Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#4095
Mein 2010er sieht nach Komplettrestauration mittlerweile recht gut aus.
Allerdings gibt es immer noch einige Details die der Verbesserung bedürfen.
Als nächstes wollte ich mir die Instrumente vornehmen.
Hat da jemand Erfahrung? Lassen die sich ohne Probleme zerlegen? Sieht mir irgendwie nicht so aus. Kann man die Ringe Nachverchromen? Und was macht man mit den Skalen?
Dort haben sich einige Rostbakterien breitgemacht. Bekommt man irgendwo die Originalgummiunterlagen. Ein Versuch mit O-Ringen ist gescheitert.
Wie kann man die Funktion des Temperaturgebers überprüfen. ?
Uff, jede Menge Fragen. Danke schon mal in Voraus für Antworten.

Thorsten


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#17278
Thorsten,
**sooo* viele Fragen...

Zu 2 Fragen kann ich \'was antworten:

>> Kann man die Ringe Nachverchromen?
Probiere es erst mal mit Nachpolieren. In Wirklichkeit sind die Rostflecken auf Chrom nie so gross, wenn man sie auspoliert. Nimm einen \"harten\" (d.h. keine Wolle, sondern Leinen-Tuch) Lappen und reibe mit Petroleum über die Rostblüten.
Wenn das nicht reichen sollte,weil schon der Rost zu tief vernarbt ist, mit einem Küchen-Abspül-Putzi (aber **nicht** so einem Edelstahlwolle-Ding) abscheuern, immer mit Petroleum.
Damit habe ich gute Erfahrungen bei Rostblüten auf Chrom gemacht.

>> Wie kann man die Funktion des Temperaturgebers überprüfen. ?
: Mit Heissluft-Gebläse, wie man es zum Ablacken verwendet, anpusten. Aber Vorsicht, die Luft ist ~400 grdC heiss. Dann müsste der Zeiger zumindest steigen.
Falls es ein Elektr. Temp.-Geber ist, kannst du den Geber ausbauen und in kochendes Wasser legen => 100 grdC. Dann hat man auch gleich eine Eichung. Dabei wird der Innenwiderstand mit einem Vielfachmessgerät (Stellung OHM) gemesssen.
Falls es ein Flüssigkeits-Temp-Geber ist, würde ich mit Eiswasser (~ 5 grdC) und koch. Wasser (~100 grdC) in einem Töpfchen probieren, in das du den ausgebautenGeber hälst. Aber Achtung -den Geber und das Kapillar-Röhrchen **nicht** ganz ausbauen und vor allem nicht biegen!! Die Dinger sind empfindlich.

Gruss -Martin. Glaeser- aus www.erlangen.de


P.S. ich habe Respekt vor deinen Renovierungsarbeiten. Vielleicht stellst du gelegentlich mal wieder ein neues Foto rein? Bin interessiert wie es andere machen....

[Editiert am 5/5/2003 von -Martin.Glaeser-]
#17280
Hallo Martin.
Danke für deine Antwort.
Das, mit dem Reinigen der Instrumentenringe habe ich durch. Der Chrom ist großflächig weg.
Sieht aus, als ob da irgendeine (Messing ?) Legierung drunter ist.
Wie kriegt man die Dinger den auseinander?

Zum Temperaturgeber. Der ist Elektrisch. Zeigt aber leider nix an.
Den Geber könnte ich also mit einem Ohmmeter testen, und das Instrument mit einem Kleinen Netzteil, oder? Z.B. von der Modelleisenbahn (Klar, Gleichstrom, 0-12 Volt). Kann man da was kaputt machen?
Das mit dem Eichen in kaltem und kochendem Wasser ist ne super Idee.

Die Sache mit der verrosteten Tachoskala macht mir am meisten Sorgen. Vielleicht könnte ich das Ding, wenn es dann auseinander ginge, einscannen, am Rechner bearbeiten, auf Klebefolie drucken und neu aufkleben. Aber das vergilbt bei UV Strahlung sehr schnell.
Oder gibt es Ersatzskalen zu kaufen? Ich möchte den Tacho mit dem originalen Stand ungern aufgeben.

Zu den Fotos. Klar stelle ich wieder was rein. Das bisherige Ergebnis der Restaurationsbemühungen findet man in der Datenbank.

Thorsten

So geht’s auch.

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#17283
Thorsten,
da hast du ja richtige Uhrmacher-Filigranarbeit an deinen Instrumenten vor dir.
Gibt\'s da keine *ganzen* Ersatzteile mehr bei DC? (Sorry für die dumme Frage, aber für meinen U416 BJ68 gibt\'s noch fast alles)

Ja sicher kann man die Instrumente aufmachen.
Der Rahmen ist in der Regel verstemmt, und mit vorsichtigen Aufbiegen kann man Glas und Gehäuse auseinander bekommen.

Anzeigeinstrumente sind in der Regel Drehspul-Instrumente.
Max 12 Volt Gleichspannung anlegen, dann Vollausschlag. Am besten beginne mit Strombegrenzung durch einen 10 kOhm Vor-Widerstand zwischen Spannungsquelle und Messinstrument.
Simuliere einen Temp-Geber durch einen regelbaren Widerstand zwischen GND und +12V, an dessen Schleifer-Abgriff du das Instrument anschliesst. 10 kOhm Potentiometer ist OK.

Einzelne Ersatzteile 8wie z.B. Skala, Zeiger) fuer Instrumente kannst du vergessen - gibt\'s nich\' mehr, wenn es die überhaupt jemals ausserhalb der Fertigung (bei VDO oder Mannesmann-Kienzle) gegeben hat - was ich nicht glaube.

Ich habe da einen besseren Tip:
Es gibt einen Unimogler (404-S), der mit allerlei \"Uhren\" Erfahrung hat: Kurt Ohno
Vielleicht sprichst du ihn mal an.
http://home.t-online.de/home/kurt.ohno/
Der kann dir sicher beim Neubelegen von den Zifferblättern weiterhelfen.

Ich persönlich würde diese am PC nach-designen und dann auf \"schwerem\" Papier (>80 g/qm) auf einem LASER Drucker (nicht Tintenspritzer) ausdrucken. Vollflächig kleben mit Pattex.


Gruss -Martin.Glaeser-
#17290
Hallo Thorsten,

ich weis ja nicht wer der Hersteller der Anzeige-Instrumente deines 2010er war, aber ich habe mal einen alten VDO Motorrad Tacho bei VDO in Frankfurt überarbeiten lassen. Die haben den alten Tachostand wieder eingestellt, das Ziffernblatt wieder komplett dem Original entsprechend von Hand beschriftet (inclusieve Zündapp Emblem, der Tacho ist von einer Zündapp), ein neues Glas eingebaut und einen neuen Chromring montiert. Vielleicht versuchst Du es mal bei denen. Das hat vor ein paar Jahren 140,-DM gekostet. Die haben bei VDO so eine Abteilung die alte Tachos usw. wieder Restauriert. Jetzt ist nur die Frage was ein Nachbnautacho im Original Aussehen kostet, das wäre vielleicht günstiger. Ich habe damals den Tacho hingeschickt und mir erst einmal ein Angebot machen lassen.

Gruss, Björn
#17302
Hallo Thorsten,

ich habe die Instrumente meines 411 bei Rainer Schmidt , Wuppertal (Tel. 0202/624242) instandsetzen lassen, waren am Schluß wirklich neuwertig. Sollte sich eine Reperatur nicht mehr lohnen, hat er auch neuwertige Anzeigen auf Lager.

Gruß Thomas / Regensburg

(ich bin fertig mit der Restaurierung!)

http://tmattusch.bei.t-online.de
#17318
@Martin.
Dank deines Versuchaufbaus weiß ich jetzt, dass die Anzeige anzeigt, aber der Geber nichts mehr gibt. Min. 800 kOhm in allen Temperaturbereichen. Für solche elektrischen Tipps bin ich immer gerne zu haben. Hast du noch nen einfachen Tipp wie man die Glühkerzen durchcheckt ? Nicht beim Mog, sondern generell. Den Kurt werde ich mal anmailen.
Ich mag den Tacho einfach nicht hergeben. Das ist das einzige Teil, das jede Radumdrehung mit gemacht hat. Der Motor (34 PS, 3000 h) das Getriebe und die Hinterachse sind schon Austauschteile vom Vorbesitzer gewesen.

@Björn.
Mit VDO hatte ich noch nichts zu tun. Klar, ist ein VDO Teil. Tacho rausschmeißen ?
Neee, siehe oben. Aber 3 Instrumente wird dann doch reichlich teuer. Der Öldruckmesser und die Temperaturanzeige sehen optisch auch nicht besser aus, als der Tacho.

@Thomas
Beim Rainer Schmidt habe ich ehedem meine Ersatzteile besorgt. Ich wusste aber nicht, dass er auch so was aufarbeitet. Da werde ich es jetzt zuerst versuchen. Die Sache mit dem Aufstemmen der Instrumente ist mir höchst suspekt. Wie der Martin schon gesagt hat. Ist Uhrmacherarbeit. Habe deine Seite kurz besucht. (Werde mich noch genauer umschauen) In deiner Werkstadt ist es aufgeräumter, als in meiner.

Danke an alle.
Thorsten

Untenrum alles neu. Rostbakterien ohne Ende.
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\"Das Fahrzeug soll dort fahren können, wo ein Pferd gehen kann.\"

Von Dipl.-Ing. Albert Friedrich formuliertes Entwicklungsziel für den
Unimog.

Ich besitze beides, und kann bestätigen, dass der Unimog dort fahren kann,
wo ZWEI Pferde NEBENEINANDER gehen können. Trotz intensiver Versuche kommt
mein Mog bis heute nicht durch die Tür zum Pferdestall. :D
#17322
Zu Glühkerze durch-checken, allgemein.

Der Strom, der eine Glühkerze zum Glühen bringt, liegt so bei ~10 - 15Ampere (entspricht einer Heizleistung von 10A x 12 (bzw. 15) V = 120 - 150 Watt).
Daher ergibt sich der Widerstand einer \"gesunden\" Glühkerze nach dem Ohmschen Gesetz zu R = U/I <Widerstand = Spannung durch Strom>.
R(Glühkerze) = 12V / 10A (bzw. 15A) = 1,2 Ohm (bzw. 0,8 Ohm)

Guter Link: http://home.arcor.de/joerg_kerzendorf/m ... rglueh.htm

Gruss -Martin-
#17395
Hallo Thorsten!
Meine Chromringe von allen vier Instrumenten sahen auch schlecht aus. Hab sie vorsichtig geöffnet, Zeiger in weiß nachlackiert und bei Mogparts in Antdorf (Rainer Schmidt in Wuppertal hat sie auch) neue Chromringe bestellt. Kosteten vor 4 Jahren 9 DM, bzw. 11 DM für den Tacho. Die neuen ringe haben nur 4 Laschen, werden also nicht mehr rundherum umgebördelt. Ein bischen transparentes Silikon unter der Glasscheibe vorm Zusammenbau sorgt für die Dichtheit. Ist keine Hexerei.
Gruß Ulli
#17412
@Martin
Der Link ist wirklich gut gewesen. :D ROTFL.
Die kleine Geschichte über meine Überprüfung der Vorglühanlage lässt sich im Laberforum unter Formel1 nachlesen. Danke noch mal.
In diesem Zusammenhang.
Darf ich in aus deinen hervorragenden, auf den Punkt gebrachten Ausführungen auf deiner Homepage etwas für unsere Vereinszeitung verwenden? (Oldtimerfreunde Ohmtal, Auflage 120 Stück) Natürlich unter Nennung der Quelle und mit einer Einladung zu unserem Fest in Homberg / Ohm mit Wettpflügen (Hessenmeister) für Oldtimer, neue Traktoren und Pferde am 6. und 7. September verbunden. Schlafen könntest du bei mir oder im Fahrerlager. Platz genug.
Wir haben 113 Mitglieder und ca. 300 Traktoren im Verein. Auch ein paar Autos und Motorräder.
Ich bin allerdings der einzige Mogbesitzer. :(

@Ulli
Du machst ja Mut. :thumbup: Ich glaube, ich werde mich an der Druckluftanzeige erst mal selbst versuchen und gucken wie das funktioniert. Wenn nicht, kann ich den Kram immer noch zum Schmidt schicken. Wie sahen denn deine Ziffernblätter aus?

Thorsten
#17415
Thorsten,
beim Durchblättern der neuen \"Oldtimer-Praxis\"
<WERBUNG: die ich übrigens für eine ganz ausgezeichnete Zeitschrift halte, für 1,70 Euro im Bahnhofsbuchhandel und jedem besseren Kiosk in Deutschland>
bin ichüber die Anzeige eines Tacho-Diensztes gestolpert, der auch Antiques repariert.
http://www.ka-ja-tacho.de/
>> Schau doch mal rein, vielleicht kann der helfen.

Übrigens , in diesen Anzeigen sollte man viel öfter stöbern: Da gibt es Sandstrahler, Kühlerbauer, Verchromer, Sattler, Motoreninstandsetzer, Tankentroster, etc

Gruss -Martin.Glaeser-

P.S. www.oldtimer-praxis.de und www.motor-on.de
#17582
Also, hab’ mir getraut. In einer Phase überhöhten Selbstbewusstseins habe ich mir gleich den Tacho vorgenommen. Auseinander ist das Teil schnell. Den Chromring muss man allerdings zerstören. Der Zeiger ist vernietet oder verstemmt. Der geht so nicht runter. Einen Hinweis auf den Hersteller habe ich nicht gefunden. Bin mir jetzt nicht mehr so sicher, ob das wirklich VDO ist.

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Im Gehäuse gehalten, ist das Scan-Ergebnis recht gut ausgefallen. Allerdings war es nicht möglich, das Teil gleich mit einer Bildbearbeitung weiter zu bearbeiten. Habe das Scan-Bild erst in ein CAD Programm geladen und nachdesignd. Das zweite Bild zeigt die Bearbeitung im CAD Programm. Mit den Strichstärken und der Randzugabe für die Zahlen muss man etwas experimentieren.

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Das Ergebnis kann dann skaliert werden (75mm Durchmesser) als HPGL Datei raus geschrieben werden, und mit dem Programm HPG2TIFF in eine Maßstabsgerechte Tiff-Datei verwandelt werden.

Dann kann man in der Bildbearbeitung die grauen Markierungen einbringen. (Bild Nummer 3) Werde jetzt die Datei von dem Werbegrafiker ausdrucken lassen, der auch meine „Firmenschilder“ gemacht hat. Die sind Wasserfest und UV-Beständig.

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Zwei Dinge gefallen mir noch nicht. Zum Ausstanzen des Zeigermittelpunktes brauche ich noch eine Markierung. Außerdem will ich das Teil später auf der Linie Zeigermittelpunkt – Nullanschlag aufschneiden, um es aufzukleben. Dort wird es am wenigsten auffallen.
Außerdem ist mir das Weiß zu weiß und das Schwarz zu schwarz. Weiß wird also einen Farbton in Richtung Elfenbein erhalten. Schwarz wir zu einem dunklen Anthrazit.

Etwas kritisch ist das Abschleifen des Tachozeigers. Habe mir hierfür eine genau passende Holzunterlage gefräst, die den Zeiger umfasst. Damit kann man dann sanfte Gewalt auf den Kameraden ausüben.

Jetzt muss ich mir natürlich vier neue Chromringe bestellen.
Und Innerorts aufpassen, dass ich die fünfzig nicht überschreite. ;)

Werde weiter berichten.
Thorsten
#17653
Also, die Chromringe hat wirklich auch unser Haus- und Hoflieferant, Rainer Schmidt. Ende Mai sollen sie zusammen mit den neuen Contis SR-1 eintreffen.
Hmm, auch im Glashaltering, unter dem Glas, lauern Rostbakterien, um bei nächstbester Gelegenheit ihr zerstörerisches Werk wieder aufnehmen zu können. Weg damit!!

Bild

@Martin. ka-ja hatte ich schon durch Google gefunden. Ja, die machen alles im Bereich mechanische Instrumente. Am Telefon sehr freundlich und kompetent.

Thorsten

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