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Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#254454
rafi911 Hallo Reiner
Habe gerade eine neue Kurbelwelle eingebaut,bei einem Motorinstandsetzer hat man mir dann dazu geraten die alte Schwungscheibe zur Kurbelwelle dynamisch zu wuchten,da die Schwungscheibe immer dynamisch zur Kurbelwelle passen muß,hat 80,-¤ gekostet.
Ich glaub das ist es wert,ansonsten die ganze Arbeit ein-ausbau zweimal.

MfG Bernd :wink:
#275946
... dann mache ich mal an dieser Stelle weiter.

Denn ich möchte die Unwucht des ursprünglichen Schwungrades für den Motor auf ein anderes auf ihn zu montierendes übertragen.

Dazu habe ich mal etwas gerechnet.
Die Wuchtbohrungen werden lt. WHB auf einem Radius von 110 mm mit Durchmesser 10 mm axial bis max. 30 mm tief gebohrt. Dabei ergibt eine 1 mm tiefe Wuchtbohrung rechnerisch 67 gmm Unwucht.
Die maximal zulässige Unwucht (nach dem gemeinsamen dynamischen Wuchten von Kurbelwelle und Schwungrad) beträgt 150 gmm. D. h. die Wuchtbohrung im Schwungrad muß exakt an der richtigen Stelle sitzen und muß dann mit einer Toleranz von +/- 2,2 mm tief gebohrt werden.
Wenn man annimmt, daß die originale Paarung Kurbelwelle/Schwungrad bereits nahe an der Toleranzgrenze liegt, muß man bei der Übertragung noch genauer arbeiten, sagen wir +/- 0,2 mm, also gut eine Zehnerpotenz genauer.

Wenn ich das betrachte, kann ich mir nicht vorstellen, daß man so einfach die Schwungräder tauschen kann - wie manchmal behauptet wird-, ohne eine unzulässig hohe Unwucht zu riskieren.

Ich will in den nächsten Tagen statische Messungen der Unwucht an 3 verschiedenen Schwungrädern machen. Wenn alles klappt, werde ich Euch bald den Meßaufbau zeigen können. Mal sehen, was da raus kommt.

Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand? Im ersteren Fall würden Ungleichheiten bei den Pleuelstangen und Kolben die Wuchtung wieder in Frage stellen, oder?
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 27.10.2009, 08:53, insgesamt 1-mal geändert.
#275952
Nur Geduld Jürgen,

ich werde bebildert berichten.

Hier ganz grob meine Planung: Zwei Haarlineale exakt waagrecht und parallel angeordnet, damit das auf einen Meßdorn geschraubte Schwungrad dazwischen laufen kann. Sobald das Rad seine stabile Lage gefunden hat, ist unten die "Unwucht". Diese wird dann um 90° nach oben gedreht und über die Verzahnung mit einer austarierten Strebe auf einer Briefwaage abgestützt. Das abgelesene "Gewicht" in Gramm multipliziert man dann mit dem Hebelarm der Verzahnung 140 mm. Im Ergebnis hat man dann also Lage und Größe der Unwucht.

Bei der Übertragung werden beide Räder auf dem Meßdorn, und zwar um 180° zueinander verdreht, befestigt. Dann wird das anzupassende Rad so gewuchtet, daß beide zusammen keine Unwucht mehr aufweisen, also in jedem Drehwinkel stehen bleiben.
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 26.10.2009, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.
#275953
Damit meine Frage von weiter oben nicht untergeht, hier nochmal:


Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand? Im ersteren Fall würden Ungleichheiten bei den Pleuelstangen und Kolben die Wuchtung wieder in Frage stellen, oder?
#275963
Hallo Christoph,
Feinwuchten im ausgebauten Zustand, Schwungrad und Kurbelwelle zusammengeschraubt, Versuchsaufbau wie du beschrieben hast.
Die Pleuel und Kolben werden einzeln ausgewogen und angeglichen durch Materialabtrag oder auswiegen von mehreren Teilen und zusammenstellen von gleichen Gewichten.
Es kommt aber nicht aufs Hundertstel Gramm an.

Jochen
#275965
Hallo Jochen,

in Deiner Beschreibung sehe ich nur statisches Wuchten. Dynamisches Wuchten aber geschieht in Bewegung = Rotation und nach (elektronischer) Messung der auftretenden Vibration. Z. B. die heute üblichen Radwuchtmaschinen beim Reifenhändler arbeiten dynamisch.

Also will ich meine Frage nochmal stellen:

Weiß jemand, wie die Kurbelwelle mit Schwungrad dynamisch gewuchtet wird? Geschieht das außerhalb des Motors oder im eingebauten Zustand?
#275967
Hallo Christoph,
Dynamisches Wuchten aber geschieht in Bewegung
sicher? Gibts da keinen Trick, das ganze mit rein mechanischen Mitteln "statisch" rauszufinden? Is ja eigentlich "nur" die Erscheinung, das die Wuchtebene zur Drehebene gekippt ist.
Was mir viel mehr Fragen aufwirft ist das:
habe die unwucht der alten Schwungscheibe von einem alten Meister auf meine übertragen lassen.
:?: :?: :?:
Wie soll das bitte gehen?

mfG
Axel
#275972
Moin Axel,

die Methode der statischen Übertragung hat Chistoph oben ja im Prinzip erklärt:
Bei der Übertragung werden beide Räder auf dem Meßdorn, und zwar um 180° zueinander verdreht, befestigt. Dann wird das anzupassende Rad so gewuchtet, daß beide zusammen keine Unwucht mehr aufweisen, also in jedem Drehwinkel stehen bleiben.
Moin Christoph,
wenn es nötig ist die Kurbelwelle / Schwungscheiben Kombination dynamisch zu wuchtet, müsste dann nicht immer das Gesamtsystem betrachtet werden. Also Motor komplett inklusive Kupplungsautomat etc.?
Gab es zu Kontruktionszeiten des Motors hier für geeignete Methoden?

Moin Jochen,
wie sieht es den mit dem Wuchten der Kolben, Pleul etc aus wenn z.B bei einem Motor nach Aufarbeitung neue Kolben in Übergröße verbaut wurden.
Haben die damaligen Werkstätten dies immer gemacht?

Entschuldigt die vielleicht dummen, sicher aber laienhaften Fragen.
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