WDR Getriebe

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderatoren: Torsten Pohl, stephan, Bernd-Schömann

WDR Getriebe

Beitragvon Struppi » 10.08.2019, 08:01

Hallo hier ist Michael,

Ich bin bei der Restaurierung meines Unimog 411.119 Bj. 67
Jetzt bräuchte ich da eure Hilfe, der Übergang vom Getriebe zum Schubrohr zur Hinterachse verliert Öl.
Ist es ein großer Aufwand den WDR zu wechsel?
Ich habe das Fahrzeug schon ziemlich zerlegt ,habe die Federn und die Hsndbremsseile auch schon entfernt.
Wie gehe ich da am besten weiter vor.
Ich bin wie immer für jeden Rat oder Tipp sehr dankbar.

Lg
Michael
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Re: WDR Getriebe

Beitragvon Jochen.Schäfer » 10.08.2019, 08:41

Hallo Michael,

Das Wechseln des Dichtringes ist kein Hexenwerk.
Hier ist ein kleiner Film über die Arbeitsabläufe zum eigentlichen Wechsel des WDR zu sehen:

synchron-getriebe-411-404-t85332.html

Es sind ein paar Sonderwerkzeuge erforderlich um die Abtriebsflansche und Verschraubungen zu lösen.
Die Hinterachse sollte frei beweglich sein, also komplett lösen vom Rahmen, Federn, Stoßdämpfer und Bremsleitung. Der Rahmen natürlich hinten breit aufgebockt, so das man die Achse nach hinten ziehen kann.
Vorne gut festsetzen, damit nichts umfällt.

Ich mache das gerade an einer Vorderachse, dort ist es viel enger bei der Montage.
Und es ist vorher einiges falsch gemacht worden, was die Arbeit nicht gerade erleichtert.

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Hier noch die Bilder vom (alten) WDR
Es hat sich hier schon mal jemand an den Wechsel gewagt, allerdings ohne das Sonderwerkzeug.
Der Abtriebflansch ist einem Hammer eingetrieben worden und total verbeult, ebenso der WDR.
Man kann die Verformung gut erkennen, so kann das nicht dicht werden.
Es ist hier auch kein Spezialring mit Drehrichtungsdrall verwendet worden sondern ein Standard WDR.

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Gruß
Jochen
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Re: WDR Getriebe

Beitragvon Struppi » 10.08.2019, 09:40

Danke dir Jochen für die ausführliche Beschreibung, muss dann noch mal sehen wo ich die Spezialwerkzeuge bekommen kann.

Lg

Michael
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Re: WDR Getriebe

Beitragvon Jochen.Schäfer » 10.08.2019, 09:50

Nachtrag:
Das gehört hier zwar nicht hin, aber...

Bei dieser vorhergehenden "Reparatur" wurde die Abdichtung nicht erreicht.
Der Abtriebflansch und die Schubkugel durch falsche Montage und mangelnde Sonderwerkzeuge zerstört.

Und das alles bei einer "Vollrestauration" :!:
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Re: WDR Getriebe

Beitragvon Örkel » 10.08.2019, 16:19

Moin,
Man kann den Mog auch am Rahmen vorne/hinten an einem Flaschenzug/Kran Hochheben das man die Achse wegrollen kann. Das Schubrohr hatte ich auf einem Rollwagenheber und die Achse so weggerollt und wieder in eingefahren.
Dabei auf die maximale Verschränkung der Schubkugel achten, sonst drückt das Schubrohr auf den Rand der Schubkugelschale - wenn es zu dolle wird bricht die Kante aus und die Schale ist hin.

Das Öl kann auch durch die Verzahnung des Flansches auf der Welle laufen! Das habe ich an einer Vorderachse vorgefunden, der Mog hatte schon ein Dauergeschmiertes Gelenk ohne Filzdocht in der Welle der VA. Hinter der Antriebswelle war der Hohlraum an der Nutmutter voller Öl; da rührte auch der schleichende Verlust her.

An der Hinterachse sitzt im Antriebsflansch ein Rillenkugellager, den Flasch und die angeschraubte Antriebswelle sollte man mit Dichtmasse abdichten, hier kann er sonst auch das Öl durchschleuern. Die späteren Getriebe haben da an VA+HA einen O-Ring.

Gruß
Alex
Wenn alle Stricke reißen kann man immer nochmal Schweißen.
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Re: WDR Getriebe

Beitragvon Struppi » 10.08.2019, 16:38

Danke auch dir für den Tipp das ist natürlich auch eine gute Idee mal schauen wie ich es mache, jetzt brauche ich aber wie schon geschrieben das Sonderwerkzeug.

Lg Michael
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