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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#489330
Hallo,

nachdem ich die komplette Einkreis-Trommelbremsanlage ohne ALB überholt (Haupt- und Radbremszylinder sowie alle Schläuche neu, Nachstellexcenter neu, Trommeln ausgedreht und Bremsbacken passend dazu neu belegt, Bremskraftverstärker überholen lassen), alles eingestellt und mehrfach sowohl per Entlüftungsgerät als auch manuell entlüftet habe, ist die Bremswirkung völlig unbefriedigend.

Beim Entlüften (per Fuß) habe ich drucklos gearbeitet, da man hierbei den Druckpunkt meiner Erfahrung nach besser spürt. Das ist auch alles wie gewohnt abgelaufen, es kam erwartungsgemäß an jedem RBZ einiges an Luft bis dann schließlich nur noch blasenfreie Flüssigkeit austrat. Das Pedal ist hart und federt nicht. Den Hauptbremszylinder ohne Entlüftungsvorrichtung hatte ich anfangs vorsichtshalber per Spritze mit Bremsflüssigkeit soweit wie möglich aufgefüllt und anschließend bei angeschlossenem Vorratsbehälter und noch nicht angeschraubter Bremsleitung nochmals einige Male vorsichtig per Pedal gepumpt bis keine Luft mehr austrat, dann Pedal unten gehalten und die Bremsleitung verschraubt. So kontte ich davon ausgehend, dass der HBZ von Anfang an weitestgehend luftfrei war.

Wenn ich nun aber (jetzt mit Druckluftunterstützung) bremse, kann ich das Pedal locker bis ca. 3/4 seines Gesamtweges hinuntertreten. Der orange Zeiger geht dabei bis auf den Kesseldruck hinauf. Danach kann ich das Pedal noch etwa 1 cm leicht federnd niedertreten aber dann ist es so wie mechanisch blockiert, obwohl ich genau weiß, dass es sich beim Entlüften mit geöffneter Entlüftungsschraube am RBZ noch um einiges weiter treten lässt. Die in dieser Stellung erreichte Bremswirkung an den Rädern ist allerdings bei weitem nicht ausreichend. Ich erinnere von vor der Reparaturmaßnahme, dass bereits bei 2 bis 3 bar Anzeige deseingesteuerten Bremsdruckes die Bremswirkung erheblich war. Nur selten ging der orange Zeiger im Betrieb mal bis 4 bar rauf. Jetzt ist selbst bei Maximum keine ordentliche Bremsung mehr möglich. Was kann das nur sein???

Ich bin jetzt leider mit meinem Latein am Ende, was da los ist. Hat jemand eine plausible Erklärung?
#489344
Hallo,

ich habe mir nochmal überlegt, ob wohl das Flüssigkeitsvolumen beim Bremshub zu klein sein könnte. Das wäre die einzige Erklärung für mich.
Gab es womöglich (trotz fahrgestellbezogener Bestellung) verschiedene Hauptbremszylinder?
#489346
Hallo Wolfgang,

Du hast Luft im HBZ, vermute ich. So wie Du den HBZ entlüftest hast, ist es nicht auszuschließen, daß es zwischen letztem Pumpenhub und dichtem Verschrauben der Bremsleitung zu einem Lufteintritt gekommen ist.

Ich würde noch einmal die RBZ's entlüften.
#489348
Hallo zusammen,

dass bei dieser Prozedur noch Luft im System sein soll ist eher unwahrscheinlich.

Als Bsp. Ich habe nach dem Kauf als noch die Einkreis-Bremsanlage verbaut war den überlackierten Bremsschlauch vorn hinter dem Grill getauscht. Ganz normal Schlauch ab, Bremsflüssigkeit lief aus, Schlauch dran und ganz normal mit Pedal entlüftet. Da gab es kein weiteres Problem.
Wenn der HBZ getauscht wurde stimmt das Spiel der Druckstange? Laut WHB ca. 1,0 mm.
Wie groß ist das Lüftungsspiel der Beläge gegen die Trommeln eingestellt?

Da hier das WHB keine Angabe macht habe ich bei der Einstellung mal mit einer Fühllehre (Spion) geprüft und auf 0,2 mm eingestellt. Das funktioniert nur bei neuen oder ausgedrehten Bremstrommeln weil sonst der Rand das Ergebnis verfälscht.
Die Prüfung habe ich nur gemacht weil es mit der Beschreibung im WHB "bis sich das Rad frei dreht" doch eher ungenau wieder gegeben ist.

Sollte das o. g. im grünen Bereich sein kannst du noch den Druck des HBZ prüfen.

Ist der neue Einkreis-HBZ ein Originalteil von MB oder ein Nachbau? Ich frage nur weil ich einen Nachbau wieder zurückgeschickt habe der die 145 bar nicht gebracht hat.
#489349
Hallo,

ich denke, ich kann ausschließen, dass nach mehrfacher Entlüftung noch irgendwo Luft im System bzw. HBZ ist. Das war zunächst auch MEINE Annahme, daher hatte ich die Prozedur aus eigener schlechter Erfahrung mit zwei Verfahren und auch mehrfach wiederholt.

Ja, die Erfahrung mit einem "Nicht-DB-Teil" kann ich ebenso bestätigen, deswegen nun auch ein Original-DB-Hauptbremszylinder. Es bleibt mir wohl nur noch, den Druck tatsächlich zu messen. So sehe ich es auch. Nur dafür muss ich irgendwo hin zu einer Werkstatt, die den Druck messen kann...

Das Druckstangenspiel vor und nach dem Bremskraftverstärker ist natürlich wichtig, allerdings eher dafür, dass die Bremse auch zuverlässig wieder löst. Spiel ist auf Minimum eingestellt, es geht leider nicht mehr auf 1mm herunter, aber das sehe ich in meinem Fall als unbedeutend an.

Die Bremsbeläge habe ich bereits so scharf angestellt, dass man die Räder nur noch schwer drehen kann, um wirklich sicher zu sein, dass auch zu großes Lüftspiel die Ursache sein könte.

Alles in allem noch nicht das, was mir weiterhelfen könnte...
#489402
Hallo,

dass ich drucklos entlüftet hatte, hatte ich geschrieben. Ein hydraulisch angesteuertes Anhängerbremsventil ist ebenfalls nicht vorhanden.

Nun aber zum Thema "Durchmesser der Radbremszylinder":
Mir ist bekannt, dass vorne solche mit 34 und 38,1 mm Durchmesser und hinten solche mit 20,64 und 22,2 mm Durchmesser verbaut wurden.
Der Vorbesitzer hatte alle RBZ gewechselt. Welche verbaut waren, weiß ich nicht.

Bei meinen Überholungsarbeiten schließlich fiel mir auf, dass der eine hintere RBZ undicht war. Ich habe ihn gemäß Achsnummern- bzw. Fahrgestellnummernangabe im EPC bestellt und einen mit 22,2 mm Durchmesser eingebaut.

Gedankenspiel: Wenn dieser also womöglich eigentlich doch 20,64 mm hätte haben müssen, folglich also bezogen auf das gesamte Volumen der Bremsflüssigkeit beim Bremsen etwas mehr aufnimmt als eigentlich gedacht, könnte dieses kleine "Fehlvolumen" zu dem geschilderten Problem beim Bremsen führen???
#489403
Hallo,

wenn der gleiche HBZ die Flüssigkeit in RBZ mit größerem Volumen drückt, ist der Pedalweg automatisch länger.
Wie ist deine FIN, dann schaue ich mal nach was dort verbaut gehört.

Edit:
Auf den ersten Blick sieht es ohne genauere Angaben so aus,

ab VA 200763 sind RBZ mit 38,1 mm verbaut und ab HA 004707 sind RBZ mit 22,2 mm verbaut
#489404
Hallo Reiner,

die Fg-Endummer lautet 018808, die VA hat die Baunummer 53809, die HA 19918. Ich sehe es genau wie Du. 22,2 mm müssten korrekt sein. War ja nur mein letzter Strohhalm quasi...

Ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll, es scheint ja so, als ob der BKV oder irgendetwas keine weitere Bewegung zulässt (als ob es da einen mechanische Wegbegrenzung gäbe - siehe mein Anfangsposting), der HBZ aber eigentlich zur Erzielung des notwendigen Bremsdruckes noch weiter betätigt werden müsste. Ich hoffe, das ist verständlich ausgedrückt. Ich muss das Pedal ja auf jeden Fall so weit treten, dass auf der Pneumatikseite voller Druck eingesteuert wird, damit auf der Hydraulikseite überhaupt gebremst wird. Früher war es ja so, dass bereits im Bereich 2 - 4 bar eingesteuertem Pneumatikdruck auf der Anzeige volle Hydraulikbremsung erfolgte. DAS ist ja das Merkwürdige!

Ich arbeite nun wirklich seit 30 Jahren mit Fahrzeugtechnik, bin selbst Maschinenbauingenieur und also nicht unbeschlagen, aber so etwas kann ich mir absolut nicht erklären :(
#489408
Hallo Wolfgang,

Ich entlüfte derartige Problemfälle immer unter Druck von Unten.
Habe ein Ölkännschen mit einem Schlauch und pumpe die Bremsflüssigkeit in die RBZ hinein.
In deinem Fall könnte(n) die Bremskolbe(n)der HBZ vielleicht nicht weit genug zurück im Zylinder fahren,um die Zulaufbohrung frei zu geben.
Das Pedalspiel von ca 1mm ist da ganz wichtig.

Versuch's mal.

Viel Erfolg und Gruß,

Frank
#489422
Hallo,

solange Du Luft im Hydrauliksystem hast, nützt Dir auch der höchste eingesteuertze Luftdruck garnichtrs,

Ich würde sicherstellen daß die Hydraulikseite wirklich luftfrei ist.

Du hast den HBZ entlüftet mit Durchtreten und dann Festschrauben der Bremsleitung. Diese Methode kenne ich nicht, sie schließt aber keinesfalls Lufteintritt aus.
#489424
Hallo Ihr,

also ehrlich gesagt, habe ich noch niemals bei irgendeinem Fahrzeug Probleme gehabt, die Bremsanlage zu entlüften. Daher erscheint mir das, was ich hier immer wieder lese, immer eher recht spekulativ bis hin zur Kaffeesatzleserei zu sein. Aber wenn das denn tatsächlich so sein sollte, was ist der technisch sachliche Grund dafür?

Offenbar hatte DB seinerzeit ebenfalls keinerlei Probleme mit der Entlüfterei.

Dass Luft im Hydrauliksystem die korrekte Bremswirkung verhindert, ist mir natürlich klar. Da ich aber nun wirklich keinen logischen Grund für mein Problem finde, muss ich mich wohl ausnahmsweise mal auf esoterische Wege begeben.

Michael, wie stellst DU denn sicher, dass keine Luft im HBZ verbleibt, wo Du meine Methode bezweifelst? Ich habe zwischenzeitlich an die zwanzigmal entlüftet ohne dass nach dem zweiten Mal auch nur noch die kleinste Luftblase aus irgendeinem der RBZ ausgetreten wäre. Ob weitere fünfmal die Erlösung bringen ? Ich denke eher nicht.

P.S.: Inzwischen habe ich auch der guten Ordnung halber, weil es hier mehrfach für Problemfälle angeraten wurde, noch einmal "rückwärts" entlüftet, also an den RBZ jeweils Bremsflüssigkeit hineingedrückt. Den Vorratsbehälter hatte ich zuvor mittels Spritze entleert und hatte nach der "Operation" annähernd den gleichen Pegel im Behälter. Luft kam jedoch (wie ich erwartet hatte) auch auf diesem Wege keine. Die Bremswirkung ist nach wie vor ungenügend, und mein Verständnis für die Lage auf dem Tiefpunkt :cry: .
Unimog 411 Frontpolterschild

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