U 411b mit Doppelkupplung: Kupplungs-Ausrückgabel gebrochen
Verfasst: 14.05.2016, 19:30
Hallo Ihr alle,
jetzt sind vor allem diejenigen gefragt, die Ahnung bzw. Erfahrungen mit den Besonderheiten der U 411-Doppelkupplung haben. Derzeit bin ich für jeden Rat und jede Meinung dankbar, denn die mir zugängliche Literatur (WHB und Ersatzteilliste, beides von Buch und Bild und zum 411b sowieso nicht ganz passend) schweigt sich hier konsequent nahezu aus.
Warum? Nach über 6 Jahren und fast 10.000 km ungebrochener Freude sagt mein 411er jetzt: ich streike. War ich bislang nie mit ihm liegengeblieben und verschonte er mich auch sonst mit größeren Defekten, so kündigt sich jetzt aber eine wohl größere Aktion an.
Die letzte Ausfahrt endete beim Rangieren der letzten Meter im kleinen Gang in die Garage damit, dass die Kupplung plötzlich nicht mehr trennte und das Kupplungspedal am Boden blieb. Immerhin zeigte sich der 411er auch hier als mein Freund, denn schließlich hätte der Schaden auch irgendwo unterwegs auftreten können. So aber stand er zur Diagnose und wohl auch Reparatur gleich an Ort und Stelle.
Heute baute ich dann alles überflüssige im Fahrerhaus aus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und siehe da: nach Abziehen des Ausrückhebels von der Kupplungswelle zeigte sich, dass sich die Welle von Hand ohne jeden Widerstand um ca. 90 Grad verdrehen lässt. Ein Blick von unten durch den Schlitz ins Kupplungsgehäuse bestätigte meinen Verdacht, denn dort konnte ich ein abgebrochenenes Ende der Kupplungs-Ausrückgabel erkennen.
Jetzt kommt aber das für mich Überraschende und gleichzeitig Ärgerliche: im Werkstatthandbuch heißt es so schön "Der Aus- und Einbau [der Ausrückgabel] kann erfolgen, ohne dass Motor und Kupplungsgehäuse ausgebaut werden müssen", und zwar durch den Entlüftungsdeckel. Der fehlt bei meinem 411er aber, nirgendwo ist am Kupplungshäuse ein Deckel. Nur unten befindet sich der besagte Schlitz, durch den ich hineinschauen kann, der aber so schmal ist, dass ich lediglich vier Finger hineinstecken kann.
Meine Vermutung dazu ist, dass es an der verbauten Doppelkupplung liegt: diese ist ja "dicker" als die Einfachkupplung und erfordert somit ein anderes Kupplungsgehäuse. Warum man dort aber wartungsunfreundlich den Entlüftungsdeckel weggelassen hat, erschließt sich mir (noch) nicht.
Es wird also diesmal länger als gewöhnlich dauern, bis der Mog wieder auf der Straße ist, denn jetzt heißt es:
- Fahrerhaus runter,
- Motor raus,
- Kupplung raus,
denn sonst komme ich ja an die Ausrückgabel nicht ran.
Irgendwie werde ich den Gedanken nicht mehr los, dass jetzt die Stunde der Wahrheit, nämlich der Beginn der ohnehin schon seit Jahren aufgeschobenen Generalreparatur für den treuen Unimog gekommen ist: ein aufgearbeiteter OM 636 steht schon in der Ecke, die Kupplung kann dann auch revidiert werden, und eigentlich ist es ja auch nur noch ein Klacks, das Getriebe zwecks Überholung noch zusätzlich auszubauen. Allerdings wurde mir von Leuten, die vom U 411 wirklich Ahnung haben, schon mehrfach prophezeit, dass das schwierig werden wird, denn für Doppelkupplung und Doppelkupplungsgetriebe gibt es wohl keine Ersatzteile mehr und kaum noch jemanden, der so etwas überholen kann.
Besten Dank schon mal für Eure Anteilnahme - und zum Schluss habe ich natürlich noch ein paar Bilder für Euch.
Bild 1: Ansicht von der Fahrerseite
Der Ausrückhebel ist bereits vom Vielzahn der Kupplungswelle abgezogen (rechts unten).

Bild 2: Ansicht von der Beifahrerseite

Bild 3: Ansicht von unten
Links (orangerot) das Getriebe, in der Mitte das Kupplungsgehäuse mit dem Sichtschlitz, rechts die Doppelkupplung mit dem Einstellschlitz

jetzt sind vor allem diejenigen gefragt, die Ahnung bzw. Erfahrungen mit den Besonderheiten der U 411-Doppelkupplung haben. Derzeit bin ich für jeden Rat und jede Meinung dankbar, denn die mir zugängliche Literatur (WHB und Ersatzteilliste, beides von Buch und Bild und zum 411b sowieso nicht ganz passend) schweigt sich hier konsequent nahezu aus.
Warum? Nach über 6 Jahren und fast 10.000 km ungebrochener Freude sagt mein 411er jetzt: ich streike. War ich bislang nie mit ihm liegengeblieben und verschonte er mich auch sonst mit größeren Defekten, so kündigt sich jetzt aber eine wohl größere Aktion an.
Die letzte Ausfahrt endete beim Rangieren der letzten Meter im kleinen Gang in die Garage damit, dass die Kupplung plötzlich nicht mehr trennte und das Kupplungspedal am Boden blieb. Immerhin zeigte sich der 411er auch hier als mein Freund, denn schließlich hätte der Schaden auch irgendwo unterwegs auftreten können. So aber stand er zur Diagnose und wohl auch Reparatur gleich an Ort und Stelle.
Heute baute ich dann alles überflüssige im Fahrerhaus aus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und siehe da: nach Abziehen des Ausrückhebels von der Kupplungswelle zeigte sich, dass sich die Welle von Hand ohne jeden Widerstand um ca. 90 Grad verdrehen lässt. Ein Blick von unten durch den Schlitz ins Kupplungsgehäuse bestätigte meinen Verdacht, denn dort konnte ich ein abgebrochenenes Ende der Kupplungs-Ausrückgabel erkennen.
Jetzt kommt aber das für mich Überraschende und gleichzeitig Ärgerliche: im Werkstatthandbuch heißt es so schön "Der Aus- und Einbau [der Ausrückgabel] kann erfolgen, ohne dass Motor und Kupplungsgehäuse ausgebaut werden müssen", und zwar durch den Entlüftungsdeckel. Der fehlt bei meinem 411er aber, nirgendwo ist am Kupplungshäuse ein Deckel. Nur unten befindet sich der besagte Schlitz, durch den ich hineinschauen kann, der aber so schmal ist, dass ich lediglich vier Finger hineinstecken kann.
Meine Vermutung dazu ist, dass es an der verbauten Doppelkupplung liegt: diese ist ja "dicker" als die Einfachkupplung und erfordert somit ein anderes Kupplungsgehäuse. Warum man dort aber wartungsunfreundlich den Entlüftungsdeckel weggelassen hat, erschließt sich mir (noch) nicht.
Es wird also diesmal länger als gewöhnlich dauern, bis der Mog wieder auf der Straße ist, denn jetzt heißt es:
- Fahrerhaus runter,
- Motor raus,
- Kupplung raus,
denn sonst komme ich ja an die Ausrückgabel nicht ran.
Irgendwie werde ich den Gedanken nicht mehr los, dass jetzt die Stunde der Wahrheit, nämlich der Beginn der ohnehin schon seit Jahren aufgeschobenen Generalreparatur für den treuen Unimog gekommen ist: ein aufgearbeiteter OM 636 steht schon in der Ecke, die Kupplung kann dann auch revidiert werden, und eigentlich ist es ja auch nur noch ein Klacks, das Getriebe zwecks Überholung noch zusätzlich auszubauen. Allerdings wurde mir von Leuten, die vom U 411 wirklich Ahnung haben, schon mehrfach prophezeit, dass das schwierig werden wird, denn für Doppelkupplung und Doppelkupplungsgetriebe gibt es wohl keine Ersatzteile mehr und kaum noch jemanden, der so etwas überholen kann.
Besten Dank schon mal für Eure Anteilnahme - und zum Schluss habe ich natürlich noch ein paar Bilder für Euch.
Bild 1: Ansicht von der Fahrerseite
Der Ausrückhebel ist bereits vom Vielzahn der Kupplungswelle abgezogen (rechts unten).
Bild 2: Ansicht von der Beifahrerseite
Bild 3: Ansicht von unten
Links (orangerot) das Getriebe, in der Mitte das Kupplungsgehäuse mit dem Sichtschlitz, rechts die Doppelkupplung mit dem Einstellschlitz