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Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 18:45
von mhame
Thomas,

die Kupllung passt immer auf die Welle! Es geht beim Zentrieren darum, dass die Kupplungsscheibe (mit den Belägen), wenn sie an die Schwungscheibe montiert ist, so zentriert ist, dass wenn die Getriebewelle in die Kupplung geschoben wird, sie auch das Pilotlager in der Kurbelwelle trifft.

Gruß,
Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 18:47
von UFH
Hallo Thomas,
dann frage ich mich warum du schreibst
Also besteht das komplette Kupplungsgehäuse im Gegensatz zum U 411 mit Einfachkupplung aus zwei Teilen.
( Stiftet doch Verwirrung, oder was meinst du?)

Hätte mich auch gewundert wenn du nicht lesen könntest :lol:

Dann antwortet am besten jemand der wirklich was weiß :roll:

Ich kann nur sagen, das ich schon beide Esps aufem Tisch hatte.
An sich sind beide augenscheinlich baugleich, Regelstange funktioniert bei beiden gleich etc etc. Jedoch wirst du sicherlich gelesen :wink: haben, dass Kolbendruchmesser und Hub nicht immer gleich sondern durchaus unterschiedlich sein können sowie Einstellungen über Volllastmenge usw.

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 18:55
von mhame
Thomas,

hast du schon mal bei Bosch in die Unterlagen bei Automotive Tradition geschaut? Dort gibt es Datenblätter zu den BOSCH Produkten.

Gruß,
Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 19:05
von thomas-406
Äähmm, ja, Markus, natürlich. Das war ein Denkfehler von mir. Dann hoffe ich, dass ich einen guten Reparaturbetrieb finde (habe schon wen im Auge) und dieser seine Arbeit ordentlich macht bzw. eine Vorrichtung hat, auf der die Kupplung vorab zentriert wird.

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 19:30
von mhame
Erwentraut in Hamm hat dass für Werner kürzlich gemacht, falls du noch eine Adresse benötigst.
Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 19:32
von thomas-406
@ Hannes
UFH hat geschrieben:
Also besteht das komplette Kupplungsgehäuse im Gegensatz zum U 411 mit Einfachkupplung aus zwei Teilen.
( Stiftet doch Verwirrung, oder was meinst du?)
Also, um die Verwirrung wieder zu beseitigen, vom zwischen Motor und Getriebe befinden sich, in dieser Reihenfolge:

1 -> 411 251 00 01 = Kupplungsgehäuse
2 -> 411 260 00 12 = Zwischengehäuse
3 -> 411 261 01 01 = Gehäuse

Die Verwirrung müsste man bei der Menge an Gehäusen eher den Daimler-Ingenieuren vorhalten, als viertes kommt ja noch das an der Kupplung hängende Teil 000 252 08 32 = Gehäuse hinzu. Ganz schön viele Gehäuse auf kleinem Raum, oder?

Das dritte Teil hängt bei mir noch am Getriebeblock. Ich hatte es auch eher dem Getriebekomplex zugerechnet, da sich daran auch schon der Betätigungshebel für die Motorzapfwelle befindet (wieder so eine Besonderheit des DoKu-411ers und anders als bei der Einfachkupplung). Deswegen sprach ich von zwei Teilen, die ich ja auch schon ausgebaut habe. Nix für Ungut also, Hannes, wir wollen uns hier ja nicht in Haarspaltereien ergehen :wink:

@ Markus

Nochmals "Danke". Nein, kannte ich noch nicht, bei Bosch Automotive Tradition werde ich mich also mal umsehen.

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 20:16
von mhame
Also RS68 hat die Boschnummer 0410214015 und weist auf Volvo Penta 34PS hin, was ja ein Bootsmotor ist.

Ja, BOSCH Automotive Tradition wie es aktuell heißt hält viele Informationen bereit und sogar kostenlos.

Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 20:48
von UFH
Hallo Markus,
kannst du darin auch die Antwort auf Thomas Frage finden, und zwar ob die Regelstange die gleichen Funktionene wie am Mog hat?

Hallo Thomas,
ne, an Haarspalterei wollte ich mich nicht aufhalten :wink:

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 05.06.2016, 21:06
von mhame
Der RS68 hat 12,6mm Regelstangenweg, 1mm weniger als RS50 und wird als "Höhenmotor" geführt. D.h. er sollte auch mit "dünnerer Luft" zurecht kommen.

Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 13.06.2016, 22:08
von thomas-406
Liebe Schraubergemeinde,

da ich vom letzten Stammtisch weiß, dass diese Berichtsfolge durchaus mit Interesse gelesen wird, will ich kurz zu meinen Aktivitäten gestern und heute schreiben.

Die Antriebswellen waren vom Getriebe zu lösen und so das Getriebe zum Ausbau vorzubereiten. Das war bislang der unangenehmste Teil der Aktion, ich beschreibe das hier für die Hinterachse, an der Vorderachse wurde analog gearbeitet.

Bild 1 - Nach Entfernen des Batteriekastens, um Platz zum Arbeiten zu schaffen, schob ich zunächst die Gummimanschette zurück und löste dann den Schubkugelflansch vom Getriebe. Warum mir dabei an der Vorderachse ca. 2 Liter Getriebeöl entgegenliefen, habe ich nicht verstanden. Im Getriebe war jedenfalls immer genug Öl, ich hatte zu keiner Zeit den Eindruck, als ob es durch einen undichten Simmering in die Achse laufen würde. Wie dem auch sei - der Flansch wiederum wurde durch Lösen der Verbindungsschrauben in zwei Hälften geteilt, welche leicht auseinander zu nehmen waren. Auch die Beilagbleche zur Regulierung des Schubkugelspiels (2 Hälften) fielen mir förmlich entgegen. Hier ist der Flansch bereits ausgebaut:
Bild

Ich habe es mir übrigens angewöhnt, nach Möglichkeit gelöste Schrauben gleich dort wieder hineinzudrehen, wo sie ursprünglich gesessen haben. Nicht, dass ich unbedingt alle alten Schrauben wiederverwenden möchte, aber so besteht zumindest noch die Zuordnung der Schrauben an ihren Platz. Die ausgebauten Teile sollen später natürlich gesäubert und lackiert werden, dann müssen die Schrauben doch heraus. Vorher werde ich dann aber noch genau dokumentieren, welche Schraube wo und nötigenfalls auch wie herum hineingehört.

Bild 2 - In die Vertiefungen zwischen den Augen der Anbauböcke habe ich quer eine dicke Eisenstange gelegt und daran mit einem Spanngurt die Achse so weit wie möglich nach hinten gezogen. Die Vorderachse wurde an der Stoßstange zurückgezogen. Das jeweils linke Rad habe ich hochgebockt, um damit die Antriebswelle immer so passend drehen zu können, dass ich eine Schraube durch den Schlitz erreichen konnte. Das Schubrohr habe ich mit einem Strick hochgebunden, damit es nach dem Abflanschen der Antriebswelle nicht herunterfällt.

Bild

Viel Platz entsteht durch das Zurückziehen nicht! Es öffnet sich aber ein ca. 20 mm breiter Schlitz zwischen Getriebe und Schubkugel, durch welchen man an die 8 Befestigungsschrauben der Antriebswelle an den Getriebeabgang so gerade eben herankommt. Das Lösen dieser Schrauben ist - verzeiht! - eine richtige Scheißarbeit :fluch :
- Jahrzehntelang wurden die Schubkugeln offenbar gut geschmiert. In diesem Fett wühlte ich förmlich herum. Ich habe selten so eine Sauerei erlebt.
- Jeweils zwei dieser Schrauben sind mit einem gemeinsamen Sicherungsblech gesichert. Das Zurückbiegen dieser Sicherungsbleche mittels Hammer und Schraubendreher ist angesichts des beengten Arbeitsraums eine Geduldsarbeit, welche durch das ständig irgendwoher nachtriefende Fett nicht leichter wird.

Herrje, was habe ich geflucht, was ist doch der Unimog für ein hoffnungslos verbautes Teil :fluch !

Da sich ein Ringschlüssel aus Platzmangel nicht ansetzen ließ, musste ich mit dem Maulschlüssel arbeiten und fürchtete schon, die Schraubenköpfe dadurch "rund" zu machen. Das war aber nicht der Fall, im Gegenteil: ich staunte sehr, wie leicht sich die Schrauben lösen ließen :shock:

Eines weiß ich jetzt schon: der Zusammenbau geht so auf keinen Fall vonstatten, dazu werde ich wohl den Unimog aufgebockt und die ganze Achse gelöst haben müssen, um mehr Platz zu haben. Beim Auseinanderbauen geht es aber wie beschrieben, immerhin mit dem Vorteil, dass das Fahrzeug noch rollfähig bleibt.

Bild 3 + 4 - Hier noch ein Blick auf die gelösten Schubkugeln, der Schlitz zum Arbeiten an der Hinterachse ist rot eingekreist.

Bild

Bild

So, wieder habe ich 7:30 Std. richtig "Spaß" :roll: mit dem Unimog gehabt und bin ein ganzes Stück weiter. Jetzt brauche ich das Getriebe nur noch herauszuheben, auf den 406er verladen, und dann geht es mitsamt Kupplung endlich auf die Reise zum Instandsetzer :wink:

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 14.06.2016, 07:25
von mhame
Thomas,

zwei Tipps,

hättest du den Stabi (Panhardstab) gelöst, lösst sich die Achse leichter und weiter vom Getriebe wegbewegen. Am einfachsten geht es, wenn man den Rahmen aufbockt an beiden Enden. Ich hatte hierzu zwei stabile Holzböcke. Noch einfacher geht es wenn du dann noch die Federn löst.

Ich hatte die Achsen zum Anbau auf einer Palette mit Hubwagen. So konnte ich die Achse drehen (Räder frei) und hin-und her schieben.

Wenn du die Vorderachse leichter montieren möchtest, bau den Nebenabtrieb vom Getriebe ab. Ansonsten ist die hintere Schraube fast unmöglich einzuschrauben. Pass bei den Blechen auf, wenn diese um ein Loch versetzt sind, gehen nur 5 Schrauben rein, die sechste stößt vor das Blech. Von außen sieht man das verdreht Blech nicht überstehen. Da musste ich erst mal drauf kommen, da sich die gut zugänglichen Schrauben leicht einschrauben ließen, nur die wo man kaum Schraubwinkel hat und fast nichts sieht wollte nicht hinein.

Gruß,
Markus

P.S.: das mit dem Fett war bei mir auch so und das Öl lief aus der VA. Wenn der RWD im Schubrohr ganz ist, steht es halt bis Unterkante der entlüftungsbohrung. Vielleicht hat der Docht in der Getriebabgangswelle geschwächelt und der Vorbesitzer genügend Öl für Getriebe und Schubrohr eingefüllt.

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 14.06.2016, 07:27
von mhame
Die neueren haben übrigens Kunststoffschalen an der Schubkugel. wenn du die tauscht, musst du das Spiel neu einstellen, ansonsten verändert sich nicht viel.

Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 14.06.2016, 22:08
von thomas-406
Hallo Markus,
hallo Ihr alle,

zunächst einmal vielen Dank für die wertvollen Tipps, auch hinsichtlich des Wieder-Zusammenbaus. Auf die Idee, den Panhardstab zu lösen, bin ich leider nicht gekommen. Aber, wie sage ich so gerne: beim ersten Mal kostet die Unerfahrenheit viel Zeit und Nerven, beim nächsten Mal geht alles schon viel leichter von der Hand.

Den (irgendwann erfolgenden) Anbau der Antriebswellen habe ich mir in Gedanken so ähnlich vorgestellt, wie Du, Markus, es gemacht hast. Die Idee mit dem Hubwagen ist zusätzlich eine sehr gute, und einen Hubwagen habe ich leihweise sowieso zur Verfügung. So sollte es wirklich recht gut von der Hand gehen. Im Moment ist es für mich aber noch unerlässlich, meinen Mog bedarfsweise hin- und herschieben zu können, damit ich für meine "Kranarbeiten" den Außenarbeitsplatz unter dem Carport erreichen kann. Allerdings muss abends alles wieder in die Garage hinein (incl. Motorrad). Draußen stehen lassen möchte ich nichts, sonst könnte der nächste "Flötenkerl" daran Gefallen finden.

Inzwischen gleicht das Sammelsurium aus Rest-Unimog und seinen drumherum verteilten Komponenten einem Tetris-Spiel, und ohne die Paletten und den Hubwagen wäre ich aufgeschmissen. Daher mein Tip an evtl. Nachahmer, die ebenso wie ich erstmals so ein Projekt angehen: unterschätzt den Platzbedarf nicht, der Unimog wird bei einer solchen Aktion immer größer!

Die Schubkugelschalen werde ich bei nächster Gelegenheit mal von erfahrenen Augen begutachten lassen: eigentlich erscheinen sie mir noch recht gut, an einer Stelle sind aber häßliche Riefen auf einer Gleitfläche, so als ob mal ein Stein o. ä. dazwischen geraten wäre.

Und was das Öl im Schubkugeklgehäuse angeht, war meine Vermutung, dass bei extrem steiler (Gelände-)Bergauffahrt das Öl aus dem Differential durch das Schubrohr nach hinten laufen und ein Teil des Öls dann in der Vertiefung stehen bleiben könnte - solange eben, bis jemand das Gehäuse öffnet?

Was ist heute eigentlich passiert? Nicht mehr viel - ich hatte nur den Vormittag zur Verfügung, das reichte aber, um eine wichtige Zwischenetappe endlich zu erreichen: das Getriebe ist jetzt auch raus. Für UFH-Hannes, den Freund des Originalen: bei einer ersten groben Reinigung fand ich oben am Getriebe die Fgst.-Nr. meines Unimogs eingeschlagen, also gehe ich davon aus, dass es tatsächlich das Original-Getriebe von 1963 ist. Ob das schonmal überholt wurde, wird sich später zeigen.

Jetzt noch schnell ein paar Bilder:

Bild 1 - Das Getriebe hängt endlich am Haken und wird ausgehoben:
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Bild 2 - Das Lager der Unimog-Komponenten wächst (wie oben beschrieben):
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Bild 3 - Der leere Rahmen (der zu meiner Freude übrigens erstaunlich wenig Korrosion aufweist):
Bild

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 14.06.2016, 22:45
von mhame
Thomas,

aus dem Diff läuft nichts, wenn der RWD im Schubrohr dicht ist.

Markus

Re: U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebroc

Verfasst: 14.06.2016, 23:41
von UFH
Oder das Öl läuft, bzw. schwitzt mehr zwischen Diffgehäuse und Nutmutter oder zwischen RWD Sitz und RWD, deswegen beim einsetzten des RWD in den RWD Sitz ein Dichtmittel verwenden und die Nutmutter nicht verstellen.