Unimog mit Holzvergaser ?

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Unimog mit Holzvergaser ?

Beitragvon 411albi » 29.09.2004, 09:07

Hallo zusammen,

Das einzige, was in einer künftigen Ölkrise einen Holzmacher bremsen könnte ist Dieselknappheit. In der Kriegs- und Nachkriegszeit wurden doch Fahrzeuge mit Holzvergaser betrieben. Hat schon mal jemand einen Unimog damit gesehen oder ist der dafür zu jung? Sollte doch theoretisch möglich sein oder?

Gruß Albi
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Beitragvon thorsten.schlote » 29.09.2004, 10:31

Sowas ?

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Deutz Holzvergaser Motor
Baujahr: 1940
Zweizylinder 4 Takt, Zündung wie beim Benziner
Hubraum: 40 Liter
Leistung: 80PS bei 400U/min
Gewicht inkl. Fahrgestell 8to. Davon ca. 2to Schwungrad.
Schadstoffklasse: keine Angabe.

War urspünglich zum Antrieb eines Sägewerkes vorgesehen, wurde aber nie aufgebaut.
Die beiden "Kessel" hinten drauf sind der Holzvergaser und die Gaswäsche.

Gestartet wurde ursprünglich mit Pressluft.
Restaurator Rudolf hat einen "Zapfwellenstarter" gebaut.
Ist mittlerweile fertig restauriert und läuft.

Theoretisch läuft er auch mit Benzin. Wir arbeiten z.Z an dem Problem der 2 Vergasers dafür.
Propangas erschien uns bisher zu gefährlich.

Die 80PS sind eher theoretischer Natur. Ebenso die Drehzahl.
Ab 100 Touren geht der Motor mit dem Fahrgestell spazieren.

Das bestücken dauert ca. 30min. Je weniger Zwischenräume beim Schichten entstehen, desto besser die Gasqualität. Wir gehen davon aus, dass die ursprünglich vorgesehene Gasanlage um einiges größer war.

Leider lassen sich nur unsere Benzinkollegen mit Holzgas betreiben.
Wär vielleicht was für den Trolf vom Nieswurz. Dann weiß er, was er mit den Löschmittelbehälter machen kann.
Die Diesel müssten aufwendig umgerüstet werden.

"Da schon bald nach Beginn des Zweiten Weltkrieges flüssige Kraftstoffe für den privaten Autoverkehr nicht mehr zur Verfügung standen, bot auch Magirus den S 3000 mit einer Holzgasanlage oder zum Zweistoffbetrieb mit einem Zündstrahlmotor an. Für den Holzgasbetrieb bekam der serienmäßige Dieselmotor einen neuen Zylinderkopf mit Zündkerzen und niedriger Kompression. Der Gasgenerator stammte von der Firma Imbert. Beim zweiten Magirus-Sparmodell, das im Zweistoffbetrieb lief, bekam der Dieselmotor einen Zylinderkopf ohne Vorkammern, der ebenfalls das Verdichtungsverhältnis heruntersetzte.
Auch hier gab es einen Gasgenerator, dessen Gas-Luft-Gemisch aber - so das Prinzip des Zündstrahlmotors - am Ende des Verdichtungshubes durch einen eingespritzten Dieselölstrahl zur Entflammung gebracht wurde. Gestartet wurde der Motor, sobald der Holzgas-Erzeuger ein brennbares Gas lieferte, zunächst als reiner Dieselmotor. Danach stellte man auf Gas/Diesel-Betrieb um, wonach die Dieselmenge nach und nach auf ein Mindestmaß reduziert wurde. Ganz interessant die Verbrauchswerte der alternativen Motoren: Der reine Holzgas-Motor verkokte rund 40 Kilogramm Buchenholz auf 100 KM, während der Zündstrahlmotor nur 20 KG benötigte, dazu aber noch 2,6 Ltr. Diesel." (aus Historischer Kraftverkehr 5/89)

Holzgaslektüre:

Markus Spitz:
KRAFTGAS AUS HOLZ ZUR ALTERNATIVEN VERWENDUNG IN ZÜNDSTRAHL-DIESELMOTOREN. Holzgaserzeugung, Gasaufbereitung, chemische und physikalische Kraftstoffeigenschaften, Erdgassubstitution, Emissions- und Betriebsverhalten. 1999.
Shaker Verlag, Aachen. 188 Seiten, 127 Abb.
ISBN: 3-8265-6791-9
49,00 EURO
Ich glaube an den Unimog. Andere Automobile sind eine vorübergehende Erscheinung.
Frei nach Kaiser Wilhelm dem II. (1859-1941)
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Beitragvon Hermann411 » 29.09.2004, 11:00

Hallo,
vor etwa einem Jahr war im Bayrischen Fernsehen in der Sendung Unser Land ein Bericht über ein Team von Rentnern, die einen Unimog 404 von Benzin auf Holzgaser umgebaut haben. Die hatten noch irgendwo so einen Vergaskessel rumliegen und waren einfach so alt, dass sie das Ganze aus ihrer Jugend noch kannten.
Die Anlage war auch nicht so unförmig, wie im Bild oben, das hat so etwa ein drittel der Pritsche eingenommen.

Gruß
Hermann
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Beitragvon Gundo » 29.09.2004, 11:20

Hallo !
Holzvergaser auch für Kraftfahrzeuge werden heute noch hergestellt, sind allerdings in Industrieländern derzeit wenig gefragt...
Guckt Ihr hier: "martezo.fr"
Ottomotoren lassen sich relativ leicht auf Holzgasbetrieb umrüsten, bei Dieselmotoren geht das eigentlich fast gar nicht. Man müsste dann erst den Dieselmotor auf einen Ottomotor umbauen...
Gruß
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Holzgaser

Beitragvon Werner_Danner » 29.09.2004, 14:35

Als Besitzer eines funktionsfähigen und fahrbereiten Fendt Holzgastraktors Type HG 25 kann ich Dir nur davon abraten einen UNIMOG Dieselmotor auf Holzgas umzubauen. Du brauchst dazu folgende Teile:
Generator, Zentriefugalabscheider, Feinreiniger, Gaskühler, Gasmischer, Zündanlage inclusive Verteiler, Anfachgebläse. Von der notwendigen Gaszuführung und den Absetzbehältern (Wasser) ganz abzusehen. Es geht nicht einfach Gas zugeben wie beim Diesel. Es muß die notwendige Luft beigemischt werden damit im Motor eine optimale Verbrennung stattfindet. Was umzurüsten geht, ist der 404 Benzinmotor.
Verbrauch an Tankholz getrocknet max 8% Restfeuchte, pro PS 1Kg Holz.
Größe des Holzes max. 8x8x8 cm
Holzart nach Möglichkeit Buche

Bedenke auch die tägliche Reinigung sowie das Anfachen der Gasanlage.
Viel Spass
Werner Danner
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HG links 3+++ klein.jpg
HG links 3+++ klein.jpg (34.87 KiB) 16492-mal betrachtet
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Beitragvon Andreas_Bucher » 30.09.2004, 09:44

Hallo,

Werner, da du ja eine solche gasanlage in betrieb hast, wie geht das denn genau ?

oder anders gefragt: kann man z.b. im laufenden betrieb holz im kessel nachlegen - oder muß man dafür die anlage abstellen ?
wiel lange reicht so eine kesselfüllung ? was ist mit den verbleibenden resten der vergasung ? wie ist das mit der beheizung des kessels ? man muß ja da während der fahrt auch ständig holz nachlegen, oder ?

davon mal abgesehen gehe ich davon aus, daß es den mog nie mit holzvergaser gab, weil er einfach zu "neu" dafür war, oder ?

mfg,
Andreas
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Unimog 404 Holzvergaser

Beitragvon stefanfuchs » 30.09.2004, 14:36

Hallo,
der Unimog 404 als Holzvergaser war auf dem Oberbayerischen Treffen in St. Wolfgang, von dem Fahrzeug müssten auch Bilder in der Treffengalerie unter www.unimogfreunde.de sein.
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Beitragvon Werner_Danner » 01.10.2004, 10:11

Hallo Andreas,

zum Nachfüllen von Tankholz stelle ich kurzzeitig auf Benzin um. Das sich im oberen Kesselbereich befindliche Holz muss mit einer Stange nach unten in den Brennraum gestochert werden sonst bekommt man einen sogenannten Hohlbrenner. Erst danach wird Holz nachgefüllt. Bei meinem Fendt reicht eine Füllung ca. 1-2 Stunden je nach Leistungsabnahme. Der verbleibende Rest wird von Zeit zu Zeit mit dem Rüttler nach unten in den Aschekasten abgerüttelt. Deshalb den alten Holzgasfahrerspruch:
"Der Herrgott schuf im Zorn den Imbert mit dem Rütteldorn". Die anfallende Asche des Zentriefugalabscheiders wird in einen separaten Behälter entleert, ebenfalls das anfallende Kondensat. Der Feinreiniger muss ebenfalls von Zeit zu Zeit geleert bzw. es müssen neue Filtermatten angebracht werden. Während der Fahrt kann man kein Tankholz auffüllen, nur immer im Stillstand.

Da Du im Großraum Stuttgart wohnst lade ich Dich zu einer Besichtigung des Fendt nach Tamm ein. Aber nur in kaltem Zustand der Maschine da sie bereits winterfest gemacht wurde.
Gruß
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Beitragvon DiDoRo » 01.10.2004, 17:06

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stefanfuchs hat recht, auch ich konnte mich an den Holzvergasermog in St. Wolfgang erinnern -
ich glaube in GG hatte ich ihn auch schon gesehen...
ein interessantes fahrzeug und ein netter besitzer, der alles gut erklärte

didoro
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Holzgas-Mog

Beitragvon gengas » 11.02.2006, 22:26

Hallo,
ich plane ein ähnlichen Umbau wie den Mog oben auf den Bildern aus St. Wolfgang. Hat jemand eine Ahnung wer der Besitzer ist, bzw. wie man ihn erreichen kann um sich mal kurzzuschließen?
Gruß, Til
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Beitragvon Hardy404 » 13.02.2006, 15:49

Hallo !

Ich bin auch daran interessiert einen Unimog 404 mit Holzvergaserkessel auszustatten, nur um zu sehen ob es überhaupt machbar ist.

Also, falls jemand einen alten Holzvergaser herumstehen hat,
bitte bei mir melden!

Zu dem oben genannten Unimog:

Einen Beitrag über den habe ich mal im bayerischen Fernsehen gesehen, dort wurde gezeigt wie er angelassen wird und wie die Fahrt ist (sehr gemütlich). Die Besitzer wurden auch befragt.

Sehr interessant die Thematik, besonders bei den Spritpreisen heutzutage.

:wink:

MfG
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Beitragvon gengas » 13.02.2006, 20:07

Hallo zusammen,
ich hab eine Menge theoretisches Wissen zu dem Thema angesammelt, einen Benzinmotor wie der vom 404 ist recht problemlos auf Holzgas umrüstbar, es gibt auch technische Fortschritte gegenüber den 2. Weltkriegsvergasern, besonders in Skandinavien wurde da geforscht bezüglich Filter und Herdformen. Es gibt auch Holzvergaser die noch annehmbares Gas liefern, wenn das Holz frisch vom Baum abgeschnitten wurde, im Gegesatz zum Imbertvergaser z.B.
Allerdings sollte man sich nicht so ohne weiteres der Illusion hingeben, dass das Holzgas eine problemlose Alternative zu Benzin ist; vielmehr steigt der Wartungsaufwand ganz beträchtlich, die Leistung sinkt um ca 30% und man braucht im Betrieb schon ein bischen Geschick und Fingerspitzengefühl.
Trotzdem ist es eine gute Alternative für den, der mit all dem lben kann und den nötigen Enthusiasmus mitbringt.
Auch ist eine Tüv-Abnahme möglich, aber das zeigt ja schon das Bild oben.
Also als Fazit: Nicht verzagen, in Skandinavien gibt es eine kleine aber feine Szene von Holzgasfahrern.
ABEER: Alleine erreicht man viel weniger als zusammen, gerade bei solch ausgefalleneren Projekten, also bitte, wer was weis bitte melden.
Wer Fragen zur Theorie hat kann mich auch fragen.
Gruß, Tilman
gengas
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Holzvergaser

Beitragvon UnimogKurt » 26.02.2006, 02:19

Hallo,
wie so ein Ding funktioniert steht hier:
http://www.kurtohno.homepage.t-online.de/Holzgaser.htm

Gruss Kurt
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Holzgaser

Beitragvon Werner_Danner » 11.03.2006, 19:37

Hallo Kurt,
wenn Du eine funktionsfähige Holzgasanlage sehen willst, kannst zu mir nach Tamm kommen. Allerdings ist die Anlage an einem Fendt Dieselross Traktor Baujahr 1940 angebaut.
Gruß
Werner Danner
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Beitragvon Olli » 06.05.2006, 19:24

Hallo!

Hat sich hier eigentlich schon wieder was getan? Die Seite mit der Allgemeinen beschreibung + Imbertbild ist ja für den Anfang recht aufschlussreich.
Wenn ich das richtig sehe sind es fast alles Imbert Orginalanlagen. Hat jemand infos und Plane wie man so was nachbaut? Dabei ist mir eigentlich völlig egal ob das mal von einem TÜV abgenommen wird oder nicht.

Hat jemand DAS in Händen gehalten. Ist das Brauchbar? Oder wieder nur aus dem Internet zusammengesammelter Müll auf eine CD gepresst und dann für viel Geld verkauft?

MfG
Olli
... und ich lächelte und es kam schlimmer!
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