U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 10.12.2016, 14:49

Hallo Moggemeinde,
Ich habe es endlich geschafft mein Getriebe ist fast ganz leer.
Jeder der dafür das passende Sonderwerkzeug hat soll froh darüber sein. Ich habe es dann auch ohne geschafft. Leider habe ich beim Endspurt keinen Foto dabei um Bilder zu machen.
Jetzt wo alle Wellen raus sind bin ich froh über die Entscheidung das Getriebe zu zerlegen. Es waren drei Federnäpfe komplett zerstört und vier weitere hätten auch nicht mehr lange gehalten. Die kleinen Synchronringe sehen noch super aus. Die wurden vermutlich auch schon mal gemacht. Die große sehen da schon schlimmer aus. Die werde ich dann noch tauschen. Lager mache ich auch neu. Dann hebt mich das Getriebe hoffentlich voll aus.

Vorweihnachtliche Grüße
Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 16.12.2016, 23:21

Hallo Unimogfreund,
hier noch einige Bilder von meinem zerlgten Getriebe.
IMG_4604.jpg
IMG_4604.jpg (20.75 KiB) 924-mal betrachtet
IMG_4605.jpg
IMG_4605.jpg (18.35 KiB) 924-mal betrachtet
IMG_4607.jpg
IMG_4607.jpg (19.32 KiB) 924-mal betrachtet

Viele meiner bestellten Teile sind auch schon da. Eine neue Schiebemuffe, Federnäpfe, Dichtung, Synchronringe ( die großen).
Es fehlen nur noch die Lager.

Einen schönen vierten Advent wünsche ich euch.
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 28.12.2016, 01:08

Hallo liebe Community,
ich habe mal wieder etwas Zeit gefunden um an meinem Getriebe zu schrauben. Eigentlich wollte ich die Vorgelegwelle auseinanderbauen. Als erstes habe ich mir mal einen Schlüsse für die Kronmutter gebaut. Damit konnte ich sie sehr gut abschrauben.
IMG_4611.jpg

Leider sehe ich jezt da und komme ich nicht weiter. Wenn ich mit einem Abzieher dran gene werde ich wohl meine beschädigtes Tachoritzel voll killen.

Also habe ich was anderes gemacht. Ich habe einen Fehler gerichtet den ich beim Zerlegen der Vorderachse gemacht habe. Ich habe beim zerlegen die zentrale Kronmutter am Vorgelege entsichert und die Mutter abgeschraubt. Nachdem ich gemerkt habe was ich Falsch gemacht hatte, hat es im Gehäuse schon zweimal klik,klik gemacht. Da wuste ich das es noch was zu machen gibt, da ich das Walzlager zerlegt hatte. Also Lagerschale und walzen gut sauber machen und alles mit Fett einstreichen und siehe da die Walzen kleben super im Ring. Nach 30 Minuten waren alle wieder drin, ich hatte mit 1,5 Stunden gerechnet.
IMG_4612.jpg
IMG_4613.jpg
.

Ich werde wohl mal das WHB wegen meiner Vorgelegewelle bemühen müssen. Haben ja schon andere geschafft.

Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon Örkel » 29.12.2016, 15:45

Moin,
Du brauchst eine kleine Hülse oder ein gebohtes Stück Rundmaterial das du über das Ritzel steckst und sich auf der Welle abstützt.
Dann musst du mit einem langen Dreiarmabzieher hinter den Mitnehmer vom 5. Gang. Der muss runter, die Passfedern raus und dann kann das ganze Senkrecht unter eine Presse gestellt werden und runtergedrückt werden (Hülse wieder über das Ritzel) . Alternativ auch mit einem sehr sehr langen Abzieher.
Die Messingbuchse vom 3. Gang bleibt auf der Welle.

Gruß
Alex
Wenn alle Stricke reißen kann man immer nochmal Schweißen.
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 29.12.2016, 22:50

Hallo Alex,
danke für die Antwort. Das Ritzel muß ich raus machen hat einen kleine Schaden. Dann kann ich mit dem Abzieher direkt auf die Welle.
Wie fest sitzen denn die Zahnräder oder besser wie stark sollte die Presse den sein.

Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon Örkel » 30.12.2016, 01:16

Moin,
Steck trotzdem etwas über das Ritzel bzw dessen Bohrung, sonst drückst du möglicherweise die Welle mit der Abzieherspitze auseinander - dann ist die Welle schrott.

Die Zahnräder lassen sich so abnehmen, fest auf der Welle sitzen die Mitnehmer und die Messingbuchsen.

Bevor du irgendwas Pressen kannst musst du den ersten Mitnehmer abziehen - der kann relativ leicht runtergehen oder nicht. Mit dem Abzieher Spannung aufbauen und dabei mit einem Werkstattfön anwärmen kann helfen.

Zum weiteren Pressen danach braucht es eigentlich nicht viel Druck (je nachdem wie die Toleranzen der Teile zueinander sind), bei mir ging das mit einem plop bei ca. 5T Presskraft.
Du musst nur eine Presse haben unter die die Welle senkrecht drunter passt.

Lies das Kapitel zum Zerlegen der Welle im Handbuch, dann sollte alles geklärt sein wie es geht.

Gruß
Alex
Wenn alle Stricke reißen kann man immer nochmal Schweißen.
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 01.01.2017, 15:28

Ein gutes neues Jahr wünsche ich allen Unimogbegeisterten,

ich habe im alten Jahr noch geschaft meine Vorgelegewelle auseinander zu nehmen. :technik

Mit dem Dreiarmabzieher gingen die ersten Teile runter. Nicht auf anhieb, aber nach kurzer Bearbeitung mit dem
Heißluftfön hat es blob bemacht.
IMG_4619.jpg
Den Rest habe ich dann mit meiner Spezialpresse rausgedrückt.
IMG_4623.jpg
Jetzt beginnt der aufbau wieder.
IMG_4625.jpg


Danke an alle die mir gute Tips zum zerlegen gegeben haben. :danke
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 28.01.2017, 23:25

Hallo,
mitlerweile sind wieder eineige Wochen ins Land gegangen. In dieser Zeit hatte ich viele Fragen für die ich Antworten gesucht habe und Lösungen gefunden werden musste.
Mein Tisch sieht mitlerweile so aus und die Teile in der Kiste sind nicht die welche ich über gehabt habe sondern welche ich erneuert habe.Vorne sieht man noch die Reste der beschädigten Federnäpfe.
IMG_4673.jpg

Es ist schon interresant wie leicht man so eine Vorgelegswelle wieder zusammen bekommt wenn man die Zahnräder ein bischen in den Backofen legt. Zum Schluß habe ich noch das neue Tachoritzel eingepresst, dazu Ritzel einfach über Nacht rauslegen, bei minus 12 Grad. Vorgelegewelle mit dem Heißluftfön etwas anwärmen und unter einsatz einer Gewindestange M10, Muttern und Unterlagsscheiben zusammenfügen.
Es ist schon toll wenn sich das Getriebe Stüch für Stück wieder mit den Wellen füllt.
IMG_4661.jpg

Zum abdichten der Deckel und Flansche rings ums Getrieb habe ich Feststoffdichtunge also Papier oder Metal in Verbindung mit Hylomar genommen.
So sieht es jetzt aus, fast fertig. Die Antriebsflansche müssen noch rein der Nebenantrieb nätürlich auch noch und wenn es wärmer wir kann ich dann auch noch lackieren.
IMG_4672.jpg

So als nächstes kommt dann die Vorderachse drann.

Ich bedanke mich bei denen die mir gehofen habe Fragen zu beantworten die bei so einer Instandsetzug auftreten.
Gerade zu Schluß war es gnifflig, mit den Fragen Filsdichtung ja/nein und Schubrohrentlüftung schliesen oder nicht.
Bei der Filsdichtung hat sich ja dann rausgestellt das ich Kreutzgelenke an den Antriebswellen habe die nicht dem Baujahr meines Mogs entsprechen, also schon die Dauergeschmierten, somit brauche ich keine Tropfölschmierung mehr und ich kann die Bohrung für selbige verschließen.
Bei der Geschichte mit der Schubrohrentlüftung hatte ich lange einen Denkfehler und hätte sie fast verschlossen.
Jetzt ist sie noch offen und nur wenn Öl durch die Bohrung fließt werde ich sie an der Vorderachse verschließen.

Also noch mal danke für eure Hilfe :danke :danke .

Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon mhame » 29.01.2017, 16:37

Hallo Florian,

und wie wird das Schiebestück geschmiert? Ein paar TRopfen Öl, die an den Antriebswellen entlang auf die Schiebestücke laufen können doch nicht verkehrt sein. Außerdem entsteht bei ein wenig Schleuderöl keine Korrosion.

Gruß
Markus
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 29.01.2017, 22:13

Hallo Markus,
So was habe ich mir schon gedacht. Ich hatte auch schon mal gefragt ob die Tropfölschmierung noch für was anderes gut ist als nur für die Kreuzgelenk. Hätte da gleich an Korusionsschutz gedacht. Könnt mir aber keiner bestätigen. War vielleicht auch etwas verdeckt nachgefragt.

Was zeigt denn die Erfahrung, wie lange hält so eine Filsdichtung. :?:

Vorgefunden hatte ich bei meinem Getriebe Filsdichtung komplett verhärtet.
Die durchbohrte Schrauben war nicht mehr da muss Mal bei Wartungsarbeiten vergessen worden sein.

Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 16.02.2017, 23:53

Hallo,
ich richte gerade meine Vorderachse. Am letzten Wochenende habe ich dann angefangen meine
Doppelkreuzgelenke zu zerlegen. Habe mir so gedacht alles auseinanderschrauben, gut sauber machen und dann mit odentlich Fett wieder zusammensetzen. Dem war leider nicht so. Vier von acht Nadellager sind leider so
eingelaufen das sie nur noch für die Tonne taugen. Zum Glück passen die vom 404, also gleich mal Ersatz bestellt.

Heute war dann aber wieder mal ein Grund sich zu freuen. Meine Frau hat mir was tolles vom Geschäft mitgebracht.
view.jpg

Endlich kann ich neu Buchsen in der Vordrachse einpressen :lol: :lol: :party .

Ich schicke bei Zeit mal ein paar Bilder von meinen nicht so schönen Kreuzgelenken.

Bis dann Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon mhame » 17.02.2017, 08:04

Hallo Florian,

die Filzdichtung hält eigentlich ewig, wenn immer etwas sauberes Getriebeöl hindurch fließt. Die Dichtung ist ja eigentlich nur ein kurzes Rundstück und soll das Öl in der Bohrung etwas am freien Fluss behindern. Da es keine Relativbewegung macht und hinter der Schraube liegt, hat es nicht viel auszustehen. Sicher wenn alles ewig steht und das ganze verharzt ist die Funktion hin. Bei meinem 1974 sah das ganze in 2016 noch gut aus, etwas verdreckt.

Markus
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 21.02.2017, 23:10

Hallo,
hier noch die Bilder der defekten Kreutzgelenke. Es ist jeweils nur ein pro Achse hin, das andere sieht noch aus wie neu. Könnte natürlich auch schon mal gerichtet worden sein.
IMG_4707.jpg
IMG_4706.jpg



Und der Teilespender von der BW.
IMG_4737.jpg


Meine Landmaschienenhändler wird sie hoffentlich demnächst umpressen.

Die restlichen Lager habe ich schon gereinigt und warten auf ihren wiedereinbau.


Nette Grüße Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon F.Rapp » 25.02.2017, 22:47

Hallo,
ich hatte letzt mal Zeit und bin das Regal zu meinem ausgebauten Motor hochgestiegen.
Mir war bewußt das es nicht der Orginale ist. Mein Mog ist von 68, auf dem Motor ist eingegossen 1970.

Ich wollte mal nach dem Typenschild da ist mir dies aufgefallen.
IMG_4644.jpg


Hat Daimer 1970 schon Motoren im Ausland produzieren lassen.

Ich hoffe man kann etwas auf dem Bild sehen, ist schwer zu knipsen.

Gruß Florian
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Re: U 411.119 soll wieder leben und freude bringen

Beitragvon martin71 » 25.02.2017, 23:11

Servus Florian,
mal kurz gegoogelt. Guckst Du hier!

https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_OM_636

Fazit: ab 1961 wurde der OM636 nur noch bei MEVOSA in Spanien gebaut (worauf auch das spanischsprachige Typenschild hindeutet). Das heißt nach meinem Sprachempfinden, dass der Motor auch schon vor 1961 in Spanien in Linzenz gebaut wurde. Als passt das auf alle Fälle mit dem 70er Baujahr.

Viele Grüße
Martin
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