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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#305097
Hallo Mogler,

eine noch rein theoretische Frage an die Techiker und Nichtoriginalos.

Was muss man beachten wenn man den Ölfilter eines Motors, z.B.
eines OM636 an eine völlig andere Position verlegen möchte.

Ist meine Annahme richtig dass es beim Ölfilter am OM636 lediglich zwei Anschlüsse gibt, die Zu und die Rückleitung. Eine ist als Rohrleitung ausgeführt die andere geht durch eine Hohlschraube vom Flansch in den Motor.
Ist in dem Flansch noch ein Bypass, wenn ja wird der auch bei einer modernen Filterpatrone benötigt.

Könnte man theoretisch den Ölfilter komplett mit Flansch abnehmen und z.B mit zwei Stahlflex Leitungen mit dem Motor verbinden.
Was wäre dabei zu beachten?

Bin auf eine rege Diskussion des für und wieders verschiedener Lösungen gespannt.
Bis dene
#305103
Hallo Jürgen,

die modernen Schraubölfilter haben eine Rücklaufsperre und ein Umströmungsventil. Beide Ventile sind leicht vorgespannte Rückschlagventile.

Die Rücklaufsperre mit deutlich unter 1 bar Öffnungsdruck muß immer überwunden werden, bevor das bereits gefilterte Öl aus dem Filter zum Motor fließt. Dieses Ventil sitzt im Ausgang des Filters.

Das Umgehungsventil, mit bis zu 4 bar vorgespannt, öffnet den schmutzigen Raum vor dem Filter zum Raum nach dem Filter zum Ausgang hin. Es macht also auf, wenn durch Verschmutzung des Filters und/oder hohe Viskosität (bei Kälte) der Widerstand des Filters höher als der Öffnungsdruck des Umgehungsventils ist. (Zusätzlich ist dann natürlich noch die Rücklaufsperre zu überwinden.)

Demnach genügen eine Leitung von der Pumpe und eine Leitung zum Motor. Aber man braucht einen Anschlußblock für den Einschraubfilter. (Am besten noch mit Meßanschluß für den Öldruck im Ausgang des Filters.) Danach habe ich auch schon gesucht, aber noch keinen gefunden. Hast Du so einen schon gesehen?

Ob man Schlauchleitungen verwenden kann bei den hohen Temperaturen, muß überprüft werden. Rohrleitungen wären jedenfalls vorzuziehen!
#305110
Ähhhm, da war doch noch was
Ansonsten kannst du den Ölfilter hinlegen wo du möchtest. Ich habe einen Original-Filter für den OM352 für einen beliebigen Montageort, also Flanschplatte mit Rohranschluss und Filter mit Rohranschluss.
Ich weiß nicht inwieweit das Gehäuse für den Spritfilter vom z.B. Golf-Diesel geeignet ist, wäre aber mal abzuchecken, ob es passende Ölfilter gibt. Weiß zufällig jemand, ob beim Deutz ein separates Patronengehäuse angeflanscht ist oder ob die Filteraufnahme am Block eingearbeitet ist?
@ Christoph
es gibt Filter mit und ohne Kurzschlussventil.
#305114
Hallo Christoph,

Vorsicht ! Beileibe nicht alle Anschraubpatronen besitzen Rücklaufsperre und/oder Umgehungsventil. Bei vielen senkrecht hängenden Filterpatronen wird auf die Rücklaufsperre verzichtet, auch sind an vielen Motoren die Umgehungsventile im Filterkopf, also motorseitig eingebaut.
Desweiteren sind die unterschiedlichen Öffnungsdrücke der Umgehungsventile zu beachten.

Gruß Franz
#305120
Klar, der Filter muß für unseren Fall sorgfältig ausgewählt und definiert werden! Nicht alles was dranpaßt, darf man nehmen.

Übrigens gibt es in diesem Bereich auch schon zahlreiche schwer zu erkennende Plagiate, die ernste Risiken mit sich bringen. Also auch hier nicht nur nach dem günstigsten Preis gucken!
Zuletzt geändert von OPTI-MOG am 18.07.2010, 22:05, insgesamt 1-mal geändert.
#305123
Hallo Helmut,

danke für die Info und den kleinen Seitenhieb.
Die Beiträge über Olfilterumbauten speziell für den OM636 habe ich schon alle wiederholt gelesen.
Aber dies sin bisher meist so ausgeführt, dass die Ölfilterpatrone meist eben immer noch im "gefährdeten" Bereich liegt. Dazu kommt die teilweise sehr gute aber auch recht teure Ausführung. :D

Dien weiterer Kommentar sagt mir aber dass die Lage des Ölfilters eher Bedeutungslos ist, das ist schon mal etwas. Jemand einwände dazu?

Bei Motorrädern werden durchaus Stahlflex-Leitungen für die Ölleitungen verwendet, jemand hier zu Kommentare.

Kann man eine Adapterplatte für eine moderne Wechselpatrone nicht als relativ einfaches Drehteil herstellen?

Bootszubehör ist ein gutes Stichwort, mal schauen.
#305127
Hallo,

Ich hab bei meinem Filter ne Patrone vom Audi A6 TDI verbaut, die sah
mir von größe und Durchmesser am vernünftigsten aus!
Das passende Überstromventil ist wie Christoph schon sagt im Filter ver-
baut, und man kann (sollte) das originale am Flansch weglassen!
Für meinen selbstgebastelten Ölfiterflansch hab ich den originalen an nem
kalten Wintertag im warmen Wohnzimmer vermessen, ne Zeichnung ge-
macht und ca. 4,5 Std. mit drehen, fräsen, und bohren verbracht!
Wenns auch jemand so bauen möchte, kann ich auch die Zeichnung zu-
kommen lassen!

Grüße Sven
Dateianhänge:
Pic033_600_400.jpg
Pic033_600_400.jpg (95.38 KiB) 2997 mal betrachtet
#305128
Hallo Jürgen,

für meinen Fall kann ich mir die Verlagerung des Ölfilters nicht vorstellen. Außer dort, wo er jetzt ist, kann er nicht sein. Luftpresser mit Zahnradpumpe, Öltank, Hydraulikleitungen ... belagern schon jetzt den Motorraum komplett.

Der Öffnungsdruck des originalen Umgehungsventils beträgt übrigens 2 bar. Diesen Wert sollte man bei der Ersatzlösung möglichst beibehalten.

@ all

wer von Euch hat die Möglichkeit, Filter aufzulisten, die unseren Anforderungen entsprechen:

Also z. B.
Außendurchmesser kleiner 80 mm
Länge kleiner 80, 90, 100 mm
mit Rücklaufsperre
mit Umgehungsventil Öffnungsdruck 2 bar (wenn's sowas überhaupt gibt, oder eben ganz ohne)
...

Meist gibt es ja nur die Auswahllisten nach Kfz-Typ, die uns hier nicht weiter helfen.
#305135
Hallo zusammen,

@ Helmut: Der Kr.filterkopf z.B. eines Golf Diesel erscheint mir aufgrund der rel. kleinen Anschlussgewinde (M 14 x 1,5) für einen Ölfiter eher ungeeignet, auch wenn sich vielleicht eine passende Ölfilterpatrone finden ließe.
Zum Deutz: Die luftgekühlte Baureihe 912/913 besitzt einen am Motor angeflanschten Filterkopf, aber das dürfte auf jeden Fall Platzprobleme geben.
Ideal wäre ein separater Filterkopf im Motorraum, wo der Filter möglichst noch vom Luftstrom des Kühlerlüfters erfasst wird.

Die Lösung von Sven sieht zwar super professionell aus, aber ob damit die erst heute beschriebenen Probleme mit der Verschränkung gelöst sind, glaube ich anhand des Bildes nicht so recht.

Zu den Leitungen: Optimal wären edelstahlumflochtene Teflonschläuche (den Begriff Stahlflex kenne ich eigentlich nur von Bremsleitungen), aber es gibt auch temperaturbeständigere Elastomerschläuche, wie sie z.B. in den Ölkühlerleitungen von Automatikgetrieben verwendet werden.

Gruß Franz
#305140
Hallo Sven,

eine Zeichnung Deiner Lösung ist durchaus interessant.
Sind in Deinem Adapter irgendwelche Ventile oder nur Bohrungen.
Hast Du Bilder des reinen eigentlichen Adapters?

Hallo Christoph,

Warum muss/sollte das Überstromventil bei 2 Bar belassen werden,
ich verstehe dies Überstromventil quasi als Bypass von dem Ölfilter.

Ist nicht bei einem relativ guten Motor im Betrieb der Öldruck fast immer höher. Das würde ja bedeuten, dass das Öl dann nicht gereinigt wird.

Hallo Franz,

Stahlflex mag tatsächlich der falsche Begiff sein, für mich als Maschinenbaulaien sehen sie halt so aus.
#305141
Hallo Franz,

das ist ja wunderbar! Und ist der Schwabe nicht gerade bekannt für seinen Fleiß? (Schaffe, schaffe, Häusle baue ...) :wink:

Ich könnte mir vorstellen, daß man durch Beschränkung auf Fahrzeuge mit Dieselmotoren und Hubräumen von bis zu 1800 cm³ ... die Auswahl doch recht schnell schaffen könnte. Notfalls teilen wir die Arbeit auf mehrere Leute auf.

Was meinst Du?
#305144
Hallo Christoph,

Dieselmotor ist klar, aber interessant wäre noch die Fördermenge der Ölpumpe, ob die irgendwo im WHB steht? Wenn nicht, hat ja vielleicht jemand aus dem Forum eine Pumpe rumliegen, so daß es für Dich als Hydrauliker kein Problem wäre, die Fördermenge anhand der Zahnraddaten auszurechnen.

Gruß Franz
#305145
Hallo Jürgen,

heute geht es Schlag auf Schlag.

Der wichtige Öldruck für den Motor ist der, welcher am Ausgang des Filters, also am Eingang zum Motor gemessen wird. Und zwar ergibt sich der aus den Strömungswiderständen aller hintereinander und parallel geschalteten Schmierstellen. Die sollten in der Tat möglichst hoch sein, in der Größenordnung von und beispielsweise 5 bar. Wenn der Motor neu ist und die Lagerspiele klein, ist das auch der Fall. Je mehr der Motor verschleißt, desto geringer wird dieser Wert.

Zu diesem Motoröldruck addiert sich der Differenzdruck, der sich über den Filter aufbaut. Ist der Filter neu und sauber, liegt der deutlich unter 1 bar. D. h. die Pumpe "sieht" angenommen 5 + 0,2 = 5,2 bar.

Setzt sich aber der Filter zu, steigt der Differenzdruck in diesem an. Nun soll aber verhindert werden, daß der Filter "ganz dicht macht" und die Schmierung ausfällt. D. h. ab einem gewissen Druck muß das Umgehungsventil öffnen. In unserem Beispiel wären das dann 5 + 2 = 7 bar. Das wirkt dann gleichzeitig als Druckbegrenzung für die Schmierölpumpe. Die ist vermutlich nominell auf diesen Wert berechnet und ausgelegt. Ein Öffnungsdruck des Umgehungsventils in Höhe von 4 bar würde die Pumpe dann überlasten.

Ääähm, verstanden?

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