Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#263777
Hallo liebe Mogler,

ich habe eine 1976 Unimog 406.200 ( auch als 416 bekannt) Die Maschine hat 1261 BH und ist technisch soweit echt gut in Schuß. Die Restauration umfaßt derzeit nur Kosmetik, da die Technik wie bereits erwähnt top funktioniert. Fahrerhaus, Pritsche Felgen etc. sind echt super geworden, da sandgestrahlt, spritzverzinkt und dann pulverbeschichtet ( bis auf Fahrerhaus, dass wurde nur gestrahlt und dann lackiert) Jetzt möchte ich mir das Fahrgestell vornehmen habe jedoch sehr Respekt vor dieser Maßnahme, da ich befürchte, dass es zu einer "never ending story mutieren" könnte. :shock:
Ich habe mir jetzt zwei Möglichkeiten überlegt.

Option A: Fahrgestell montiert lassen und Eissandstrahlen lassen und ab in die Lackierkammer

oder

Option B: Alles auseinanderbauen, sandfstrahlen lassen, spritz- bzw. feuerverzinken und dann pulvern und wieder zusammenbauen. Dazu müßte ich mich allerdings nach einem routinierten LKW Schrauber umschauen, der mir Hilfe leisten kann. Was würde denn sowas ungefähr kosten?
Ich habe bei Schüssler-Unimog ein paar echt schöne Mogs gesehen. Es würde mich mal interessieren, was so eine Lackierung des Fahrgestells kosten würde.

Hat jemand Erfahrungen mit Einsstrahlen bzw. mit der Demontage des Fahrgestells samt Anbauteilen?

Ich bin für jeden Tipp dankbar.

In Hoffnung

Bodo
#264282
Hallo Bodo,

Zum Thema Eisstrahlen:Ist nicht zum Entfernen von Rost geeignet, nur für
Beschichtungen wie Steinschlagschutz oder
Unterbodenschutz, sehr teuer.
Meinen Rahmen habe ich komplett gestrippt, dann für 100 Euro bar
mit Stahlgranulat strahlen lassen. Das Fahrzeug war früher auch im Winterdienst eingesetzt, dem entsprechend sah der Rahmen besonders im Heckbereich aus. Der Vorteil war auch, das geschlossene Bereiche des Rahmens nach der Behandlung völlig blank waren, in die man niemals auf andere Art und Weise heran kommt.
Auch nur so entdeckte ich anschließend feine Risse an der Motoraufhängung.
Alles andere ist in meinen Augen halbmeisterei . (Bohrmaschine+Drahtbürste usw.).

Danach mit offizieller Freigabe von DB feuerverzinkt ( 162 kg = 308 Euro +Mwst).

Anschließend pulverbeschichtet für 200 Euro bar.
Dauer eine Woche - keine Quälerei - Ergebnis perfekt und für
die "Ewigkeit".

Gruß Rembert
#264324
hallo,

hört sich sehr gut an, hat nur einen haken -
der beschichter will keine verzinkten teile haben, letzes mal wollte er sogar, dass die zinkschicht wieder weggemacht wird.

habe jetz auch zum erstenmal richtige platten von der beschichtung vom verzinktenkotflügel abmachen können. :cry: :cry:

leider hält das beschichten nur garantiert auf stahl ohne verzinkung, deshalb wird dir kein vernünftiger beschichter garantie auf so eine arbeit geben.

grüße
alex
der auch viel verzinken und beschichten lassen hat - und´s heute nicht mehr täte.
#264352
Moin Bodo, hallo Alex,

bei der Pulver-Beschichtung von verzinkten Teilen ist entscheidend,
das diese vor der Beschichtung z. B. in einem Beizbad eine Vorbehandlung der Oberfläche bekommen, so das die sonst im "nur verzinktem" Zustand schützende Zinkoxidfläche beseitigt wird. Dann kann man ohne Probleme pulvern. Dies kann aber nur ein entsprechend ausgestatteter Industrielackierer.

Ähnlich geht man bei zu lackierenden Zinkflächen vor, nur das der Lackierer vor dem Spritzen mit Epoxy-Grund eigentlich dieOberflächen mit 10%igem Salmiakgeist und einem Schleifpad anpadden (aufrauhen)muß.
Wer macht das schon ordentlich ?? Dabei bleibt einem vor Gestank und gereizten Atemwegen fast die Luft weg, trotz Atemschutz !!! (Ammoniak)

Man kann die verz. Oberflächen auch sweepen, d.h. durch sandstrahlen mit geringen Druck leicht anrauen, die Oxidschicht ist beseitigt, und man kann beschichten (Pulver o. Epoxy). Dies mache ich mit meinen verz. Kleinteilen in meiner Strahlkiste (EpoxyGrund) . Die Teile müssen sofort bearbeitet werden, so das keine neue Oxid-Schicht entstehen kann.
Dies bieten alle großen Verzinker an.
Infos: www. Seppler-Gruppe.de Duplex-System


Darüber hinaus gibt es ein Verband der Feuerverzinker, wo man jederzeit
telefonisch alle möglichen Fragen zu diesem Thema stellen kann.
Von dort habe ich ein Großteil meiner Informationen.

Mein Rahmen und andere Mog-Teile haben die Beschichtungen schon seit über 2 Jahren - ohne Probleme !!
Kein Verzinker könnte jemals diese Beschichtungsart anbieten, wenn sie
nicht sicher wäre (Haftungsgründe).
Sie wird in allen erdenklichen Bereichen eingesetzt.

Das Problem beim Pulvern von blankem Stahl ist, das bei einer geringsten Beschädigung der Oberfläche Rost die Beschichtung unterwandert, was einem vielleicht erst garnicht auffällt, irgendwann beginnen dann aber
die flächigen Abplatzungen,dann beginnt man komplett von vorn.

Deshalb nach dem vorher ausführlichem Informieren meine Entscheidung
zum Verzinken und Pulvern.

Ich hoffe ich habe Euch ein wenig weiterhelfen können.

Gruß aus dem Norden, Rembert.
#264360
Hallo zusammen, hallo Bodo,

was Rembert meint, läuft wohl in Maler- und Lackiererkreisen offiziell unter dem Namen "ammoniakalische Netzmittelwäsche". Dieses *.pdf fand ich recht informativ zu diesem Thema:

www.svlfc.ch/wider.pdf

- ansonsten einfach mal eine Suchmaschine bemühen.

Ich habe solch eine ammoniakalische Netzmittelwäsche einmal bei feuerverzinkten Teilen durchgeführt, dabei wird "ganz nebenbei" sogar noch die Nase frei von Verstopfungen...:lol:

Die Wiegel-Gruppe bietet neben Feuerverzinkungsdienstleistungen auch Zink-Beschichtung (LZ-90) in RAL-Tönen an. Also 1K- Lack, der vorgesehen ist zum direkten Auftragen auf feuerverzinkte Oberflächen ohne vorherige Grundierung.

Wiegel bezieht diese Lacke angeblich von www.reicolor.de, die darüber hinaus noch andere interessante Produkte haben. Diese Beschichtung erscheint mir aber nur bedingt kratzfest zu sein und in der Verarbeitung war sie für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Mit den anderen Produkten, die von reicolor teilweise auch für verzinkte Oberflächen angeboten werden, habe ich keine Erfahrungen.
#264377
Moin!

Ich habe mal drei Fargen dazu an die Experten:
1. Wenn die Oxidschicht nach dem Verzinken rausgelöst wird, ist dann nicht der eingentliche Sinn des Verzinkens (Rostschutz) verloren?

2. Verzinken + Pulverbeschichten ... bekommt man danach überhaupt noch irgendeine Schraube durch die dafür vorgesehenen Löcher? :) ...das trägt doch ordentlich auf oder nicht?

3. Ist Pulverbeschichten nicht extrem "Schlaganfällig"? Ist 2k-Lack am Mog da nicht die bessere Wahl?

greets
Arne
#264384
Hallo Arne,
3. Ist Pulverbeschichten nicht extrem "Schlaganfällig"?
dacht ich auch immer - bis ich mal in nem Fahrradladen zwei Probestücke zum gegeneinanderprügeln gefunden hab - hält gigantisch!
Bitte nicht verwechseln mit den grünen Pfosten für den berühmten Maschendrahtzaun!
Richtig gemacht hält eine Pulverbeschichtung einiges aus - allerdings ist eben bei Oberflächen, die kratzergefährdet sind mit entsprechender Unterschicht dafür zu sorgen, das es zu keiner rosttechnischen Katastrophe kommt mit Unterrostung. Also drunter ne metallische Opferschicht (Zink, Alu) sollte schon sein!
Problem ist außerdem, das der Beschichter das (unbehandelte) Teil erst mal Sandstrahlen muß. Dafür und damit dein Punkt 2) nicht für abendfüllende Nacharbeiten sorgt müssen alle benötigten Bohrungen verschlossen oder abgedeckt werden - reversibel! Ölige Teile (nach dem Feuerverzinken wohl nicht mehr...) sorgen für Verdruss bei denen, also auch Teile die eigentlich geputzt wurden, aber aus irgendwelchen Ecken und Sicken beim Einbrennen noch immer Öl raussickern lassen.
Feuerverzinken ist ne zweischneidige Sache - wie Rembert an die Freigabe kam frag ich mich schon! Wäre mal interessant ob er die hier reinstellen kann.
Bei überlappenden Blechen wird zwar die Beize dazwischen kommen, oft aber das Zink nicht - auch wenn in Zwischenarbeitsschritten gespült, getrocknet und angewärmt wird um die Säure rauszukriegen, irgendwann arbeiten die Reste davon im Falz. Mein Batteriekasten, den ich im Winter derart überholt hab, will an dem "Scharnier"-Blech auch schon anfangen braune Soße raus zu lassen. Der Rahmen eines Triumpf Spitis von nem Bekannten ließ selbige schon raus, als das Teil von Verzinken zurück kam - beides mal Wiegel-Gruppe. Die können halt die Physik auch nicht überlisten, dh. auch bei guter Vorarbeit des Verzinkers bist Du davor nicht geschützt.
Das Pulvern des frisch verzinkten Kastens war dann beim Beschichter überhaupt kein Thema - nix von wegen extra Zusatzarbeiten.

mfG
Axel
#264386
Sowohl Stahl als auch Zink bilden, für sich betrachtet, unter Umwelteiflüssen eine Korrosionsschicht. Die von Stahl bildet keine geschlossene Oberfläche, sie ist offenporig und wirkt dadurch auch wie eine Art Schwamm auf Feuchtigkeit, was ein weiteres Voranschreiten der Korrosion begünstigt. Zink ist im Vergleich zu Stahl das unedlere Metall, es bildet jedoch unter Umwelteinflüssen eine Korrosionsschicht mit einer geschlossenen Oberfläche (Passivschicht) die ein weiteres Voranschreiten der Korrosion verhindert, solange sie nicht verletzt wird. Wird sie verletzt, bildet sie sich wieder neu. Einer der Gründe, wieso auch (feuer-)verzinkte Bauteile in der Praxis irgendwann (nach Jahren) doch anfangen zu rosten, ist, daß die Bauteile im Betrieb einem Verschleiß unterliegen, der die Passivschicht oder gar gleich die Zinkschicht abträgt. Wenn kein Zink mehr vorhanden ist, kann es den Stahl auch nicht mehr durch seine Passivschicht schützen...
Verzinkte Blechprofile für Bedachungen fangen auch irgendwann an zu Rosten, unterliegen aber in der Regel keinem mechanischen Verschleiß. Hier wird die Zinkschicht durch Umwelteinflüsse aufgezehrt: Der saure Regen wirkt wie ein (sanftes aber beständiges) Beizen der verzinkten Oberfläche und zehrt diese damit auf.

Eine Duplex-Beschichtung (Lackbeschichtung nach Verzinkung) ist auch nur eine künstlich aufgetragene Passivschicht die den Zink vor Korrosion schützt. Sie ist allerdings wirkungsvoller gegen Säureangriffe (saurer Regen) und gegen mechanischen Verschleiß bzw. kann sie bei Bedarf leichter erneuert werden. Wird diese künstliche Passivschicht beschädigt, bildet der Zink wieder seine eigene Passivschicht, die ihn vor weiterer Korrosion schützt. Da Zink - wie schon gesagt - das unedlere Metall ist, wird es als erstes bei Korrosionsangriffen aufgezehrt. Das ist auch der Grund, wieso Zinkschichten nicht von Rost unterwandert werden. Zink wirkt dabei ähnlich, wie eine Opferanode und schützt den Stahl auch noch, wenn die Zinkschicht punktuell vollständig beschädigt / abgetragen ist.

Siliziumarmer Stahl baut beim Feuerverzinken Schichten von 80-120 Mikrometern auf. Pulverbeschichtungen sind auch nicht dicker, in der Summe ist das aber immer noch weniger, als das Spiel der Schrauben in den Bohrlöchern...
Schweißzusatzwerkstoffe sind oft im Vergleich zum Grundwerkstoff reich an Silizium - deshalb kommt es im Bereich von Schweißnähten auch zu dickeren Zinkschichten.

Hallo Jan , frage mal bei dem Unimog Team Fitzen a[…]

VDO Öldruckanzeige Nadelstreifen - 60mm Einba[…]

Hallo, das ist ein altbekanntes Spiel um die Vers[…]

Hallo Zusammen, ich habe mir einen Unimog zugele[…]