U 427 Bereifung

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon Michael_Weyrich » 28.04.2020, 12:24

Hallo,

Moggälä hat geschrieben:Hab nun seit 13 Jahren die AC70 drauf - noch mit dem Conti-Namen aber schon nicht mehr dort gefertigt. Ein Reifen war schon nach drei Jahren rissig und zum Austausch fällig (obwohl er davon zwei Jahre in der Halle stand). Kulanzverhalten - naja...


Das hab ich schon öfter, glaub auch nicht nur von dir, gehört. Anscheinend gab es da mindestens mal eine Serie "schlechter" AC70. Ich fahre selber auch einen Satz, allerdings auf einem Mog, der fast das ganze Jahr in der Halle steht. Auch in meinem Mogler-Umfeld sind die recht verbreiter, da hat aber keiner die von dir genannten Probleme mit diesen Reifen. Selbst auf meinem nicht zugelassenen 403er, den ich meist nur so einmal im Jahr bewege, kann ich nach langer Standzeit mit etwa 2bar Reifendruck keinerlei Standplatten feststellen.

Die Michelin XM47 fahre ich seit 2008 auf meinem 406er. Ich hab die ca. 2004 gekauft, sind also schon etwas älter. Hatte sie probehalber zuerst auf meinem damaligen 416 für ein paar Tage montiert, als ich den damals mal auf bessere Reifen (eben die vorher erwähnten Rigdon 365/80er mit MPT81-Profil) umbereift hatte:
-> Ausgangsbasis: 2 runderneuerte Radialreifen hinten, 2 Diagonalreifen vorn, Hersteller nicht mehr bekannt. Standplatten nach kurzer Standzeit, egal ob wenig oder viel Luft drin, Fahrverhalten schwammig. Im Gelände auch kaum zu gebrauchen (vorne Profil ähnlich MPT80, hinten ähnlich XS).
-> Probeweise die XM47: Ein Unterschied wie Tag und Nacht auf der Straße, trotz Ackerprofil. Absolut komfortabel zu fahren, präzises Fahrverhalten. Im Gelände hab ich die damals noch nicht getestet, das kam erst später auf dem 406. Standplatten waren nach einer Woche nicht zu bemerken, inzwischen beim 406 weiß ich auch, dass selbst nach mehreren Monaten keine Standplatten zu verzeichnen sind. Druck normal ca. 2bar.
-> Dann die Rigdon draufgezogen. Natürlich deutlich besser als die ursprünglichen Reifen, aber kein Vergleich zu den XM47. Obwohl augenscheinlich Straßentauglicheres MPT81-Profil fuhren die sich bei weitem nicht so komfortabel. Standplattenbildung war vorhanden, aber recht gering. Allerdings muss man dazusagen, dass es bei runderneuerten immer auf die Basis ankommt. Ob die immer gleich ist, weiß ich in dem Fall nicht.

Die AC70 sind im Vergleich zum XM47 bei allem etwas schlechter, aber dafür deutlich billiger. Sind für mich ein passabler Kompromiss. Ausgehend allerdings von meinen und den mir bekannten Reifen, mit denen es bisher keine Problem gab.

Auf dem 1300L fahre ich übrigens die Michelin XZL in 365/80R20. Wenn's nicht so viel ins Gelände geht, ein sehr guter Reifen. Vor allem vom Fahrkomfort her. Allerdings ist auch hier der Conti MPT81 eine preiswerte Alternative.

Gruß,
Michael
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon oberförstervs » 28.04.2020, 19:35

Ist die Eintragung der 405/70 20 mit Auflagen verbunden? Der Radumfang müsste ja dem der 365/80 ungefähr entsprechen. Ich vermute, der Lenkeinschlag wird reduziert.

Wie sind die Michelin und Conti im Wald, Stichwort „Asteinstiche“?

Grüße, Tobias
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon Moggälä » 28.04.2020, 21:49

Hallo Tobias,

zumindest beim 406 müssen bei den 405ern die Anschläge der Lenkung angepasst werden. Er hat damit schon einen gehörigen Wendekreis und an den Kotflügeln will er auch gern mal schaben (wie gesagt - am 406).
Asteinstich - gute Frage. Vermeide es tunlichst im Bestand rumzufahren. Ist das doch mal notwendig, dann wird das Astwerk eben aufgeräumt nach dem Fällen (hab keine Panzerung etc gegen Äste) ich kann auf nen Radwechsel im Bestand gern verzichten. Mit den auf der Rückegasse noch vorhandenen Stümpfen (ob frisch oder ein paar Jahre alt) haben die Reifen recht wenig Probleme, Äste gingen noch keine in die Reifen rein - egal ob durch die Lauffläche oder die Flanken.

mfG
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon Michael_Weyrich » 29.04.2020, 07:40

Hallo,

der Abrollumfang der 405/70R20 liegt zwischen den 335/80R20 (12,5R20) und 365/80R20 (14,5R20). Wie Axel schon schrieb, muss zumindest beim 406 der Lenkanschlag angepasst (reduziert) werden, inwieweit das auch beim 427 der Fall ist, ergibt sich aus der Reifenfreigabe des Fahrzeugherstellers. Man sollte aber auch immer am Fahrzeug prüfen, wie es aussieht. Beim 406er Trommelbremser z.B. muss man aufpassen, wenn da mal jemand den Luftkessel mangels Verfügbarkeit des ursprünglichen Modells mit dem des 416ers ersetzt hat. Der hat einen Abgang, der genau in Höhe der Reifenflanke liegt, macht man da eine normale Blindverschraubung drauf, sind Schäden an der Reifenflanke aufgrund zu geringen Abstands sicher. Auch können beim 406er bei der Reifengröße keine Schneeketten verwendet werden. Auch solche Punkte sollte man vorher am Fahrzeug prüfen.

Gruß,
Michael
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon DEDEMOG » 29.04.2020, 13:19

Moin Tobias,

als ich die 405er (mit schmaler Spur) drauf hatte, brauchte ich nix am Lenkanschlag eingestellt zu werden. Freigabe war schon über das Beiblatt erteilt, daher einfach draufziehen und abfahren. Die 405er waren schon sehr gut am 1400er. Habe nur auf 425er gewechselt, da ich eh neue Gummis brauchte und die Breite Spur haben wollte.

Bei den 425er (breitere Spur) muss ich den Lenkanschlag einstellen. Allein schon deswegen, weil das linke Vorderrad an die Auspuffanlage stößt.

Erfahrungen im Wald mit Asteinstichen habe ich zum Glück noch nicht gemacht. Kann mir aber denken, wenn man kopflos drauf losfährt, kann man sich, egal in welches Reifenprofil, so ein Souvenir mitnehmen.

Grüße

Gregor
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon oberförstervs » 30.04.2020, 08:05

Guten Morgen,

ich danke für die zahlreichen Anmerkungen!
Das Projekt "AS-Reifen" trage ich zu Grabe, ich will bei der vorhandenen Reifenbreite 365 bleiben, aus mehreren Gründen: möglicher größerer Wendekreis (schon die 365 sind knapp), XM47 sind sehr teuer und bieten im Wald ggf. gegen Äste weniger Schutz (bisher kein einziges Mal einen Platten, große Äste räume ich weg), Schneeketten würden nicht mehr passen und die Male, in denen der Mog versunken ist, half die Winde wieder weiter.
Ich denke in Richtung Mitas MPT 20. Wenn der dann mal drauf ist, werde ich berichten.

Grüße, Tobias
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon Michael_Weyrich » 30.04.2020, 16:05

Hallo,

oberförstervs hat geschrieben:möglicher größerer Wendekreis (schon die 365 sind knapp), XM47 sind sehr teuer und bieten im Wald ggf. gegen Äste weniger Schutz (bisher kein einziges Mal einen Platten, große Äste räume ich weg)


Die beiden Argumente sind so nicht richtig.
Beim 427 musst du meines Wissens bei 405ern wie auch bei den 365ern den Lenkanschlag nicht anpassen, beim 406er muss man es bei beiden. Was der eine breiter ist, hat der andere im Durchmesser mehr, nimmt sich beim Lenkeinschlag nix.
Wenn's die beim XM47 was in die Reifenseite reinhaut, was zum Plattfuß führt, sieht das auch bei Diagonalreifen auch nicht besser aus, da ist dann die Flanke zumindest so beschädigt, dass du den Reifen auch wegschemeißen musst. Ich hatte im Wald auch mit den XM47 noch keine Probleme. Ich kenne auch einige Unimogler, die den im Forst ohne Probleme fahren. Auch auf französischen Waldbrandtanklöschfahrzeugen ist der sehr oft montiert und die fahren wirklich extrem durch den Wald abseits jeglicher Wege.

Bei dem von dir angedachten Mitas MPT20 macht das sowieso keinen Unterschied, denn das ist auch ein Radialreifen mit dementsprechend weicher Flanke. Warum nimmst du denn dann nicht gleich den Conti MPT81? Der kostet anscheinend sogar etwas weniger.

Gruß,
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Re: U 427 Bereifung

Beitragvon oberförstervs » 30.04.2020, 17:18

Du hast Recht, Michael, die Preise, die ich heute abrufe, sind +- gleich für Conti und für MITAS. Ich könnte wetten, dass der MITAS gestern noch € 200 billiger war...
Bei Preisgleicheit würde ich auch zum Conti greifen, dann wäre nur die Frage MPT 80 oder 81.
Ich muss mal schauen, was ein XM47 kosten würde.
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