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Zaunpfähle herstellen

Verfasst: 12.02.2006, 12:51
von pflanzerl
Hallo!

Ich muss meinen Garten neu einzäunen und möchte mir dafür die Pfähle selbst herstellen. Vielleicht hat ja einer vor Euch Erfahrung und kann mir ein paar Tipps geben.
Ich brauche ca. 150 Stück mit 1,60-1,80m Länge, denn der Maschendrahtzaun ist 1,20 m hoch und es soll dann noch 20 cm darüber Stacheldraht dran. Und 40 cm sollte ich die Pfähle schon in den Boden rammen.
Nun habe ich gedacht ich nehme Eiche, schneide diese in die richtige Länge und spalte sie mit dem Kegelspalter einmal auseinander. Welche Stärke sollte ich verwenden? Lassen sich so lange Stücke überhaupt noch spalten, halbwegs astfrei vorrausgesetzt? Oder ist es besser in Viertel zu spalten? Kann ich frisches Holz verwenden oder sollte es trocken sein?
Ich werde die Löcher vorbohren und dann das letzte Stück einschlagen,denn der Boden ist sehr hart und wenn ich dann nicht vorbohre sind meine Pfähle kaputt bevor ich den Zaun montieren kann.

Gruß,
Steffen

Verfasst: 12.02.2006, 13:20
von 411albi
Hallo Steffen,

zum Anspitzen gibt es Schälblätter für Kreissägen, zB
http://www.widl.com/

Als Holz wird bei uns oft Robinie genommen, die Stecken schon 30 Jahre ohne Fäulnis in den Weinbergen.

Gruß ALbi

Verfasst: 12.02.2006, 17:13
von pflanzerl
Hallo!

Danke für den Hinweis. Robinie ist sicherlich gut geeignet, aber bei uns nicht zu bekommen. Mir wurde auch schon Kastanie empfohlen, aber auch weiss ich nicht wo ich es halbwegs preiswert herbekomme.

Gruß,
Steffen

Verfasst: 12.02.2006, 21:04
von mademer
Hallo Steffen,

wenn Kastanie bitte Esskastanie nicht diese Biergartenkastanien wurden bei uns früher in den Weinbergen als Kastanienpfosten benutzt. Halten lange sind belastbar und werden heute noch in den Alpen für den Lawinenschutz eingesetzt. Vor ein paar Jahren habe ich mich mal gewundert was die mit den Stangen, Durchmesser so zwischen 10 und 20 cm, Länge ab ca. 4m anfangen und da hat mir der "Revierbeamte" das mit dem Lawinenschutz erzählt. Leider weiss ich nur hier am Rande des Pfälzerwaldes zur Rheinebene von größeren Beständen und bis Stuttgart ist halt etwas weit.



Gruß aus der Pfalz

Stephan

Verfasst: 13.02.2006, 12:12
von wwkauz
Wir verwenden in der Regel Lärche. Die Lärche lässt sich auch mit einer kräftigen Motorsäge sehr gut längs schneiden (Kette 10°!). Sieht sauber aus und Lärche hält lange.

Gruß
Rene

Verfasst: 13.02.2006, 20:54
von Rindskamuffel
Hallo,

da wir in den nächsten Wochen ein Waldgrundstück einzäunen möchten, habe ich mich gerade heute morgen von einem Fachmann (Fabrik für Spielplatzgeräte) beraten lassen, welches (einigermassen verfügbares) Holz für die Pfosten am besten geeignet ist.
Am haltbarsten ist demnach Eichenholz.
Der bisherige Zaun besteht zum Großteil aus Eichenpfosten, von denen manche fast 40 Jahre stehen. Die Pfosten wurden damals angebrannt, d.h. in ein Feuer gelegt und gedreht, so daß der Splint verkohlt.

Die Pfosten sind 80 cm tief im Boden, wobei nur die oberen 15-20 cm, direkt unter der Bodenoberfläche gefault sind. Die Stümpfe im Boden sind noch in gutem Zustand, was beim Austausch eines Zaunpfostens eine ganz schöne Quälerei ist.

Grüße auch aus der Pfalz
Jürgen

Zaunpfähle

Verfasst: 14.02.2006, 06:58
von Herbylix
Hallo Steffen!
In unserer Gegend verwenden wir Pfähle aus Akazie. Die sind sehr haltbar
und vor allem sind sie auch bis zu einer Länge bis 3m leicht spaltbar.

Verfasst: 16.02.2006, 08:01
von Michel421
Hi,

mein Kumpel ist Forstwirt und der nimmt immer Fichte um Gatter zu bauen.
Ob das jetzt dazu taugt oder nicht kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir die Fachkenntniss.



Michael

Verfasst: 16.02.2006, 13:50
von MagMog
guude,

die eignung der einheimischen hölzer in unbehandeltem zustand:

1a akazie, 1b eiche ohne splint, 2a lärche kernholz, 2b kiefern kernholz,

roh definitiv nur sehr kurz haltbar: birke, buche, fichte.

kesseldruck imprägniert gut haltbar (mindestens wie 2a & 2b): buche (siehe eisenbahnschwellen), fichte, lärche- und kiefernsplint.

der problembereich ist immer der übergang vom erdreich zur luft, d.h. das holz ist immer mäßig feucht und, außer im winter, warm.

gut holz, justus.

Verfasst: 20.02.2006, 22:04
von seidelax
Hallo Steffen,

Robinie (Akazie) gibts bei uns in der "Märkischen Streusandbüchse" reichlich. Leider zu weit weg von Euch, um welche vorbeizubringen.
Meinen (wunderbaren) 406 habe ich aber vor 4 Jahren aus Eurer Gegend geholt, war mir nicht zu weit !!
Aber zum Thema: soweit ich weiß:

Pfähle frisch spalten: lang hinlegen und mit Keil spalten, evt. mit zweitem Keil nachfassen. Zwei Meter sind auf jeden fall machbar. Falls Ast vorhanden: in den Ast keilen.
Erst mal halbieren, wenn der Stamm stark genug ist, vierteln.

Rinde und Splint dranlassen: diese vergammeln zuerst, der Kern steht dann weitere 25 Jahre.

Also dann ca. 2030 mal dran rütteln.
Gruß Axel.

Verfasst: 20.02.2006, 23:50
von MagMog
guude,

robinien werden gerne auch als "falsche akazien" bezeichnet, haben aber mit akazien außer einer optischen ähnlichkeit nichts zu tun.
akazien kommen in unseren breitengraden wg. ihrer kälteempfindlichkeit praktisch nicht vor. ihr holz ist im gegensatz zu dem der robinie auch nicht dauerhaft.

den splint am pfosten zu lassen ist außer bei der eiche ok. da der eichesplint jedoch ein leckerbissen für holzschädlinge ist, und diese nach dem verzehr des splints auf das kernholz übergehen, ist das verbauen von eichesplint im gewerblichen bereich definitiv nicht zulässig und auch sonst nicht ratsam.

gut holz! justus.

Verfasst: 22.02.2006, 23:12
von seidelax
Hallo Justus,
ein Bekannter von mir hat kürzlich an Eichenpfählen die Rinde abgeschält und diese dann imprägniert. Sah gut aus, schien mir aber schon zu viel der Mühe. Wie willst du denn aber mit einigermaßen tragbarem Aufwand den Splint von Zaunfosten entfernen? Und warum auch, wenn die auch so 25 Jahre stehen. Die hohe Qualitätseinstufung von Eichenholz bezieht sich auf den Kern, stimmt.

Fichte kann man für Wildschutzzäune verwenden, wenn die Pfosten verfault sind, sind die verbißgefährdeten Bäume groß genug.
Gruß Axel.

Verfasst: 24.02.2006, 07:09
von MagMog
guude Axel,

da hast Du recht, es wäre eine haidenareit, extra den splint zu entfernen. da ist es weniger arbeit, den zaun nach 20 statt nach 35 jahren zu erneuern. ich hbe nur die optimale dauerhftigkeit in betracht gezogen.

guden noch, justus.

Verfasst: 25.02.2006, 11:13
von seidelax
Hallo,
hab grade oben in dem Beitrag von Rindskamuffel (mit Verlaub) das mit dem ins Feuer legen gelesen.
Mir fällt ein, das auch gehört zu haben. Ich glaube, das soll die Schädlinge fernhalten... Sicher muß man aber nicht den ganzen Splint wegkohlen, anräuchern reicht.

Also am besten mal fünf Pfähle ankohlen und im Testament vermerken das mal einer nachgucken soll, ob die besser aussehen.

mfg Axel.

Verfasst: 25.02.2006, 17:33
von Torsten Pohl
Das vekohlen der Spitzen war früher Lohnarbeit in Köhlereien oder wurde schlicht selbst gemacht.

Hintergrund ist das Kolzkohle und nichts anderes entsteht wenn man die spitze verkohlt, antibakteriel ist und nur sehr schlecht verrottet.
Vielleicht kennt ja jemand hier noch den Brauch das Landvermesser im Mittelalter eine genaue Anzahlen Holzkohlenstücke unter den Feldstein gelegt haben, wollte der Bauer X- seinen Nachbar mal nen Meter abzwacken pustekuchen die Holzkohle wurde weich färbte den Boden ein, so konnte jederzeit nachgesehn werden wie lange der Stein lag und wer vermessen hat!

Das verkohlen der Spitzen wurde schon bei den Kelten so gehandhabt, und reste der verkohlten Spitzen werden heute noch fast völlig intakt gefunden!
Einen Nachteil hat die Geschichte aus heutiger Sichter, diese Pfosten konnten nicht einfach eingetrieben werden sondern es mußte ein Loch gegraben und mit feinem weichem Material aufgegüllt und langsam verdichtet werden. Eine mechansiche Verletzung der verkohlten Schicht hätte nämlich dies Schutzschicht zerstört und die Arbet ist vergebens!

Woher isch das weiß`Hobbyköhler aus Passion! :wink:

Tschau Torten, der sich das heute nicht mehr antuen würde weil es besseres gibt!