Trecker auf Rapsöl-Basis

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Trecker auf Rapsöl-Basis

Beitragvon thorsten.schlote » 24.06.2004, 14:16

Diesel-Motoren lassen sich umweltfreundlich umrüsten

Von Michael Klarmann, Aachen

Ist Rapsöl eine günstige und gleichzeitig umweltfreundliche Alternative zum Dieselkraftstoff? In Aachen trafen sich am letzten Wochenende Pflanzenölfahrer zu ihrem dritten Deutschland-Treffen.
Rund 9000 Kraftfahrer betanken in Deutschland ihre Dieselkarossen mit Pflanzenöl. Fast alle gängigen Dieselmodelle können mit speziellen Kraftstofffiltern, Einspritzdüsen und Wärmetauschern zum Erwärmen und Brennbarmachen des lebensmitteltauglichen Öls umgerüstet werden. Der Umbau in Fachwerkstätten kostet zwischen 800 und 3000 Euro. Durch den Preis von 60 bis 65 Cent pro Liter Rapsöl, das im Unterschied zum Biodiesel nicht auf chemischem Wege hergestellt wird, müssten Pkw mit normalem Verbrauch 70000 bis 100000 Kilometer fahren. Danach seien die Umbaukosten ausgeglichen, und das Sparen beginne, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Pflanzenöle, Levon Sergis-Christian.
Die Region Aachen gilt dank der Arbeit des Regioöl e.V. als Vorreiter. Über 250 Pkw werden hier mit Pflanzenöl betrieben. Zapfsäulen gibt es bei Fachwerkstätten. Aber auch die Aachener Stadtbetriebe unterhalten einen eigenen Rapsöltank, denn ein Teil der städtischen Karossen muss betankt werden. Zudem rollt seit einigen Monaten Deutschlands erste auf Pflanzenölbetrieb umgerüstete 25-Tonnen-Kehrmaschine auf den Straßen. »Pflanzenöl ist rund 30 Cent billiger als Diesel – da rechnet sich unsere Investition bereits nach dreieinhalb Jahren«, sagt Aachens Umweltdezernentin Gisela Nacken. Die Kehrmaschine wurde mit einem Zweitanksystem ausgestattet, das bei Pkw kaum noch Verwendung findet. Dabei wird ein zweiter, kleiner Tank für herkömmlichen Diesel, der als Startkraftstoff dient, eingebaut. Wenn der Motor Betriebstemperatur erreicht hat, schaltet das System automatisch auf den Haupttank mit Pflanzenöl um.
Umgerüstet wurde die Kehrmaschine von der Pflanzenöltechnik Nord (PTN). Werkstattleiter Friedrich Heinsen betont, umgerüstete Motoren seien »ebenso leistungsstark wie vorher«, der Verbrauch bleibe konstant. Die in Itzehoe (Schleswig-Holstein) ansässige Firma rüstet auch Sattelschlepperzugmaschinen Für Spediteure rentiere sich das besonders bei längeren Strecken, sagt Heinsen.
Siegfried Hausmann aus Wülfershausen in Bayern rüstet Traktoren unterschiedlicher Größe um. Seine Firma hat auch schon Caterpillar-Ackerfahrzeuge mit 400 PS für 8000 bis 12000 Euro umgebaut. Ebenso wie beim mit Diesel betriebenen Original liege der Verbrauch später bei zwischen 60 bis 80 Litern Rapsöl pro Betriebstunde.
Einige PS-Klassen niedriger mag es Thomas Griese mit seinem umgebauten Privatwagen. Der Staatssekretär im Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen nennt drei Punkte, warum Rapsöl als Treibstoff eine »regenerative Alternative« ist. Das Öl sei CO-neutral und sehr umweltfreundlich, es garantiere Unabhängigkeit vom weltweiten Ölmarkt und nutze der Landwirtschaft. Mineralölsteuerfreiheit genieße Rapsöl in Deutschland noch bis 2009.

Informationen unter: http://www.bv-pflanzenoele.de

(ND 22.06.04)
Ich glaube an den Unimog. Andere Automobile sind eine vorübergehende Erscheinung.
Frei nach Kaiser Wilhelm dem II. (1859-1941)
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Beitragvon -Martin.Glaeser- » 25.06.2004, 09:53

Mit Verlaub,
aber ich halte dies (neben der Solarzellen-Euphorie) fuer eine der grossen Steuerverschwendungen dieser Regierung.
Wieviel Duengemittel und Kraftstoff und sonst. Energie muss verbraucht werden, um 1 kW Energie mit Raps-Kraftstoff zu erzeugen.
Und bei Solar: Wieviel kW Energie muessen erzeugt werden, um aus Quarzsand den Wafer einer Solarzelle zu fertigen.

Mehr Hirn sollte auf die Effizienz-Steigerung von Motoren gelegt werden: Ein Mechanischer Wirkungsgrad von gerade mal 35% beim Ottomotor(Verdichtung 1:8), zeigt noch ein grosses Verbesserungspotential. Theoretisch waeren bis zu 87% moeglich!

Gruss -Martin.Glaeser- von Beruf Ingenieur
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Beitragvon MichiKopka » 25.06.2004, 11:08

Wieviel Energie wird \"verschwendet\" um einen Liter Milch oder ein Kilo Fleisch zu produzieren ...?? Und für eine Computer oder man bedenke das ein PKW schon 2/3 seine Lebensenergie verbraucht hat, wenn er grade neu beim Händler steht ...

Ich denke gerade in diesen Zeiten ist es wichtig sich von den Ölquellen der Scheichs unabhägig zu machen. Und Energie sparen ist natürlich immer gut ...

Gruß Michi!
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Beitragvon mogli406 » 25.06.2004, 13:51

Dann fahrt doch alle Fahrrad!!

Gruss Michael Kronkewochefohrer
Besucht auch mal meine HP und tragt euch ins GB ein! Bin auch immer offen für neues!
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Beitragvon ThomasDeuble » 25.06.2004, 14:49

Mit Verlaub,
aber ich halte dies (neben der Solarzellen-Euphorie) fuer eine der grossen Steuerverschwendungen dieser Regierung.
Wieviel Duengemittel und Kraftstoff und sonst. Energie muss verbraucht werden, um 1 kW Energie mit Raps-Kraftstoff zu erzeugen.
Und bei Solar: Wieviel kW Energie muessen erzeugt werden, um aus Quarzsand den Wafer einer Solarzelle zu fertigen.


Hallo Ingenieurs-Kollege ;)

Dein Einwand in Ehren, aber ist das nicht zu eindimensional betrachtet? Ich wandle Deinen ersten Satz mal etwas ab:

Wieviel Duengemittel und Kraftstoff und sonst. Energie muss verbraucht werden, um eine Tonne Soja zu erzeugen, daraus Öl und Lecithin zu gewinnen, das wiederum in sinnlose Nahrungsmittel verwurstet wird (Schokoriegel, Brotaufstriche), Nahrungsmittel, die dafür sorgen, dass die westlichen Gesellschaften in einem dramatischen Tempo verfetten (2/3 der Kinder in USA, 50% der Kinder in DE haben signifikantes Übergewicht) und für explodierende Gesundheitskosten sorgen? Zehnmal lieber wäre es mir, dieses Pflanzen-Öl in Autos verfahren zu können, CO2-Bilanzneutral und die fossilen \"Brennstoffe\" dort lassen wo sie sind - im Boden anstatt unsere Atmosphäre damit anzureichern.

Zum Rapsanbau: nach meinen Infos ist Raps ein Tiefwurzler und wird nur alle paar Jahre auf der gleichen Fläche angebaut und lässt sich wunderbar ohne intensive Düngung anbauen. Den bei der Rapsölherstellung anfallenden \"Rapskuchen\" kann man prima als Tierfutter verwenden, im Gegensatz zu Tiermehl, da musste ers BSE und Creutzfeld-Jacob kommen, dass es verboten wurde, Tiermehl an Tiere zu verfüttern.

Zum Aufwand der Solarzellenherstellung: ich bin in der Halbleiterei berufstätig. Die Verwendung massiver Einkristall-Siliziumwafer ist Solartechnik aus den Pioniertagen (60er Jahre des letzten Jahrhunderts). Würde man die Solartechnik ähnlich fördern, wie man in den 70er die Atomenergie gefördert hat, stünde man bei Solarenergie inzwischen wesentlich klüger da. Auf Glas aufgedampfte fotoelektrische Strukturen benötigen nur Bruchteile des Ausgangsmaterials im Vergleich zu milimeterdicken Siliziumplatten. Denkbar wären Dach\"ziegel\" mit fotoelektrischen Eigenschaften, indem man die \"Solarzelle\" haltbar draufglasiert usw. Das Hauptproblem in meinen Augen ist die Lobby: zentrale Energielösungen (Grosskraftwerke) sind Sachen, von denen die Grosskonzerne profitieren (wenige Kunden, riesige Umsätze, Monopol). Dezentrale Energielösungen (Sonne, Wind, Biomasse) sind Sachen, an denen Grosskonzerne und Monopol-Netzbetreiber (Strom-, Gasversorger) kein Interesse haben, sie müssten sich mit vielen vielen Einzelkunden herumschlagen und die Umsätze je Projekt wären nicht besonders hoch. Das ist das Problem! Der Mittelstand und das Handwerk wären diejenigen, die von dezentralen Energielösungen profitieren (und es teilweise ja schon tun). Die Konzerne sind für sowas viel zu schwerfällig und betreiben solche Projekte m.E. wenn, dann nur aus Alibi-Gründen (Beispiel Shell-Solarzellen). Das Problem ist ausserdem, dass die Konzerne bei der Politik in Berlin mehr Gehör finden, als die popeligen Mittelständler. Traurigerweise haben die Konzerne in den letzten Jahren eher Arbeitsplätze vernichtet und rationaliseren gnadenlos weiter. Der Mittelstand ist so \"blöd\" und bleibt und versucht die Arbeitsplätze zu halten - leider hört die Politik nur auf Schrempp, Pierer, Pischetsrieder & Co. - alles Chefs von Unternehmen die sich fett vom Steuerzahler subventionieren lassen, aber selbst so gut wie keine Abgaben in DE zahlen (DaimlerChrysler) und dann auch noch frech versuchen die Politik auf ihren Kurs zu bringen mit Drohungen a la Siemens, den Firmensitz ins Ausland zu verlegen. Mercedes-Boss Hubbert drohte gestern mit dem Abbau von 10.000 Stellen im Raum Stuttgart, wenn die Belegschaft nicht mit der Streichung von Schichtzuschlägen und Pausen einverstanden ist. Wo sind wir denn? Die Unternehmen sollten sich mal Gedanken machen, ob sie nicht auch gleich die Kunden herstellen, die ihre Produkte auch noch kaufen können...

So das musste mal raus :(


Tom
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Beitragvon MichiKopka » 25.06.2004, 15:00

Die Ölkonzerne kaufen wohl auch in großen Mengen Raps auf, um den Marktanteil von Pflanzenöl möglichst gering und den Preis hoch zu halten ... dafür propagieren sie dann ihren PseudoBioRMEDiesel ... und das schlimmste ist, das die Landwirte selber durch ihre Organisatonen (Raiffeisen, \"Bauernverbände\") mit denen in einem Boot sitzen und es gar nicht mal merken ...

Gruß Michi!
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Beitragvon -Martin.Glaeser- » 27.06.2004, 04:20

@ Tom,
wie du es geschafft hast, von 65 cent fuer den Liter Rapsoel zu den Euro-Milliarden-Konzernen zu schwenken - Respekt!
Dabei war meine Botschaft ganz ein fach: Solange wir unser (auch meines!) Steuergeld weiterhin in deutschen Ackerboeden versenken (Und, Michi, damit ist nicht die Nahrungsmittelerzeugende Landwirtschaft gemeint) oder in Alibi-Umweltprojekten, brauchen wir uns nicht zu beschweren, wenn Deutsche Konzerne (und gluecklicherweise inzwischen auch der Mittelstand) sein Hirn und Geld in die Hand nimmt und dort einsetzt, wo es auch wieder als Rendite zurueck kommt!
Uebrigens, dein Rundumschlag gegen die \"Bosse\" war unnoetig. Es gibt wohl kaum Manager in anderen globalen Firmen wie die von dir genannten, die mit mehr Sorge auf diese Erosion der deutschen und europaeischen Industrie schauen! Da sollte sich so manch ein sogenannter \"Arbeitnehmer-Vertreter\" eine Scheibe abschneiden, bevor er auf der 35 Std. Woche als \'Standort-Vorteil\' besteht!

Aber so eine heftige \"weltanschauliche\" Diskussion wolllte ich mit meiner Replique auf Thorsten\'s Initial-Beitrag garnicht anzetteln. Und hiermit melde ich mich aus diesem Beitrag auch wieder ab - no Unimog Topic! Sorry Thorsten.

Gruss -Martin.Glaeser-

[Editiert am 27/6/2004 von -Martin.Glaeser-]
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Beitragvon MichiKopka » 27.06.2004, 11:37

Nur noch ein Wort zur SUbventionspolitik in der Landwirtschaft ... die dort gezahlten Zuschüsse sind einzig ein politisches Werkzeug um die Landwirtschaft \"fenrzusteuern\" und das Geld wird letztendlich direkt in die Lebensmittelindustrie, den Maschinenbau und die Mineralölwirtschaft durchgereicht ...

Und das Atomkraftwerke, Autombilkonzerne teiweise 100mal höher vom Steuerzahler gefördert werden, ist wohl klar ..

Michi!
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Beitragvon Helmut-Schmitz » 28.06.2004, 11:32

Wer letzendlich das Geld aus den Subventionen in der Hand hält sollten Volkswirte mal klären. Ob es die die Manager sind, die die Erosion in Deutschland durch Verlagerung der Produktion in Länder mit Standortvorteil verhindern, oder ob es der Deutsche Michel ist, der lieber günstige Autos, Kameras etc aus Länder mit Standortvorteil kauft sei dahin gestellt. Aber ob wir künftig überhaupt noch hier inovative Technik oder Produkte herstellen oder nicht ist eine Überlebensfrage. Noch fahren deutsche Ingenuere in der Welt herum und installieren Anlagen. Ansonsten fahren deutsche Arbeiter in die China oder sonstwo und werden dort von den Herstellern in der Bedienung der Anlagen eingewiesen, damit sie zumindest hier noch Plastikflaschen recykeln können.
Früher wurden bei uns hier Containerbrücken gebaut, aber nachdem ein gewisser Herr LaFonain und ein Herr Harz die Firma Arbed sanniert haben, besteht die Firma nur noch aus einem Planungsbüro, gefertigt wird in Ländern mit Standortvorteil.
VDI nachrichten 25.10.2002, S. 14 Von Klaus Sieg/Käm

Ohne großen Rummel geht der Container Terminal Altenwerder (CTA) an diesem Freitag offiziell in Betrieb. 230 Mio. € inklusive Automation wurden hier südlich der Köhlbrandbrücke bisher schon investiert. 2003 soll der dritte Liegeplatz für Seeschiffe fertig sein.
Ihre Ankunft aus China war ein Ereignis in Hamburg: Aufrecht stehend kamen sie die Elbe hinauf. Über 70 m hohe Stahlkolosse, die auf einem Spezialschiff stehen, sind auch in der Hansestadt kein alltäglicher Anblick. 2000 t wiegt jedes dieser Ungetüme, die von dem Shanghaier Maschinenbauer Zhenhua Port Machinery Ltd. (ZPMC) gefertigt wurden.
Nun ragen die sieben Containerbrücken am Kai von Altenwerder in den Himmel. Jede kann 53 t heben, ihr Ausleger reicht über 22 Container-Reihen. Container am Haken ihrer Laufkatze schrumpfen optisch zum Bauklotz.
In Hamburg-Altenwerder ist der aktuell-modernste Containerterminal der Welt nun fertig und funktioniert nach Plan. Vor vier Jahren standen hier an der Süderelbe noch die letzten Häuser eines idyllischen Fischerdorfes und kleine Werften. Von Januar 1998 bis Juni 2000 dauerte die Planungsphase, von März 2000 bis Juni 2002 wurde gebaut. Das Gelände wurde hinter der neuen Kaimauer auf 7,5 m über Normalnull aufgehöht. 30 Jahre Nutzungszeit sind für die dringend notwendige Erweiterung des Hafens zuerst einmal veranschlagt. Der klassische Universalhafen, bei dem der Umschlag von Waren im Mittelpunkt steht, wird zum logistischen Zentrum ausgebaut.
\"Wir sind jetzt für die Schiffe der nächsten Generation gerüstet\", sagt Dr. Olaf Mager, Sprecher der Hamburger Hafen- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft (HHLA), die den Terminal betreibt. Gerüstet für Schiffe also, die mehr als 8000 der 20-Fuß-Container (TEU) befördern können, in denen mittlerweile fast 95 % aller Handelsgüter der Welt transportiert werden.
Wenn ein Containerschiff anlegt, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Bei täglich bis zu 40.000 € Betriebskosten zählt jede Stunde. \"Ich passe auf, dass der Löschplan eingehalten wird\", sagt der Schiffseinweiser Viktor Lang. Er steht alleine an Deck der \"Nedlloyd Africa\" und hält die Ladeliste in seiner Hand. Über ihm läuft die Laufkatze bis zur Ladeluke. Von deren Kante aus fällt der Blick in den 30 m tiefen Laderaum.

Jeweils zwölf Container passen übereinander in den Bauch des Schiffes. Pro Containerbrücke steuert ein Fahrer die Be- oder Entladung. Der Brückenfahrer fährt die erste Laufkatze über das Schiff, zieht den Container hoch und setzt ihn auf eine Laschplattform; dort werden die Transportsicherungen entfernt. Die zweite Laufkatze der Containerbrücke nimmt ihn automatisch auf und setzt ihn auf ein fahrerloses Transportfahrzeug, das zum Lager fährt, gesteuert von in den Boden eingelassenen elektronischen Wegemarken. Im Lager selbst entladen und stapeln automatische Portalkräne.
\"Doch in dem hohen Grad der Mechanisierung allein liegt nicht der eigentliche Fortschritt des CTA\", sagt Christian Blauert, Projektleiter in Altenwerder. Sein Team konzentrierte sich auch auf die intelligente Steuerung der Abläufe. Lange bevor ein Schiff anlegt, erhält der Rechner der Leitzentrale dessen Ladedaten, plant die Verteilung der Container, schreibt entsprechend die Arbeitspläne der Kräne und die Routen der automatischen Fahrzeuge. Die Hafenarbeiter von heute sitzen vor Bildschirmen in der Leitzentrale, in klimatisierten Räumen, die noch nach frischer Farbe riechen. \"Nein, auf einem Kran hab\' ich noch nie gesessen\", sagt einer von ihnen, der per Fernsteuerung die LKWs am Ausgang des Containerlagers belädt.
Wenn unten ein LKW-Fahrer seine Chipkarte an eine der roten Infosäulen hält, wird der Fahrauftrag für einen Portalkran ausgelöst. Befindet er sich im Aufnahmebereich, wird das Bild von Container und LKW/Chassis in die Fernsteuerzentrale geschaltet. Mit einem Joystick wird der Container dirigiert. Dank der Informationen auf der Chipkarte hatte der Lagerkran längst automatisch den richtigen Container geholt. Nur den Transport auf den letzten 5 m vor dem LKW darf er aus Arbeitssicherheitsgründen nicht übernehmen, obwohl das technisch kein Problem wäre.
\"Fünfzehn Jahre EDV-Entwicklung sind ein Quantensprung, der wurde in Altenwerder genutzt\", sagt Werner Kybart von der Fachhochschule für Transportlogistik Oldenburg, früherer Betriebsleiter am Containerterminal Bremerhaven. \"Die hohe Produktivität rentiert sich aber nur bei hoher Auslastung\", gibt er zu bedenken. Der Zuwachs im Containerverkehr ist weltweit auf unter 2 % geschrumpft. Vergleichsweise wenig zu dem jährlichen 10 %igen Wachstum in den 90er Jahren. Langsam scheint alles in Container gepackt zu werden, was hinein passt.
\"Wir konnten im 1. Hj. 2002 ein Plus von 12 % verbuchen\", sagt hingegen Olaf Mager von der HHLA. Standortvorteil des Hafens ist seine Anbindung an das osteuropäische Hinterland. Der Terminal in Altenwerder eröffnet aus Sicht der Betreiber also genau zur richtigen Zeit.

Jeder soll sich selbst fragen, ob er mit seiem Euro bei Aldi, Lidl, etc einen hiesigen Arbeitsplatz oder in Korea sichert. Jedenfalls gehen von jedem Liter Sprit schon mal 22 Cent an die Förderländer unnd was die
http://www.gesource.ac.uk/worldguide/ht ... _1970.html </a>

machen schaft hier keinen Arbeitsplatz

[Editiert am 2/7/2004 von Helmut-Schmitz]
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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