Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

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Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Michael K. » 10.08.2018, 12:02

Moin moin,

im Rahmen einer Studienarbeit untersuche ich die Möglichkeit den bestehenden Hydrostaten des U400 zu ersetzen. Um ein neues Konzept für den Kriechgang zu entwickeln muss ich die bisherige Umsetzung bis ins Kleinste verstanden haben. Hierfür brauche ich jedoch so einige Unterlagen.

Hat jemand von euch Schaltpläne für die Hydraulik ? Einen Kraftflussplan des Antriebsstranges ? Mir würde jedes Datenblatt und jeder Plan enorm weiterhelfen. Das Handbuch habe ich bereits. Dies hilft mir aber nur bedingt weiter.

Wenn ich schon mal dabei bin. Kann mir jemand veraten wohin der Kraftfluss des Hydromotors geleitet wird ? Direkt an das Längsdifferential (meine Vermutung) oder doch direkt an die Räder ? Zweiteres halte ich aufgrund des Mehrgewichts durch längere Leitungen und mehr Anbauteile für unwahrscheinlich. (Habe jedoch noch nie unter einem U400 gelegen und mir selbst ein Bild von machen können)

Ich hoffe ihr könnt mir ein Stück weiterhelfen. Jedem Helfer wird bei Interesse eine Kopie meiner Facharbeit zugesandt. Schließlich teilen wir hier ja alle eine Leidenschaft oder ?

Beste Grüße
Michi
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon mogli406 » 10.08.2018, 14:11

Hey Michi
am Besten wendest du Dich mal an das Unimog-Museum Herrn Leib.
Ich bin sicher da kann dir geholfen werden!
Ausserdem gibt es dort ein umfangreiches Archiv wo die gesuchten Unterlagen sicherlich zu finden sind....

Einfach mal auf die Homepage und dann dort anrufen!

Gruß und ich hoffe du berichtest was aus deiner Arbeit wurde!
Michael
Besucht auch mal meine HP und tragt euch ins GB ein! Bin auch immer offen für neues!
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Michael K. » 10.08.2018, 17:35

Vielen lieben Dank für die schnelle Hilfe. Ich werde es direkt ausprobieren.
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Helmut-Schmitz » 11.08.2018, 11:10

Hallo Michael
zuerst mal die Eingangsfrage, von welchem Baumuster sprichst du? Der z.B. U423 (Baumuster 405.2xx, UGN NA) besitzt einen weiterentwickelten hydrostatischen Antrieb gegenüber dem U400 (405.1xx, UGN). Das Getriebe ermöglicht einen fließenden Übergang vom
hydrostatischen Fahrbetrieb in den konventionellen Fahrbetrieb in the fly, d.h. es muss nicht gekuppelt oder angehalten werden.
Funktionsmäßig kann ich die vielleicht ein wenig weiterhelfen. Die Hydraulippumpe wird von der Getriebeeingangswelle angetrieben. Die Wendeschaltgruppe ist dabei im Leerlauf und die Getriebevorgelegewelle wird vom Hydromotor angetrieben. Das ist der einzige Unterschied zum Normalbetrieb, im Getriebe selbst sind alle Funktionen nutzbar, der Hydrostat ist dadurch auch in der Normal-, Arbeits- und Kriechganggruppe verwendbar.
Wenn man den Hydromotor statt den Arbeitsgruppen anbaut, was technisch einfach realisierbar ist, gehen diese Stufen verloren.
Einen stufenlosen Betrieb wie z.B. beim Fendt, der ja auf dem Prinzip der Differential-Getriebe (siehe Diwamatik) aufbaut, hat man bei Daimler verworfen, da der Wirkungsgrad niedriger und somit der Kraftstoffverbrauch deutlich höher ist.
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Michael K. » 11.08.2018, 19:03

Vorweg erstmal vielen Dank, dies hat mich ein großes Stück weitergebracht. Die Aussage dass der Hydrostat zwischen Eingangswelle bei nicht eingerasteter Schaltklaue und der Vorgelegewelle sitzt würde gut in den Getriebeschaltplan passen. Hast du dafür evt. eine Quelle die ich in meiner Ausarbeitung angeben kann ? Ich habe leider nämlich keinen Hydrostaten/Kriechganggruppe in diesem Plan.

Des weiteren sagtest du eben "...der Hydrostat ist dadurch auch in der Normal-, Arbeits- und Kriechganggruppe verwendbar. " Ich bin bis eben davon ausgegangen, dass der Kraftfluss über den Hydrostaten quasi die Kriechganggruppe ist. Ist dem nicht so ?
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Helmut-Schmitz » 11.08.2018, 20:16

Hallo Michael
der hydrostatische Antrieb ist für den Kommunaleinsatz, variabel von quasi Null bis zur zulässigen Endgeschwindigkeit von 20Km/h.
Wie gesagt, das Getriebe besitz eine verlängerte Eingangwelle zu einem Schaltbox, die den Pumpenantrieb einschaltet. Der Antrieb erfolgt auf die Vorgelegewelle, somit sind alle 4 Gänge schaltbar.
Für den Einsatz auf dem Acker oder mit schweren Anbaugeräten ist der Hydrostat schnell an seiner Temperarurgrenze, dazu gibt es die Arbeitsgruppen. Da die Arbeitsgruppen hinter dem Getriebe sitzen, wäre bei dem Vorhandensein beider Gruppen der Hydrostat auch in der Arbeits oder gar Kriechganggruppe einsetzbar. Die Kombi kommt in der Realität nicht vor, da entwerder die Gruppen oder der Hydrostat gewält wird, beides zusammen macht keinen wirtschaftlichen Sinn.
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Quelle ist das Werkstathandbuch BR 427/437
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Helmut-Schmitz » 12.08.2018, 17:32

Hallo Michael

die Nachschaltgruppe untersetzt alle Gänge in der Arbeitsgruppe beim NG3/65/8 um den Faktor i=5,76 und im Krieggang i=55,87.
In Verbindung mit dem Hauptgetriebe UG3/65-8 /13,01GPA beträgt das Gesamtübersetzungsverhältnis im 1 Gang mit Kriechgang dann 1:726,87 beim 3/65-8/9,35GPA dann 1:522,38. Dazu kommt nochmals die Achsuntersetzung von z.B. 6,1 bzw 5,73. Die Übersetzungen beim U400 mit UG100-8/9,57-0,74 sind geringfügig anders, die kleinste Übersetzung ist 534,65 plus Achsübersetzung i=6,38. Da beim UG100 nur die Wendeschaltgruppe am Getriebeeingang gedreht wurde, sind die Übersetzungen im Getriebe selbst gleich.

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Getriebe mit Arbeitsgruppe

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Getriebe mit Arbeits- und Kriechganggruppe
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Helmut-Schmitz » 13.08.2018, 16:54

Hallo Michael
ich habe dir mal ein paar Unterlagen zum Hydrostat und die Arbeitsgruppen am Getriebe geschickt. Der U400 besitzt im Gegensatz zu den Baureihen 427/437.1 einen permanenten Allradantrieb, d.h. am Verteilergetriebe ist noch ein sperrbares Längsdifferential verbaut.
Wire gesagt, die ganz aktuellen Baumuster haben eine andere Steuerung um übergangslos vom mechanischen in den hydrostatischen Antrieb und zurrück zu wechseln. Wenn bei Mäharbeiten eine längere Strecke nicht bearbeitet wird und dann schnell (über 20km/h) zum nächsten Einsatzpunkt zu kommen schaltet man einfach in den mechanischen Bereich und dann wieder zurrück.
Wenn du ein anderes Konzept entwickeln möchtest, solltest du das berücksichtigen, sonst ist deine Arbeit schon überholt bevor du sie abgeliefert hast. Aber vielleicht weiß der Prof das ja nicht. :D
Wenn du ein Seriengetriebe umarbeiten möchtest und du einen Eingang hinter dem Getriebe realisieren möchtest, muss das Getriebe die Vorrüstung zum Anbau der Arbeitsgruppen besitzen. Diese ist auch ohne Arbeitsgruppen als SA (Sonderausstattung) lieferbar.
Wünsche dir viel Erfolg
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Re: Unimog U400 Studienarbeit Hydrostat

Beitragvon Helmut-Schmitz » 13.08.2018, 17:04

Hallo Michael

gib mir kurz Bescheid wenn alles angekommen ist, müssten insgesamt 4 files sein
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