Hallo Axel,
Moggälä hat geschrieben:...
Das ist aber doch ein Problem der Hersteller
das ist es halt leider nicht. Jeder Hersteller will Geld verdienen - egal ob Auto, Mog, Radio, Küchenwerkzeug. Dazu muß er Gewinn machen (ok, bei manchen auf unanständige AuW). Und genau deshalbaber es gehört doch zu den ureigensten Aufgaben eines Herstellers, um seine Zukunft zu sichern
kann sich keiner erlauben, ein Produkt auf den Markt zu bringen, daß zwar nach Meinung(!) von ein paar Wenigen goldrichtig ist, dessen Entstehungskosten aber keiner Bezahlt!
mal ganz einfach: Wer wäre denn deiner Meinung nach verantwortlich?
Es ist klar, dass jeder Kohle machen will, aber dazu gehört halt mal auch die langfristige Planung und wenn in den 50ern und 60ern noch mehrere hundert Schlepperhersteller ihr Geld verdienen konnten, sind es heute nur noch ein Hand voll - und bei den Autoherstellern ging es ähnlich und wird auch so weitergehen - überleben werden die, die auf das "richtige" Konzept setzen.
Es ist halt leider so, daß mittlerweile u.a. derartige viele irrsinnige Vorschriften laufen, daß ein heute-Idee-morgen-Produktion in dieser Branche keine Chance hat! Wenn so was durch sofortiges Reagieren auf neue Gesetze vorgegaugelt wird, dann frag lieber nicht nach, wer bei den Gesetzen mitgemischt hat...
Dass die Autolobby ziemlich effektiv ist, ist ja allgemein bekannt, aber ich kenne jetzt nicht alle Vorschriften, bin nur der Meinung, dass ein Großteil der Vorschriften durchaus "gewachsen" sind und auch ihre Berechtigung haben.
Ein Umstieg von konventionell auf E-Antrieb wäre mir als Einzelnem besser heut als morgen Lieb, a) weil ich dann meine Ruhe von dem ganzen Steuerschwachsinn hätte
Das ist aber auch naives Vertrauen, oder?
Von welcher Steuer würdest du denn gerne verschont? KFZ-Steuer? Die kann ich natürlich auf E-Autos ebenso erheben. Mineralölsteuer? Die wird halt dann durch "Betriebsstromsteuer" ersetzt - hat man ja bei den Nachwachsenden gesehen - also die Steuern werden bleiben!
und b) der "Sprit"preis auch erst mal wieder ne schöne Größe wäre.
Auch noch, wenn wir tatsächlich ökologisch produzieren?
...bei den dann total überlaufenen Verkehrsbetrieben,
Das ist wieder etwas einseitig gesehen: es wäre wohl deutlich einfacher, die Kapazität des ÖPNV anzupassen, als die, der restlichen Verkehrsinfrastruktur - es wird sich nicht von heute auf morgen ändern und mit langsamen Veränderungen kann ein System mitwachsen - problematisch wird es immer dann, wenn der Staat meint, mit Subventionen oder Strafsteuern "regelnd" eingreifen zu müssen: das haben wir bei der Entwicklung der Photovoltaikpreise gesehen, beim Bio-Diesel, der mittlerweile am Ende ist, bei Biogasanlagen, wo noch manch Beteiligter in Zukunft wohl seine Altersvorsorge in den Wind schreiben kann, ...
Letztlich muss der Markt regeln - mit Einschränkungen, wenn die Gesundheit, die Umwelt oder der soziale Friede gefährdet sind!
...
aber dabei an der Sicherheit zu sparen und für mich gehört z.B. auch eine Klimaanlage dazu
Du kennst noch die Zeiten der Fahrzeuge aus den siebzigern? Selbst in denen konnte man noch rel. kommod ohne Klima fahren. Das Design machts! Erst die sinnvolle aerodynamische Entwicklung - und jetzt der unsinnige Größenwahn mit seinen riesigen Fensterflächen, das wirkt sich aus.
Da magst du teilweise schon Recht haben, aber in den Siebzigern hätte ich halt auch keine Chance gehabt, als Familie mit drei oder mehr Kindern "sicher" unterwegs zu sein, weil ich die (damals natürlich noch gar nicht vorhandenen) Kindersitze gar nicht untergebracht hätte - mit Ausnahme eine Bullis vielleicht
Und ist ESP wirklich nötig?
Die Diskussion hatten wir bei den Gurten, beim ABS, bei diversen Bremssystemen in der Landwirtschaft... - da will ich nicht groß diskutieren, nur ein Satz: Ich bin "alt" geworden, auch ohne, dass die Autos meines Vaters ABS und Kindersitze hatten, aber ich kenne auch Familien, die nicht mehr "komplett" sind und es vielleicht mit ABS, ESP, Airbag oder Kindersitz noch wären - damit erübrigt sich für mich (auch als aktivem Feuerwehrler) die Diskussion um den Sinn dieser Einrichtungen.
Wie traust Du dich dann deinen Mog zu fahren? Die meisten haben ja nicht mal nen Gurt drin! Von ABS etc. mal ganz zu schweigen. Aufgrund der extrem gewachsenen Zahl von Systemen im Fzg. gibt es ab kommenden Jahr für Neufahrzeuge endlich den "echten" Elektronik-TÜV, dh. Steckerchen ran und auslesen. Wenn ein kleines Systemchen spinnt - durchgefallen. Dazu reicht bereits ein schon nach 3-4 Lebensjahren etwas ankorrodierte Steckverbindung mit erhöhtem Übergangswiderstand - ist das wirklich sinnvoll und sicher? (Beispiel: Airbag-Warnleuchte div. Hersteller schon in noch jüngerem Alter)
Da können wir jetzt natürlich wieder streiten, aber wenn ich ABS, ESP, Gurtstraffer, Airbags und ähnliches habe, möcht ich schon, dass es auch funktioniert, wenn ich es mal brauchen sollte. Wo bleibt denn die hochgelobte "deutsche Qualität", wenn Standardaufgaben, wie die Herstellung einer Steckverbindung, die ein paar Jahre korrosionsfrei überleben muss, nicht gelöst werden können?
Da liegt das Problem dann nicht wieder, wie du jetzt vielleicht anführen wirst, bei schwachsinnigen Vorschriften, sondern eben bei den Herstellern, die uns Billiglösungen für viel Geld andrehen!
...Daher und wegen der kurzlebigkeit von Software, als auch der sehr endlichen Haltbarkeit elektrischer und elektronischer Komponenten krieg ich persönlichBei einem Elektroauto sind ESP ABS und ähnliches nur ein paar Zeilen Code in einem Steuergerät.
Manschetten.
Warum sollte Software kurzlebig sein? Es gibt wohl nichts langlebigeres als Software: Code, der heute funktioniert, wird die Aufgabe, die er heute erfüllt, auch noch in 3.000 Jahren erfüllen!
Und die elektronischen Komponenten sind nur dann kurzlebig, wenn sie eben kurzlebig "ausgelegt" wurden - dass Elektronik auch langlebig sein kann, beweist meine Computersammlung, in der auch noch Geräte aus den 70ern, ebenso wie eine ganze Reihe aus den 80ern problemlos funktionieren - wenn heute Geräte produziert werden, die nach Ablauf der Gewährleistungspflicht den "Geist aufgeben", dann ist das doch Firmenpolitik, die zwar zu kurzzeitigen Gewinnen führen kann, aber langfristig - da sind wir wieder beim Thema von oben

- diese Hersteller nicht überleben lassen werden - oder würdest du dir so eine Kiste nochmal kaufen?
Kein Auto der aktuellen Machart wird ein Oldtimer werden wie unsere Mogs oder Autos bis Anfang/Mitte der Achtziger (Gründe siehe oben). Damit sind wir wieder an dem Punkt, Umweltschutz inkl. Müllvermeidung - aber wie?
Abwarten
Ein großer Fortschritt wäre m.E. bereits, wenn die PKW's wieder auf ein reelles Gewicht von ca. 1to (Mittelklasse - nicht "Kleinwagen") sinken. Allein die Spritersparnis dabei wäre schon sehr deutlich. Loremo ist vom prinzip her der richtige Schritt - aber wer die ganze Aktion die letzen Jahre verfolgt hat, wird auch hier bemerken, daß eine Fzg.Entwicklung über Jahre dauert! Und so richtig wie die Richtung des Fzgs ist - für mich ne Totgeburt wie schon der Zündapp Janus, und mit aus den selben Gründen!
Aber damit nochmal zu meiner Fragen von oben: Wer wäre denn dafür verantwortlich, wenn nicht die Hersteller? Willst du es vorschreiben?
Das muss sich durch Angebot und nachfrage regeln: solange Kunden die 2-Tonner kaufen, um damit zu protzen, werden sie auch produziert werden!
MfG Maatsch