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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#464778
...und komme jetzt öfters!

Hallo zusammen,

ich bringe auch gleich eine Herausforderung mit, denn Probleme gibt´s ja nicht. Eine kurze Vorstellung meinerseits: bin 53, selbständig, habe mir an Karfreitag letzten Jahres einen Kindertraum erfüllt und einen 424er gekauft. Einzige Sonderausstattungen: Zusatzluftpresser und Motorbremse. 350 km Vollgas bei der Überführungsfahrt hat er auch problemlos mitgemacht. Dafür hat er mir ein paar Wochen später ein unheimliches Erlebnis der dritten Art beschert, als er null Reaktionen zeigte beim Betätigen des Bremspedals. Zwar behaupten Mediziner, es würde bei keinem anderen Erlebnis so viel Adrenalin ausgeschüttet wie beim freien Fall, aber glaubt mir, ich weiß es jetzt besser! War nur Tempo 25 vor dem eigenen Tor und die Feststellbremse hat unfallfrei gehalten, aber trotzdem ein einschneidendes Erlebnis. Jedenfalls hat der Mog seitdem gestanden und die Reparaturen haben bis letzte Woche Freitag gedauert. Teils wegen der Beschaffung der Ersatzteile und größtenteils weil ich damit beschäftigt war, das Geld zu verdienen, das ich für den Mog ausgeben wollte. In der Summe war zwar eine Menge daran zu tun, letztendliche Ursache war aber reichlich Dreck im Hauptbremszylinder. Auf dem Foto sieht man in der Innenansicht der Zange hinten links eine zusammengelaufene Pfütze von Bremsflüssigkeit mit reichlich enthaltenen Schwebestoffen. Die Aussage des DEKRA-Prüfers (Zitat: "...der steht aber noch sehr gut da") hat meine Entscheidung für diesen Mog trotz aller Defekte dann nochmal bestätigt. Die Untersuchung verlief auch sehr gut bis auf die Prüfung des Vierkreisschutzventils. Der Prüfer war sich selbst nicht ganz sicher wegen dessen Verhaltens und hat mir die Plakette verweigert. Entlüftete er einen Kreis, so fiel die Anzeige des entlüfteten Kreises sofort, die andere Nadel kam etwa 3-4 Sekunden verzögert hinterher und hat den entlüfteten Kreis wieder gefüllt. Da ich in Sachen Druckluftbremse nicht sehr erfahren bin, ist meine Frage jetzt:

Reicht das Betätigen der Entwässerungsschraube aus, um das Vierkreisschutzventil ansprechen zu lassen, oder muss ich das eher so verstehen wie eine Schlauchbruchsicherung einer Waschmaschine, die nur auf schlagartigen Wasserverlust reagiert? Ist mein VSV damit wirklich defekt? Das WHB spricht von Wabco oder Bosch, drin ist aber ein Knorr AE4135. Das Nutzen der Suchfunktion hat so viele Ergebnisse erbracht, daß ich die noch nicht alle sichten konnte.
Neben dieser Frage bin ich stark an gleichgesinnten Kontakten interessiert. Ein paar Hinweise dazu wären klasse.

Allen Mogisten immer genug Druckluft im Kessel und einen stressfreien Wochenanfang,

Hartmut
Dateianhänge:
DSC03256.jpg
DSC03256.jpg (86.93 KiB) 776 mal betrachtet
#464788
Hallo Hartmut

zuerst einmal herzlich willkommen hier. Du kannst auch gerne öffters vorbeikommen :wink:

Das Vierkreis-Schutzventil soll zum einen die geordnete Befüllung der Anlage gemäß den Prioritäten sicherstellen. Die zweite Aufgabe ist die Luftversorgung im Betrieb zu sichern. Prio 1 ist der Fahrzeug-Bremskreis, er wird bis zum Mindestdruck zuerst befüllt, danach die weiteren Kreise. Niedrigste Prio sind die Nebenverbraucher wie Motorbremse, Sperren und pneumatischer Fahrersitz, dazwischen liegt die Anhängerbremse. Sinkt im Anhängerbremskreis der Luftdruck, so wird, solange im Kreis 1 genügend Reserve vorhanden ist, aus diesem nachgespeist. Ist die Mindestgrenze unterschritten, muss der Kreis 1 abgeschottet werden. Daraus ergibt sich das Verhalten. Entlüftest du den Kreis 2, egal wo, sinkt der Luftdruck entsprechend dem Abfluss. Danach muss Kreis 1 abgedichtet werden und dort der Druck stehen bleiben. Sinkt er weiter, ist das Ventil nicht dicht. Die Durchführung der Prüfung am Entwässerungsventil am Kreis 2 ist ausreichend.
#464817
Hallo Helmut,

danke auch von mir für Deine Ausführungen!

Verstehe ich Dich dann richtig, daß es beim Defekt eines Kreises nicht auf die Strömungsgeschwindigkeit der entweichenden Luft ankommt sondern auf den absoluten Druckunterschied zwischen Ein- und Ausgang? Wenn das so ist, weißt Du auch die Werte für einen 424er bzw. für Anlagen mit demselben Betriebsdruck? Gibt es vielleicht sogar einen Absolutwert, bei dem das VSV dichtmacht? Meine Frage zielt darauf ab, ob ich ein anderes als das serienmäßige verbauen kann (darf), weil ohnehin schon ein anderes drin ist als im WHB zur Auswahl angeboten wird. Hope for help.

Gutes Gelingen allen Lesern, egal wobei,

Hartmut

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