Qualität und Zeitrahmen vorprogrammiert.

Zudem handelt es sich hier um ein Nutzfahrzeug und um keinen Flügeltürer. Eine perfekte Hochglanzlackierung wirkt da doch völlig unglaubwürdig. :wink:

Angesichts der Farbe kannst denke ich nur Du Dir die Antwort geben. Ich persönlich würde dem auch außen wieder seine Originalfarbe geben, wenn die im Innenraum passabel erhalten ist (wo wir dann wieder beim Erhalt der Fahrzeuggeschichte wären). Wenn Dir jedoch eine andere Farbe vorschwebt, musst Du wohl einen möglichen Kompromiss (mehr Arbeit oder mit anderer Farbe leben) abwägen.

Viele Grüße,
Torsten
#563866
Hallo Claudius,
ich habe mit Brantho Korrux 3 in 1 auf meinem 421 - Arbeiter gute Erfahrungen gemacht. 1K, robust, seidenmatt gut zu verarbeiten für Amateure mit entsprechendem Werkzeug. Habe Chassis und Aufbauten damit gespritzt, gibt es in allen RAL - Farbtönen und auf Wunsch in OEM - Farbton. Schau mal z. B. im Korrosionsschutzdepot, dort gibt es eine gute Beschreibung oder bei Fa. Branth (nein, verdiene an dieser Werbung nix....)
Christoph
#563877
christophlehmann hat geschrieben:Hallo Claudius,
ich habe mit Brantho Korrux 3 in 1 auf meinem 421 - Arbeiter gute Erfahrungen gemacht. 1K, robust, seidenmatt gut zu verarbeiten für Amateure mit entsprechendem Werkzeug. Habe Chassis und Aufbauten damit gespritzt, gibt es in allen RAL - Farbtönen und auf Wunsch in OEM - Farbton. Schau mal z. B. im Korrosionsschutzdepot, dort gibt es eine gute Beschreibung oder bei Fa. Branth (nein, verdiene an dieser Werbung nix....)
Christoph
So toll Brantho als Grundierung und evtl. noch am Unterboden eines PKW ist, so ungeeignet ist er als Chassislack und erst recht für Aufbauten.
Ich habe auch den Fehler gemacht, dass Chassis meines 406er damit zu lackieren. Der Lack bleibt auch mit dem passenden Härter viel zu weich und lässt sich leicht verkratzen oder beschädigen. Das Seidenmatte Finish ist auch furchtbar anzuschauen, ich habe mich daher entschieden nochmals mit Klarlack drüber zu gehen. Der Preisvorteil ist dann aber dahin...

Da würde ich die Landmaschinen 1K Lacke von z.B. Mipa vorziehen. Besseres Finish, schöner zu verarbeiten festere Oberfläche. Und preislich tut sich nicht viel...
Brantho kann ja trotzdem als Grundierung drunter...

Wenn man das Equipment zum spritzen und etwas Talent hat, würde ich auch nicht rollen. Zeitaufwand ist deutlich höher, Lackverbrauch auch. So zumindest meine Erfahrung.
Lieber 1 bis 2 Farbgänge mehr mit der Spritzpistole und eventuelle Nasen beischleifen und auspolieren.

Für den Werterhalt einfach eine Unimog Farbe oder dunkelgrün nehmen...

Gruss Pascal
#563891
Hallo!

An ein Schausteller-Fahrzeug dachte ich tatsächlich auch :) . Aber der Verkäufer hat mir versichert, dass sie es da am Flughafen "aus Spaß" so lackiert hätten. Tja...

Ok, ich traue mir eine brauchbare Lackierung zu. Ggf. hilft mir noch ein Kumpel, der noch mehr Erfahrung hat. Beheizbare Garage/Werkstatt ist vorhanden, lässt sich mit Folien auch in eine Lackierkabine umfunktionieren.
BranthoKorrux halte ich dafür auch nicht für geeignet (der Kollege hat schon die ungünstigen Eigenschaften für diesen Zweck beschrieben).

Nun habe ich dann noch mindesten zwei Optionen:

1. Kabine abbauen und nackt machen. Komplett anschleifen und von aussen und innen lackieren.
Dabei habe ich Respekt vor dem Aus- und Einbau der Scheiben, da ich soetwas noch nie gemacht habe. Selber machen - wie? Oder zum Autoglaser fahren und es aus- und später einbauen lassen?

2. Kabine nur von aussen lackieren, ohne Ausbau der Scheiben. Wird dann nur "halbgut" aussehen, aber wenn man sich beim Abkleben der Scheiben/Dichtungen Mühe gibt, gibt es kaum hässliche Ränder?
Von innen das Gelb lassen und das Schwarz im Fussraum mit Gelb überstreichen oder lokal übersprühen.

Übrigens - wie heisst dieses Dunkelgrün / "Forstgrün"? Ist das Mooosgrün RAL 6005 ?
(https://de.wikipedia.org/wiki/Unimog_406)

Die Pritsche würde ich dann in Kabinenfarbe dunkelgrün lackieren, die Kotflügel (wenn Lackierung nötig) natürlich in schwarz (vielleicht reicht vorne Wachsen, damit sie nicht so stumpf sind). Chassis muss ich mir noch genauer ansehen. Eventuell reicht eine lokale Bandlung mit Oxyblock und schwarzem Lack aus.

Danke und Gruß - Claudius
#563906
Hallo Claudius,

letzlich musst Du selbst entscheiden, was Du für Dich und Deinen Mog willst. Du stellst ja schon die richtigen Fragen, und formulierst die Antworten. Nun kannst Du eine Strichliste führen, welche Option hier bei den Schreibern (nicht den vielen schweigenden Lesern) besser ankommt oder Du machst es eben wie es für Dich besser ist.

Wenn die derzeitige Lackierung und der Zustand der Kabine ok bis gut ist, warum nicht lassen. Ist dann ein Mog , Dein Mog, mit einer besonderen Note. Ist erjedoch in normalen Unimog grün etc ist er nur einer von vielen. Ich würde Ihn tatsächlich so lassen. Vielleicht noch mit ein paar Dachscheinwerfern aufpeppen.

Der Werterhalt wird meines Erachtens nicht durch Lackierung bestimmt, sondern durch das Blech darunter. Was nützt eine schöne Verkaufslackierung, wenn darunter das Blech nach kurzer Zeit weggammelt.

Wenn eine neue Lackierung her muss, wäre natürlich eine komplette Grundsanierung am sinnvollsten, aber natürlich auch am aufwändigsten alles andere ist und bleibt ein Kompromiss.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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#563916
Hallo,

was da mit der Farbe machen willst oder sollst kann ich dir nicht sagen. Aber ich kann meinem Vorredner nur zustimmen.
Bei den Eisenbahner wird sich z.b. am Anfang garnicht Mal gefragt, was war original, sondern welche Epoche bzw "Station" des Fahrzeuges will ich darstellen und erhalten. Da wird sich dann eine Rausgesucht die gefällt oder besonders ist und die wird nachgebildet. Du hast ja auch gerade was besonderes da stehen.

Grün ist zwar der Klassiker, aber es darf auch gerne mal was anderes sein. Diversity is the spice of life. Ich habe auch überlegt meinen Mog LKW Grau zu machen, aber er wird wohl doch Enzianblau bleiben - das ist mal was anderes. Farbentechnisch bin ich zurzeit mit den Produkten von Büchner/Erbedol unterwegs. Das sind dann auch Kunstharz Schlepperlacke. Es soll ja schließlich eine Arbeitsmaschine sein. Den Rahmen habe ich der Einfachheit gerollt. Aber die Kabine will ich dann auch lackieren.




Gruß
Sebastian
#563917
Hallo Claudius,

also ich würde ihn erstmal auch so lassen. Der Lack sieht ja noch ganz gut aus. Mit der H-Abnahme würde ich auch so probieren, weil aus meiner Sicht nichts gegen eine zeitgenössische Lackierung spricht. Und Du wirst Deinen Unimog auf Treffen immer wieder erkennen, alle Unimogs in grün ist doch auch langweilig.
Später kannst Du dann immer noch was an der Kabine machen und die Farbe wechseln. Mein Unimog war auch noch jahrelang weiss, bevor ich ihn dann auf rot umlackiert habe. Ist übrings seine vierte Farbe.
Gruß Ingo

Mein Spielzeug: U 1000 (09/1980)
http://www.unimog-community.de/phpBB3/v ... 84656.html
#563959
Hallo
mevissen4 hat geschrieben:weil aus meiner Sicht nichts gegen eine zeitgenössische Lackierung spricht.
der Begriff zeitgenössisch wird etwas stark strapaziert und muss für jede undefinierte Maßnahme herhalten.
Dabei sind die Vorgaben für die Farbe doch relativ genau gefasst.
Irgendwie muss der Prüfer das auch verantworten können. Versetzt euch doch mal in die Lage des Prüfers, bei dem jede Woche ein anderer Heiopei mit seiner Karre vorbeikommt und einen tollen Spruch abdrückt.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig

Et es wie et es
Et kütt wie et kütt
Nix bliev wie et wor
Wat wellste maache
Wat soll dä Quatsch
#563965
Hallo Helmut,
da hast Du völlig Recht.
Leider ist es so, dass viele heutzutage unbedingt mit irgendwelchen alten Karren unbedingt diese zu Museumsstücken erklärt haben möchten mit Anspruch auf H-Kennzeichen. Dabei geht es aber meist weniger um das Museumsstück sondern um die paar Euro, die man in der Steuer spart. Jeder versucht für sich das beste heraus zu holen unfd möglichst eine Lücke zu finden.

Für mich wäre da eine zeitgenöschische Lackierung sicher nicht etwas Farbe drüber gespritz oder gar gerollt. Sondern eben eigentlich eine richtig Vollackierung. Allerdings ist so eine Vollackierung recht aufwendig und schnell ist der Vorteil des H-Kennzeichens dann schon aufgebraucht.

Ich denke, wir alle müssen akzeptieren, dass ein Unimog ein Arbeitstier ist und so genutzt werden sollte. Und dieses Arbeitstier zu erhalten kostet halt eine Menge Futter. Von Wertsteigerung im Sinne einer Geldanlage ist bei so einem Feld, Wald und Wiesen Gerät der falsche Ansatz.

Natürlich gibt es ein paar wenige Ausnahmen davon, die alten Prototypen zum Beispiel.

Es ist natürlich schön, wenn man einfach so das H-Kennzeichen (Steuerersparniss) erlangen kann, gönne ich jedem, aber extra viel Geld in die Handnehmen dafür würde ich wohl nicht. Dafür würde ich lieber mit dem Objekt spielen wollen.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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#563996
Hallo.

Danke für euren Input und eure Meinungen.

Inzwischen bin ich eher weg vom "so lassen", denn die Lackierung ist bei näherer Betrachtung nicht nur hässlich (Geschmackssache), sondern objektiv auch sehr schlecht, mit dem Pinsel, ausgeführt. Ich werde es also mittelfristig doch lackieren, voraussichtlich in Eigenregie. Es ist allerdings keine Aufgabe Prio 1, da die Kabine keinen Rost hat. Werde mich zuerst um den Rahmen, die Achsen und um die Pritsche kümmern.

Was das Abnehmen der Kabine betrifft - es ist in diesem Fall vielleicht gar nicht nötig? Ich kann sie ja von innen und aussen "nackt" machen, eventuell auch die Scheiben herausnehmen und dann von aussen und innen lackieren (spritzen). Nur der Motorraum bliebe dann bei seiner alten Farbe gelb, die dort aber ordentlich und nicht übergepinselt ist.

Für das Nichtabnehmen der Kabine spricht in meinem Fall auch, dass meine Werkstatt nicht genug Höhe hat. Ich müsste die Kabine also draussen (oder in einer anderen Halle) abnehmen, was aufwendiger ist.

Den Motorram kann man, wenn man unbedingt will, vermutlich auch lackieren, indem man die Kabine ankippt?

Man müsste auch so zu einem ordentlichen Ergebnis kommen, oder?

RAL 6005 "Moosgrün" schwebt mir vor.

Gruß - Claudius
#564138
Hallo.

Sach't mal - ist es eigentlich schwierig, die Scheiben aus der Kabine evom 406 selber herauszunehmen und sie dann wieder, auf neue Dichtungen, einzusetzen? Für eine gute Lackierung müssen die Scheiben ja raus, aber ich weiß nicht, ob ich das selber machen sollte - noch nie soetwas gemacht. Alternativ fahre ich zum Autoglaser und lasse es machen?

Gruß - Claudius
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