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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#583676
Hallo zusammen,

da dies mein erster Eintrag in diesem Forum ist, stelle ich mich kurz vor: Meine Name ist Noah und ich habe im Verlauf des Jahres den Unimog 411.110 Bj. 1957 mit 1300 Betriebsstunden meines verstorbenen Großvaters instandgesetzt. Das Forum war hier immer eine große Hilfe. Danke an euch alle!

Bis auf die Lichtmaschine funktioniert wieder alles tadellos.

Im Sommer habe ich aufgrund eines Defekts einen neuen Lichtmaschinenregler von Bosch (Originalteile) eingebaut. Im diesem Zuge habe ich auch die Kohlen getauscht und alles gründlich gereinigt, ebenso die Lima neu polarisiert. Dann hat alles funktioniert und die Ladespannung betrug bei leicht erhöhter Drehzahl ca. 13,5V, im Standgas ca. 8V (genauen Wert habe ich nicht mehr im Kopf).

Diese Woche leuchtete während der Fahrt bei mittlerer Drehzahl plötzlich die Ladekontrollleuchte wieder auf, die Lima hat nicht mehr geladen. Etwas später, annähernd bei Höchstdrehzahl des Motors, erlischt die Ladekontrollleuchte wieder, die Lima hat also wieder geladen und eine Zeit lang ganz normal funktioniert, ohne Auffälligkeiten.

Dies hat sich mehrfach wiederholt. Sie funktioniert normal, plötzlich nicht mehr, dann wieder nach hoher Drehzahl.

Mittlerweile leuchtet die Kontrollleuchte dauerhaft, selbst bei hoher Drehzahl bleibt sie an. Die Lima lädt also nicht und ich bin mit meinem Lichtmaschinen-Latein am Ende.

Vielleicht kennt jemand dieses Problem und kann mir ein wenig Hilfestellung geben.

Vielen Dank und beste Grüße

Noah
#583679
Hallo Noah,

Dieses Bosch Originalteil hat doch bestimmt soetwas wie eine Teilenummer mit der man Markus Frage ohne Annahmen beantworten kann.
Hast Du denn mal an der Lichtmaschine bzw am Regler während dem Fehler bei erhöhter Drehzahl gemessen was die Lichtmaschine macht?
#583688
Hallo Noah,
Wenn die rote Ladekontrollleuchte dauernd leuchtet…
Wenn beim Gas geben die rote Lampe nicht mehr ausgeht, ist entweder die Lichtmaschine (LiMa), oder der Regler defekt.
Zuerst den Regler als Ursache ausgrenzen. Dazu eine Drahtbrücke von Klemme D+ nach DF legen (kurzschließen)
Wenn jetzt bei über 2000U/min das rote Licht noch leuchtet, bringt die LiMa keine Leistung mehr. Prüfen ob die Spannung an Klemme D+ (Dynamo) von ca. 12V im Leerlauf bei erhöhter Drehzahl nicht mehr über 13V ansteigt, die LiMa ausbauen.
Der dauerhafte Magnetismus eines Feldmagneten wird über die Feldwicklung Klemme DF (Field) elektrisch verstärkt. In diesem Magnetfeld dreht sich der Anker und erzeugt die Betriebsspannung. An seinen Kollektoranschlüssen wird die Spannung von den Kohlen abgenommen und über die Masse des Fahrzeuges Klemme 31- (Masse) und der Klemme D+ (Dynamo) an den Regler geleitet. Es ist egal, ob + oder – an Masse liegt. Die LiMa ist in Ordnung, wenn bei genügender Drehzahl an Klemme D+ ausreichend Spannung für das Bordnetz zur Verfügung steht.
Wird der Anker der LiMa ausgebaut, prüfen ob die Lager erneuert werden müssen.
Andruckfeder sollten den Kohleschacht nicht berühren
Hat der Kollektor ein Schleifbild, lässt er sich vorsichtig mit einem feinen Schleif- oder Polierband reinigen. Das geht gut in einer langsam laufenden Bohr- oder Drehmaschine. Anschließend die Zwischenräume mit einem geeigneten Gegenstand, zum Beispiel einem Zahnstocher reinigen, so dass es keine elektrischen Verbindungen zwischen benachbarten Kupferflächen gibt. Dabei darf kein Grat entstehen, da die Kohlen schnell verschleißen würden.
Intakte Ankerwicklungen bringen max. Leistung. Widerstand messen mit einem (Ohmmeter). Die nebeneinander liegenden Kollektoranschlüsse müssen rundum einen messbaren Widerstand von ca. einem Ohm (Ω) haben. Null Ohm würde ein Kurzschluss für diese Wicklung bedeuten, einen nicht messbarer Widerstand (unendlich). Zu große Werte bedeuten eine Unterbrechung bzw. einen Defekt. In beiden Fällen ist die volle Leistung der LiMa nicht mehr gegeben.
Ist eine Wicklung unterbrochen, liegt im einfachsten Fall eine Beschädigung einer Lötstelle am Kollektor vor. Mit einem guten Lötkolben kann dieser Fehler beseitigt werden.
Sind nebeneinanderliegende Kollektorflächen kurzgeschlossen, lässt sich das durch Auskratzen beheben
Zwischen einer Kollektorfläche und Masse darf kein Widerstand messbar sein.
Die Feldwicklung muss an Klemme DF einen Widerstand von etwa 7Ω gegen Masse haben.
Neue Kohlen sollten wenig Spiel haben und leicht gleiten. Bei zu großem Spiel könnten sie verkanten. Sind sie zu dick, lassen sie sich gut mit feinem Schleifpapier anpassen. Sind sie zu lang, müssen sie gekürzt werden, da sie sonst am Gehäuse einen Kurzschluss erzeugen können.
Zusammenbau Die Kohlen zuerst angeklemmt und nur ein wenig im Schacht versenken, die Andruckfedern verdrehen, so dass sie neben den Kohlen liegen und diese klemmen. Dann den Anker einsetzen und die LiMa zusammenbauen. Erst jetzt die Andruckfedern mit einer Spitzzange auf die Kohlen setzen.
Gruß
Wolfgang
mhame, Schneideisen liked this
#583691
Hallo, vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Die Teilenummer des verbauten Bosch-Reglers beträgt 0001541005. Heute habe ich einen anderen Regler, der sicher funktioniert, eingebaut und die Lichtmaschine hat trotzdem nicht geladen.

Sie bringt bei erhöhter Drehzahl gerade mal 1V, im Standgas nahezu nichts. An der Klemme DF des Reglers lag keine Spannung an.

Die Lichtmaschine habe ich vor ca. 5 Betriebsstunden komplett zerlegt, Lager getauscht, Kohlen erneuert und komplett gereinigt. Gerade der Anker sah noch sehr gut aus (der 411 hat insgesamt 1300 Betriebsstunden).
Darüber hinaus habe ich die Lichtmaschine (Wicklungen, Anker, etc.) nach Vorgaben des Handbuchs komplett durchgemessen. Die Widerstände waren alle ziemlich nah an den Vorgaben des Handbuchs, maximal ein Ohm Abweichung.
Nach dem Zusammenbau hat sie uneingeschränkt funktioniert

Auch die Ladekontrollleuchte entspricht den originalen Spezifikationen.

Als „Motor“ läuft die Lichtmaschine wenn man sie mit Spannung beaufschlagt außerdem.

Kann es sein, dass die Dioden zum Gleichrichten mit der Zeit verschleißen oder die Permanentmagnete so stark an Kraft verlieren, dass sie nicht mehr genügend Spannung bringt?

Vielen Dank
Noah
#583693
Hallo Noah
NoahK hat geschrieben:, ebenso die Lima neu polarisiert.
Gleichstrom-Lima müssen einmalig erregt werden, dann sollte die Remanenz für die Selbsterregung beim Hochlauf nach dem Start reichen.
Nach einem Kurzschluss oder Umpolung muss das wiederholt werden.
Möglicherweise ist der Schacht vorbogen oder die Kohlen zu groß. Dann scheifen die sich ab und rutschen nicht nach.
#583694
Hallo Noah,

was war den der ursprüngliche Grund für den neu verbauten Regler. War der alte wirklich defekt oder war es genauso wie jetzt ?
Was für eine Lichtmaschine hast Du denn? Bisher bin ich von einer dem Baujahr des Mogs entsprechenden Gleichstromlichtmaschine ausgegangen. Wie der Name sagt, erzeugt diese direkt genaugenommen eine Gleichspannung ganz ohne Elektronik (Dioden).
Wo sitzt der Regler?
Hast Du direkt am Regler oder direkt an der Lima gemessen?
Wie hast Du die Lima als Motor laufen lassen?
Wenn Regler über alle Zweifel erhaben ist und ebenfalls die Lima ausgeschlossen werden kann, gibt es immer noch die Verbindungen zwischen den Teilen.
#583695
Hallo Noah,

wenn Du zu dem Schluss gekommen bist die LiMa ist OK, dann bleibt nur noch der Regler.
Die Originalen noch zu bekommende haben ihren Dienst schon sehr lange getan oder lagen sehr lange im Regal.
Bau den Regler aus werf ihn in die "Tonne" besorg Dir einen neuen Gleichstromregler zB. Fa. Kohle 24.de
Wenn Du nur gelegentlich mal um den Kirchturm fährst - zum Brötchen holen oder zur Pommes Bude dann
wird ohne eine zusätzliche Erhaltungsladung die Batterie den Geist aufgeben.
Der UNIMOG wurde gebaut zum arbeiten und das von Morgens bis Abends.
Originalität? Eine Drehstrom-LiMa 70A kostet zZt. 65,00 EUR JA OK! eine Halterung und Spannblech
und ein sechsQudr. Kabel muß auch noch gemacht werden. Dann hat sich das Thema LiMa erledigt!
Liebe "MOG" Freude, ich wünsche Euch einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

Gruß
Wolfgang
Schneideisen liked this
#583696
Hallo zusammen,

der ursprüngliche Anlass des Reglertauschs war, dass die Lima nicht mehr geladen hat. In dem Zuge hatte ich auch die Kohlen erneuert und alles gereinigt und durchgemessen. Mit dem neuen Regler hat alles eine Zeit lang funktioniert.
Die Lichtmaschine ist die dem Baujahr entsprechende Gleichstromlichtmaschine, also können dank Jürgens Info die Dioden gar nicht das Problem sein. Danke!
Der Regler sitzt nicht auf der Lima, sondern hinter dem Ansaugrohr.
Ich habe sowohl am Regler als auch an der Lima direkt gemessen. Die Werte waren die gleichen.
Die Lima habe ich als Motor laufen lassen indem ich entweder D+ oder DF mit Spannung beaufschlagt habe und den jeweils anderen Pol mit Masse verbunden habe. In beiden Fällen drehte sie relativ hoch, eben in unterschiedliche Drehrichtung. Kann so ein Problem der Kohlen ausgeschlossen werden? Ich erinnere mich an den Satz im Handbuch: "Läuft die Lichtmaschine als Motor so läuft sie als Generator".
Die Leitungen zwischen Regler und Lichtmaschine habe ich überprüft, sie haben Durchgang.

Der Unimog soll mehrfach im Jahr zum leichten arbeiten genutzt werden (ein bisschen Holzholen und Arbeit mit der Heckseilwinde). Ich denke, dass es evtl. -aufgrund der komplexen Problematik- sinnig wäre, wirklich auf eine Drehstromlima umzusteigen.
Ich weiß nämlich wirklich nicht mehr, was ich noch überprüfen soll, etc.

Vielen Dank
Noah
#583700
Hallo Noah,

es gibt auch komplette Umrüstsätze bei den bekannten Ersatzteilhändlern. Ich hatte auch erst die originale Gleichstrom Lima bei meinem Mog verbaut. Bei Vollgas hat es die auf ca. 12A (laut Zangenamperemeter) geschafft. Im Stand leuchtet gern mal die Ladekontrolle. Ich habe dann im Zuge der Neuverkabelung auf Drehstrom Lima umgebaut. Von der Passgenaugkeit war das ok, aber es waren Nacharbeiten und kleiner Anpassungen notwendig.
Wo ich übel drauf reingefallen bin. Alles neu verkabelt, x mal geprüft. Keine Ladung. :( Naja, mit 1,2W bzw, 2W Ladekontrolle bekommt die Drehstrom Lima nicht genug Erregung. Mit 4W lief es dann sofort. Die Drehstrom Lima liefert bei leicht erhöhtem Standgas jetzt 34-36A. Damit sollte trotz Beleuchtung auch die Batterie geladen werden.

Guten Rutsch & Gruß
Daniel
#583701
Hallo,

natürlich kann man ein fertiges Set kaufen, aber die einzelnen Komponenten sind viel günstiger. Ich habe meine Konstruktion so ausgelegt, dass der Riemen mt der Scheibe der Lima aufelegt werden muss. So ergibt sich ein maximaler Spannweg, insbesondere bei Fahrerhäusern, die die Sicke für die Drehstromlima nicht haben.

Über den Durchmesser der Riemenscheibe der Lima kann man die Drehzahl der Lima an die Motordrehzahl anpassen.

Und die Konstruktion so auslegen, dass, falls eine eine durchgängige Achse als Befestigung für die LiMa gewählt wird, nicht auf Biegung belastet wird.

Das wichtigste ist die Flucht der Riemenscheiben.
Dateianhänge:
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#583702
Hier noch mal die Lösung mit den Buchsen, damit die Lima im Halter verspannt wird und die Achse möglichst keinen Biegeschwingungen ausgesetzt wird.


Ich habe den originalen Halter der Lima behalten, um die Lenkhilfepumpe ebenfalls montieren zu können. Das geht bei den meisten Set schon mal nicht.
Dateianhänge:
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