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OM 636 Schwungrad wuchten
Verfasst: 03.03.2009, 21:42
von rafi911
Hallo Kollegen,
muß ich beim Umbau der Schwungscheibe auf einen anderen Motor die Schwungscheibe neu wuchten?
Oder kann man die am OM636 bedenkenlos tauschen?
Gruß
Rainer
Verfasst: 04.03.2009, 16:09
von Waffy
Hallo Rainer!
Schwungrad kannst Du bedenkenlos tauschen - das passt sowieso nur an einer Stelle (asymetrische Anordnung der Löcher). Soweit ich informiert bin, werden die Schwungräder bei der Erzeugung ohne Kurbelwelle ausgewuchtet und passen daher bei jedem OM 636.
LG
Waffy
Re: OM 636 Schwungrad wuchten
Verfasst: 04.03.2009, 16:37
von ALLDOG
rafi911 hat geschrieben:Hallo Kollegen,
muß ich beim Umbau der Schwungscheibe auf einen anderen Motor die Schwungscheibe neu wuchten?
Oder kann man die am OM636 bedenkenlos tauschen?
Gruß
Rainer
Hallo,
die Nachwuchtvorschrift gemäß WHB ist immer ein zuhalten!
Verfasst: 04.03.2009, 17:46
von rafi911
Danke!!!
Wuchten
Verfasst: 24.03.2009, 19:05
von Zuckerbaecker
rafi911 Hallo Reiner
Habe gerade eine neue Kurbelwelle eingebaut,bei einem Motorinstandsetzer hat man mir dann dazu geraten die alte Schwungscheibe zur Kurbelwelle dynamisch zu wuchten,da die Schwungscheibe immer dynamisch zur Kurbelwelle passen muß,hat 80,-¤ gekostet.
Ich glaub das ist es wert,ansonsten die ganze Arbeit ein-ausbau zweimal.
MfG Bernd

Verfasst: 24.03.2009, 21:50
von rafi911
Hallo Bernd,
habe die unwucht der alten Schwungscheibe von einem alten Meister auf meine übertragen lassen.
Die Kurbelwelle ausbauen wäre mir zu viel arbeit.
Ich hatte drei OM636 Scheiben mit, wobei alle fast die gleiche Unwucht hatten.....
Gruß
Rainer
Unwucht
Verfasst: 25.03.2009, 00:26
von Zuckerbaecker
Hallo Reiner
Jo,das meinte ich ,die Wucht oder Unwucht der alten Scheibe muß auf die Neue übertragen werden,damit sie zur Kurbelwelle passt

. MfG Bernd
Verfasst: 26.10.2009, 21:24
von OPTI-MOG
... dann mache ich mal an dieser Stelle weiter.
Denn ich möchte die Unwucht des ursprünglichen Schwungrades für den Motor auf ein anderes auf ihn zu montierendes übertragen.
Dazu habe ich mal etwas gerechnet.
Die Wuchtbohrungen werden lt. WHB auf einem Radius von 110 mm mit Durchmesser 10 mm axial bis max. 30 mm tief gebohrt. Dabei ergibt eine 1 mm tiefe Wuchtbohrung rechnerisch 67 gmm Unwucht.
Die maximal zulässige Unwucht (nach dem gemeinsamen dynamischen Wuchten von Kurbelwelle und Schwungrad) beträgt 150 gmm. D. h. die Wuchtbohrung im Schwungrad muß exakt an der richtigen Stelle sitzen und muß dann mit einer Toleranz von +/- 2,2 mm tief gebohrt werden.
Wenn man annimmt, daß die originale Paarung Kurbelwelle/Schwungrad bereits nahe an der Toleranzgrenze liegt, muß man bei der Übertragung noch genauer arbeiten, sagen wir +/- 0,2 mm, also gut eine Zehnerpotenz genauer.
Wenn ich das betrachte, kann ich mir nicht vorstellen, daß man so einfach die Schwungräder tauschen kann - wie manchmal behauptet wird-, ohne eine unzulässig hohe Unwucht zu riskieren.
Ich will in den nächsten Tagen statische Messungen der Unwucht an 3 verschiedenen Schwungrädern machen. Wenn alles klappt, werde ich Euch bald den Meßaufbau zeigen können. Mal sehen, was da raus kommt.
Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand? Im ersteren Fall würden Ungleichheiten bei den Pleuelstangen und Kolben die Wuchtung wieder in Frage stellen, oder?
Verfasst: 26.10.2009, 21:46
von Jürgen-Fahlbusch
Hallo Christoph,
wie gehst Du denn vor um die Unwuchten fest zustellen, beschreibe bitte eimal Deinen Prüfaufbau und die Messmethode. Möglichst bebildert.

Verfasst: 26.10.2009, 22:06
von OPTI-MOG
Nur Geduld Jürgen,
ich werde bebildert berichten.
Hier ganz grob meine Planung: Zwei Haarlineale exakt waagrecht und parallel angeordnet, damit das auf einen Meßdorn geschraubte Schwungrad dazwischen laufen kann. Sobald das Rad seine stabile Lage gefunden hat, ist unten die "Unwucht". Diese wird dann um 90° nach oben gedreht und über die Verzahnung mit einer austarierten Strebe auf einer Briefwaage abgestützt. Das abgelesene "Gewicht" in Gramm multipliziert man dann mit dem Hebelarm der Verzahnung 140 mm. Im Ergebnis hat man dann also Lage und Größe der Unwucht.
Bei der Übertragung werden beide Räder auf dem Meßdorn, und zwar um 180° zueinander verdreht, befestigt. Dann wird das anzupassende Rad so gewuchtet, daß beide zusammen keine Unwucht mehr aufweisen, also in jedem Drehwinkel stehen bleiben.
Verfasst: 26.10.2009, 22:10
von OPTI-MOG
Damit meine Frage von weiter oben nicht untergeht, hier nochmal:
Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand? Im ersteren Fall würden Ungleichheiten bei den Pleuelstangen und Kolben die Wuchtung wieder in Frage stellen, oder?
Verfasst: 26.10.2009, 23:03
von Jochen.Schaefer
Hallo Christoph,
Feinwuchten im ausgebauten Zustand, Schwungrad und Kurbelwelle zusammengeschraubt, Versuchsaufbau wie du beschrieben hast.
Die Pleuel und Kolben werden einzeln ausgewogen und angeglichen durch Materialabtrag oder auswiegen von mehreren Teilen und zusammenstellen von gleichen Gewichten.
Es kommt aber nicht aufs Hundertstel Gramm an.
Jochen
Verfasst: 26.10.2009, 23:11
von OPTI-MOG
Hallo Jochen,
in Deiner Beschreibung sehe ich nur statisches Wuchten. Dynamisches Wuchten aber geschieht in Bewegung = Rotation und nach (elektronischer) Messung der auftretenden Vibration. Z. B. die heute üblichen Radwuchtmaschinen beim Reifenhändler arbeiten dynamisch.
Also will ich meine Frage nochmal stellen:
Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand?
Verfasst: 27.10.2009, 05:05
von Moggälä
Hallo Christoph,
Dynamisches Wuchten aber geschieht in Bewegung
sicher? Gibts da keinen Trick, das ganze mit rein mechanischen Mitteln "statisch" rauszufinden? Is ja eigentlich "nur" die Erscheinung, das die Wuchtebene zur Drehebene gekippt ist.
Was mir viel mehr Fragen aufwirft ist das:
habe die unwucht der alten Schwungscheibe von einem alten Meister auf meine übertragen lassen.
Wie soll das bitte gehen?
mfG
Axel
Verfasst: 27.10.2009, 08:25
von Jürgen-Fahlbusch
Moin Axel,
die Methode der statischen Übertragung hat Chistoph oben ja im Prinzip erklärt:
Bei der Übertragung werden beide Räder auf dem Meßdorn, und zwar um 180° zueinander verdreht, befestigt. Dann wird das anzupassende Rad so gewuchtet, daß beide zusammen keine Unwucht mehr aufweisen, also in jedem Drehwinkel stehen bleiben.
Moin Christoph,
wenn es nötig ist die Kurbelwelle / Schwungscheiben Kombination dynamisch zu wuchtet, müsste dann nicht immer das Gesamtsystem betrachtet werden. Also Motor komplett inklusive Kupplungsautomat etc.?
Gab es zu Kontruktionszeiten des Motors hier für geeignete Methoden?
Moin Jochen,
wie sieht es den mit dem Wuchten der Kolben, Pleul etc aus wenn z.B bei einem Motor nach Aufarbeitung neue Kolben in Übergröße verbaut wurden.
Haben die damaligen Werkstätten dies immer gemacht?
Entschuldigt die vielleicht dummen, sicher aber laienhaften Fragen.
Wie sieht es für Praxis aus bei unserem alten "TreckerMotor"?
Entspricht die Hammerartige Krafteinleitung eines zündenden Zylinders nicht prinzipiell einer riesigen Unwucht.