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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#265227
Hallo lugge,

nein, einstellen kann man da nichts. wenn die achsschenkelgelenke verschlissen sind, dann hilft nur austauschen.
Das geht aber zum glück recht gut. Zuerst ordentlich aufbocken und das rad abmontieren. Dann, oder auch schon vorher, die differentialsperre einlegen und sichern. In der regel ,muss man dann erstmal einige cm altes fett und dreck weg kratzen, damt man an alle schrauben drankommt. Das Radvorgelegegetriebe und der Achschenkel sind einfach miteinander verschraubt. Wenn man alle schrauben gelöst hat, gehen sie mit etwas klopfen und rütteln normalerweise ohne anstände auseinander. Dann kann man das vorgelegegetriebe samt doppelgelenk und antriebswelle aus der achse herausziehen. Vielleicht vorher nochmal sicherstellen, dass die differentialsperre wirklich eingelegt ist. dann löst man die schrauben der lenkungshebel und hat jetzt den freien achsschenkel, der noch an der achse festsitzt vor sich. Die vier schrauben gehen meistens noch gut auf, aber aus gründen die mir unerklärlich sind, ist der achsschenkel noch mit vier spannstiften mit der achse verbunden. Das führt dazu , dass sich achse und schenkel nur sehr ungern lösen, zumal auch keine sinnvolle möglichkeit besteht etwas mit dem hammer nachzuhelfen. ich habe mir so geholfen, dass ich zwei ganz billige küchenbeile im baumarkt gekauft habe und sie als trennkeile in die teilfuge geklopft habe. die schneiden waren anschliessend im eimer, aber sie kosteten auch nur 4 euro das stück. Damit lassen sich die flächen trennen. Man braucht jedenfalls irgendeinen schlanken metallkeil den man eintreiben kann. Wenn man die flächen getrenn hat und mit einem hebeleisen dazwischen kommt, dann ruckelt man den achschenkel schrittweise lose , bis die ganze länge der stifte überwunden ist und dann fällt er einem entgegen. Die stifte stecken nun mal im einen, mal im anderen teil, je nach dem wo sie fester eingerostet sind. Dummerweise sind sie in sacklöcher eingelassen und man kann sie nie mehr versetzten, was einem den zusammenbau erleichtern würde.

Weiter mit dem Achschenkel. Unten ist ein kegeliges gehäuse mit schmiernippel. Das hat schlüsselflächen and denen man es mit einer rohrzange greifen und öffnen kann nach dem man die nase des sicherungsbleches heruntergebogen hat. Die rohrzange ist deswegen notwendig, weil kaum jemand einen so grossen schlüssel haben wird. Es geht aber problemlos. Unter dem gehäuse findet sich meist (oder auch nicht) ein halbes kilo altes grausliche fett, das man wegwischen muss. Am achsschenkel tauch t dann aus der schmiere eine kronenmutter auf, die man entsplintet und löst. der bolzen kann mit leichten hammerschlägen ausgetrieben werden. Dann lässt sich der Achschenkel trennen und du siehts erstmals die gelenke. Wahrscheinlich wirst du staunen was für eine miese konstruktion im bezug auf die fettführung der gelenke der achschenkel doch ist. das hätte man auch vor fünfzig jahren schon besser machen können, aber seis drum.
Ich vermute, dass der obere bolzen, der in der bronzebuchse läuft völlig trocken ist (obwohl du gelegentlich nachgefettet hast) oder in einer schmirgelpaste aus fett wasser und steinen läuft. die O-ringe, die die dichtung hätten übernehmen sollen fehlen wahrscheinlich oder sind völlig verschlissen. Das untere gelenk, also jenes mit den wälzkörpern ist wahrscheinlich noch eingermassen ok. Meiner erfahrung nach, kann man das wälzgelenk noch lange verwenden, auch wenn die laufflächen nicht mehr spiegelblank sind. Solange noch keine wirklich tiefen eindrücke der wälzkörper vorhanden sind, geht es meistens noch. das spiel im achsschenkel kommt meistens vom völlig ruinierten bronzegelenk. Allerdings wirst du wohl als ersatzteil, einen reparatursatz (gibts auf ebay um erträgliches geld) für alle vier (rechts und links) achschenkelgelenke kaufen und daher auch das wälzgelenk tauschen wollen, weil du schon dabei bist.
Der Bolzen ist mit einem federstift gesichert (kleine bohrung, in der regel vor lauter dreck kaum zu sehen), den musst du heraustreiben.

Dann gibt es zwei möglichkeiten:

1) du nimmst den krempel, gehst zu einem hansi mit presse und lässt dir die buchsen und bolzen ein. bzw. auspressen. Der vorteil ist, du hast keine arbeit mehr, aber du musst ihn bezahlen. Das kann schon was ausmachen, denn er wird sich einige druckstücke und vorrichtungen bauen müssen, damit er dir den achschenkel nicht verbiegt oder verdrückt.

2) du kaufst zwei (gute 10.9 !) M10 und M12 gewindestangen und dazu ein paar harte muttern mit bund und scheiben in verschiednen grössen. sowas braqucht man immer wieder mal.Damit und mit ein paar rohrstücken und flacheisen vom schrott bastelst du dir zugvorrichtungen zum ausziehen der büchsen und bolzen. Das geht meiner erfahrung nach besser als mit pressen, weil man mehr gefühl hat. Normalerweise muss man gar nicht gross anwärmen, das geht recht gut.


Wenn du die teile heraussen und sauber gereinigt hast, dann baust du die angelegenheit mit den ersatzteilen und etwas montagepaste auf den fügeflächen umgekehrt wieder zusammen. Auch dazu genügen die vorrichtungen die du fürs ausziehen gebaut hast. Wenn du alle Teile vorher schön entgratet und gereinigt hast, geht auch das ohne viel anwärmen.
Beim zusammenbau kann man nichts falschmachen, weil alle teile bunde und schultern haben die ihre position festlegen.

wenn alles wieder zusammen ist fettest du alles schön ein legst die O-ringe ein und verschraubst denn achschenkel wieder zu einem teil. Neue schmiernippel drauf (die kosten nichts) und tüchtig fett reinpressen. Dabei aber immer den achsschenkel hin und herbewegen, damit das fett überall hinkann und nicht die o-ringe rausdrückt weil es sich irgenwo staut. Damit müsstest du soweit sein, dass du den achsschenkel wieder auf die achse schrauben kannst. Jetzt kann es passieren, dass du über die hirnlose anordnung der stifte fluchst, weil sich die teile schlecht positionieren lassen, aber auch das geht mit etwas geduld. Auf die dichtfläche gebe ich etwas dicht masse. ob da eine paierdichtung draufgehört weiss ich nicht. Untergekommen wär mir noch keine.
jetzt alles schön festschrauben und das radvorgelege wieder hineinfummeln. Dazu sollte man zu zweit sein, weil das ding ordentlich schwer ist und die doppelgelenke sich etwas eigenwillig verhalten. Man schaffts aber auch allein. Es wird halt dann eben mehr geschimpft.

Wieder alles anziehen, lenkungsteile anbauen, rad drauf, und fertig.

so, ich hoffe das hilft dir was.

Im übrigen traue ich mich hier mal öffentlich zu sagen, dass das Werkstatthandbuch egal ob original oder nachdruck ( ich habe beide) meiner ansicht nach schrott ist. die anleitungen sind dürftig und lassen einen dort wo es draufankommt allein, beim nachdruck sind die bilder so schlecht, dass kaum was zu sehen ist. Das einzige wofür die beiden gut sind sind die einstelldaten.
Mag sein, dass das Handbuch für ausgebildete mechaniker gemacht wurde die jeden tag drei unimogs in den händen haben, aber dann braucht man es sowieso nicht mehr.

lg

dieter
#265239
Super!

Aber mein Lager hat nur unten Spiel

d.h.: Wenn ich das Lager tauschen will, muss ich das vorgelege-Getriebe vom Achsschenkel lösen, und dann gehts erst?
Geht das nicht wie beim 406, dass man alles beisammen lassen kann, unten aufmachen, lager raus, lager rein?
#265245
hallo lukas,

nein, das geht nicht, wenigstens wüsste ich nicht wie. das untere gelenk hat eine gehärtete laufbüchse für die wälzkörper und einen bronzering zur aufnahme der axialen kräfte. das ganze ist ein topfartiges ding mit einem bund. diese buchse muss nach innen, also auf die seite auf der die doppelgelenke sind, abgezogen werden. das geht nur bei ausgebautem und getrenntem achschenkel.

lg
dieter

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