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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#201008
Hallo Unimogfreunde,

ich bin gerade dabei an der Vorderachse meines U403 das linke Vorgelege abzudichten.
Um den neuen Wellendichtring einbauen zu können muss das Zahnrad und das Kugellager von der Gelenkwelle abgezogen werde.
Nur auf einer Werkstattpresse war es möglich das Zahnrad bei etwa 15 oder 20 to zu lösen, bei dieser Aktion wurde auch das Kugellager beschädigt und ich muss ein neues einbauen..

Laut Werkstatthandbuch muss das Zahnrad zum aufziehen auf 90° C erwärmt werden.
Nun meine Frage hat schon jemand so eine Arbeit durchgeführt, dehnt sich die Bohrung mit der Verzahnung im Zahnrad soweit aus dass es leicht auf die Welle aufgeschoben werden kann oder brauche ich dazu wieder eine Presse, ich möchte nur nicht wieder das Kugellager beschädigen, es ist auch nicht ganz einfach die Gelenkwelle abzustützen.

Vor dem aufziehen einer Buchse oder eines Zahnrades mit einer glatten Fläche hätte ich keine Angst so was habe ich schon öfter gemacht aber mit einer Keilwelle die noch dazu so fest sitzt habe ich keine Erfahrung.

Ich würde mich freuen wenn mir jemand seine Erfahrung mit dieser Arbeit mitteilen und mir etwas die scheu vor dieser Aktion nehmen könnte.

Viele Grüße
aus dem schönen Bayerischen Wald

Sigi
#201088
Hallo Sigi,

grundsätzlich gilt beim Wälzlager Ein-/Ausbau: Keine Kräfte über die Wälzkörper übertragen! d.h. sitzt der Innenring mit fester Passung auf der Welle, muss die Kraft des Ein- bzw. Ausbauwerkzeuges auch auf den Innenring wirken. (Bei Außenring umgekehrt) Sonst verursacht das plastische Verformungen (Eindrückungen) an Wälzkörpern und Laufbahnen. Das Lager ist dann kaputt. Tips zum Ein- / Ausbau von Wälzlagern gibt es unter http://www.skf.com/mount (kostenlose Registrierung).

Ich habe diese Montage bei meinem Unimog noch nicht durgeführt, aber grundsätzlich gilt:
Das Zahnrad nicht mit offener Flamme erwärmen, sondern mit Herdplatte, dabei Temperatur mit Thermometer kontrollieren (Induktionsanwärmgerät falls vorhanden wäre optimal). Wellenstummel (Gelenkwelle) in die Gefriertruhe oder besser mit flüssigem Stickstoff kühlen (den kann man auch in kleinen Mengen kaufen). Die Montage dann mit Presse vornehmen, dass muss schnell gehen sonst ist der Wellenstummel wieder warm. Es gibt auch Leute die das mit dem Vorschlaghammer machen!?. Die Gelenkwelle sollte man mit einem in das erste Gelenk eingestecktem Rohr oder Bolzen abstützen können (wenn mich recht erinnere?)

Viel Glück
#201115
Hallo Jungs,

nur als Gedanke (ohne jemandem zwei linke Hände unterstellen zu wollen): so eine Bastelei ist wohl wirklich nur was für Geübte oder Leute, die das mal gelernt haben (dafür gibt es ja Ausbildungsberufe).

Alles andere bedeutet bei Reparaturen dieses Kalibers ein hohes Risiko. Im günstigsten Fall werden die neuen Teile schon beim Einbau(versuch) beschädigt und das Geld war für die Katz'. Im schlimmsten Fall klappt der Einbau irgendwie, aber nicht richtig, und die Teile gehen incl. diverser Folgeschäden binnen kurzer Zeit kaputt, was noch teurer wird.

Wer sich wirklich damit auskennt (oder jemanden kennt, der ...) und das nötige Werkzeug hat ... :thumbup:
#201177
Hallo Sigi,

Ich hab das auch schon hinter mir.
Also bei solchen Kräften (hab auch schon gehört das es bei manchen leichter geht) nimmt man besser unbedingt Stickstoff für den Bolzen.
Bei mir gings nur so!
Das Zahnrad in Öl heiß gemacht und ab gehts.
Ach übrigens ich war der mit dem Vorschlaghammer :o
Aber nur bei der Demontage
Du solltest Dich aber trotzdem auf hohe Kräfte einstellen.
Ich brauchte zur Montage einen Fäustel.
Überleg Dir auf jeden Fall vorher wie Du den Vorgang mit einem Schlag (oder mehrere ganz schnell hintereinander) erledigst.
Du solltest auch dabei wie Willi erwähnt hat unbedingt darauf achten das Du das Lager dabei nicht belastest.
Den Stickstoff hab ich bei einem Schweißgerätehändler in einer isolierten Kanne günstig bekommen. Achtung das Zeug ist gefährlich!!!
Unbedingt mit geeigneten langen Handschuhen und Gesichtschutz arbeiten.
Stickstoff in ein Metallgefäß (Becher) umfüllen und den Bolzen langsam mit einer Zange reinlegen.
Wenns nicht mehr brodelt hat sich die Temperatur des Bolzen angepasst.
Dann kannst Du montieren.
Aber überleg Dir vorher genau wie die Vorgänge hintereinander ablaufen sollen.
Wenn Du einen Fehler machst oder zu langsam bist musst Du erneut demontieren (Lager wohl wieder defekt).

Na dann viel Glück


Gruß
Bernd
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